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Ist man risikopatient Wenn man Diabetes hat?

Gefragt von: Herr Prof. Oswald Meißner  |  Letzte Aktualisierung: 2. März 2026
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Ja, Menschen mit Diabetes gelten generell als Risikogruppe, da sie ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe bei Infektionen (wie COVID-19) haben und auch ein höheres Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme und Schlaganfälle besitzen, insbesondere wenn der Blutzucker schlecht eingestellt ist oder weitere Risikofaktoren wie Übergewicht und hohes Alter hinzukommen.

Sind Diabetiker Risikopatienten?

Das individuelle Risiko, in den nächsten zehn Jahren an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken (absolutes 10-Jahres-Diabetesrisiko in Prozent), kann mit dem Deutschen Diabetes-Risiko-Test bei Personen ohne bisherige Diabetesdiagnose bestimmt werden (Schiborn et al. 2022).

Wie hoch ist das Risiko, an Diabetes zu erkranken?

In der 18- bis 79-jährigen Bevölkerung liegt das individuelle Risiko, in den nächsten 5 Jahren an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, bei 1,1 %. Männer weisen im Vergleich zu Frauen ein fast doppelt so hohes absolutes Diabetesrisiko auf.

Was sind die Risiken bei Diabetes?

Besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen an Nieren, Augen und Nerven sowie das diabetische Fußsyndrom treten häufig auf. Doch auch andere Krankheitsbilder wie Krebs oder neurologische Erkrankungen können mit Diabetes mellitus einhergehen – ihnen liegen ähnliche biologische Mechanismen zugrunde.

Welche Ansprüche haben Sie, wenn Sie Diabetes haben?

Menschen mit Diabetes mit einem Schwerbehindertenausweis haben ein Anrecht auf Sonderrechte und -leistungen. Dazu gehört der besondere Kündigungsschutz, der Anspruch auf Zusatzurlaub und Vergünstigungen bei der Einkommenssteuer.

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Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei Diabetes?

Der Grad der Behinderung (GdB) bei Diabetes liegt meist zwischen 10 und 50, abhängig von Therapieaufwand und Lebensbeeinträchtigung; oft beginnt es bei GdB 20 durch die Möglichkeit von Unterzuckerungen, während bei intensiver Insulintherapie (mindestens 4x täglich spritzen) und gravierenden Einschränkungen (z.B. Folgeerkrankungen, starke Hypoglykämien) ein GdB von 50 (Schwerbehinderung) erreicht werden kann, wobei ein reiner Therapieaufwand allein oft nicht ausreicht.
 

Auf was haben Diabetiker Anspruch?

Insulinpflichtige Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben einen Anspruch auf Blutzuckermessgeräte als Hilfsmittel und bekommen die Teststreifen von der Krankenkasse bezahlt. Sie müssen sich mehrmals am Tag Insulin verabreichen und ihre Blutzuckerwerte immer im Blick haben.

Ist Diabetes eine schwere Krankheit?

Ja, Diabetes ist eine ernste chronische Krankheit, die unbehandelt schwerwiegende, sogar lebensbedrohliche Folgen haben kann, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder Erblindung, da zu hohe Blutzuckerwerte langfristig Nerven und Blutgefäße schädigen. Mit konsequenter Therapie und Lebensstiländerung lassen sich diese Risiken jedoch erheblich senken, weshalb Diabetes auch als gut behandelbar gilt.
 

Ist meine Typ-2-Diabetes meine eigene Schuld?

Es ist nicht deine Schuld

Deshalb kann es Ihren Blutzuckerspiegel nicht im Normbereich halten. Es gibt viele Faktoren, die zu Typ-2-Diabetes führen können. Einige davon können Sie nicht beeinflussen, wie Ihre ethnische Zugehörigkeit, Stress oder wenn ein naher Verwandter an Typ-2-Diabetes leidet.

Wie hoch ist die Lebenserwartung mit Diabetes Typ 2?

Typ-2-Diabetes verkürzt die Lebenserwartung, aber durch konsequente Behandlung (Blutzucker, Blutdruck, Blutfette im Zielbereich) und einen gesunden Lebensstil (Nichtrauchen, Ernährung, Bewegung) kann man eine nahezu normale Lebenserwartung erreichen, wobei das Diagnosealter eine große Rolle spielt: Je jünger die Diagnose, desto stärker die Verkürzung. Eine Diagnose im Alter von 50 Jahren kann die Lebenserwartung um ca. 5 Jahre verkürzen, während eine Diagnose mit 30 Jahren bis zu 14 Jahre kosten kann. 

Bei welchem Wert ist man zuckerkrank?

Man hat Diabetes, wenn der Nüchternblutzucker ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder der Blutzuckerwert nach dem Glukosetoleranztest (oGTT) nach 2 Stunden ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) ist, oder bei einem HbA1c-Wert von ≥ 6,5 % (48 mmol/mol). Ein Wert von über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) kann auch bei einer Gelegenheitsmessung, zusammen mit Symptomen, ein Hinweis auf Diabetes sein, muss aber oft mit anderen Tests bestätigt werden, so diabinfo.de. 

Was ist die Hauptursache für Diabetes?

Die genaue Ursache der meisten Diabetesformen ist unbekannt . In allen Fällen reichert sich Zucker im Blut an. Dies liegt daran, dass die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert. Sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes können durch eine Kombination genetischer und umweltbedingter Faktoren verursacht werden.

Was passiert mit einem Baby, wenn der Vater Diabetiker ist?

Das Risiko für Ihr Kind

Wenn Sie als Mann Typ-1-Diabetes haben, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind ebenfalls Diabetes entwickelt, bei 1 zu 17. Wenn Sie als Frau Typ-1-Diabetes haben und Ihr Kind vor Ihrem 25. Lebensjahr geboren wurde, liegt das Risiko für Ihr Kind bei 1 zu 25; wurde Ihr Kind nach Ihrem 25. Lebensjahr geboren, liegt das Risiko bei 1 zu 100.

Wer gilt als Hochrisikopatient?

Als Hochrisikopatienten gelten Patienten , die aufgrund eines geschwächten Immunsystems, zugrunde liegender Gesundheitsprobleme und damit verbundener medizinischer Behandlungen anfällig für Infektionen sind .

Was ist die häufigste Todesursache bei Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus führt oft nicht direkt zum Tod, sondern ist die Ursache für tödliche Folgeerkrankungen, hauptsächlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall), an denen bis zu 80 % der Diabetiker sterben, aber zunehmend auch Krebs (bes. Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm). Akute Komplikationen wie schwere Unterzuckerung (Hypoglykämie) können ebenfalls tödlich sein, insbesondere bei Typ-1-Diabetes in jungen Jahren, aber chronische Komplikationen und altersbedingte Krankheiten dominieren mit der Zeit.
 

Wer ist die Zielgruppe für Diabetes?

Das Risiko für Typ-2-Diabetes steigt bei Übergewichtigen und Adipösen, älteren Menschen, Menschen mit Bewegungsmangel und Angehörigen ethnischer Minderheiten . Schwangerschaftsdiabetes ist Diabetes, der erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wird.

Ist Diabetes Typ 2 eine schlimme Krankheit?

Ja, Diabetes Typ 2 ist gefährlich, weil ein dauerhaft hoher Blutzucker Organe wie Herz, Nieren, Augen und Nerven schädigt und das Risiko für lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenversagen erhöht, oft schleichend beginnend, aber mit gravierenden Langzeitfolgen.
 

Was sind Auslöser für Diabetes Typ 2?

Diabetes Typ 2 entsteht durch eine Kombination aus erblicher Veranlagung und Lebensstilfaktoren wie Übergewicht (besonders Bauchfett), Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, Rauchen, Stress und bestimmten Medikamenten, was zu einer Insulinresistenz führt, bei der die Körperzellen Zucker nicht mehr richtig aufnehmen können. Alter, Bluthochdruck, hohe Blutfette und frühere Schwangerschaftsdiabetes sind weitere Risikofaktoren.
 

Was passiert, wenn man Diabetes Typ 2 ignoriert?

Unzureichend oder gar nicht behandelt kann der Diabetes aber im Laufe der Jahre Augenlicht, Nieren- und Nervenfunktion bedrohen und erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Dies lässt sich durch eine Behandlung abwenden. Dabei bedeutet eine gute Diabetesbehandlung gerade nicht den Verzicht auf alles.

Welches Organ ist krank bei Diabetes?

Diabetes mellitus ist primär eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), da diese das lebenswichtige Hormon Insulin produziert, welches den Blutzucker reguliert und in die Zellen transportiert. Bei Diabetes ist die Insulinproduktion gestört oder das Insulin wirkt nicht richtig, was zu einem Anstieg des Blutzuckers führt.
 

Kann man mit Diabetes auch alt werden?

Ja, man kann mit Diabetes sehr alt werden, besonders dank medizinischer Fortschritte, aber die Lebenserwartung hängt stark vom Alter bei der Diagnose, der Diabetesart, der Therapieadhärenz und der Vermeidung von Folgeerkrankungen ab. Frühe Diagnose und gute Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte können das Risiko nahezu auf das Niveau von Nicht-Diabetikern senken, während eine frühe Typ-2-Diagnose die Lebenserwartung verkürzen kann. 

Kann man Diabetes wieder loswerden?

Man kann Diabetes nicht immer vollständig heilen, aber besonders bei Typ-2-Diabetes ist eine Remission (Symptomfreiheit) durch Gewichtsverlust, Ernährungsumstellung und Bewegung oft möglich, sodass Blutzuckerwerte normal sind, ohne Medikamente. Bei Typ-1-Diabetes ist eine lebenslange Insulintherapie nötig, da die Bauchspeicheldrüse keine Insulin produzierenden Zellen mehr hat, aber Forschung an neuen Therapien läuft. Entscheidend ist das frühzeitige Handeln und ein langfristiger Lebensstilwechsel. 

Ist Diabetes ein Härtefall?

Es liege ein besonderer Härtefall aufgrund seiner Erkrankung und des Erreichens des Ausbildungszieles vor. Es sei belegt, dass Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 anfälliger seien für Krankheiten und Infektionen als gesunde Menschen.

Was darf man nicht machen, wenn man Diabetes hat?

„Verbotene“ Lebensmittel bei Diabetes

  1. Zucker, Honig, Ahornsirup und andere Süßungsmittel.
  2. Schokolade, Weingummi und andere Süßigkeiten.
  3. Produkte aus Auszugsmehlen (Gebäck, Weißbrot, Nudeln)
  4. Zuckerhaltige Getränke.
  5. Fruchtsäfte.
  6. Frittierte Nahrungsmittel.
  7. Salzige Snacks wie Chips.
  8. Fettes Fleisch und Wurstwaren.

Kann man als Diabetiker früher in Rente gehen?

Mit Diabetes können Sie unter bestimmten Voraussetzungen früher in Rente gehen, meist durch die Anerkennung einer Schwerbehinderung (GdB von 50), was eine vorzeitige Altersrente für schwerbehinderte Menschen ermöglicht, oder durch eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) bei dauerhafter, erheblicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Weg zur Frührente führt oft über einen Antrag beim Versorgungsamt zur Feststellung des GdB, um Vorteile wie den vorzeitigen Renteneintritt zu nutzen.