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Wie viele Aramäer gibt es auf der ganzen Welt?

Gefragt von: Dennis Krug-Schade  |  Letzte Aktualisierung: 12. Mai 2026
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Es gibt keine exakte Zahl, aber Schätzungen gehen von mehreren Hunderttausend bis zu über einer Million aramäischsprachigen Menschen weltweit aus, wobei ein Großteil in der Diaspora in Europa und Amerika lebt, während kleinere, aber bedeutende Gruppen noch in der Türkei (rund 20.000), Syrien und dem Irak ansässig sind.

Sind Aramäer Muslime?

Nein, die meisten Aramäer sind Christen (Syrisch-Orthodoxe Kirche, Assyrische Kirche des Ostens), aber es gibt auch eine Minderheit von Aramäern, die Muslime sind, insbesondere in bestimmten Dörfern in Syrien. Aramäer sind eine christliche ethnische Gruppe, die die aramäische Sprache spricht, die auch die Sprache Jesu war, und sie werden oft als "Suryoye" bezeichnet. Historisch gesehen gab es vor dem Islam auch polytheistische aramäische Religionen, aber das Christentum etablierte sich früh und überdauerte trotz Verfolgung bis heute. 

Wo leben die meisten Aramäer auf der Welt?

Die meisten Aramäer leben heute in der europäischen Diaspora, mit der größten Gemeinschaft in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen (Kreis Gütersloh, Ruhrgebiet) und anderen Bundesländern wie Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Ihre historische Heimat ist der Nahe Osten (Südost-Türkei, Nord-Irak, Nordost-Syrien), wo sie als eine alte christliche Minderheit weiterhin leben, jedoch durch Verfolgung stark dezimiert wurden. Auch in den USA und Kanada gibt es große Gemeinden.
 

Waren Aramäer Juden?

Nein, Aramäer und Juden sind zwei unterschiedliche semitische Völker, die sich jedoch historisch überschnitten haben; viele Aramäer wurden Christen, die Sprache (Aramäisch) wurde zur Umgangssprache vieler Juden (z.B. in der Bibel und im Talmud), und heutzutage leben aramäische Christen (und jüdische Sprecher des Aramäischen) in Israel, wo sie teils als eigene Nationalität anerkannt werden, aber die moderne aramäische Identität ist primär christlich-syrisch geprägt, während die jüdischen Aramäer oft mit den jüdischen Wurzeln verbunden sind. 

Sind Aramäer Türken?

Nein, Aramäer sind keine Türken, sondern eine eigene, alteingesessene christliche Volksgruppe (eine semitische Minderheit) mit eigener Sprache und Kultur, die historisch im Südosten der heutigen Türkei (sowie in Syrien, Irak, Iran) beheimatet ist und sich stark von den ethnischen Türken unterscheidet, auch wenn sie heute die türkische Staatsbürgerschaft haben können. Sie werden von den Türken oft als „Süryaniler“ bezeichnet, was sich auf die syrisch-orthodoxe Tradition bezieht, nicht auf die heutige Republik Syrien.
 

Die Geschichte der Aramäer: Vom antiken Syrien bis zur heutigen Diaspora 🌍📜

27 verwandte Fragen gefunden

Woher stammen Aramäer ab?

Aramäer sind ein uraltes, christliches Volk mit Wurzeln in Mesopotamien (heutiger Irak, Syrien, Südosttürkei) und der Levante, die sich selbst als Nachfahren der antiken Aramäer sehen und oft als Suryoye (Aramäer, Assyrer, Chaldäer) bezeichnen. Viele sind aufgrund von Verfolgung in Nahost in die Diaspora ausgewandert, insbesondere nach Europa (Deutschland, Schweden) und in die USA, aber viele leben weiterhin in ihren historischen Siedlungsgebieten und kämpfen um den Erhalt ihrer Kultur und Landrechte.
 

Sind Armenier Weiße?

Die Mehrheit der armenischstämmigen Amerikaner, einschließlich der dort geborenen Bevölkerung, hat ihre Wurzeln im Nahen Osten und Nordafrika. Alle statistischen und vergleichbaren Volkszählungen erfassen Armenier als Nahost- oder Westasiaten (ähnlich wie Iraner). Beispielsweise ordnet die Statistikabteilung der Vereinten Nationen Armenier und Bahrainer den Westasiaten zu.

War Jesus Aramäer?

Nein, Jesus war Jude, nicht Aramäer, aber Aramäisch war seine Muttersprache. Aramäisch war zur Zeit Jesu die verbreitete Umgangssprache in Galiläa und im Nahen Osten, eine verwandte semitische Sprache zu Hebräisch, und Jesus lehrte und betete auf Aramäisch, auch wenn er wahrscheinlich auch Hebräisch und Griechisch sprach.
 

Wo in Deutschland leben die meisten Aramäer?

Die meisten Aramäer in Deutschland leben in Ostwestfalen, insbesondere im Kreis Gütersloh (Städte wie Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Harsewinkel, Verl), das als Zentrum gilt; aber auch in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg gibt es bedeutende Gemeinden. Gütersloh wird oft als die "Hauptstadt" der Aramäer in Deutschland bezeichnet, mit der größten Gemeinde des Landes. 

Ist Aramäisch die älteste Sprache der Welt?

Nein, Aramäisch ist nicht die älteste Sprache der Welt, aber es gehört zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen und hat eine über 3000-jährige Geschichte, die eng mit Jesus verbunden ist, der es sprach und es gilt als eine der ältesten "lebenden" Sprachen der Menschheit, auch wenn Sprachen wie Sumerisch und Ägyptisch ältere schriftliche Zeugnisse haben. 

Welche Länder sind 100% muslimisch?

Indien, Pakistan, Bangladesch, Thailand, Malaysia, Indonesien – Länder in denen zahlreiche Muslime leben.

Was sagt die Bibel über die Aramäer?

Mose 26,5 Da sollst du das Wort ergreifen und vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: »Mein Vater war ein umherirrender Aramäer; und er zog nach Ägypten hinab und lebte dort als Fremdling mit wenigen Leuten, und er wurde dort zu einem großen, starken und zahlreichen Volk.

Wer sind die Aramäer in der Bibel?

Wer waren die Aramäer in der Bibel? Die Aramäer in der Bibel waren eine Reihe rivalisierender Königreiche zum antiken Königreich Israel . Die israelitischen Könige besiegten die Aramäer schließlich im Krieg.

Warum haben Aramäer türkische Nachnamen?

Neu erworbene Familiennamen hätten nach dem Art. 5 der Verordnung über Familiennamen türkisch sein müssen. Aus diesem Grunde seien auch die Aramäer bei der Umsetzung des Gesetzes 2525 gezwungen gewesen, einen türkischen Familiennamen anzunehmen.

Sind Syrer und Aramäer dasselbe?

Beeinflusst von der griechischen Terminologie, entschieden sich die Übersetzer dafür, den altgriechischen Brauch zu übernehmen, die Bezeichnung „Syrisch“ für die Aramäer und ihre Länder zu verwenden und damit die in der hebräischen Bibel verwendeten endonymischen (einheimischen) Begriffe aufzugeben.

Wer war Aram in der Bibel?

Aram (hebräisch אֲרָם ) ist im Tanach der eponyme Stammvater der Aramäer. Nach der Völkertafel der Genesis (1 Mos 10,22) zählt Aram, zusammen mit Elam, Assur, Arpachschad und Lud zu den Söhnen Sems, ist also ein Enkel Noachs.

Sind alle Aramäer Christen?

Die Aramäer in Dschubb-'Adin, As-Sarcha und eine Minderheit in Maalula gehören dem sunnitischen Islam an. Alle drei Dörfer waren vor dem 18. Jahrhundert rein christlich.

Was ist die meist verfolgte Religion in Deutschland?

Insgesamt bekennen sich damit rund 44 Millionen Menschen zum Christentum – mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Die Anzahl der Muslime in Deutschland wurde zuletzt auf etwa 5,5 Millionen geschätzt.

Welche Länder sind ethnisch deutsch?

Die deutschsprachigen Völker – zu denen die Einwohner Deutschlands sowie Österreichs, Liechtensteins und der größten Teile der Schweiz und Luxemburgs, kleinere Gebiete Frankreichs, Belgiens, der Niederlande und Italiens sowie die Überreste deutscher Gemeinschaften in Osteuropa gehören – sind in ihrer ... äußerst heterogen.

War Jesus ein Aramäer?

Er war ein ethnischer Jude . Er wuchs in einem jüdischen Teil der Welt auf, sprach Aramäisch, die Sprache der meisten Juden im 1. Jahrhundert, und nahm an der Religion und Kultur der Juden in seiner Umgebung teil.

Sind Juden Aramäer?

Nein, Aramäer sind keine Juden, aber sie sind ein uraltes semitisches Volk mit gemeinsamen historischen Wurzeln, die oft als Christen der ersten Stunde gelten und die aramäische Sprache sprechen; während Aramäer heute mehrheitlich christlich sind, haben sich auch jüdische Gruppen über Jahrhunderte aramäisch geprägt und Sprachen entwickelt, aber die ethnische und religiöse Identität unterscheidet sich grundlegend. 

Wie nennen Aramäer Gott?

Dabei handelt sich nicht nur um einen Eigennamen Gottes, also lediglich um eine Form der Anrede, sondern um den Begriff "Gott" in seinem vollen Inhalt. So verwenden auch die arabischen Christen für Gott das Wort Allah. Sprachlich besteht ein Zusammenhang mit dem hebräischen Elohim, aramäisch Aloy = Allah = Gott.

Wer ist älter, Armenier oder Türken?

Die Geschichte der Armenier auf dem Gebiet der heutigen Türkei ist weit über 2000 Jahre alt. Nach dem Völkermord zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte vor allem der Pogrom von Istanbul 1955 zu einer großen Auswanderungswelle - heute leben nur noch 70.000 Armenier in der Türkei.

Von wem stammen die Armenier ab?

Die Armenier sind Nachfahren eines Zweigs der Indogermanen . Die antiken griechischen Historiker Herodot und Eudoxus von Rhodos brachten die Armenier mit den Phrygern – die aus Thrakien nach Kleinasien einwanderten – und mit den Völkern des antiken Königreichs in Verbindung, denen die Phryger ihre Herrschaft und Sprache aufzwangen.

Sind Armenier Asiaten oder Europäer?

Armenien wird geografisch meist zu Asien (Vorderasien/Südkaukasus) gezählt, grenzt aber an Europa und hat durch seine Kultur und politische Ausrichtung (Beitritt zum Europarat, EU-Annäherung) auch starke europäische Verbindungen, was oft zu einer Zuordnung zum Kontinenten-Übergang Eurasien führt, aber auch als „Brückenkopf zu Europa“ gesehen wird.
 

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