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Wird das Gehalt der Mutter beim Unterhalt mit angerechnet?

Gefragt von: Herr Prof. Jörn Lindner B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 30. August 2026
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Ja, das Gehalt der Mutter (betreuender Elternteil) wird beim Kindesunterhalt oft mit angerechnet, besonders wenn es höher ist als das des Vaters oder wenn das Kind volljährig ist; es mindert den Bedarf des Kindes und kann die Unterhaltslast für den anderen Elternteil reduzieren, wobei hierbei oft auch ein "fiktives" Einkommen berücksichtigt wird, wenn die Mutter z.B. wegen Kinderbetreuung nicht arbeitet. Grundsätzlich zahlt der Barunterhaltspflichtige (meist der nicht betreuende Elternteil), aber das Einkommen beider Elternteile fließt in die Berechnung nach der Düsseldorfer Tabelle ein, um den Gesamtbedarf des Kindes zu ermitteln.

Wird das Gehalt von Frau beim Unterhalt mit angerechnet?

Ja, das Einkommen der Mutter wird beim Kindesunterhalt berücksichtigt, aber nur unter bestimmten Umständen: Es zählt nicht für den Barunterhalt des Kindes, wenn die Mutter das Kind betreut, aber es beeinflusst die Unterhaltspflicht des Vaters, wenn die Mutter ein hohes Einkommen hat, wodurch der Vater weniger zahlen muss, um eine „ungerechte“ Differenz zu vermeiden, wobei auch der Selbstbehalt der Mutter angepasst werden kann, besonders wenn ihr neuer Partner die Kosten trägt.
 

Wie wird der Kindesunterhalt berechnet, wenn beide Elternteile berufstätig sind?

Das Gesamteinkommen beider Eltern (2.500 Euro + 1.500 Euro = 4.000 Euro) führt zu einem Unterhaltsbedarf nach der Düsseldorfer Tabelle (2021) von 719 Euro. Zu den 719 Euro Unterhaltsbedarf sind die 250 Euro Mehrbedarf hinzuzurechnen (719 Euro + 250 Euro = 969 Euro).

Wie berechnet man den Unterhalt für eine alleinerziehende Mutter?

Um Unterhalt für eine Mutter zu berechnen, geht es meist um Betreuungsunterhalt (nachehelich oder nichtehelich) oder Trennungsunterhalt, der sich am Einkommen der Partner orientiert: Man ermittelt das bereinigte Nettoeinkommen beider, findet die Differenz und berechnet davon meist 45% (bei nachehelichem) bzw. 3/7 (bei Betreuungsunterhalt), wobei der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen (ca. 1.450 € für Erwerbstätige) und Einkommen des betreuenden Elternteils berücksichtigt werden müssen, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Die Düsseldorfer Tabelle ist für Kinderunterhalt relevant, aber die Prinzipien sind ähnlich.
 

Wird das Einkommen der neuen Frau beim Kindesunterhalt berücksichtigt?

Ja, auch wenn Ihr neuer Partner nur über ein geringes Einkommen verfügt, kann Ihr Selbstbehalt gekürzt werden. Entscheidend ist laut BGH nicht, ob Ihr Partner sehr viel verdient oder ob sein Einkommen seinen eigenen Selbstbehalt als Erwerbstätiger deckt.

Die Düsseldorfer Tabelle - So hoch ist der Kindesunterhalt!

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Was passiert mit dem Kindesunterhalt, wenn die Mutter neu heiratet?

Nein, die Heirat des unterhaltspflichtigen Elternteils ändert den Kindesunterhalt in der Regel nicht direkt, da Kinder immer Vorrang haben; der neue Ehepartner wird nicht zum Unterhalt verpflichtet, es sei denn, er adoptiert das Kind, aber die neue Familie kann den Selbstbehalt des Pflichtigen beeinflussen, was indirekt den Kindesunterhalt mindern kann, wenn das Einkommen nicht reicht, um alle zu versorgen. Die Heirat des betreuenden Elternteils ändert ebenfalls nichts am fortbestehenden Anspruch des Kindes gegen den anderen Elternteil. 

Wird beim Kindesunterhalt das Einkommen beider Eltern berücksichtigt?

Lebt ein Kind noch bei einem Elternteil, werden die Einkommen beider Eltern zusammengerechnet. Aus diesem sich dann ergebenden Betrag wird der Unterhaltsbetrag entsprechend der Düsseldorfer Tabelle ermittelt und wiederum nach den Einkommensverhältnissen beider Eltern gequotelt.

Was reduziert den Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt wird reduziert, wenn das Kind eigenes Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung) hat, der Unterhaltspflichtige hohe berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), wesentlich mehr Betreuungszeit leistet oder das eigene Einkommen des Zahlenden (nach Abzug von Freibeträgen) nicht ausreicht (Mangelfall). Auch die Übernahme von Kosten durch den umgangsberechtigten Elternteil kann sich auswirken. 

Wie hoch ist das Unterhaltsgeld für eine alleinerziehende Mutter?

Alleinerziehende Mütter haben Anspruch auf Unterhalt vom Vater, der sich in Betreuungsunterhalt (Naturalleistung, bis ca. 3 Jahre nach Geburt) und Barunterhalt (Geldzahlung, meist ab 3 Jahren) aufteilt, wobei die Höhe sich nach der Düsseldorfer Tabelle richtet und Unterhaltsvorschuss (Jugendamt) eine wichtige Brücke sein kann. Zudem gibt es staatliche Hilfen wie den Mehrbedarf bei Bürgergeld und Sonderbedarf, wenn das Jobcenter zuständig ist, sowie den Unterhaltsvorschuss (max. 394 €/Monat für Kinder ab 12 Jahren), den man beim Jugendamt beantragen muss. 

Wie viel Unterhalt bei 2000 € netto?

Bei 2000 € Nettoeinkommen liegt der Kindesunterhalt laut Düsseldorfer Tabelle (2025/2026) je nach Alter des Kindes in der untersten Einkommensgruppe (bis 2.100 €), was je nach Alter des Kindes einen Bedarf von ca. 486 € (0-5 J.) bis 653 € (12-17 J.) bedeutet, wovon die Hälfte des Kindergeldes abgezogen wird, sodass der zu zahlende Betrag z.B. für ein 8-Jähriges Kind ca. 426,50 € betragen kann. Beim Ehegattenunterhalt müssen Sie mindestens Ihren Selbstbehalt von ca. 1.600 € (Stand 2025) behalten, sodass von 2000 € Netto maximal ca. 400 € Unterhalt gezahlt werden müssen. 

Wann muss der Vater weniger Unterhalt zahlen?

Der Unterhaltsanspruch bei minderjährigen Kindern entfällt dann, wenn entweder das Kind ausreichend eigene Einkünfte hat, um sich selbst zu versorgen oder wenn der den Unterhalt zahlende Elternteil nicht in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen, weil er selbst nicht genügend zum Leben hat.

Wer zahlt Unterhalt bei 50/50?

Jeder leistet deshalb den Unterhalt zu 50 % durch Betreuung und ist zu 50 % in Abhängigkeit von seinem eigenen Einkommen barunterhaltspflichtig. Wenn die Eltern gleich hohes Einkommen haben, ist es mit dem Unterhalt einfach. Keiner muss an den anderen zahlen, nur das Kindergeld ist hälftig zu teilen.

Wird mein Unterhalt weniger, wenn mein Kind arbeitet?

Wird eigenes Einkommen des Kindes auf seinen Unterhalt angerechnet? Eigene Einkünfte des Kindes mindern i.d.R. seinen Unterhaltsanspruch. Dies gilt für alle Einkünfte, also sowohl für Einkünfte aus Erwerbstätigkeit, als auch für Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Was kann der Vater vom Kindesunterhalt abziehen?

Einkommensberechnung beim Unterhalt: Was kann abgezogen werden?

  • Abschreibungen. Grundsätzlich ja. ...
  • Altersversorgung. Ja. ...
  • Arbeitskleidung. Siehe unter “berufsbedingte Aufwendungen”.
  • Arbeitsmittel. ...
  • Arbeitslosen-Versicherung. ...
  • Berufsbedingte Aufwendungen. ...
  • Berufsunfähigkeits-Versicherung. ...
  • Beiträge zu Berufsverbänden.

Wie oft darf ich beim Jugendamt überprüfen lassen wegen Unterhalt?

Das Jugendamt darf den Unterhalt prüfen, wenn es als Beistand tätig ist, aber generell gilt eine Sperrfrist: Nach der letzten Auskunft kann eine erneute Prüfung (Auskunftsverlangen) erst nach zwei Jahren erfolgen, es sei denn, es gibt glaubhafte Hinweise auf wesentlich höhere Einkünfte oder neuen Vermögen des Unterhaltspflichtigen, dann kann es früher passieren. Bei Unterhaltsvorschuss ist eine jährliche Prüfung durch das Amt vorgesehen. 

Wann muss die Frau nach der Trennung wieder vollzeit arbeiten?

Nach Ablauf des Trennungsjahres ist jeder Ehepartner grundsätzlich verpflichtet, Vollzeit zu arbeiten, es sei denn, er ist daran aufgrund von der Betreuung der Kinder, Krankheit oder Alter gehindert. Der Trennungsunterhalt ist in der Regel bis zur Rechtskraft der Scheidung zu bezahlen.

Was ist ein gutes Gehalt für Alleinerziehende?

Das Monatseinkommen alleinerziehender Väter lag bei 2.461 Euro. Paarfamilien hatten mit 4.094 Euro ein mehr als doppelt so hohes monatliches Einkommen zur Verfügung wie alleinerziehende Mütter (VAMV NRW 2019: 21).

Wann muss der Vater Unterhalt für die Mutter zahlen?

Eine Mutter, die nicht mit dem Vater des Kindes verheiratet ist, kann vom Vater des Kindes Unterhalt verlangen, soweit sie wegen der Schwangerschaft bzw. Geburt kein ausreichendes eigenes Einkommen hat (§ 1615l BGB).

Wie viel Geld muss mir übrig bleiben, wenn ich Kindesunterhalt zahlen muss?

Beim Kindesunterhalt haben Sie einen Eigenbehalt von 1.450 Euro, wenn Sie berufstätig sind und die Kinder minderjährig oder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs in der Ausbildung sind, dabei unverheiratet sind und noch im Haushalt der Eltern leben. Sind Sie nicht berufstätig, sind es bei solchen Kindern 1.200 Euro.

Wann darf der Vater Unterhalt kürzen?

Ein Vater darf den Kindesunterhalt nicht einfach selbst kürzen, sondern nur, wenn sich die Einkommensverhältnisse wesentlich ändern oder bei ausgedehntem Umgang, wobei dann eine Anpassung über das Gericht oder Jugendamt nötig ist. Kürzungen sind möglich bei deutlich reduziertem Einkommen (unter Selbstbehalt), wenn das Kind eigenes Einkommen hat, oder bei sog. "Tabletten-Fällen" im Rahmen des erweiterten Umgangs, wobei dies eine Anpassung des Titels erfordert. 

Für was muss der Vater außer Unterhalt noch zahlen?

Über den regulären Unterhaltsbedarf hinaus besteht die Möglichkeit Sonderbedarf von dem Unterhaltsschuldner zu verlangen. Dies beinhaltet beispielsweise Zahlungen für Arztrechnungen, allergiebedingte Einrichtung oder Klassenfahrten.

Was kann ich tun, damit ich weniger Unterhalt zahlen muss?

Anrechenbares Nettoeinkommen reduzieren

Je geringer dieses Einkommen ist, desto geringer fällt regelmäßig die Unterhaltslast aus. Um den Unterhalt zu kürzen, müssen Sie monatliche Ausgaben haben, die als unterhaltsrechtlich zu berücksichtigende Ausgaben angerechnet werden und Ihnen dadurch materielle Vorteile bieten.

Wird das Gehalt meiner Frau beim Kindesunterhalt mit angerechnet?

Ja, das Einkommen der Mutter wird beim Kindesunterhalt berücksichtigt, aber nur unter bestimmten Umständen: Es zählt nicht für den Barunterhalt des Kindes, wenn die Mutter das Kind betreut, aber es beeinflusst die Unterhaltspflicht des Vaters, wenn die Mutter ein hohes Einkommen hat, wodurch der Vater weniger zahlen muss, um eine „ungerechte“ Differenz zu vermeiden, wobei auch der Selbstbehalt der Mutter angepasst werden kann, besonders wenn ihr neuer Partner die Kosten trägt.
 

Wer zahlt Unterhalt, wenn die Mutter mehr verdient?

Generell gilt hier, dass für den Zusatzbedarf des Kindes nicht allein der unterhaltspflichtige Elternteil haftet, sondern vielmehr beide Elternteile anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen den Mehr- und Sonderbedarf tragen müssen (vgl. BGH v. 10.07.2013 – Az. XII ZB 298/12).

Wie viel Kindesunterhalt bei 3000 € netto?

Bei 3.000 € Nettoeinkommen liegt der Kindesunterhalt laut Düsseldorfer Tabelle 2025 in der Einkommensgruppe 3 (2.901 € - 3.300 €) und beträgt je nach Alter des Kindes (Stand 2025): ca. 555 € für Kinder 0-5 Jahre, 610 € für 6-11 Jährige, 714 € für 12-17 Jährige und 798 € für volljährige Kinder, wobei vom Tabellenbetrag noch das Kindergeld abgezogen wird (Zahlbetrag).