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Woher kommt etwas auf die hohe Kante legen?

Gefragt von: Carmen Freitag  |  Letzte Aktualisierung: 23. März 2026
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Die Redewendung „auf die hohe Kante legen“ bedeutet „sparen“ und stammt vermutlich aus dem Mittelalter, wo reiche Menschen Geld sicher auf einem erhöhten Brett im Baldachin eines Himmelbettes oder in speziellen Fächern oberhalb von Truhen versteckten, um es vor Dieben zu schützen, oder es lag bei Bäckern hoch gestapelt vor Mäusen sicher. Auch andere Theorien, etwa zur Lagerung von Münzrollen oder Segelbegriffen, existieren, doch die Verbindung zu Möbeln ist am verbreitetsten.

Woher kommt der Ausdruck "etwas auf die hohe Kante legen"?

Wer etwas auf die hohe Kante legt, der spart sein Geld, anstatt es auszugeben. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als wohlhabende Menschen ihr Vermögen noch nicht auf die Bank brachten, sondern bei sich zuhause aufbewahrten.

Wie viel Geld sollte man auf der hohen Kante haben?

Als Faustregel sollte man 2 bis 3 Nettomonatsgehälter als sofort verfügbaren Notgroschen für unerwartete Ausgaben haben, wobei einige Experten sogar bis zu sechs Nettogehälter empfehlen. Für langfristige finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge werden oft zusätzliche Rücklagen in Form von 10-15% des Nettoeinkommens empfohlen. Die genaue Summe hängt von Ihrer individuellen Situation, Ihren Fixkosten und Ihrer Risikobereitschaft ab. 

Woher kommt die Redewendung?

Redewendungen stammen oft aus dem Alltag, der Geschichte, dem Handwerk oder dem Militär und haben sich über die Zeit entwickelt, um Situationen bildhaft zu beschreiben, wie z.B. „den Löffel abgeben“ vom Generationswechsel auf dem Hof oder „08/15“ vom Maschinengewehr. Ihre Herkunft ist manchmal überraschend konkret und spiegelt frühere Lebenswelten wider, wobei die ursprüngliche Bedeutung oft metaphorisch oder sogar wörtlich war, bevor sie sich veränderte. 

Woher kommt auf die Kante genäht?

Den Ursprung hat die Redewendung im Schneiderhandwerk. Normalerweise fügt man beim Aneinandernähen von zwei Stoffen eine Nahtzugabe, also zusätzlichen Stoff hinzu. Fehlt diese Zugabe und die Stoffe werden an der Kante zusammengenäht ist das sehr risikoreich.

Deutsche Redensarten von Burgen und Schlőssern

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Woher kommt der Spruch "Ich bin auf 180"?

Mit der Redewendung "auf 180 sein" drücken Menschen aus, dass sie besonders wütend sind. Wut kann man nicht in Zahlen messen – die 180 wurde aus einem anderen Zusammenhang genommen, dem Autofahren. Fährt man 180 Kilometer pro Stunde, rast man über die Autobahn.

Woher kommt das Sprichwort "Die Kante geben"?

Richtig: „Sich die Kanne geben"

Früher wurden alkoholische Getränke wie Bier und Wein noch in Kannen serviert. Man gab sich also die Kanne, wenn man viel Alkohol trank. Früher sagte man auch, dass man zu tief in die Kanne geguckt hat. Daraus wurde - warum auch immer - Kante.

Woher kommt der Begriff "den Löffel abgeben"?

Die Redewendung „den Löffel abgeben“ (sterben) stammt aus dem Mittelalter, als Löffel persönliche, wertvolle Werkzeuge waren, die man stets bei sich trug; nach dem Tod des Besitzers wurde der Löffel symbolisch abgegeben und oft an die nächste Generation weitergegeben, da er zum Überleben nicht mehr gebraucht wurde. Auch die Weitergabe von Verantwortung oder Macht, wie z.B. der Abschied vom Hofleben einer Bäuerin, wird damit verbunden.
 

Woher kommt "jetzt wird ein Schuh draus"?

Die Herkunft von „da wird ein Schuh draus“ liegt im Handwerk des Schuhmachers, speziell im Mittelalter: Früher wurden Schuhe von innen nach außen genäht und erst am Ende umgestülpt, damit die Nähte innen lagen und der Schuh eine glatte Außenseite hatte, was ihn erst tragbar machte; der Spruch bedeutet also, dass etwas erst durch eine andere, oft umgekehrte Perspektive oder Arbeitsweise sinnvoll oder fertig wird. 

Woher kommt es, einen Frosch im Hals zu haben?

"Einen Frosch im Hals haben" ist eine Redewendung für ein unangenehmes Gefühl von Trockenheit, einem Kloß oder Räusperzwang im Hals, oft bei Aufregung, zu viel Reden oder Krankheit (wie Erkältung oder Reflux), wodurch die Stimme heiser oder wegbleibt; die Ursache kann ein tatsächliches Fremdkörpergefühl oder eine Schleimhautreizung sein.
 

Ist man mit 3000 € netto schon reich?

Mit einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro im Monat gehört man also zu den oberen 15 Prozent der Bevölkerung in Sachen Verdienst (wohlhabend).

Wie viel sollte man mit 40 gespart haben?

Mit 40 sollten Sie idealerweise das Zwei- bis Dreifache Ihres jährlichen Bruttoeinkommens gespart haben, wobei die Faustregel auch das Vierfache des Nettoeinkommens empfiehlt, um für den Ruhestand gut gerüstet zu sein, was je nach Gehalt zwischen 100.000 € und über 150.000 € bedeuten kann, wobei auch der Notgroschen für Unerwartetes wichtig ist. Die offiziellen Durchschnittswerte liegen bei rund 87.200 € für 40- bis 44-Jährige, aber die individuelle Situation (Einkommen, Lebensstil) spielt eine große Rolle, daher sind die Gehalts-Faustregeln oft relevanter für die eigene Planung. 

Wie lange kann man mit 500.000 Euro leben?

Von 500.000 € können Sie je nach Lebensstil, Rendite und Inflation unterschiedlich lange leben; bei 3.000 € monatlichen Kosten reichen sie ohne Rendite nur ca. 14 Jahre, mit 4 % Rendite aber schon 20 Jahre (bis ca. 87 Jahre). Bei moderaten Kosten (ca. 1.500 €) reichen sie ohne Rendite 27 Jahre. Eine kluge Anlagestrategie mit Aktien oder ETFs, die Rendite erzielt, ist entscheidend, damit das Kapital länger hält oder sogar eine "ewige Rente" bei guter Rendite möglich wird, wie z.B. 2.075 € bei 5 % Rendite. 

Woher stammt der Ausdruck "mein lieber Scholli"?

Die Herkunft von „Mein lieber Scholli“ ist nicht eindeutig geklärt, aber die häufigsten Theorien führen sie entweder auf den hugenottischen Dichter Ferdinand Joly (eine Verballhornung seines Namens) oder auf die französische Wendung „ma chère jolie“ (meine liebe Schöne) zurück, die von Soldaten in Norddeutschland übernommen wurde. Eine weitere, weniger verbreitete Theorie bezieht sich auf den badischen Politiker Julius Jolly. 

Woher kommt der Spruch "Der Kunde ist König"?

Zurückzuführen ist “Der Kunde ist König” auf den Unternehmer Harry Gordon Selfridge, der diesen Spruch als Leitsatz für sein Kaufhaus prägte und durch das Erfüllen aller Kundenwünsche den Absatz erhöhen wollte.

Warum sagt man volle Lotte?

"Volle Lotte" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der maximalen Einsatz, volle Intensität oder volle Kraft bedeutet, ähnlich wie "volle Kanne" oder "volle Pulle". Es beschreibt etwas, das mit ganzer Wucht, ohne Einschränkungen, oder sehr stark ausgeführt wird, aber es gibt auch den spezifischen Bezug zum Würfelspiel "Tutto Volle Lotte", wo es das Erreichen einer maximalen Punktzahl mit allen Würfeln meint. 

Woher kommt der Spruch "pünktlich wie die Maurer"?

Der Spruch „Pünktlich wie die Maurer“ kommt von der Redensart, dass Maurer früher besonders pünktlich den Feierabend einläuteten – also überpünktlich Schluss machten, wenn die Kirchturmuhr schlug, um ihre Werkzeuge niederzulegen, was teils ironisch oder als Kritik an zu frühem Feierabend gemeint war, aber auch als Lob für ihre Zuverlässigkeit und Genauigkeit. Ursprünglich stand das Handwerk für Präzision, aber ab 1800 entwickelte sich die Figur des Maurers, der pünktlich Feierabend macht, zur satirischen Figur, die die genaue Einhaltung der Uhrzeit betonte.
 

Warum stellt man Schuhe vor die Tür, wenn jemand stirbt?

Die Schuhe symbolisieren die Reise, die der Bewohner bald antreten wird, und zeigen, dass er nicht allein ist. Es ist auch ein Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls für die Familie und die Pflegekräfte, die sich um den Sterbenden kümmern.

Woher kommt der Spruch "Seinen Senf dazugeben"?

Die Redewendung „seinen Senf dazugeben“ stammt aus dem 17./18. Jahrhundert und beschreibt das ungefragte Einmischen in ein Gespräch, ähnlich wie Wirte damals ihr kostbares Gewürz Senf zu jedem Essen hinzufügten, um es aufzuwerten, auch wenn es nicht passte; diese störende, ungebetene Zugabe wurde dann auf unerwünschte Ratschläge oder Meinungen übertragen. 

Woher kommt aus dem letzten Loch pfeifen?

Die Redewendung „aus dem letzten Loch pfeifen“ stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat ihren Ursprung in der Musik bzw. bei Blasinstrumenten, wo das „letzte Loch“ den höchsten Ton erzeugt, der aber oft nur mit größter Anstrengung zu erreichen ist und das Instrument an seine Grenzen bringt, was auf Erschöpfung oder das Ende der Möglichkeiten hindeutet, so. Sie beschreibt einen Zustand, in dem jemand oder etwas am Ende seiner Kräfte, Möglichkeiten oder Ressourcen angelangt ist.
 

Woher kommt der Spruch "Ich habe die Nase voll"?

Der genaue Ursprung der Redewendung „die Nase voll haben“ ist nicht eindeutig geklärt, aber sie bedeutet, dass man von etwas genug hat, genervt oder überdrüssig ist und es nicht mehr ertragen kann, ähnlich wie bei „die Schnauze voll haben“. Mögliche Theorien führen sie in die Gaunersprache, zu überfüllten Gefängnissen oder auch zu mittelalterlichen Schandpfählen, während andere Ursprünge im Militär oder der römischen Kriegsführung vermutet werden, um Genervtsein auszudrücken, aber keine Quelle ist absolut gesichert.
 

Woher kommt der Spruch "klappe zu Affe tot"?

Der Spruch "Klappe zu, Affe tot" stammt höchstwahrscheinlich aus dem Zirkus- und Schaustellergewerbe, wo Affen als Attraktion dienten und an der Kasse in einer Kiste präsentiert wurden; wenn die Klappe geschlossen wurde, war die Vorstellung zu Ende, und der Affe war „erledigt“, nicht aber wirklich tot. Alternativ gibt es die Theorie, dass er aus der DDR stammt und eine propagandistische Bedeutung hatte, die den Mauerbau rechtfertigte, aber die Zirkus-Herkunft ist die populärere Erklärung.
 

Woher kommt auf Krawall gebürstet?

"Auf Krawall gebürstet sein" bedeutet, nach Ärger, Streit oder Tumult aus zu sein, und stammt vom Wort "Krawall" ab, das um 1830 aus dem Französischen ("charivari" für Lärm, Unruhe) ins Deutsche kam und sich im Zuge der Unruhen von 1830 etablierte, wobei die genaue Herkunft des französischen Wortes auf "Katzenmusik" oder "Kopfschmerz" zurückgeht. 

Woher kommt der Ausdruck "um die Ecke bringen"?

Die Herkunft der Redewendung „jemanden um die Ecke bringen“ (töten, beseitigen) ist nicht eindeutig geklärt, aber zwei Haupttheorien sind verbreitet: Eine erklärt es bildlich durch das plötzliche Verschwinden hinter einer Ecke, während die andere auf eine historische Bedeutung der „Ecke“ als Schneide einer Waffe (Klinge) zurückgeht, was das Töten durch einen Hieb beschreibt. Eine dritte Variante bezieht sich auf das Erbeuten oder Verschwenden von Geld. 

Woher stammt die Redewendung „auf Messers Schneide stehen“?

„On edge“ im übertragenen Sinne, also voller Eifer, ist seit 1580 belegt : „on edge“ (von Ohren, Herz, Zähnen; auch: „to set“): voller Eifer, ganz aufgeregt, bereit. Ein frühes Beispiel für diese Bedeutung: „You will set mine eares on edge with sweet words.“

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