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Wie viele Wellen hatte die Pest?

Gefragt von: Herr Kevin Schindler  |  Letzte Aktualisierung: 20. Februar 2026
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Die Pest hatte mehrere große Wellen (Pandemien), darunter die Justinianische Pest (ab 6. Jh., ca. 15-17 Wellen), den "Schwarzen Tod" im 14. Jahrhundert (erste große Welle der zweiten Pandemie) und zahlreiche weitere Ausbrüche, die bis ins 18. Jahrhundert anhielten, wobei die zweite Pandemie (inkl. Spätfolgen) insgesamt etwa 30 bedeutendere Ausbrüche bis ins 19. Jahrhundert umfasste, mit wiederkehrenden Wellen in verschiedenen Regionen Europas.

Wie viele Pestwellen gab es?

Es gibt sichere Quellen über Pestwellen in Canterbury im 15. Jahrhundert: 1413, 1419, 1420, 1431, 1447, 1457, 1465, 1467, 1470, 1471 und 1487. 1478, 1485 und 1498 kam es zum Ausbruch der Pest in Venedig, zwischen 1361 und 1528 soll es in Venedig 22 Ausbrüche der Beulenpest gegeben haben.

Warum war die Pest so tödlich?

Die Pest war so tödlich wegen des aggressiven Bakteriums Yersinia pestis, seiner schnellen Ausbreitung durch Flöhe (von Ratten auf Menschen) und Tröpfchen (Lungenpest), der extrem schlechten Hygiene im Mittelalter, der fehlenden medizinischen Behandlung und der oft schweren Verläufe (Lungen- und Blutpest), die innerhalb weniger Tage zum Tod führen konnten, besonders im Zusammenspiel mit geschwächten Populationen durch Hungersnöte. 

Ist die Pest heute heilbar?

Ja, die Pest ist heute mit modernen Antibiotika gut heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird, was die Überlebenschancen deutlich erhöht; unbehandelt verläuft sie oft tödlich. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika wie Streptomycin oder Gentamicin, wobei eine schnelle Diagnose und umgehende Behandlung (innerhalb von 24 Stunden) entscheidend sind, besonders bei der gefährlichen Lungenpest.
 

Wann war die zweite Pestwelle?

Die zweite Pestpandemie begann Mitte des 14. Jahrhunderts mit dem "Schwarzen Tod" und dauerte bis ins 18. Jahrhundert an. Den verheerenden Ausbrüchen in ganz Europa und in angrenzenden Regionen fielen bis zu 60 Prozent der Bevölkerung zum Opfer.

Seuchen in Europa – die Pest im 14. Jahrhundert | Terra X

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Wann war die zweite Welle der Pest?

Die zweite Welle ( 1533–1549 ): Während die Pest im Mittelmeerraum wütete, dauerte es nicht lange, bis sie osmanisches Gebiet erreichte. Sie breitete sich auf dem Seeweg ostwärts aus und wurde Mitte des Sommers 1533 in der Hauptstadt nachgewiesen.

Hat man im Mittelalter gestunken?

Ja, Menschen im Mittelalter stanken oft, aber nicht immer und nicht nur wegen mangelnder Körperpflege; der Gestank resultierte hauptsächlich aus der schlechten städtischen Kanalisation, dem Fehlen moderner Toiletten und der allgemeinen Armut, während Adel und Klerus oft besser gepflegt waren und Kleidung aus Wolle/Leinen Geruch weniger begünstigte als moderne Stoffe. Das Klischee eines völlig schmutzigen Zeitalters ist übertrieben, da Körperhygiene (Waschen, Kämmen) wichtig war, aber die hygienischen Bedingungen waren stark von sozialem Status und Wohnort abhängig, mit deutlichen Unterschieden zwischen Stadt und Land. 

Was hat die Pest gestoppt?

Um sich zu schützen, trugen die Menschen Tücher oder Masken vor dem Gesicht. Außerdem versuchten sie durch das Verbrennen duftender Hölzer und Kräuter sowie durch das Versprühen von Essig- oder Rosenwasser gegen die Krankheit anzukämpfen.

Was hat die Pest tatsächlich gestoppt?

Die meisten Theorien gehen davon aus, dass die Einführung von Quarantänemaßnahmen das Ende des Schwarzen Todes sicherstellte. Die Menschen blieben in ihren Häusern und verließen diese nur, wenn es unbedingt notwendig war, um sich nicht anzustecken, während wohlhabendere Personen dicht besiedelte Gebiete verließen, um in größerer Isolation zu leben.

Wie lange dauert es, bis man an der Pest stirbt?

Krankheitsbild. Die Inkubationszeit zwischen der Infektion und den ersten Symptomen hängt von der Erscheinungsform der Pest ab und beträgt 1-2 Tage bei der Lungenpest und bis zu sechs Tagen bei der Beulenpest. Unbehandelt beträgt die Letalität 50 bis 90 Prozent, mit Behandlung 15 Prozent.

Warum werden die Finger bei der Pest schwarz?

Blutgefäße verstopfen, Finger und Zehen werden schwarz. Der nächste Floh beißt zu und der Kreislauf der Beulenpest beginnt erneut. In der späten Jungsteinzeit und in der Bronzezeit jedoch kann es nur die Lungenpest und die Blutvergiftung durch die Pest gegeben haben.

Wie schmerzhaft ist der Tod durch die Pest?

Ein bis sieben Tage nach der Ansteckung mit den Bakterien treten grippeähnliche Symptome auf. Zu diesen Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen sowie geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten in dem Bereich, der der Eintrittsstelle der Bakterien in die Haut am nächsten liegt.

Was ist die tödlichste Krankheit der Welt?

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit der Welt . Warum ist sie so gefährlich und welche Symptome gibt es? Hartnäckiger Husten kann ein Anzeichen für Tuberkulose (TB) sein. Tuberkulose ist nach wie vor verbreitet, und die Fallzahlen sind in den letzten Jahren in Colorado und in den USA gestiegen. (Foto: Getty Images)

Warum sagt man es stinkt wie die Pest?

Früher war man der Überzeugung, dass ansteckende Krankheiten durch üble Gerüche, giftige Dämpfe und verdorbene Luft Verbreitung finden. Ja, man sprach geradezu vom „Pesthauch“, der die Krankheit weiter trägt. Zudem verursachen Infektionen oft genug stinkende Geschwüre.

Wie alt wurde man um 1600?

Wenn auch die Bevölkerung in diesem Jahrhundert insgesamt wuchs, so wurde das Wachstum durch die hohe Kindersterblichkeit, ein gegenüber dem Mittelalter relativ hohes Heiratsalter und restriktive Ehegesetze begrenzt. Nach überstandener Kindheit hatten die Erwachsenen eine Lebenserwartung von 55 bis 72 Jahren.

Hat irgendjemand, der sich mit der Pest infiziert hatte, überlebt?

Bis zu die Hälfte der Bevölkerung starb, als Mitte des 14. Jahrhunderts die Pest in Europa wütete. Eine bahnbrechende Studie, die die DNA jahrhundertealter Skelette analysierte, entdeckte Mutationen, die den Menschen halfen, die Seuche zu überleben . Doch genau diese Mutationen stehen auch heute noch im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen.

Kehrt die Pest zurück?

Ressourcenlinks. Die Beulenpest raffte im 14. Jahrhundert in Europa zig Millionen Menschen dahin – und erhielt daher den düsteren Beinamen „Schwarzer Tod“. Im Jahr 2024 traten in den Vereinigten Staaten und weltweit jährlich einige wenige Fälle auf – die Krankheit ist jedoch weitaus seltener und viel besser behandelbar.

Kann man heute noch Pest bekommen?

Die Pest ist bei adäquater und rechtzeitiger Antibiotikatherapie heilbar. Trotz der Möglichkeit einer Antibiotikabehandlung gibt die WHO eine Sterblichkeit zwischen 8 bis 10% an. Sie beträgt bei dem gegenwärtigen Ausbruch auf Madagaskar, bei dem es hohe Fallzahlen und einen hohen Anteil an Lungenpest gibt, 11%.

Was war die tödlichste Form der Pest?

Die Lungenpest , die ansteckendste Form der Pest, ist ein fortgeschrittenes Stadium, in dem die Lunge befallen wird. In diesem Stadium wird die Krankheit direkt von Mensch zu Mensch durch ausgehustete Partikel übertragen.

Warum heißt die Pest schwarzer Tod?

Die Pest heißt „Schwarzer Tod“, weil die Infektion bei der tödlichsten Form, der septischen Pest und Beulenpest, zu dunklen Flecken und Gewebenekrosen (Absterben von Gewebe) führte, besonders an Extremitäten, was den Kranken ein schwärzliches Aussehen verlieh. Der Begriff selbst entstand allerdings erst später im 16. Jahrhundert, um die verheerenden Ausmaße der Seuche des 14. Jahrhunderts zu beschreiben, die fast ein Drittel der europäischen Bevölkerung auslöschte und als Gottesstrafe galt.
 

Wer starb an der Pest?

Der Schwarze Tod war die zweite große Naturkatastrophe, die Europa im späten Mittelalter heimsuchte (die erste war die Große Hungersnot von 1315–1317) und forderte schätzungsweise 30 bis 60 % der europäischen Bevölkerung sowie etwa 33 % der Bevölkerung des Nahen Ostens .

Ist die Pest heilbar?

Ja, die Pest ist heute dank schneller und rechtzeitiger Antibiotika-Therapie gut heilbar, auch wenn unbehandelt oder bei später Diagnose das Risiko hoch bleibt. Die Behandlung erfolgt meist durch Antibiotika wie Streptomycin oder Doxycyclin, oft intravenös, und erfordert eine sofortige Meldung an das Gesundheitsamt sowie Isolierung des Patienten. 

Was taten Frauen im Mittelalter, wenn sie ihre Tage haben?

Im Mittelalter nutzten Frauen Stofflappen, Lumpen oder natürliche Materialien wie Moos, um ihre Periode aufzufangen; oft trugen sie mehrere Lagen Kleidung oder ließen das Blut einfach ablaufen ("Free Bleeding"), da es Tabu war und keine modernen Produkte gab, was zu Scham und Isolation führen konnte, aber auch zur Wiederverwendung von Stoffen animierte, die gewaschen wurden, oder zur Nutzung spezieller Gürtel und Binden aus Stoffresten später im Spätmittelalter. 

Wie hat man sich im Mittelalter den Po geputzt?

Im Mittelalter putzte man sich den Po mit natürlichen Materialien wie Blättern, Moos, Stroh, Heu oder Lumpen; die Reichen nutzten manchmal Wolle oder Stofffetzen, während die Chinesen bereits frühes Toilettenpapier kannten, aber in Europa war es extrem teuer und wurde zum Schreiben verwendet, nicht zum Abwischen. Eine weitere Methode war die Reinigung mit der linken Hand und Wasser, wobei die linke Hand als unrein galt.
 

Hatte man im Mittelalter Unterwäsche?

Im Mittelalter wurde die Unterbekleidung beider Geschlechter unter dem Begriff Niderkleit oder Nidergewant zusammengefasst.

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