Wie viele Stunden arbeitet man in Kurzarbeit?
Gefragt von: Herr Maximilian Lindner MBA. | Letzte Aktualisierung: 27. März 2026sternezahl: 4.3/5 (26 sternebewertungen)
Bei Kurzarbeit können die Stunden je nach Betrieb und Auftragslage stark variieren, oft von 10 % bis 100 % (Kurzarbeit Null), wobei der Arbeitsausfall mindestens 10 % der wöchentlichen Zeit betragen muss, um Kurzarbeitergeld zu erhalten. Die genaue Stundenzahl wird individuell festgelegt, kann aber auch Arbeitszeitkonten abbauen oder reduzieren und wird durch betriebliche Vereinbarungen geregelt.
Wie viele Stunden muss ich während der Kurzarbeit arbeiten?
Bei Kurzarbeit wird die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit vorübergehend reduziert, typischerweise um 10 bis 100 Prozent, wobei der Arbeitnehmer weniger Stunden arbeitet, aber durch das Kurzarbeitergeld einen Teil des Lohns von der Agentur für Arbeit ersetzt bekommt. Die genaue Stundenanzahl variiert je nach Betrieb, kann auch komplett auf null reduziert werden (Kurzarbeit Null) und muss angemeldet werden, wobei der Arbeitsausfall erheblich sein muss.
Welche Nachteile habe ich bei Kurzarbeit?
Nachteile der Kurzarbeit sind Einkommenseinbußen, reduzierte Sozialversicherungsbeiträge (was die spätere Rente schmälern kann) und ein bürokratischer Aufwand, zudem droht eine Steuernachzahlung durch den Progressionsvorbehalt; psychologisch kann es zu Demotivation führen, während Unternehmen Produktivitätseinbußen und Abhängigkeit von Staatshilfen erleben.
Ist Kurzarbeit ganze Tage oder stundenweise?
Kurzarbeit kann sowohl stundenweise (z.B. weniger Stunden täglich) als auch tageweise (z.B. ganze Tage frei) oder sogar vollständig (Kurzarbeit Null) angeordnet werden, abhängig von der Auftragslage und der betrieblichen Vereinbarung, wobei die genauen Regelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bzw. Betriebsrat getroffen werden müssen. Der Arbeitgeber plant den Arbeitsausfall, meldet ihn bei der Arbeitsagentur an und zahlt zunächst Lohn für die gearbeiteten Stunden, den Rest erstattet die Agentur als Kurzarbeitergeld.
Wie viel Geld bekommt man bei 100% Kurzarbeit?
In welcher Höhe wird Kurzarbeitergeld gezahlt? Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall. Die Kurzarbeiter erhalten grundsätzlich 60 % des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts.
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Was passiert nach 12 Monaten Kurzarbeit?
Nach 12 Monaten Kurzarbeit endet der Anspruch auf Kurzarbeitergeld, und Arbeitnehmer kehren zur regulären Arbeitszeit zurück, sofern keine Verlängerung gewährt wird; ab 2026 gilt wieder die reguläre Höchstbezugsdauer von 12 Monaten, wobei Ausnahmen für Betriebe, die vor 2026 in Kurzarbeit waren, möglich sind, und Arbeitgeber planen müssen, ob sie zur Vollarbeit zurückkehren, umstrukturieren oder Alternativen prüfen.
Wie viel Netto bekomme ich bei Kurzarbeit?
Als Kurzarbeitergeld erhalten Sie 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts.
Wie viele Überstunden darf ich bei Kurzarbeit haben?
Dürfen trotz Kurzarbeit Überstunden gemacht werden? Nein. Der Arbeitgeber darf während der Kurzarbeit keine Überstunden anordnen.
Wie lange darf Kurzarbeit maximal gehen?
Die maximale Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld beträgt weiterhin 24 Monate. Eine entsprechende Verordnung hat das Bundeskabinett nun beschlossen. Betroffene Unternehmen haben damit Planungssicherheit bis zum Ende des kommenden Jahres.
Können nur einzelne Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen?
Die Kurzarbeit kann sich auf den ganzen Betrieb beziehen oder in Abteilungen im Betrieb eingeführt werden. Einzelne Arbeitnehmer können jedoch nicht willkürlich herausgepickt werden.
Wie viel Geld muss man bei Kurzarbeit zurückzahlen?
Durchschnittlich dürften es aber so ca. 15% des Kurzarbeitergeldes sein. Je mehr Kurzarbeitergeld bezogen wird, desto mehr muss nachgezahlt werden. Die Betroffenen sollten rechtzeitig Rat bei ihrem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein einholen.
Wer darf nicht in Kurzarbeit?
Von Kurzarbeit ausgeschlossen sind hauptsächlich Minijobber, Rentner, Bezieher von Krankengeld und Auszubildende (es sei denn, sie werden übernommen). Auch Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis gekündigt ist oder durch einen Aufhebungsvertrag endet, haben keinen Anspruch. Werkstudenten können ebenfalls oft ausgeschlossen sein, je nach vertraglicher Gestaltung und Sozialversicherungspflicht, und Personen, die geförderte Weiterbildungsmaßnahmen besuchen.
Wie wirkt sich die Kurzarbeit auf meine Rente aus?
Kurzarbeit wirkt sich nur geringfügig negativ auf die Rente aus, da Arbeitnehmer weiter rentenversichert bleiben und Arbeitgeber zusätzliche Beiträge auf Basis von 80 % des ausgefallenen Entgelts zahlen. Das bedeutet, die Beiträge werden auf Basis des reduzierten Lohns plus einem Aufstockungsbetrag berechnet, was den Rentenverlust minimiert und die spätere Rente nur unwesentlich mindert, z.B. nur wenige Euro pro Jahr Kurzarbeit.
Sind Minusstunden bei Kurzarbeit erlaubt?
Ja, Minusstunden sind bei Kurzarbeit grundsätzlich zulässig und müssen oft zuerst aufgebaut werden, bevor Kurzarbeitergeld gezahlt wird, aber nur, wenn eine entsprechende Regelung (Arbeits- oder Betriebsvereinbarung) existiert, die Minusstunden erlaubt, und der Aufbau dem Arbeitgeber zumutbar ist. Seit dem 1. Juli 2023 gilt diese Regel wieder regulär, nachdem es während der Corona-Pandemie Ausnahmen gab, aber bei Arbeitsausfällen, die schon vor diesem Datum bestanden, entfällt die Pflicht noch. Der Arbeitgeber muss die Minusstunden im Rahmen eines Arbeitszeitkontos ermöglichen und darf die Arbeitszeit nicht einseitig verkürzen.
Wie viel Urlaub muss ich vor der Kurzarbeit einnehmen?
Arbeitnehmende müssen grundsätzlich vor dem Bezug von Kurzarbeitergeld vorrangig ihren Resturlaub aus dem Vorjahr einsetzen. Etwas anderes gilt nur, wenn vorrangige Urlaubswünsche der Arbeitnehmenden zur anderweitigen Nutzung des Resturlaubs entgegenstehen.
Ist eine Kündigung trotz Kurzarbeit möglich?
Ja, eine Kündigung während der Kurzarbeit ist möglich, sowohl durch Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber, wobei die üblichen Kündigungsfristen gelten, aber der Anspruch auf Kurzarbeitergeld mit Zugang der Kündigung entfällt. Arbeitgeber müssen für betriebsbedingte Kündigungen höhere Gründe als nur den vorübergehenden Arbeitsmangel darlegen, während Arbeitnehmer bei Eigenkündigung eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld riskieren. Die Gehaltszahlung bis zum Ende der Frist hängt von Vereinbarungen ab, oft gibt es das volle Gehalt, aber rechtlich ist das umstritten.
Wie lange darf eine Kurzarbeit gehen?
Kurzarbeit kann aktuell bis zu 24 Monate dauern, eine Verlängerung durch die Bundesregierung gilt für Betriebe bis Ende 2026, danach greift wieder die gesetzliche Regeldauer von maximal 12 Monaten. Die Verlängerung auf 24 Monate gilt einheitlich für das gesamte Unternehmen oder eine Betriebsabteilung und muss bei der Bundesagentur für Arbeit angezeigt werden, um Planungssicherheit zu schaffen.
Wie viele Arbeitsstunden darf man bei Kurzarbeit arbeiten?
Bei Kurzarbeit können die Stunden je nach Betrieb und Auftragslage stark variieren, oft von 10 % bis 100 % (Kurzarbeit Null), wobei der Arbeitsausfall mindestens 10 % der wöchentlichen Zeit betragen muss, um Kurzarbeitergeld zu erhalten. Die genaue Stundenzahl wird individuell festgelegt, kann aber auch Arbeitszeitkonten abbauen oder reduzieren und wird durch betriebliche Vereinbarungen geregelt.
Was passiert, wenn ein Mitarbeiter der Kurzarbeit nicht zustimmt?
Wenn diese Zustimmung verweigert wird, dürfen Arbeitgeber nicht deshalb kündigen. Sie können aber eine Änderungskündigung oder eine Beendigungskündigung aussprechen.
Wie kurzfristig kann man aus der Kurzarbeit geholt werden?
Wie schnell können Unternehmen das Ende der Kurzarbeit veranlassen? Es gibt dafür keine gesetzliche Frist. Das heißt, der Arbeitgeber kann die Kurzarbeit grundsätzlich jederzeit für beendet erklären. Er kann dies auch einseitig tun.
Wann fallen 100% Überstunden an?
Bei mehrschichtiger Arbeit wird, mit Ausnahme der 1. Schicht, ab der dritten Überstunde ein Zuschlag von 100 Prozent bezahlt, auch wenn diese Überstunden nicht in die Zeit nach 19 Uhr fallen. Grundsätzlich gebührt für jede Überstunde (Mehrarbeitsstunde) ein Zuschlag von 50 Prozent.
Was passiert, wenn man trotz Kurzarbeit arbeitet?
Auch Überstunden während Kurzarbeit widersprechen deren Zweck und sind bis auf wenige Ausnahmefälle (etwa dringende Reparaturen) unzulässig. Bei Betrug oder Subventionsbetrug drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren (in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren) oder Geldstrafe.
Wie viel Geld verliert man in der Kurzarbeit?
Bei Kurzarbeit erhalten Sie Geld vom Staat (Kurzarbeitergeld), das 60 % Ihres ausgefallenen Nettogehalts entspricht, bei mindestens einem Kind sind es 67 %. Ihr Arbeitgeber zahlt weiterhin Ihr reduziertes Gehalt, und die Agentur für Arbeit zahlt das Kurzarbeitergeld als Ausgleich dazu, sodass Ihr Nettoeinkommen zwar sinkt, aber nicht komplett wegfällt, selbst bei "Kurzarbeit Null". Der genaue Betrag hängt von Ihrem üblichen Nettoeinkommen und Ihrer Kinderzahl ab.
Wann bekommt man 80% Kurzarbeitergeld?
Kinderlose Beschäftigte erhalten nun bis zu 80 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts ersetzt – abhängig von der Dauer des Bezugs. Für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind, das im gleichen Haushalt lebt, wird das Kurzarbeitergeld auf bis zu 87 Prozent erhöht.
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