Wie wird ein Reetdach gedeckt?
Gefragt von: Berndt Scharf B.Eng. | Letzte Aktualisierung: 11. Februar 2026sternezahl: 4.1/5 (64 sternebewertungen)
Ein Reetdach wird von unten nach oben in Lagen gedeckt, indem Reetbündel auf einer Holzlatten-Unterkonstruktion befestigt werden, entweder durch Binden, Nähen oder die moderne geschraubte Technik (oft mit Edelstahldraht). Fachmännische Reetdachdecker nutzen spezielle Techniken, um die Reetbündel zu formen und zu fixieren, sodass das Dach wasserdicht und langlebig wird, wobei eine Dachneigung von mindestens 45° empfohlen wird.
Wie viel kostet es, ein Reetdach zu decken?
Die Reetdach Kosten liegen zwischen 80 und 130 Euro je Quadratmeter Dachfläche. Möchten Sie zudem noch eine Dämmung anbringen, steigen die Kosten, dann fängt der Quadratmeterpreis bei ca. 160 € pro m² an. Ein komplettes Reetdach kostet zwischen 10.000 und 40.000 Euro.
Wie funktioniert das Decken eines Daches mit Reet?
Reet erreicht seine Wasserbeständigkeit auf die gleiche Weise wie Schindeln, Schiefer oder Ziegel. Es leitet Wassertropfen von Reetstück zu Reetstück entlang der Dachneigung ab . Bei einer Dachneigung von mehr als 45 Grad perlt das Wasser relativ schnell ab, wenn das Reet parallel zur Dachkonstruktion verläuft.
Wie lange dauert es, ein Reetdach zu decken?
Bis das Dach fertig ist dauert es etwa sechs Wochen. 1976 wurde das Haus gebaut, so lange hat auch das erste Dach gehalten. Viele Reetdächer müssen nach etwa 30 Jahren neu gedeckt werden, einige sind schon früher marode. Das hängt vor allem von der Qualität des Reets und von der Dachneigung ab.
Welche Tiere leben im Reetdach?
Fauna der Reetdächer
Charakteristisch ist eine typische Mikrofauna mit Rädenieren, mit Bauchhärlingen. Fadenwürmern, Bärtierchen und Zwergflohkrebsen. Die meisten dieser Gruppen haben die Eigenschaft, monatelang völlig eingetrocknet (im Sommer) oder in Eispaketen eingefroren (im Winter) zu überdauern.
Reetdachdecker zeigt, wie man Dach mit Reet eindeckt
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Was ist die Ursache für das Reetdach-Sterben?
Alleinige Ursache für das Reetdach-Sterben sind bestimmte PILZE und deren ENZYME - wobei das Ausmaß der Zerstörung auch von Umgebungsfaktoren abhängt. In von Reetdachdeckern gelieferten Reetproben konnten 68 Pilzstämme gefunden werden, 80% der Reetmasse wurde innerhalb 10 Wochen vernichtet.
Wie kommen Tiere in die Zwischendecke?
Tiere gelangen in Zwischendecken durch ungesicherte Zugänge wie lose Dachziegel, offene Lüftungsschlitze, Spalten an der Fassade (z. B. Traufen), undichte Rohrdurchführungen oder sogar über Regenwasserkanäle und Äste, die ans Dach reichen, und nutzen diese Schlupflöcher, um sich im gedämmten, geschützten Raum zu verstecken und zu nisten. Nagetiere wie Mäuse und Ratten sowie Marder und Siebenschläfer sind häufige Eindringlinge, die durch kleinste Öffnungen eindringen.
Welche Nachteile hat ein Reetdach?
Nachteile von Reetdächern sind die höheren Kosten (Anschaffung & Versicherung), der große Pflegeaufwand (Feuchtigkeit, Schädlinge, Moos), die erhöhte Brandgefahr (trotz geringer Entflammbarkeit im Vergleich zu Fehlzündungen) und die längere Bauzeit, da spezielle Handwerkskunst nötig ist. Auch die Anfälligkeit für Nistplätze für Vögel und Ungeziefer sowie die Notwendigkeit einer speziellen First-Konstruktion sind zu beachten.
Wie viele Jahre hält ein Reetdach?
Ein Reetdach hält in der Regel 25 bis 40 Jahre, kann bei optimalen Bedingungen, steiler Neigung (mindestens 45°), hochwertigem Material und guter Pflege aber auch 50 Jahre oder länger halten, während Kunstreet-Dächer oft 40-50 Jahre oder mehr erreichen. Die Lebensdauer hängt stark von der schnellen Trocknung ab, da Feuchtigkeit (durch Moos, Schimmel) das Reet zersetzt.
Ist ein Reetdach teurer als ein normales Dach?
Wie teuer ist ein Reetdach? Im Vergleich zu einem Hartdach müssen Bauherren für ein Dach aus Reet rund 140 bis 150 Euro Mehrkosten pro Quadratmeter Dachfläche einkalkulieren. Allein die Materialkosten liegen derzeit bei 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter.
Wie gut isoliert ein Reetdach?
Reet ist ein sehr gutes Naturmaterial für die Dämmung. Das Schilfrohr ist von Natur aus luftdurchlässig und hat eine hervorragende isolierende Wirkung sowohl gegen Kälte als auch gegen Hitze. In den kalten Wintermonaten bleibt die Wärme im Haus, während die Sommerhitze draußen bleibt.
Ist es möglich, ein Reetdach durch ein Ziegeldach zu ersetzen?
Ein Reetdach durch ein Ziegeldach zu ersetzen ist ein größeres Projekt, das eine statische Prüfung des Dachgebälks erfordert, da Ziegel deutlich schwerer sind, und eine Baugenehmigung benötigt wird, um die Tragfähigkeit sicherzustellen. Der Prozess beinhaltet den fachgerechten Rückbau des Reetdachs, die Prüfung und ggf. Verstärkung des Tragwerks, die Installation einer Unterspannbahn und neuer Lattung, bevor die Ziegel verlegt werden können, was die Kosten und den Aufwand deutlich erhöht, aber zu einem langlebigen, witterungsbeständigen Dach führt.
Wie oft muss man ein Reetdach neu decken?
Ein Reetdach hält zwischen 30 bis 50 Jahren, danach muss das Dach komplett neueingedeckt werden.
Ist ein Reetdach teurer in der Versicherung?
Die Gebäudeversicherung für ein Haus mit Reetdach ist in der Regel teurer als für Hartdach-Gebäude. Der Grund dafür ist das erhöhte Brandrisiko des natürlichen Materials.
Was ist die billigste Dacheindeckung?
Was ist die billigste Dacheindeckung? Als preiswerteste Dacheindeckung für ein Haus zählen Betondachsteine mit einem Materialpreis von ca. 25 €/m². Allerdings sind Betondachsteine nicht so langlebig wie Dachziegel aus Ton und benötigen zudem aufgrund ihres hohen Gewichts auch eine stabilere Unterkonstruktion.
Wie pflegt man ein Reetdach?
Die Pflege eines Reetdachs konzentriert sich auf die Vermeidung von Feuchtigkeit durch regelmäßiges Reinigen von Moos, Algen und Laub, das „Nachschlagen“ mit einem Klopfbrett zur Glättung und das Stutzen umstehender Bäume, um Luft und Sonne zu ermöglichen, was die Lebensdauer deutlich verlängert und teure Sanierungen verhindert, oft durch einen jährlichen Wartungsvertrag mit einem Fachmann.
Ist ein Reetdach wasserdicht?
Im Sommer überzeugt das Reetdach durch Klimaregulierung, indem es Feuchtigkeit aus dem Haus nach außen leitet. Reetdächer haben keine Dachrinnen, sondern sind von Natur aus wasserdicht und atmungsaktiv.
Was ist der Vorteil eines Reetdaches?
Es ist widerstandsfähig gegen über Witterungseinflüsse wie Schnee und Regen sowie Hitze und Kälte. Ein weiter Vorteil ist auch das Besondere Angenehme Raumklima unter einem Reetdach. Im Sommer immer kühl und im Winter warm. Die hohe Lebensdauer eines Reetdaches,ist ein weiterer Vorteil, man wohnt biologisch gesund.
Wie viel kostet eine Reetdachsanierung?
Die Kosten für die Erneuerung eines Reetdachs liegen meist zwischen 80 und 160 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Material, Dämmung, Aufwand und Region; für ein 120 m² großes Dach können das schnell 10.000 bis über 20.000 Euro sein, wobei Zusatzkosten für First, Gauben und Entsorgung hinzukommen. Rechnen Sie mit höheren Kosten als bei Ziegeldächern, da Arbeitszeit und Materialaufwand deutlich höher sind.
Warum haben Reetdächer keine Regenrinne?
Warum haben Reetdächer keine Regenrinne? Wenn es regnet, tropft es einfach so vom Dach herunter – eine Regenrinne haben Reetdächer nicht. Der Grund: Das Dach verändert im Laufe der Jahre seine Stärke, das heißt, es wird dünner. Und so „wandert“ eben auch die Abtropfkante.
Welche Dachform ist die teuerste?
Walmdächer gehören zu den teuersten Dachformen. Sie sind jedoch besonders robust und weisen eine hohe Stabilität auf. Das Mansardendach hat die aufwendigste Konstruktion, was mit sehr hohen Kosten verbunden ist.
Kann ein Reetdach brennen?
Das heißt aber keineswegs, dass Reetdach ständig brennen. Um die Wahrscheinlichkeit eines Brandes des Reetdaches zu verringern oder zusätzlich Schutz vor einer leichten Flammenausbreitung im Gebäudeinneren zu schaffen, können wir zusätzliche Brandschutzmaßnahmen einsetzen.
Wie bekommt man eine Maus aus der Zwischendecke?
Um Mäuse in der Zwischendecke loszuwerden, müssen Sie Eingänge abdichten, eine Kombination aus Abschreckung (Essig, Pfefferminze, Licht, Ultraschall), Fallen (Schlagfallen, Klebefallen) und eventuell professioneller Hilfe (Kammerjäger) nutzen, um die Tiere zu vertreiben und zukünftige Invasionen zu verhindern; eine langfristige Lösung erfordert das Verschließen aller Zugänge mit Stahlwolle.
Welches Tier nistet sich nachts in meiner Decke ein?
Die häufigsten dieser lärmverursachenden Tiere sind:
Fledermäuse , Ratten und Mäuse .
Kann eine Hausratte die Hauswand hochklettern?
Ja, Ratten können Hauswände hochklettern, besonders wenn die Fassade rau verputzt ist, Kletterpflanzen oder Fallrohre vorhanden sind; ihre Krallen finden Halt an Unebenheiten, und sie sind extrem geschickte Kletterer, die auch glatte Oberflächen wie Regenrinnen und sogar Rohre hochklettern können, um ins Haus zu gelangen, oft über das Dach oder die Kanalisation.
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