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Wie viel Wohngeld bekommt man als Hartz 4 Empfänger?

Gefragt von: Viktor Probst-Dietrich  |  Letzte Aktualisierung: 17. April 2026
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Als Hartz-IV-Empfänger (jetzt Bürgergeld) bekommen Sie kein Wohngeld, da Wohngeld eine vorrangige Leistung ist, die Grundsicherungsleistungen wie das Bürgergeld ausschließt – das Jobcenter zahlt stattdessen die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung direkt. Ein gleichzeitiger Bezug ist nicht möglich; stattdessen übernimmt das Jobcenter bei Bürgergeldbezug die Mietkosten, weshalb ein Wechsel zu Wohngeld nur in bestimmten Fällen sinnvoll sein kann, wenn man aus dem Bürgergeld raus möchte, wie Finanznachrichten zum Wohngeld von der bundesregierung.de berichtet.

Kann ich Wohngeld trotz Bürgergeld beantragen?

Ein Gleichzeitiger Bezug von Wohngeld und Grundsicherung, Bürgergeld oder Asylbewerberleistungen ist ausgeschlossen. Das gilt in der Regel auch für BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe und Ausbildungsgeld.

Wie viel zahlt Wohngeld maximal?

Monatlich zahlen sie 1.000 Euro an die Bank für ihre Baufinanzierung und 200 Euro Betriebskosten. Berücksichtigt werden 1.080 Euro als Grundbetrag zuzüglich der Heizkostenkomponente von 225,40 Euro und der Klimakomponente von 39,20 Euro. Der neue Miethöchstbetrag beläuft sich 2025 auf 1.344,60 Euro.

Ist Wohngeld besser als Bürgergeld?

Ob Wohngeld oder Bürgergeld besser ist, hängt von der individuellen Situation ab: Wohngeld ist oft besser, wenn Sie bereits ein Einkommen haben, aber die Miete nicht deckt, da es weniger Auflagen hat und höhere Vermögensfreibeträge ermöglicht; Bürgergeld ist eine umfassendere Leistung, wenn Sie Ihren Lebensunterhalt insgesamt nicht sichern können, aber auch mehr Pflichten und strengere Prüfungen mit sich bringt, da es vorrangig vor dem Wohngeld geprüft wird. 

Was ist der Nachteil von Wohngeld?

Nachteile beim Wohngeld sind der hohe bürokratische Aufwand (Nachweise, Anträge), die zeitliche Begrenzung (meist 12 Monate), der Ausschluss bei Bezug anderer Sozialleistungen wie Bürgergeld (wenn der Lebensunterhalt nicht gedeckt ist) oder bestimmten Vermögensgrenzen, und dass es oft nur für geringe Einkommen reicht, was es für manche unattraktiv macht, so der Sozialverband Deutschland (SoVD) und die Verbraucherzentrale. 

Wohngeld oder Bürgergeld beantragen? Das solltest Du wissen

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Kann das Jobcenter einen zwingen, Wohngeld zu beantragen?

Zunächst einmal: Das Jobcenter kann Sie nicht zwingen, auszuziehen! Von Zwangsumzügen der Jobcenter zu reden ist trotzdem völlig richtig. Denn, wenn Sie nach der Überlegungsfrist nicht mehr die volle Miete vom Jobcenter bekommen, müssen Sie von dem Geld, das ohnehin nicht zum Leben reicht, die Restmiete bezahlen.

Wie viel Wohngeld bekomme ich bei 1000 € netto Rente?

Faustregel: Wer als alleinstehende Person lediglich als Einkommen eine Rente von unter 1000 Euro netto vorweisen kann, wird vom Sozialamt in der Regel kein Wohngeld bekommen, sondern an die staatliche Grundsicherung für Rentner verwiesen.

Wie viel Wohngeld gibt es ab Januar 2025?

Nach der Reformierung lag das Wohngeld bei durchschnittlich 370 Euro monatlich – vor der Wohngeld-Plus Reform waren es gerade einmal durchschnittlich 180 Euro monatlich. In 2025 haben sich durchschnittlich weitere 15 Prozent bzw. 30 Euro monatlich ergeben.

In welchen Fällen wird Wohngeld abgelehnt?

Wohngeld wird abgelehnt, wenn Sie bereits andere Leistungen beziehen, die Unterkunftskosten decken (wie Bürgergeld), Ihr Einkommen oder Vermögen zu hoch ist, Sie BAföG-berechtigt sind, das Wohngeld unter 10 € pro Monat wäre, oder bei falschen Angaben im Antrag. Auch wer mehrere Wohnungen hat oder bestimmte Formvorschriften missachtet, kann keinen Anspruch haben. 

Wie viele Kontoauszüge gibt es für Wohngeld?

Es werden dabei die Kontoauszüge der letzten drei Monate von jedem Konto, das von Mitgliedern der Bedarfsgemeinschaft / Haushaltsgemeinschaft geführt wird, benötigt. Im Einzelfall kann aber auch die Vorlage älterer Kontoauszüge bzw. der Kontoaus- züge über einen längeren Zeitraum gefordert werden.

Wie wird Wohngeld berechnet Beispiel?

Wohngeld wird individuell nach einer Formel berechnet, die Miete/Belastung (M), Gesamteinkommen (Y) und Haushaltsgröße berücksichtigt, plus Klimakomponente und Heizkosten-Pauschalen; wichtig sind Nettoeinkommen (nach Abzug von Freibeträgen), Bruttokaltmiete (inkl. kalter Betriebskosten), Mietstufe des Wohnorts und Haushaltsgröße, wobei ein Online-Rechner (z.B. auf) hilft, aber nur die Behörde verbindlich entscheidet, wobei die Wohngeld-Plus-Reform 2023 die Beträge erhöht hat.
 

Kann man Bürgergeld und Wohngeld zusammen beziehen?

Nein, man kann Bürgergeld und Wohngeld nicht gleichzeitig beziehen, da sie sich gegenseitig ausschließen. Wohngeld hat immer Vorrang: Wer Wohngeld beantragen kann und damit seinen Bedarf deckt, bekommt kein Bürgergeld; wer Bürgergeld bezieht, hat keinen Anspruch auf zusätzliches Wohngeld, weil die Kosten für Unterkunft und Heizung bereits durch das Jobcenter übernommen werden. Sollten Wohngeld und Einkommen nicht ausreichen, prüft das Jobcenter, ob Bürgergeld zusteht.
 

Wie viel Wohngeld bekommt man als Arbeitsloser?

Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bezieht, hat keinen Anspruch auf Wohngeld. Wohngeld ist eine von den Grundsicherungsleistungen (Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende, Sozialgeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Hilfe zum Lebensunterhalt) zu unterscheidende vorrangige Leistung.

Kann ich Wohngeld beantragen trotz Hartz 4?

Sie dürfen keine Sozialleistungen bekommen, die Ihre Wohnkosten bereits berücksichtigen (z.B. Bürgergeld, Grundsicherung oder Hilfe zum Lebensunterhalt). In einigen Fällen, können Sie jedoch aus dem Bezug der Sozialleistung in das Wohngeld wechseln.

Was ist besser, Wohngeld oder Bürgergeld?

Ob Wohngeld oder Bürgergeld besser ist, hängt von Ihrer finanziellen Situation ab: Wohngeld ist besser, wenn Sie ein eigenes Einkommen haben, das aber nicht für die Miete reicht (höhere Vermögensfreibeträge, weniger Auflagen). Bürgergeld ist besser, wenn Sie gar kein Einkommen haben oder Ihr Einkommen so gering ist, dass der Lebensunterhalt komplett nicht gedeckt ist (umfassendere Absicherung). Wohngeld ist vorrangig, aber bei Bedarf können Sie zum Jobcenter wechseln, wenn Wohngeld nicht ausreicht; umgekehrt schließt Bürgergeld einen Anspruch auf Wohngeld aus. 

Wie weiß ich, ob ich Wohngeld bekomme?

Eine rechtsverbindliche Auskunft zu einem eventuellen Wohngeldanspruch kann nur Ihre zuständige Wohngeldbehörde geben. Antragsformulare für Wohngeld erhalten Sie bei der örtlichen Wohngeldbehörde der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung. Dort erhalten Sie auch eine umfassende Beratung.

Wie viel Quadratmeter darf eine Wohnung bei Wohngeld haben?

Wohngeld kann bekommen, wessen Einkommen nicht ausreicht, um selbst die Kosten für den Wohnraum – egal, ob Mietwohnung oder eigene Immobilie – zu tragen. Vorschriften, wie groß eine Wohnung sein darf, gibt es nicht. Auch keine Auflagen vom Jobcenter oder anderen Behörden.

Wird beim Wohngeld Kaltmiete oder Warmmiete berechnet?

Beim Wohngeld wird als Miete die Kaltmiete inklusive der kalten Nebenkosten berücksichtigt. Nicht berücksichtigt werden: Kosten für Heizung, Warmwasser, Haushaltsenergie. Kosten für eine Garage oder einen KFZ-Stellplatz.

Was sind die Nachteile von Wohngeld?

Nachteile beim Wohngeld sind der hohe bürokratische Aufwand (Nachweise, Anträge), die zeitliche Begrenzung (meist 12 Monate), der Ausschluss bei Bezug anderer Sozialleistungen wie Bürgergeld (wenn der Lebensunterhalt nicht gedeckt ist) oder bestimmten Vermögensgrenzen, und dass es oft nur für geringe Einkommen reicht, was es für manche unattraktiv macht, so der Sozialverband Deutschland (SoVD) und die Verbraucherzentrale. 

Wie viel Geld darf man beim Wohngeldantrag auf dem Konto haben?

Die Freigrenzen – derzeit 60.000 Euro für die erste berücksichtigte Person und 30.000 Euro für jede weitere – sind verbindlich. Liegt das verwertbare Vermögen auch nur geringfügig darüber, entfällt der Anspruch auf Wohngeld.