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Wie viele Deutsche haben keine Schulden?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Katharina Noll B.Eng.  |  Letzte Aktualisierung: 27. Februar 2026
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Obwohl die genaue Zahl schwankt, haben rund zwei Drittel bis drei Viertel der Deutschen keine oder nur geringe Kreditschulden, während etwa 30 % Kredite nutzen und fast 6 Millionen Menschen (ca. 9-10 %) stark überschuldet sind, wobei sich die Überschuldung seit einigen Jahren wieder erhöht. Ein großer Teil der Erwachsenen besitzt netto nichts oder hat sogar Schulden.

Wie viel Prozent der Deutschen haben Schulden?

Die Schuldenquote Deutschlands liegt aktuell (Stand 2024/Anfang 2025) bei rund 62-64 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit über der 60 %-Grenze der EU-Maastricht-Kriterien, wobei sie nach COVID-Pandemie und Energiekrise von Krisenausgaben anstieg, aber dank starkem Wirtschaftswachstum und Haushaltskonsolidierung leicht rückläufig ist. Der absolute Schuldenstand liegt bei über 2,5 Billionen Euro, aber Deutschland gilt mit AAA-Rating als kreditwürdig. 

Wie viele Deutsche haben keine Ersparnisse?

Aktuell haben fast ein Viertel (rund 24 %) der deutschen Haushalte keine sofort verfügbaren Ersparnisse für Notfälle, wobei der Anteil derjenigen, die gar kein Vermögen besitzen, sogar bei etwa 20 % liegt, während fast 9 % sogar verschuldet sind. Krisen und gestiegene Preise haben dazu geführt, dass viele ihre Reserven aufgebraucht haben, aber auch Vorsichtssparen zugenommen hat, wobei fast die Hälfte der Deutschen weniger als 2.000 € zurückgelegt hat. 

Hatte Deutschland mal keine Schulden?

Heute vor 70 Jahren, am 27. Februar 1953, wurde in London das Abkommen unterzeichnet, dass einen umfassenden Erlass der Schulden der damals noch jungen Bundesrepublik regelte. Gläubiger wie die USA, Großbritannien und Frankreich und viele weitere erließen etwa 50 Prozent der deutschen Auslandsschulden.

Wie viele Deutsche haben Geldprobleme?

Laut dem aktuellen Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gelten derzeit 5,67 Millionen Erwachsene als überschuldet - rund 111.000 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg um zwei Prozent. Es ist der erste Zuwachs seit 2018.

Die Welt hat 300 Billionen Schulden... aber bei wem? | WirtschaftsWissen

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Wie viel Geld besitzt der durchschnittliche Deutsche?

Das durchschnittliche Nettovermögen pro Haushalt in Deutschland ist stark vom Median (dem "mittleren" Wert) zu unterscheiden, da wenige sehr Reiche den Durchschnitt (ca. 95.700 € nach Institut der deutschen Wirtschaft (IW)) nach oben ziehen; der aussagekräftigere Median liegt bei etwa 106.600 € (nach bpb.de, Stand 2021). Während die ärmsten 10 % fast nichts besitzen, verfügen die reichsten 10 % über sehr hohe Beträge, was die große Ungleichheit verdeutlicht, so bpb.de. 

Welches Land in Europa ist am meisten verschuldet?

Griechenland hat in Europa die höchste Staatsschuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), gefolgt von Italien, Frankreich und Belgien, wobei die genauen Zahlen je nach Quartal und Jahr leicht variieren, aber Griechenland und Italien konstant an der Spitze stehen. Gemessen an absoluten Zahlen (in Euro) hat Frankreich oft die höchsten Schulden, gefolgt von Italien und Deutschland, da es sich um große Volkswirtschaften handelt.
 

Wem schuldet Deutschland am meisten Geld?

Der Euroraum als gesamtes hat eine Schuldenquote von 89,5 Prozent, Großbritannien liegt bei 96,5 Prozent, die USA bei 127,4 Prozent und Japan sogar bei 250 Prozent. Unsere Quellen: Statistisches Bundesamt.

Wann hat Deutschland seine Schulden vollständig abbezahlt?

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Westdeutschland mit den Zahlungen. Das Londoner Abkommen von 1953 über die deutschen Auslandsschulden sah die Zahlung von 50 Prozent des verbleibenden Betrags vor. Die letzte Zahlung erfolgte am 3. Oktober 2010 und beglich damit die deutschen Reparationsschulden.

Hat Deutschland immer noch Schulden?

Entsprechend der Deutschen Bundesbank betrug die Staatsverschuldung Deutschlands im Jahr 2021 etwa 2500 Milliarden Euro und damit 70 % des Bruttoinlandsprodukts von etwa 3600 Milliarden Euro für 2021.

Wie viel Geld hat ein normaler Deutscher auf dem Konto?

Bei den 35- bis 44-Jährigen lag das Kontoguthaben bei 2.600 Euro und bei den 45- bis 54-Jährigen bei 3.300 Euro. In der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen lag das Guthaben bei 3.100 Euro und bei den über 75-Jährigen bei 4.200 Euro.

Sind 70.000 € ein gutes Gehalt in Deutschland?

Ein gutes Gehalt in Deutschland liegt üblicherweise über dem deutschen Medianlohn von 45.800 Euro brutto im Jahr und über dem durchschnittlichen Bruttolohn von 52.300 Euro brutto im Jahr. Ein Gehalt zwischen 64.000 und 70.000 Euro brutto im Jahr gilt in Deutschland als gutes Gehalt .

Wie viele Menschen haben 1.000.000 Dollar an Altersvorsorgegeldern angespart?

Zum 30. September 2025 gab es insgesamt 1.918.618 Altersvorsorgekonten (einschließlich betrieblicher Altersvorsorgepläne und individuell verwalteter IRA-Spar- und Anlagekonten) mit einem Guthaben von mindestens 1 Million US-Dollar. Das durchschnittliche Kontoguthaben dieser Altersvorsorgemillionäre betrug zum 30. September 2025 2.388.409 US-Dollar.

Welches Land hat am wenigsten Schulden?

Das Land mit den wenigsten Schulden ist oft Kuwait, gefolgt von Ländern wie Brunei und Turkmenistan, basierend auf der Staatsverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Innerhalb der EU führen Staaten wie Estland, Bulgarien und Luxemburg die Liste mit niedrigen Schuldenquoten an, wobei Estland oft als Spitzenreiter genannt wird. 

Ist Deutschland den USA noch immer verschuldet?

Deutschland ist der zweitgrößte Schuldner der Vereinigten Staaten ; nur Kanada liegt vor Deutschland. Rund 38 Prozent der ausstehenden europäischen Staatsanleihen, die in den USA öffentlich angeboten wurden, stammen aus Deutschland.

Wie viel Schulden ist normal?

Es gibt keine pauschal „normale“ Zahl, da Schulden vom Einkommen, Vermögen und Lebensphase abhängen; Durchschnittswerte zeigen aber, dass private Haushalte in Deutschland durchschnittlich Schulden um die 30.000 bis 40.000 Euro haben, wobei ältere Menschen oft mehr verschuldet sind als Jüngere, und bei Überschuldung die Schulden oft das 26-fache des Nettoeinkommens erreichen können. Wichtiger als die Summe ist die Tragfähigkeit: Kreditraten sollten idealerweise nicht mehr als 30-40 % des Nettoeinkommens ausmachen und ein finanzieller Notgroschen von drei Monatsgehältern vorhanden sein, so KiMaPa. 

Was passiert, wenn Deutschland zu viele Schulden hat?

Wenn Deutschland zu viele Schulden hat, dann merken das viele Bürger. Das kann passieren: • Die Wirtschaft wächst langsamer. Es gibt weniger Arbeit. Straßen und Brücken werden nicht repariert.

War Deutschland im Zweiten Weltkrieg verschuldet?

Deutschland war nach dem Zweiten Weltkrieg auch zur Zahlung von Reparationen verpflichtet. Obwohl die Gesamtschulden auf über 300 Milliarden Dollar geschätzt wurden, war Deutschland laut dem Londoner Abkommen über die deutschen Auslandsschulden von 1952 für die Zahlung von etwa 3 Milliarden Dollar verantwortlich .

Woher kommen die deutschen Schulden?

Deutschland hat Schulden, weil der Staat mehr ausgibt als er einnimmt, was durch Krisen (Finanz-, Corona-), große Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie durch die Finanzierung sozialer Leistungen entsteht; die sogenannten "Schuldenbremse" soll dies zwar begrenzen, doch hohe Ausgaben für Zukunftsinvestitionen (wie Bundeswehr, Klimaschutz) und unerwartete Kosten führen immer wieder zu Neuverschuldung, ähnlich einem privaten Haushalt, der über seine Verhältnisse lebt.
 

Wie viele Schulden hat jeder Deutsche?

Jeder Deutsche trägt rechnerisch rund 31.000 bis über 30.000 Euro Staatsverschuldung (Stand Ende 2024), wobei die genaue Zahl je nach Quelle und Zeitpunkt schwankt, aber der Trend steigend ist; diese Zahl berücksichtigt die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden, umgerechnet auf die Bevölkerung. Die Gesamtverschuldung Deutschlands (Staat + Private) ist deutlich höher und wird oft als Anteil des BIP gemessen, was die finanzielle Last des Landes darstellt, während Einzelpersonen auch eigene private Schulden haben. 

Wer ist der größte Gläubiger der Welt?

Nach mehr als dreißig Jahren löst Deutschland Japan als größten Gläubiger der Welt ab. Das Nettoauslandsvermögen der Deutschen belief sich Ende des vergangenen Jahres auf 3,6 Billionen Dollar.

Steckt Deutschland in finanziellen Schwierigkeiten?

Deutschland durchlebte eine lange Phase wirtschaftlicher Stagnation . Seit Beginn der COVID-19-Pandemie verzeichnete das Land eine der schwächsten Erholungen unter den Industrieländern, und das reale BIP lag 2024 voraussichtlich in etwa auf dem Niveau von 2019. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 stagnierte die Wirtschaft.

Wird Deutschland seine Schulden jemals zurückzahlen?

Nach derzeitigem Stand wird das Jahr 2028 eine Zäsur für den Bundeshaushalt darstellen. Denn das Grundgesetz ist hier vermeintlich klar: Aufgenommene Notlagenschulden müssen getilgt werden. Der aktuell gültige Tilgungsplan sieht eine Tilgung dieser Notlagenschulden im Zeitraum von 2028 bis 2058 vor.

Wer hat mehr Schulden, Deutschland oder die USA?

Die USA haben keine direkten, spezifischen Schulden bei Deutschland in Form eines Kredits, sondern es gibt massive Bestände an US-Staatsanleihen in deutschen Depots, was Deutschland zu einem der größten Gläubiger der USA macht, auch wenn Zahlen variieren und oft die USA als Gläubiger Deutschlands genannt werden. In der Regel sind es private Investoren, Pensionsfonds und Banken in Deutschland, die US-Staatsanleihen kaufen, was die USA verschuldet, jedoch sind die genauen Beträge schwankend und nicht als direkte Staatsverschuldung an Deutschland zu verstehen. 

Welches Land hat die meisten Schulden auf der Welt?

Das Land mit den höchsten absoluten Staatsschulden sind die USA, aber wenn man die Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrachtet, stehen oft Länder wie der Sudan oder Japan an der Spitze, wobei auch Venezuela und Griechenland hohe Schuldenquoten haben. Die Rangfolge ändert sich je nach Messgröße (absolute Summe oder BIP-Verhältnis) und dem genauen Stichtag.