Wie viel Gas hat Österreich selbst?
Gefragt von: Michael Zeller-Schuster | Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2026sternezahl: 4.1/5 (38 sternebewertungen)
Österreich deckt nur einen kleinen Teil seines Gasbedarfs (ca. 8 %) durch eigene Produktion, der Großteil muss importiert werden, aber die Gasspeicher spielen eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit. Die Speicher waren zuletzt (2025) sehr voll (über 85 %), wobei ein erheblicher Teil davon Eigentum österreichischer Kunden ist, aber auch große Mengen ausländischer Händler lagern.
Hat Österreich eigenes Gas?
Erdgas ist ein bundeseigener mineralischer Rohstoff. Österreich kann durch seine eigene Produktion derzeit etwa 8 % des heimischen Bedarfs an Erdgas decken. In Österreich wurde Erdgas erstmals 1844 im Gebiet des Wiener Ostbahnhofes gefunden.
Wie hoch ist der Gasimport Österreichs?
Aktuell lassen die technischen Kapazitäten einen Jahresimport von 185 TWh Gas via Deutschland und Italien in das Marktgebiet Ost (alle Bundesländer außer Tirol und Vorarlberg) zu.
Wie voll sind die Gasspeicher in Österreich?
Am 05. Oktober 2025 lag der Füllstand der Erdgasspeicher in Österreich bei rund 85,29 Prozent der möglichen Gesamtspeicherkapazität. Dies entsprach einem Speicherstand von etwa 86 Terawattstunden Erdgas. Der Füllstand der österreichischen Gasspeicher ist im Laufe eines Jahres Schwankungen unterworfen.
Wem gehört das Gas in Österreichs Speichern?
Etwa die Hälfte der gespeicherten Mengen in Österreich sind im Besitz ausländischer Unternehmen, die vorab nicht festgelegt haben, an wen sie das Gas verkaufen (5).
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Wie viel Gas bekommt Österreich aus Russland?
Österreich erhielt 80 Prozent seiner Gas-Importe aus Russland. Jetzt stoppt Moskau die Lieferungen. Wie viele Gasreserven hat Österreich und welche Alternativen hat das Land? Die österreichischen Gasspeicher sind laut OMV zu rund 90 Prozent voll.
Wo kriegt Deutschland sein Gas her?
Deutschland bezieht sein Erdgas hauptsächlich über Pipelines aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien, während Flüssigerdgas (LNG) zunehmend aus den USA und Katar über eigene und europäische LNG-Terminals (z.B. in Belgien, Frankreich) importiert wird, seit die russischen Lieferungen eingestellt wurden. Norwegen ist seit dem Stopp russischer Lieferungen der wichtigste Lieferant, ergänzt durch die Benelux-Staaten und neue LNG-Importe, wobei die USA führend bei den LNG-Lieferungen sind.
Wer hat in Europa die größten Gasspeicher?
Der größte Erdgasspeicher innerhalb der EU befindet sich im niederländischen Bergermeer, der zweitgrößte im deutschen Rehden.
Ist Gas in Österreich billiger als in Deutschland?
Und in Österreich ist Gas sogar teurer als in Deutschland. In Deutschland liegt der Gaspreis für Verbraucher 2024 bei etwa 9 Cent, in Österreich bei etwa 12 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt ein Haushalt in Deutschland etwa 1.800 Euro, in Österreich 2.400 Euro im Jahr.
Wer bekommt noch russisches Gas?
Auch wenn die EU die Abhängigkeit reduziert, beziehen weiterhin mehrere Mitgliedsstaaten Gas aus Russland, hauptsächlich über Pipelines (z.B. nach Ungarn, Österreich, Slowakei) und als LNG (z.B. nach Spanien, Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande), wobei Russland bei LNG nach den USA der zweitgrößte Lieferant der EU ist und die Lieferungen über Routen wie TurkStream und die Ukraine-Route fließen. Die EU plant, die Importe bis 2027 komplett zu beenden, aber Länder wie Ungarn und die Slowakei bleiben stark abhängig von russischem Pipelinegas.
Warum ist Gas in Österreich so teuer?
Wettbewerb. Die Marktliberalisierung hat in Österreich kaum funktioniert – 114 Netzbetreiber, geringe Entflechtung und ineffiziente Strukturen treiben den Strompreis. Preisbildung. Die Merit-Order macht das teurere Grenzkraftwerk (meist Gas) zum Taktgeber — steigende Gaspreise katapultieren dadurch den Strompreis.
Woher kauft Österreich Gas?
Österreich bekommt Gas vor allem über die Ukraine Route und Nordstream 1 und hier finden die Gasflüsse nach wie vor im normalen Ausmaß statt.
Wie lange gibt es noch Gas in Österreich?
Neubau-Verbot: Seit 2023 dürfen keine neuen Gasheizungen mehr in Neubauten installiert werden. Pflicht zum Austausch: Ab 2035 müssen alle reinen Gasheizungen schrittweise ersetzt werden. Bestandsschutz: Vorhandene Gasheizungen dürfen bis zum Ende ihrer Lebensdauer betrieben werden.
Kann Europa ohne russisches Gas schmerzlos überleben?
Die Erdgasimporte aus Russland in Höhe von 130 Milliarden Kubikmetern innerhalb eines Jahres zu ersetzen, wäre eine große Herausforderung, aber, wie unsere groben Schätzungen zeigen, nicht unmöglich .
Was ist die wichtigste Energiequelle in Österreich?
„Land der Berge, Land am Fluss“, so lautet die österreichische Nationalhymne. Und die Flüsse des Landes spielen eine zentrale Rolle im Stromsystem – Wasserkraftwerke erzeugen über 60 % des österreichischen Stroms. Rund 100 große Wasserkraftwerke und Tausende kleiner Wasserkraftwerke gewährleisten eine stabile Grundversorgung.
Wer besitzt die größten unerschlossenen Gasreserven der Welt?
Mit 1.688 Billionen Kubikfuß verfügt Russland über die größten nachgewiesenen Erdgasreserven der Welt. Sie besitzen 40 % mehr Gas als der Iran und fast das Dreifache der Vereinigten Staaten .
Welches Land in Europa hat die höchsten Gaspreise?
Gaspreise: Schweden am teuersten, Georgien am günstigsten
Die Erdgaspreise für Haushalte gingen im ersten Halbjahr 2025 in Europa stark auseinander. Schweden lag mit 21,30 € je 100 kWh vorn, gefolgt von den Niederlanden (16,2 €) und Dänemark (13,1 €).
Was kostet 1 kWh Gas in Russland?
Der Preis für 1 kWh Gas in Russland für Haushalte liegt bei sehr niedrigen Werten, oft um 0,07 USD oder 5,26 Rubel (Stand 2023), da Russland seine eigenen Bürger stark subventioniert, was ihn zu einem der günstigsten in der Welt macht; es gibt jedoch Preiserhöhungen und regionale Unterschiede.
Wie teuer wird Gas 2025 in Österreich?
CO2-Bepreisung
Jänner 2025 beträgt der gesetzlich festgelegte Preis 55 Euro pro Tonne bzw. 0,9932 Cent pro Kilowattstunde (kWh) netto.
Woher kriegt Deutschland am meisten Gas?
Neben der inländischen Produktion wird knapp 95 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs importiert. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 1.441 Terrawattstunden ( TWh ) Erdgas nach Deutschland importiert (2021: 1.673 TWh ). Die größte Liefermenge stammte mit 33 Prozent aus Norwegen, gefolgt von Russland mit 22 Prozent.
Wer ist die Ölhauptstadt Europas?
Die Stadt Aberdeen , die den Beinamen „Ölhauptstadt Europas“ trägt, hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 keine Treibhausgasemissionen mehr zu verursachen.
Wer ist der größte Erdgasproduzent in der EU?
Rumänien , der mittlerweile größte Erdgasproduzent der EU, verzeichnete 2024 einen Produktionsanstieg von 0,9 % auf 359.943 Terajoule. Es folgten die Niederlande mit einer Primärproduktion von 322.642 Terajoule (ein Rückgang von 18,1 %) und Deutschland mit einer Primärproduktion von 136.227 Terajoule (…).
Kauft Deutschland noch russisches Gas?
Die Importe von russischem Flüssigerdgas (LNG) in die EU stiegen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 19,3 Prozent. Ein wesentlicher Faktor für diesen Anstieg ist das Engagement des deutschen Unternehmens SEFE als aktiver Abnehmer von russischem LNG. SEFE kaufte 2024 58 Lieferungen mit einem Gesamtvolumen von 4,2 Millionen Tonnen. Dies entspricht einer Steigerung um das 6,5-Fache gegenüber 2023.
Wann hat Russland die Gaslieferungen nach Deutschland eingestellt?
Seit dem 18. Juli 2022 lagert die Turbine in Deutschland, da Russland die Einfuhr verweigert. Nach der Wartung wurde der Gasfluss zunächst auf 30 % gedrosselt, in den Folgetagen weiter abgesenkt und Ende August schließlich vollständig eingestellt.
Woher bezieht die Ukraine ihr Gas?
Die Ukraine bezieht ihr Gas hauptsächlich durch sogenannte "Reverse Flows" aus der EU über Polen, Slowakei und Ungarn, um sich von russischem Gas zu lösen, wobei die Quellen nun aus Norwegen, USA (LNG) oder auch Aserbaidschan stammen können, nachdem der russische Transit endete. Seit 2015 kauft die Ukraine direkt kein russisches Gas mehr und nutzt die EU-Infrastruktur, um Gas umzuleiten, das ursprünglich von Russland in die EU geliefert wurde, oder neue Importe zu tätigen.
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