Kann ein Staatsanwalt in Revision gehen?
Gefragt von: Frau Gretel Schramm | Letzte Aktualisierung: 26. April 2026sternezahl: 4.6/5 (70 sternebewertungen)
Ja, die Staatsanwaltschaft ist im Strafverfahren ausdrücklich dazu berechtigt, Revision einzulegen, sowohl zum Nachteil als auch zugunsten des Angeklagten, um Rechtsfehler zu korrigieren oder eine gerechtere Entscheidung herbeizuführen, auch wenn der Angeklagte selbst keine Revision einlegt. Dies geschieht, wenn das Urteil auf einer Verletzung des Gesetzes beruht, wobei sie strenge Fristen (meist eine Woche für die Einlegung, ein weiterer Monat für die Begründung) einhalten muss.
Kann die Staatsanwaltschaft in Revision gehen?
Ja, die Staatsanwaltschaft kann in Revision gehen, sowohl zum Nachteil des Angeklagten (um eine Verurteilung zu erreichen) als auch zu seinen Gunsten, um eine mildere Entscheidung zu erwirken. Sie ist neben dem Angeklagten und Nebenklägern berechtigt, Rechtsmittel gegen ein Urteil einzulegen, um es auf Rechtsfehler überprüfen zu lassen.
Wer kann in Revision gehen?
Auch die Revision ist zwingend von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt einzulegen. Revisionsgericht ist der Bundesgerichtshof. Die Revision kann nur eingelegt werden, wenn sie das Berufungsgericht vorher in dem Urteil zugelassen hat.
Warum legt die Staatsanwaltschaft Revision ein?
Die Revision ist ein Rechtsmittel, mit dem ein Urteil nur auf Rechtsfehler überprüft wird. Eine neue Beweisaufnahme findet in aller Regel nicht statt; es geht ausschließlich darum, ob materielles oder formelles Recht falsch angewendet wurde.
Wie hoch ist die Erfolgsquote einer Revision im Strafrecht?
Die Erfolgsaussichten einer Revision im Strafrecht sind statistisch gering (oft unter 10 %, manche Quellen nennen nur 3-8 %), da sie nur bei konkreten Rechtsfehlern (Verfahrens- oder Sachrügen) Erfolg hat, nicht bei reiner Beweiswürdigung. Sie steigen jedoch erheblich mit der Erfahrung eines auf Revisionen spezialisierten Fachanwalts, der Mängel präzise herausarbeitet und die hohen formalen Anforderungen beherrscht, da viele Fälle bereits an formellen Hürden scheitern. Der Erfolg kann zur Aufhebung und Zurückverweisung führen.
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Wann wird eine Revision abgelehnt?
Eine Revision wird abgelehnt, wenn die Revision unzulässig oder unbegründet ist. Unbegründet: Die zweite Möglichkeit, weshalb eine Revision abgelehnt werden kann, ist eine unbegründete Revision. Die Voraussetzung, an der die meisten Revisionen scheitern, ist, dass die Revision nicht ausreichend begründet wurde.
Was ist besser, Berufung oder Revision?
Liegen Fehler in der Tatsachenfeststellung oder der Beweisaufnahme vor, ist die Berufung das Mittel der Wahl. Liegen hingegen rechtliche Fehler vor, etwa bei der Auslegung von Gesetzen oder bei Verfahrensvorschriften, bietet sich die Revision an.
Wie lange dauert ein Revisionsverfahren?
Eine Revision dauert meist mehrere Monate bis über ein Jahr, typischerweise 6 bis 18 Monate, abhängig von der Komplexität des Falls, der Auslastung des Gerichts und der Anzahl der Verfahrensbeteiligten, wobei das Bundesgerichtshof (BGH) Verfahren oft 6 bis 12 Monate beanspruchen. Die Einlegung und Begründung der Revision erfolgen zwar in kurzen Fristen (1 Woche Einlegung, 1 Monat Begründung), die eigentliche Prüfung durch das Revisionsgericht benötigt jedoch Zeit.
Wann hat eine Revision Aussicht auf Erfolg?
Wie häufig sind Revisionen erfolgreich? Eine Urteilsaufhebung ist im Revisionsverfahren recht selten. Die Erfolgsquote, und damit die Erfolgsaussichten einer Revision im Strafrecht, liegt in Deutschland im Mittel zwischen 3 und 8 Prozent.
Wie lange braucht die Staatsanwaltschaft für eine Entscheidung?
Die Dauer bis eine Staatsanwaltschaft eine Entscheidung trifft, variiert stark von wenigen Wochen bei einfachen Fällen bis zu mehreren Monaten oder sogar Jahren bei komplexen Verfahren, da sie von Tatbestand, Beweislage und Ermittlungsumfang abhängt (z.B. Wirtschaftskriminalität oder Sexualdelikte dauern länger). Einfache Delikte können in wenigen Monaten mit einem Strafbefehl erledigt sein, während schwere Fälle viel Zeit für Gutachten und internationale Ermittlungen benötigen.
Was passiert nach der Revision?
Was passiert bei einer erfolgreichen Revision? Sofern die Revision Erfolg hat, wird das Urteil in der Regel aufgehoben und an das Ausgangsgericht zur neuen Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen. Dabei brauchen Sie aber keine Angst haben, dass dieselben Richter erneut über Ihren Fall entscheiden.
Wie hoch sind die Kosten für eine Revision im Strafrecht?
Gesetzliche Gebühren
Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) sieht für die Verteidigung in der gesamten Revisionsinstanz einen Gebührenrahmen von 132,00 bis 1.221,00 EUR vor. Befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft beträgt der Gebührenrahmen 132,00 bis 1.526,00 EUR.
Was prüft Revision?
Im Strafrecht kann Revision eingelegt werden, um ein Urteil eines unteren Gerichts auf Rechtsfehler überprüfen zu lassen. Es handelt sich um ein Rechtsmittel, das die Richtigkeit des Urteils in rechtlicher Hinsicht sichert.
Kann man gegen die Staatsanwaltschaft vorgehen?
Was Strafverteidiger:innen für Sie tun können
Möchte man sich gegen das persönliche Verhalten oder Maßnahmen der Staatsanwaltschaft wehren, hat man die Möglichkeit, eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen. Diese wird dann gem. § 147 GVG von der Dienstaufsicht (Dienstvorgesetzte) überprüft und entschieden.
Wer entscheidet über Revision?
In Strafsachen entscheidet der Bundesgerichtshof über Revisionen gegen erstinstanzliche Urteile der Landgerichte und der Oberlandesgerichte. Gegenstand strafrechtlicher Revisionsverfahren sind zumeist Fälle der schweren Kriminalität sowie Staatsschutzdelikte.
Kann bei Revision Strafe höher werden?
Im Regelfall einer erfolgreichen Revision wird die Sache hingegen an einen anderen Spruchkörper des jeweiligen Gerichts zurückverwiesen. Höher kann die Strafe nur ausfallen, wenn – nur oder auch – eine Revision der Staatsanwaltschaft Erfolg hat. Sonst gilt das Verschlechterungsverbot.
Wie hoch sind die Chancen bei einer Revision?
Die Erfolgsquote einer Revision im deutschen Strafrecht ist statistisch gering (oft unter 10 %), da sie nur bei konkreten Rechtsfehlern erfolgreich ist, aber erfahrenen Anwälten kann die Quote deutlich höher liegen, da viele Revisionen von vornherein aussichtslos sind und die Hürden durch die Expertise des Anwalts (z.B. durch einen Fachanwalt) gesenkt werden können.
Welche relativen Revisionsgründe gibt es?
- 1 StPO: vorschriftswidrige Besetzung.
- 2 StPO: Mitwirkung eines ausgeschlossenen Richters.
- 3 StPO: Mitwirkung eines abgelehnten Richters.
- 4 StPO: Unzuständigkeit des Gerichts.
- 5 StPO: Vorschriftswidrige Abwesenheit von Verfahrensbeteiligten.
- 6 StPO: Ungesetzliche Beschränkung der Öffentlichkeit.
Was passiert, wenn Revision abgelehnt wird?
Die Ablehnung der Revision bedeutet, dass das Revisionsgericht keine durchgreifenden Rechtsfehler im angefochtenen Urteil festgestellt hat. Das Urteil wird damit rechtskräftig und ist grundsätzlich vollstreckbar.
Was passiert, wenn die Staatsanwaltschaft in Revision geht?
Wenn Revision eingelegt wird, kann sie entweder in vollem Umfange oder beschränkt eingelegt werden. Wird sie in vollem Umfang eingelegt, so geht der angeklagte Mandant damit gegen seine Verurteilung an sich, also gegen den Schuldspruch vor. Es wird damit in aller Regel ein Freispruch angestrebt.
Wie teuer ist ein Revisionsverfahren?
Die Kosten einer Revision variieren stark je nach Rechtsgebiet (Strafrecht vs. Zivilrecht/Verwaltungsrecht) und Fallkomplexität, wobei im Strafrecht der Anwalt nach dem RVG abrechnet (oft 600 bis über 1.500 €) und Gerichtskosten nach Streitwert anfallen können, während im Zivilrecht Gerichtskosten nach § 3 GKG berechnet werden, was bei 35.000 € Streitwert z. B. 2.225 € ausmacht. Pauschalpreise sind möglich, aber oft wird nach Stundenaufwand und Schwierigkeit kalkuliert, da Revisionsverfahren komplex sind und der Erfolg unwahrscheinlich (Strafrecht unter 5%).
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer Berufung im Strafrecht?
Die Erfolgsaussichten einer Berufung im Strafrecht sind deutlich besser als bei einer Revision, da eine neue Tatsacheninstanz stattfindet, aber stark vom Einzelfall abhängig sind, wobei Statistiken von bis zu 45 % teilweisen Erfolgen sprechen, die oft zu Strafmilderung oder Einstellung führen, aber auch Risiken wie Strafverschärfung bergen, besonders wenn die Staatsanwaltschaft Berufung einlegt. Ein erfahrener Anwalt hilft, die Chancen durch strategische Planung zu erhöhen und Risiken zu minimieren, insbesondere bei unbeschränkter Berufung, die eine vollständige Neuaufrollung ermöglicht.
Ist eine Revision sinnvoll?
Eine Revision ist immer dann sinnvoll, wenn nach entsprechender Prüfung die Chance besteht, das Urteil zur Aufhebung zu bringen und man mit dem Ergebnis des Urteils unzufrieden ist.
Was kommt zuerst, Berufung oder Revision?
Für dieses Dilemma hat die Rechtsprechung eine einfache Lösung entwickelt. Dem Rechtsmittelführer wird zugestanden, die Wahl zwischen Berufung und Revision erst innerhalb der Revisionsbegründungsfrist (§ 345 StPO) zu treffen.
Was bedeutet Revision im Strafrecht?
Die Revision im Strafrecht ist eines der bedeutendsten Rechtsmittel gegen eine gerichtliche Entscheidung – und für viele Betroffene die letzte Chance, ein fehlerhaftes Urteil anzugreifen. Sie zielt auf die rechtliche Kontrolle des Urteils ab um mögliche Rechtsfehler aufzudecken und zu beheben.
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