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Ist Paragraph 218 noch in Kraft?

Gefragt von: Sophie Sander  |  Letzte Aktualisierung: 30. April 2026
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Ja, § 218 Strafgesetzbuch (StGB) ist weiterhin in Kraft, regelt Schwangerschaftsabbrüche als grundsätzlich rechtswidrig, aber unter bestimmten Bedingungen (nach Beratung, innerhalb von 12 Wochen) straffrei; jedoch gibt es Debatten und Initiativen zur vollständigen Entkriminalisierung, was ihn aber noch nicht abgeschafft hat.

Wie ist die aktuelle Rechtsregelung für Schwangerschaftsabbruch in Deutschland?

Die Rechtslage in Deutschland

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland für alle Beteiligten straffrei, wenn er nach der Beratungsregelung erfolgt (§ 218a Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB)) oder wenn es einen medizinischen oder kriminologischen Grund für den Abbruch gibt (§ 218a Absatz 2 und 3 StGB).

Wann ist eine Spättabtreibung erlaubt?

Ein Spätabbruch ist straffrei, wenn eine medizinische Indikation vorliegt – beispielsweise, wenn pränataldiagnostische Untersuchungen, die erst nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden können, Hinweise auf schwere Fehlbildungen des ungeborenen Kindes geben.

Wie sieht die rechtliche Seite 218 der Abtreibung in Deutschland aus?

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

Wann sind Schwangerschaftsabbrüche rechtmäßig und straffrei?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig. Er bleibt jedoch straffrei, wenn er in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft vorgenommen wird. Die schwangere Frau muss sich außerdem zuvor beraten lassen.

ABTREIBUNGSPARAGRAF 218: Gesetzesvorstoß der Rest-Ampel zum Schwangerschaftsabbruch empört Union

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Bis wann sind Schwangerschaftsabbrüche legal?

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich bis zur 12. Woche nach Empfängnis straffrei, wenn eine verpflichtende Beratung (Schwangerschaftskonfliktberatung) erfolgt ist und der Abbruch durch einen Arzt vorgenommen wird; bei medizinischer oder kriminologischer Indikation kann der Abbruch auch später (bis ca. 22. Woche) straffrei sein. Mediziner diskutieren zudem eine geplante Gesetzesreform, die Abbrüche bis zur 12. Woche grundsätzlich entkriminalisieren würde, aber die aktuelle Fristenregelung bleibt bestehen.
 

Werden Schwangerschaftsabbrüche dokumentiert?

Eine Untersuchung unter Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben, dokumentiert die Auslöser und auch die Probleme von Schwangerschaftsabbrüchen. Schwangerschaftsabbrüche sind häufig das Ergebnis einer labilen, ungeklärten Lebenssituation.

In welchen Fällen ist Abtreibung in Deutschland legal?

Frauen dürfen straffrei abtreiben, wenn seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind, der Abbruch durch einen Arzt erfolgt und sie sich zuvor haben beraten lassen – dies entschied der Deutsche Bundestag am 29. Juni 1995 in der Neufassung des Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetzes.

Was tun bei ungewollter Schwangerschaft?

Bei einer ungewollten Schwangerschaft solltest du dich umgehend an eine ärztliche Beratungsstelle (z.B. Pro Familia, AWO) oder deinen Gynäkologen/ Hausarzt wenden, um alle Optionen (Schwangerschaftsabbruch, Austragen mit Unterstützung) zu besprechen und einen notwendigen Beratungsschein zu erhalten; auch anonyme Hilfe gibt es beim Hilfetelefon 0800 40 40 020. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und ergebnisoffen, um dir bei der Entscheidungsfindung zu helfen, bevor du ggf. eine Abtreibung in Betracht ziehst, die in Deutschland meist innerhalb der ersten 12 Wochen straffrei möglich ist.
 

Ist ein Schwangerschaftsabbruch in der 18. Schwangerschaftswoche möglich?

Bis zu welcher Schwangerschaftswoche kann ich einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen? Bei Gynaikon Klinieken bis zur 18. Schwangerschaftswoche, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Menstruation (in den Niederlanden ist eine Behandlung bis ungefähr zur 22. Schwangerschaftswoche möglich).

Wie lange abtreiben Trisomie 21?

Ein Schwangerschaftsabbruch wegen Trisomie 21 (Down-Syndrom) ist in Deutschland bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) ohne besondere Begründung möglich (Fristenlösung) und danach bis zur 22. SSW als medizinische Indikation, wenn eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter besteht, was durch eine Diagnose der Behinderung des Kindes erfüllt sein kann, wobei bei späten Abbrüchen eine Tötung des Fötus vor der Geburtseinleitung nötig ist. Die Entscheidung hängt von individuellen Faktoren ab und erfordert oft eine intensive Beratung.
 

Wie viel kostet eine Spättabtreibung?

Kosten nach der Beratungsregelung

Für einen Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.

Kann man im 4. Monat noch abtreiben?

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich.

Wann ist es zu spät, um abzutreiben?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Ist Abtreibung in Deutschland legal 2025?

Das Abtreibungsgesetz in Deutschland bleibt 2025 im Wesentlichen beim bekannten Modell des § 218 StGB: Grundsätzlich strafbar, aber bis zur 12. Schwangerschaftswoche unter bestimmten Bedingungen (Pflichtberatung und Wartezeit) straffrei, wobei 2025 intensive Debatten und Gesetzesinitiativen zur Reform liefen, die jedoch nicht zu einer Verabschiedung führten, sodass der bestehende Kompromiss – inklusive der umstrittenen dreitägigen Frist – weiterhin die Rechtslage prägt, während Forderungen nach Entkriminalisierung und besserer Versorgung anhalten.
 

Was ist Paragraph 218 und 219?

Ein Schwangerschaftsabbruch, der von einem Arzt durchgeführt wurde, ist für die Schwangere auch dann nicht strafbar, wenn seit der Empfängnis nicht mehr als zweiundzwanzig Wochen verstrichen sind und zuvor eine Beratung ( § 219 StGB ) stattgefunden hat ( § 218a Absatz 4 Satz 1 StGB ).

Welche Strafe droht bei Abtreibung?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, aber in der Praxis meist strafbar, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Beratung durch einen Arzt durchgeführt wird (Beratungsregelung, § 218a StGB) oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Wer den Abbruch durchführt (Arzt/Arzthelfer) wird härter bestraft, wenn die Schwangere nicht einwilligt oder die Regeln verletzt, während die Schwangere selbst bei der „Beratungsregelung“ nicht strafbar ist. 

Wo muss man sich für eine Abtreibung melden?

Abbruch nach Beratungsregel

Für die gesetzlich vorgeschriebene Beratung und müssen Sie an eine Schwangerschaftskonfiktberatung wenden, zu Beispiel eine pro familia Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Welche Woche ist die kritischste in der Schwangerschaft?

Die kritischste Phase der Schwangerschaft sind die ersten 12 Wochen (das erste Trimester), da hier die Organe des Embryos angelegt werden und das Risiko für Fehlgeburten am höchsten ist; nach der 10. bis 12. Woche sinkt dieses Risiko deutlich, und die meisten Fehlgeburten passieren zwischen der 5. und 7. Woche. 

Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?

In Deutschland erlaubt das Gesetz einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (eigentlich Ende der 14. SSW) nach einer verpflichtenden Beratung (§ 218a StGB), weil in dieser frühen Phase die Abwägung zwischen dem Grundrecht der Schwangeren auf Selbstbestimmung und dem Schutz des ungeborenen Lebens eine Straffreiheit ermöglicht, da das Fötus noch nicht als voll entwickelt gilt und die Risiken für die Mutter in dieser Phase geringer sind als später. Eine weitere Option besteht bei medizinischer Indikation (Gefahr für Leib/Leben der Mutter) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) auch über die 12. Woche hinaus, da hier die Notlage der Frau im Vordergrund steht. 

Wann ist die Spättabtreibung?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Was muss ich tun, wenn ich abtreiben will?

Wenn Sie in Deutschland eine Abtreibung planen, müssen Sie zuerst eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung aufsuchen, um einen Beratungsschein zu erhalten, der den Abbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei macht; danach müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt finden, der den Abbruch durchführt, der entweder medikamentös oder operativ erfolgen kann, abhängig von der Schwangerschaftswoche. Es gibt zwei Hauptwege: medikamentös (bis ca. 7. SSW) oder operativ (bis ca. 12. SSW), und Sie benötigen dafür eine Bescheinigung der Beratung und müssen sich an eine Praxis oder Klinik wenden. 

Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht. 

Muss ich angeben, ob ich eine Abtreibung hatte?

Es gibt kein Gesetz, das Sie verpflichtet, einem Arzt oder Krankenhaus von einem Schwangerschaftsabbruch zu berichten . Sie entscheiden selbst, welche Details Sie preisgeben. Dies gilt grundsätzlich für jede medizinische Behandlung.

Wird eine Abtreibung im Mutterpass eingetragen?

festgehalten, ob es bei einer vorangegangenen Geburt einen Kaiserschnitt gegeben hat oder ob es zu Komplikationen während der Geburt kam. Auch eine Fehlgeburt oder ein Schwangerschaftsabbruch werden hier aufgeführt.