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Wo ist Verjährung zu prüfen?

Gefragt von: Frau Dr. Natalja Busch B.Sc.  |  Letzte Aktualisierung: 20. August 2026
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Die Verjährung wird primär im Zivilrecht in den §§ 194 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geprüft, insbesondere die regelmäßige Frist von drei Jahren in § 195 BGB und die Mechanismen der Hemmung (§ 209 BGB) oder Neubeginn (§ 212 BGB). Auch in speziellen Rechtsgebieten wie dem Strafrecht (§§ 78 ff. StGB) oder im Arbeits-, Verwaltungs- und Sozialrecht gibt es eigene Verjährungsvorschriften. Geprüft wird, ob ein Anspruch noch durchsetzbar ist (Leistungsverweigerungsrecht des Schuldners nach § 214 BGB), wobei der Schuldner die Verjährungseinrede erheben muss.

Wo ist die Verjährung zu prüfen?

Die Rechtsfolgen der Verjährung sind in den §§ 214 bis 218 BGB normiert. Die entscheidende Rechtsfolge der Verjährung ist das Leistungsverweigerungsrecht, vgl. § 214 I BGB. Dies ist bei „Anspruch durchsetzbar“ zu prüfen.

Wo sind die Verjährungsfristen geregelt?

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Wie wird die Verjährungsfrist berechnet?

Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche beträgt in der Regel zwei Jahre ab Ab- nahme des Werkes. Bei arglistig verschwiegenen Mängeln am Werk durch den Hersteller gilt die Regelverjährungsfrist von drei Jahren, Fristbeginn ist erst am Schluss des Jahres von Anspruch und Schuldner (Regelverjährung).

Wann tritt Verjährung nicht ein?

(2) Der erneute Beginn der Verjährung infolge einer Vollstreckungshandlung gilt als nicht eingetreten, wenn die Vollstreckungshandlung auf Antrag des Gläubigers oder wegen Mangels der gesetzlichen Voraussetzungen aufgehoben wird.

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Wer trägt Beweislast für Verjährung?

Wer trägt die Beweislast für die Verjährung? Hier gilt die allgemeine Beweislastregelung, dass jeder die für ihn günstigen Tatsachen beweisen muss. Der Schuldner, der sich auf Verjährung beruft, muss den Beginn der Frist beweisen, der Gläubiger dagegen eventuelle Hemmungen oder Unterbrechungen beweisen.

Beträgt die Verjährungsfrist 5 Jahre?

Obwohl die meisten Bundesverbrechen der allgemeinen fünfjährigen Verjährungsfrist unterliegen , hat der Kongress für bestimmte Arten von Straftaten längere Fristen festgelegt – 20 Jahre für den Diebstahl von Kunstwerken; 10 Jahre für Brandstiftung; 20 Jahre für bestimmte Straftaten gegen Finanzinstitute; 21 Jahre für Verstöße gegen das Einwanderungsrecht; 22 und 8 Jahre ...

Was stoppt die Verjährung?

Die Verjährung wird durch Handlungen wie gerichtliche Schritte (Klage, Mahnbescheid), Anerkenntnis der Schuld (z.B. Teilzahlung), Zwangsvollstreckung oder Aufnahme ernsthafter Verhandlungen unterbrochen. Im Strafrecht zählt dazu die erste Vernehmung, die Anordnung einer Maßnahme oder die Erhebung der Klage; danach beginnt die Frist oft neu, kann aber nicht beliebig oft verlängert werden.
 

Wie wird die Verjährungsfrist ermittelt?

(1) Bei der Berechnung der Verjährungsfrist für eine Klage wird die Zeit, in der der Kläger mit der gebotenen Sorgfalt ein anderes Zivilverfahren gegen den Beklagten vor einem erstinstanzlichen Gericht oder einem Berufungs- oder Revisionsgericht geführt hat, nicht mitgerechnet, sofern sich das Verfahren auf denselben Streitgegenstand bezieht.

Welches Datum gilt bei Verjährung?

Mit Ablauf des 31.12. eines jeden Jahres verjähren alle Zahlungsansprüche des täglichen Geschäftsverkehrs, die der regelmäßigen Verjährungsfrist (3 Jahre) unterliegen. Ende 2025 verjähren also die Forderungen, die 2022 entstanden sind. Wichtige Informationen zu Verjährungsfrist und Mahnverfahren finden Sie hier.

Was kann alles nicht verjähren?

Nach Ablauf einer bestimmten Frist kann eine Straftat nicht mehr verfolgt werden. Ausgeschlossen von der Verjährung sind besonders schwerwiegende Straftaten wie Mord, Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen.

Welche Verjährungsfrist gilt in Deutschland?

Die reguläre Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (Abschnitt 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB)).

Was ist die absolute Verjährung?

Absolute Verjährung: „Auf jeden Fall“, ohne Rücksicht auf Entstehung und Kenntnis, verjähren nach § 199 Abs. 2 BGB in dreißig Jahren Schadensersatzansprüche wegen Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit oder Freiheit ab Begehung der Handlung, Pflichtverletzung oder sonstigem schadensauslösenden Ereignis.

Wo sind Verjährungsfristen geregelt?

Die sogenannte Regelverjährung oder regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Darüber hinaus gibt es im Zivilrecht zahlreiche Abweichungen von der 3-Jahres-Verjährungsfrist.

Wie formuliere ich die Einrede der Verjährung?

Für die Formulierung der Einrede der Verjährung nutzen Sie eine klare, schriftliche Erklärung, die sich auf § 214 Abs. 1 BGB beruft, die verjährte Forderung benennt (Datum, Betrag, Grund) und die Zahlung verweigert, um Rechtssicherheit zu schaffen, idealerweise mit Frist zur Bestätigung, dass der Anspruch nicht weiter verfolgt wird; wichtige Elemente sind der Verweis auf die §§ 195, 199 BGB (regelmäßige Verjährungsfrist) und die Aufforderung zur schriftlichen Bestätigung.
 

Wie kann die Verjährung verkürzt werden?

Eine Verkürzung der Verjährungsfrist ist im deutschen Recht eingeschränkt möglich, vor allem bei Verbraucherverträgen (z.B. Gebrauchtwagenkauf), wo sie nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers auf ein Jahr verkürzt werden kann, aber nicht unter ein Jahr (§ 202 BGB) oder durch unwirksame AGBs. Bei neuen Sachen im Verbrauchsgüterkauf bleibt die Frist meist zwei Jahre. Für andere Bereiche wie Arbeitsrecht (z.B. Arbeitgeberforderungen) können Fristen durch Ausschlussklauseln verkürzt werden, wobei die Rechtsprechung hier strenge Maßstäbe ansetzt.
 

Wo prüfe ich die Verjährung?

Die Verjährungsregelungen finden sich in den §§ 194 ff. BGB. Nach § 194 Abs. 1 BGB unterliegt nur ein Anspruch der Verjährung.

Wie berechnet sich die Verjährungsfrist?

Alle Forderungen verjähren regelmäßig nach drei Jahren. Das ist die im Gesetz festgelegte grundsätzliche Verjährungsfrist für vertragliche und gesetzliche Ansprüche. § 195 BGB: Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Die drei Jahre gelten, wenn keine Sonderregeln anwendbar sind.

Wann beginnt die Verjährungsfrist bei 30 Jahren?

Die 30-jährige Verjährungsfrist beginnt je nach Anspruch unterschiedlich: Bei rechtskräftig festgestellten Forderungen (z.B. Urteil) ab dem Tag der Rechtskraft; bei Schadensersatz wegen vorsätzlicher Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit ab der Begehung der schädigenden Handlung; bei Herausgabeansprüchen aus dinglichen Rechten (z.B. Eigentum) ab der Entstehung des Anspruchs; und bei vollstreckbaren Urkunden/Vergleichen ab der Vollstreckbarkeit. Sie ist ein Ausnahmefall und gilt nicht für die regelmäßige 3-jährige Verjährungsfrist, die meist Ende des Jahres beginnt. 

Wann greift die Verjährung nicht?

Ein Mahnbescheid oder eine Klageerhebung hemmen die Verjährung. Auch ernsthafte Verhandlungen können die Frist aufschieben.

Was tun, um Verjährung zu verhindern?

Einige weitere Maßnahmen, welche die Verjährung hemmen

  1. Klageerhebung auf Leistung oder Feststellung des Anspruchs.
  2. Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens, sofern der Mahnbescheid dem Schuldner alsbald zugestellt wird oder eines Schieds- oder Güteverfahrens.
  3. Anmeldung der Forderung im Insolvenzverfahren des Schuldners.

Was unterbricht Verjährung?

Die Verjährung wird durch Handlungen wie gerichtliche Schritte (Klage, Mahnbescheid), Anerkenntnis der Schuld (z.B. Teilzahlung), Zwangsvollstreckung oder Aufnahme ernsthafter Verhandlungen unterbrochen. Im Strafrecht zählt dazu die erste Vernehmung, die Anordnung einer Maßnahme oder die Erhebung der Klage; danach beginnt die Frist oft neu, kann aber nicht beliebig oft verlängert werden.
 

Was hat die längste Verjährungsfrist?

So gilt zum Beispiel die längste Verjährungsfrist für die Verfolgung von Straftaten – nämlich eine Frist von 30 Jahren – nur bei solchen Straftaten, für die das Strafgesetzbuch (StGB) eine lebenslange Freiheitsstrafe vorsieht.

Was passiert, wenn die Verjährungsfrist abgelaufen ist?

Was passiert nach Ablauf der Verjährungsfrist? Nach Ablauf der Verjährungsfrist kann der Gläubiger die Schuld nicht mehr gerichtlich einfordern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Schulden automatisch gelöscht sind. Der Schuldner muss die Verjährung geltend machen, um sich vor weiteren Forderungen zu schützen.

Kann die Verjährungsfrist verlängert werden?

Der Verjährungszeitraum kann unter anderem aufgrund einer Hemmung verlängert werden. Hemmung meint hierbei einen Zeitraum, indem die Verjährungsfrist nicht weiter abläuft. Der Zeitraum, in der die Verjährung gehemmt ist, wird folglich nicht in den Fristablauf mit einberechnet.

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