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Wie wird man ein Schöffe?

Gefragt von: Franziska Walter  |  Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2026
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Um Schöffe zu werden, bewirbt man sich bei der Gemeinde, muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, zwischen 25 und 69 Jahre alt sein (zu Beginn der Amtszeit) und über wichtige soziale Kompetenzen wie Menschenkenntnis, Urteilsvermögen und Unvoreingenommenheit verfügen, da keine juristische Ausbildung erforderlich ist. Der Weg führt über eine Vorschlagsliste der Kommune, aus der ein Wahlausschuss die Schöffen für das jeweilige Amts- oder Landgericht wählt.

Wer ist nicht geeignet, Schöffe zu werden?

Zu dem Amt eines Schöffen sollen ferner nicht berufen werden (§§ 34, 77 GVG): 1. der Bundespräsident; 2. die Mitglieder der Bundesregierung oder einer Landesregierung; 3. Beamte, die jederzeit einstweilig in den Warte- oder Ruhestand versetzt werden können; 4.

Wie oft muss ein Schöffe zum Einsatz?

Schöffinnen und Schöffen werden immer für einen Zeitraum von fünf Jahren berufen. Pro Jahr sollen durch das Gericht dabei nicht mehr als zwölf Verhandlungstage angesetzt werden. Die aktuelle Amtszeit läuft noch bis 31.12.2023.

Wie hoch ist die Entschädigung für Schöffen?

Schöffen erhalten kein Gehalt, aber eine Entschädigung nach dem JVEG für Verdienstausfall (max. 29 €/Std. brutto), Zeitversäumnis (ca. 7 €/Std. steuerfrei) und Fahrtkosten (0,42 €/km), sowie ggf. für Nachteile bei der Haushaltsführung (17 €/Std. für Nicht-Berufstätige, die einen Mehrpersonenhaushalt führen). Die Entschädigung muss bei Gericht beantragt werden und deckt Nachteile ab, nicht die Tätigkeit selbst, wobei Verdienstausfall steuerpflichtig ist, andere Beträge oft nicht.
 

Was bringt es, Schöffe zu sein?

Schöffinnen und Schöffen beim Amtsgericht Stade. Als Schöffinnen und Schöffen erhalten Sie weitgehende Einblicke in die Welt der Justiz und sind berufen, „von der Richterbank aus“ über Schuld oder Unschuld sowie über Strafe und Strafzumessung als unabhängiger ehrenamtlicher Richter mitzuentscheiden.

Ehrenamt Schöffe: So wird man Laienrichter | hessenschau DAS THEMA

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Was ziehe ich als Schöffe an?

Eine kleine Orientierungshilfe für Schöffinnen und Schöffen

1. Achten Sie darauf, dass Sie vor Ihrer ersten Verhandlung vereidigt worden sind. 2. Tragen Sie neutrale und angemessene Kleidung (keine Texte oder Bilder auf der Kleidung, verzichten Sie auf religiöse Symbole).

Wie lange dauert die Amtsperiode eines Schöffen?

Schöffen werden für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt (aktuelle Amtsperiode: 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2028; nächste Amtsperiode: 1.

Wie viel Geld braucht man fürs Ehrenamt?

Die steuer- und abgabenfreie Übungsleiterpauschale wurde von 2.400 auf 3.000 Euro pro Jahr angehoben. Die allgemeine Ehrenamtspauschale für Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich wurde um weitere 120 Euro auf 840 Euro pro Jahr erhöht.

Wie hoch ist der Zeitaufwand eines Schöffen?

Der Zeitaufwand soll so sein, dass die Schöffen nicht mehr als zwölf Mal im Jahr zu Sitzungen herangezogen werden. Eine Sitzung kann aber Fortsetzungstermine haben, an denen der Schöffe teilnehmen muss, da das Gericht von Anfang bis Ende in unveränderter Besetzung tagen muss.

Was verdient man als Ehrenamtlicher?

Als Ehrenamtlicher verdient man kein Gehalt, aber es gibt steuerfreie Aufwandsentschädigungen wie die Ehrenamtspauschale (aktuell 840 €/Jahr) oder die höhere Übungsleiterpauschale (3.000 €/Jahr für Trainer, Pflegekräfte etc.), die Einnahmen aus Nebentätigkeiten abdecken. Zusätzlich erstatten Vereine oft tatsächliche Ausgaben (Fahrtkosten, Porto) als Aufwendungsersatz, der steuerfrei ist. 

Wie viele Anzeige werden fallen gelassen?

Dem Richterbund zufolge sind bundesweit mehr als 930.000 Fälle offen. Das seien knapp 30 Prozent mehr als drei Jahre zuvor. Im Land Bremen wurden dem Richterbund zufolge Ende 2024 16.787 unerledigte Fälle gezählt. Das seien fast neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Was darf ein Schöffe erzählen?

Schöffinnen und Schöffen nehmen an allen während der Hauptverhandlung zu erlassen- den Entscheidungen des Gerichts teil, auch an solchen, die in keiner Beziehung zum Erlass des Urteils stehen und die auch ohne mündliche Verhandlung erlassen werden können.

Ist Schöffentätigkeit arbeitszeit?

Nach § 45 Abs. 1 a DRiG darf niemand in der Übernahme oder Ausübung des Amtes als Schöffe beschränkt oder deswegen benachteiligt werden. Schöffen sind für die Zeit ihrer Amtstätigkeit von der Arbeitsleistung freizustellen.

Ist es gefährlich, Schöffe zu sein?

Schöffenämter sind nicht direkt gefährlich im Sinne physischer Bedrohung, aber die Tätigkeit kann psychisch belastend sein, da man mit schweren Straftaten konfrontiert wird und große Verantwortung trägt; zudem gibt es das Risiko, dass Extremisten versuchen könnten, sich in dieses Amt einzuschleichen, um demokratische Strukturen zu unterwandern, was die Bedeutung von sorgfältiger Auswahl betont, aber die Anonymität schützt meist vor persönlichen Angriffen.
 

Können Schöffen den Richter überstimmen?

Ja, Schöffen können den Berufsrichter überstimmen, insbesondere am Schöffengericht und bei kleineren Strafkammern, da die zwei Schöffen zusammen eine Mehrheit von 2:1 bilden und bei der Urteilsfindung sowie Strafzumessung gleichberechtigt mitentscheiden; sie haben volles Stimmrecht, was eine große Macht und Verantwortung bedeutet, um die "Stimme des Volkes" im Justizsystem zu repräsentieren.
 

Werden Schöffen vereidigt?

Schöffen werden vor ihrer ersten Dienstleistung in öffentlicher Sitzung des Gerichts vereidigt. Die Vereidigung gilt für die Dauer des Amtes.

Was muss man als Schöffe tun?

Ein Schöffe ist ein ehrenamtlicher Richter, der in Strafprozessen gemeinsam mit Berufsrichtern über Schuld und Strafe entscheidet, das gleiche Stimmrecht hat, Fragen stellen darf und seine Lebenserfahrung einbringt, um die Rechtsprechung volksnah zu gestalten. Sie wirken in Sitzungen mit und sind zur Teilnahme verpflichtet, wobei sie bei der Urteilsfindung gleichberechtigt sind.
 

Was ist, wenn ein Schöffe krank ist?

Schöffen können von der Pflicht zur Teilnahme an der Sitzung entbunden werden, wenn ihnen das Erscheinen unmöglich (z.B. bei bettlägeriger Erkrankung) oder unzumutbar (z.B. bei Gefährdung eines Kurerfolges) ist. Ob eine Entschuldigung die Befreiung durch den Vorsitzenden rechtfertigt, ist mit der Revision überprüfbar.

Bei welchen Verhandlungen sind Schöffen dabei?

Schöffen kommen in den Strafsachen erster Instanz bei den Amts- und Landgerichten sowie den Berufungsverfahren beim Landgericht zum Einsatz. Es sind jeweils 2 Schöffen im Einsatz; dazu kommen je nach Spruchkörper 1, 2 oder 3 Berufsrichter.

Welche Fahrtkosten werden im Ehrenamt erstattet?

Fahrtkosten im Ehrenamt werden meist über eine steuerfreie Kilometerpauschale (aktuell 30 Cent/km für PKW, 20 Cent für Motorrad) erstattet, die Vereine zahlen können, um Ehrenamtliche ohne steuerliche Nachteile zu entlasten. Sie müssen jedoch nachweisen, dass die Fahrten im Auftrag des Vereins erfolgten, nicht nur aus privatem Interesse, wobei Fahrten zur Mitgliederversammlung oft nicht erstattet werden, es sei denn, die Satzung sieht es vor. Alternativ können Ehrenamtliche auf die Erstattung verzichten und stattdessen eine Spendenbescheinigung erhalten. 

Wird das Ehrenamt auf die Rente angerechnet?

Ehrenamtliche Tätigkeiten können sich positiv auf die Rente auswirken, da sie unter bestimmten Bedingungen Rentenansprüche begründen können, selbst ohne eigene Beiträge. Bei Rentnern, die bereits eine Alters- oder Erwerbsminderungsrente beziehen, werden Aufwandsentschädigungen (wie Übungsleiterpauschale/Ehrenamtspauschale) in der Regel nicht auf die Rente angerechnet, solange sie steuerfrei bleiben (bis zu bestimmten Freibeträgen). Werden die Pauschalen überschritten oder der Verdienstausfall ersetzt, kann eine Anrechnung erfolgen, wobei es jedoch auch hier Hinzuverdienstgrenzen gibt und steuerfreie Beträge (z.B. bis 840 €/Jahr) unerheblich sind.
 

Ist man beim Ehrenamt krankenversichert?

Ist man beim Ehrenamt krankenversichert? Ja, Personen, die sich im Ehrenamt engagieren, sind durch die gesetzliche Krankenversicherung versichert.

Wie oft Einsatz als Schöffe?

Schöffinnen und Schöffen werden für fünf Jahre berufen und sollen durch das Gericht an nicht mehr als zwölf Sitzungstagen pro Jahr eingesetzt werden.

Wer darf kein Schöffe sein?

2 StGB). Die Bewerber dürfen nicht gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen haben oder als hauptamtliche oder inoffizielle Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR bzw. ihnen gleichgestellte Personen tätig gewesen sein (§ 44a DRiG).

Kann ein Schöffe kündigen?

Schöffen sind für die Zeit ihrer Amtstätigkeit von der Arbeitsleistung freizustellen. Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wegen der Übernahme oder der Ausübung des Amtes ist unzulässig.