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Wie werden pflegende Angehörige bezahlt?

Gefragt von: Arndt Karl  |  Letzte Aktualisierung: 23. Januar 2026
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Pflegende Angehörige in Deutschland erhalten finanzielle Unterstützung hauptsächlich durch das Pflegegeld (ab Pflegegrad 2) und den Entlastungsbetrag (131 €/Monat ab Pflegegrad 1), die beide von der Pflegekasse gezahlt werden, sowie durch steuerliche Vorteile wie den Pflege-Pauschbetrag. Es gibt auch spezielle Leistungen wie das Pflegeunterstützungsgeld für kurzzeitige Arbeitsverhinderung und die Möglichkeit der Pflegeteilzeit mit Lohnersatzleistungen. Auch Pflegehilfsmittel (Pflegebox) und Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege können finanziert werden.

Wie viel Geld bekommt man, wenn man Angehörige pflegt?

Pflegende Angehörige bekommen kein direktes Gehalt, sondern Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von der Pflegekasse, abhängig vom Pflegegrad der pflegebedürftigen Person – zum Beispiel 347 € (PG 2) bis 990 € (PG 5) monatlich für Pflegegeld oder bis zu 1.497 € (PG 3) bei Sachleistungen. Hinzu kommen der Entlastungsbetrag (131 €/Monat) und Mittel für Verhinderungspflege (bis zu 1.685 €/Jahr) sowie steuerfreie Zuschüsse wie das Pflegeunterstützungsgeld (bis zu 10 Tage Lohnersatz) und Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung bei Pflegezeit. 

Muss ich Pflegegeld an pflegende Angehörige auszahlen?

Es gibt keine Pflicht, das Pflegegeld an pflegende Angehörige weiterzugeben. Das Pflegegeld wird monatlich (in der Regel zum 1. des Monats) auf das Konto des / der Pflegebedürftigen überwiesen. Um Pflegegeld zu erhalten, ist ein formloser Antrag bei der Pflegeversicherung notwendig.

Welche Vorteile hat man als pflegender Angehöriger?

Als pflegender Angehöriger haben Sie Anspruch auf verschiedene Hilfen:

  • Familienpflegezeit.
  • Pflegezeit.
  • Kurzzeitige Arbeitsverhinderung und Pflegeunterstützungsgeld.
  • Zinsloses, staatliches Darlehen.

Wie hoch ist der Bonus für pflegende Angehörige?

Die Tagespflege kostet 750 Euro im Monat. Die Pflegekasse übernimmt bei Pflegegrad 4 bis 1.685 Euro monatlich. Zusätzlich kann sie davon unabhängig für die Pflege in ihrer Häuslichkeit das volle Budget der Pflegesachleistung in Höhe von 1.859 EUR für den ambulanten Pflegedienst nutzen.

#kurzerklärt Pflege – welche Hilfen gibt es für Angehörige?

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Wie kann ich den Angehörigenbonus erhalten?

Personen, die nahe Angehörige pflegen, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Angehörigenbonus. seit mindestens einem Jahr überwiegend in häuslicher Umgebung und Ihr monatliches Netto-Einkommen betrug im vergangenen Kalenderjahr durchschnittlich nicht mehr als 1.710,90 Euro (Wert 2026).

Wie oft kann ich die 4000 € von der Pflegekasse beantragen?

Der Zuschuss von bis zu 4.000 € für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (z.B. Badumbau) ist grundsätzlich pro Maßnahme einmalig, aber bei sich ändernder Pflegesituation mehrmals möglich, wenn neue Maßnahmen nötig werden. Bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt kann der Betrag pro Person (bis zu viermal) beantragt werden, auch für dieselbe Maßnahme, z.B. bis zu 4x 4.000 € für eine WG-Maßnahme. Er wird ab Pflegegrad 1 gezahlt und muss bei der Pflegekasse beantragt werden, bevor die Maßnahmen beginnen.
 

Was steht mir als pflegender Angehörige zu?

Leistungen für pflegende Angehörige in Deutschland umfassen finanzielle Hilfen wie Pflegegeld oder Pflegesachleistungen, Absicherung in der Renten- und Arbeitslosenversicherung, Unterstützung bei der Arbeitszeitreduzierung (Pflegezeit), Entlastungsangebote wie Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege, sowie Beratung und Schulungen, um die Pflege zu Hause zu erleichtern und die Angehörigen zu entlasten. Diese Leistungen sind an den Pflegegrad des Pflegebedürftigen geknüpft und werden von der Pflegekasse gezahlt. 

Wird das Pflegegeld dem Finanzamt gemeldet?

Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung. Deshalb ist das Pflegegeld für den Pflegebedürftigen selbst steuerfrei. Wird das Pflegegeld an pflegende Angehörige weitergeleitet, müssen diese ebenfalls keine Steuern bezahlen, sofern sie sonst keine Vergütung für die Pflege erhalten.

Kann ich mit meinem Pflegegeld machen, was ich will?

Ja, grundsätzlich können Sie mit dem Pflegegeld tun, was Sie wollen, da es nicht zweckgebunden ist und Ihnen als Pflegebedürftigem zur freien Verfügung steht, um die Pflege sicherzustellen – oft erhalten Angehörige es als Dank, aber Sie entscheiden über die Verwendung, sei es für Pflegedienste, Haushaltshilfen, Unterstützung im Alltag oder sogar persönliche Ausgaben. Es gibt nur wenige Einschränkungen, z.B. beim Entlastungsbetrag, der zweckgebunden ist, aber das Pflegegeld selbst bleibt frei. 

Wer bekommt das Pflegegeld auf das Konto?

Pflegegeld bekommen pflegebedürftige Personen mit mindestens Pflegegrad 2, wenn die Pflege zu Hause durch Angehörige, Freunde oder Ehrenamtliche sichergestellt ist; es wird monatlich an die pflegebedürftige Person ausgezahlt, die es zur freien Verfügung hat, aber oft an die Pflegenden weitergibt, die als Anerkennung dafür fungieren. 

Wie viele Rentenpunkte bekommt man, wenn man jemanden pflegt?

Für die Pflege eines Angehörigen gibt es Rentenpunkte, die von Pflegegrad und Art der Leistung abhängen (Pflegegeld, Sachleistung, Kombi-Leistung) – oft zwischen ca. 0,3 (PG 2) und über 1,0 (PG 5) Rentenpunkte pro Jahr, was sich in einer monatlichen Rentensteigerung von ca. 7 bis 35 Euro niederschlägt, wobei höhere Pflegeaufwände und -grade mehr Punkte bringen. Sie müssen mindestens 10 Stunden pro Woche an mindestens zwei Tagen pflegen, und der Pflegebedürftige muss mindestens Pflegegrad 2 haben, um Rentenpunkte zu erhalten.
 

Kann ich Pflegegeld für meine Mutter bekommen?

Pflegende Angehörige haben leider keinen direkten Anspruch auf Geldleistungen. Es ist jedoch möglich, dass die pflegebedürftige Person, die je nach Höhe ihres Pflegegrades, Pflegegeld erhält, dieses komplett oder zum Teil an den pflegenden Angehörigen für seine oder ihre Hilfe weitergeben kann.

Wie hoch ist das Betreuungsgeld für pflegende Angehörige?

Auch kann dieser Entlastungsbetrag auch für andere Leistungen im Umfeld der Pflege genutzt werden. Das Betreuungsgeld betrug bis Ende 2024 monatlich 125 Euro, also 1.500 Euro im Jahr.

Was ist ein Angehörigenbonus bei der Pflegekasse?

Der Angehörigenbonus ist eine monatliche finanzielle Unterstützung in Österreich für pflegende Angehörige, die einen nahen Verwandten ab Pflegegeldstufe 4 betreuen, um ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren oder aufzugeben; er wird steuerfrei und unpfändbar ausgezahlt und dient der Entlastung, wobei er z.B. 2026 rund 134 Euro beträgt und an Einkommensgrenzen gebunden ist. 

Was darf man beim MDK nicht sagen?

Beim MDK sollten Sie nicht beschönigen, lügen oder den Pflegebedarf verschleiern, indem Sie Fähigkeiten vortäuschen oder Hilfe verheimlichen, sondern wahrheitsgemäß und detailliert Ihre tatsächlichen Einschränkungen schildern und den Alltag (z.B. das Chaos bei der Körperpflege) unverändert zeigen, um den tatsächlichen Unterstützungsbedarf realistisch darzustellen. Vermeiden Sie falsche Versprechen oder Aussagen, die den Zustand besser darstellen als er ist, da dies zu einer zu niedrigen Einstufung führen kann. 

Was zahlt die Pflegekasse monatlich?

Die Pflegekasse zahlt pauschal 15 % des Heimentgelts der vollstationären Pflegeeinrichtung, maximal jedoch 278 € monatlich.

Welche Unterstützung kann ich als pflegende Angehörige erhalten?

Als unbezahlte Pflegeperson können Sie und die Person, die Sie pflegen, Unterstützung bei Wohngeld, Ermäßigung der Gemeindesteuer, Hypothekenzahlungen, Heizkosten und zusätzlicher Hilfe von Energieversorgern erhalten.

Wie bekomme ich den Angehörigenbonus?

Es gibt 2 Möglichkeiten: Sie sind in der Pensionsversicherung wegen der Pflege einer oder eines nahen Angehörigen oder eines behinderten Kindes selbst- oder weiterversichert: Dann erhalten Sie den Angehörigenbonus automatisch von dem Pensionsversicherungsträger, bei dem sie selbst- oder weiterversichert sind.

Wie viel bekommt man für die Pflege seiner Eltern?

Familienmitglieder, die für Pflegeleistungen bezahlt werden, können bis zu 20 Dollar pro Stunde oder sogar etwas mehr verdienen. Die Pflege eines Familienmitglieds bedeutet, viele Aufgaben zu übernehmen, um sicherzustellen, dass es dem Angehörigen gut geht. Man erinnert ihn beispielsweise an die Medikamenteneinnahme, vereinbart Arzttermine und hilft ihm bei der Fortbewegung.

Welche Entschädigung steht mir für die Pflege meines Angehörigen zu?

Wie viel Pflegegeld bekomme ich für die Pflege meines Angehörigen? Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach der Pflegestufe des Angehörigen. Es reicht von 332 Euro (Pflegegrad 2) bis 947 Euro (Pflegegrad 5).

Wer bekommt die 1000 € Pflegebonus?

Den 1000-Euro-Pflegebonus (bayerisches Landespflegegeld) erhalten pflegebedürftige Menschen mit mindestens Pflegegrad 2, die ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben; es ist eine einmalig zu beantragende, jährliche Zahlung des Freistaats Bayern, die ab 2026 auf 500 € reduziert wird. Es gibt keine bundesweiten, einheitlichen 1000-Euro-Pflegeboni für Pflegekräfte mehr, aber es gab zeitlich begrenzte, bundesweite Corona-Pflegeboni bis Ende 2022. 

Welche Gelder stehen pflegenden Angehörigen zu?

Das Pflegegeld ist abhängig vom Pflegegrad. Mit Pflegegrad 2 erhalten Sie monatlich 347 Euro, mit Pflegegrad 3 monatlich 599 Euro, mit Pflegegrad 4 monatlich 800 Euro und mit Pflegegrad 5 monatlich 990 Euro. Mit Pflegegrad 1 haben Sie keinen Anspruch auf Pflegegeld.

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