Wie verhalte ich mich beim BEM?
Gefragt von: Herr Rainer Schaller B.A. | Letzte Aktualisierung: 8. Februar 2026sternezahl: 4.2/5 (26 sternebewertungen)
Beim BEM sollten Sie nicht zu Krankheitsursachen oder Diagnosen ins Detail gehen, es sei denn, der Arbeitgeber hat diese direkt verursacht (z.B. Mobbing, Überlastung) – hier ist Schweigen oder eine knappe, höfliche Abwehr („Dazu möchte ich nichts sagen“) ratsam, um sich nicht zu schaden, aber nehmen Sie unbedingt teil, da die Ablehnung eine Kündigung erleichtern kann. Bereiten Sie sich vor, indem Sie über Mögliche Maßnahmen und Lösungen (z.B. Arbeitszeitverkürzung, Hilfsmittel, Umgestaltung) nachdenken und Ihre Bedürfnisse klar kommunizieren.
Was sollte man beim BEM-Gespräch sagen?
Im BEM-Gespräch sollten Sie zurückhaltend sein, nichts zur Diagnose oder privaten Ursachen sagen, aber auf betriebliche Belastungen (Überlastung, schlechte Arbeitsmittel, Lärm, Konflikte) hinweisen, die Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Hören Sie zu, schildern Sie Ihre Wünsche für die Rückkehr und konzentrieren Sie sich auf Lösungen, nicht auf Schuldzuweisungen; im Zweifel lieber schweigen, um sich nicht zu schaden.
Was darf beim BEM-Gespräch gefragt werden?
Vielen Dank für Ihre zusätzlichen Angaben.
- Liegen bei dem Beschäftigten generelle Leistungseinschränkungen vor?
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Fehlzeiten und dem Arbeitsplatz? ...
- Wie kann der Arbeitsplatz umgestaltet werden (Stichwort „leidensgerechter Arbeitsplatz“)? ...
- Was erhofft sich der Beschäftigte vom BEM?
Soll man ein BEM-Gespräch annehmen?
Ja, Sie sollten ein BEM-Gespräch grundsätzlich annehmen, da es freiwillig ist, aber die Teilnahme Ihre Chancen verbessert, Kündigungen zu vermeiden und Arbeitsbedingungen zu verbessern; Lehnen Sie ab, kann dies bei späteren rechtlichen Auseinandersetzungen negativ ausgelegt werden, auch wenn keine direkte Pflichtverletzung vorliegt, weil der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht nachweisen muss und der Arbeitnehmer Mitwirkungspflichten hat, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Nehmen Sie teil, aber nutzen Sie Ihre Rechte, um nur notwendige Informationen preiszugeben und eine Vertrauensperson (Betriebsrat, Anwalt) mitzunehmen.
Wie beginne ich ein BEM-Gespräch?
Das Gespräch beginnt mit einer Begrüßung. Danken Sie den BEM-Berechtigten für ihr Kommen. Drücken Sie Ihre Wertschätzung und Ihr Interesse an deren Gesundheit aus. Bedenken Sie, dass die Themen Gesundheit und Krankheit im Zusammenhang mit der Arbeit sehr sensible Themen sind.
BEM - Die gefährlichste Frage und wie du perfekt reagierst!
26 verwandte Fragen gefunden
Wie laufen BEM Gespräche ab?
Ein BEM-Gespräch (Betriebliches Eingliederungsmanagement) folgt typischerweise einem Ablauf: Einladung, Zustimmung, Informationsaustausch (Ursachen, Arbeitsbedingungen), gemeinsame Lösungsentwicklung (Maßnahmenplanung), Durchführung der Maßnahmen und Evaluation/Abschluss, wobei die Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und die aktive Einbeziehung der/des Beschäftigten zentral sind, oft mit Unterstützung durch Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung oder Experten.
Wie kann ich mich auf ein Gespräch vorbereiten?
Gesprächsvorbereitung bedeutet, Ziele zu definieren (Was will ich erreichen?), den Gesprächspartner zu verstehen, Kernpunkte festzulegen (max. 2-3), Argumente und mögliche Gegenargumente zu sammeln, einen Ablauf (Einleitung, Hauptteil, Ausstieg) zu planen und Notizen zu machen, um Klarheit und Sicherheit zu gewinnen, was den Stress reduziert und den Fokus stärkt, besonders bei schwierigen Themen, wie dieses Video zeigt. Wichtig sind auch Selbstreflexion (Gefühle, Bedürfnisse) und das Einholen von Perspektiven anderer, um eine positive Gesprächsatmosphäre zu schaffen, so dass man nicht nur informiert, sondern auch verbunden kommuniziert.
Kann ein BEM-Gespräch Nachteile haben?
Der einzige Nachteil für Arbeitnehmer im Zusammenhang mit dem BEM-Gespräch ist, dass der Arbeitgeber Kenntnis von einer schwerwiegenden Erkrankung des Beschäftigten erfährt.
Kann man nach einem BEM-Gespräch gekündigt werden?
Ja, man kann nach einem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) gekündigt werden, aber nur, wenn der Arbeitgeber nachweist, dass das BEM ordnungsgemäß durchgeführt wurde, keine milderen Mittel (wie leidensgerechte Versetzung) gefunden wurden, die Kündigung verhältnismäßig ist und die Kündigung nicht verzögert ausgesprochen wurde. Die Ablehnung eines BEM führt zu negativen Konsequenzen in einem Kündigungsschutzprozess, da dem Arbeitgeber dann eine Beweiserleichterung zusteht.
Wen sollte man zum BEM-Gespräch mitnehmen?
Beim BEM-Gespräch müssen mindestens der Arbeitgeber und die betroffene Person teilnehmen; die Person kann zusätzlich eine Vertrauensperson ihrer Wahl (z.B. Kollege, Familienmitglied, Anwalt) mitbringen, und bei Bedarf werden auch der Betriebsrat/Personalrat, die Schwerbehindertenvertretung, der Betriebsarzt, die Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie externe Reha-Träger einbezogen, wobei die Zustimmung der betroffenen Person zu diesen Teilnahmen erforderlich ist.
Wie bereite ich mich auf ein Gespräch mit meinem Chef vor?
Um ein Gespräch mit dem Chef vorzubereiten, sollten Sie Erfolge und Herausforderungen der Vergangenheit, aktuelle Projekte sowie zukünftige Ziele und Entwicklungswünsche strukturieren und mit konkreten Beispielen (Zahlen!) unterlegen, um eine sachliche, lösungsorientierte Diskussion auf Augenhöhe zu ermöglichen. Bereiten Sie sich auch auf Feedback vor und überlegen Sie, wie Sie konstruktiv auf Kritik reagieren, um gemeinsam Lösungen zu finden und die Ergebnisse festzuhalten.
Welche Beispiele gibt es für BEM-Maßnahmen?
CHECKLISTE – Typische Maßnahmen im Einzelfall
- Trainingsmaßnahmen (zum Beispiel Physiotherapie, Rückenschule)
- Stufenweise Wiedereingliederung.
- Arbeitsversuch unter vereinbarten Bedingungen.
- Belastungserprobung und/oder Arbeitstherapie.
- Ergonomische Verbesserung, barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld.
Welche Fragen sind unzulässig?
Fragen zu den Themen wie Partnerschaft und Familienplanung, Gesundheit, Glauben, politische Überzeugung und Gewerkschaftszugehörigkeit, ethnische Herkunft, Vermögen und Vorstrafen sind grundsätzlich nicht erlaubt. Allerdings kann es Ausnahmen geben, wenn die Fragen direkt für die Ausübung der Stelle relevant sind.
Was gehört nicht in ein Mitarbeitergespräch?
Auch wenn das Arbeitsverhältnis gut ist und private Gespräche stattfinden, gehören persönliche Fragen nicht in ein Mitarbeitergespräch. Fragen nach Hobbys oder dem Gesundheitszustand sind irrelevant für die berufliche Leistung.
Wie schätzt du deine Leistung ein?
Im Allgemeinen deckt eine ehrliche Bewertung der folgenden Aspekte die meisten Arbeitsbereiche ab:
- Was habe ich erreicht?
- Womit habe ich mich schwergetan?
- Wie schätze ich meine Arbeitsmoral ein?
- Wie gut kann ich kommunizieren?
- Wie gut kann ich Probleme lösen?
- Wie innovativ bin ich?
- Wie gut bin ich im Delegieren?
Was darf mein Chef über mich erzählen?
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, alle vertraulichen Informationen – insbesondere personenbezogene Daten und Geschäftsgeheimnisse – zu schützen. Er darf solche Daten nur erheben, speichern und weitergeben, wenn eine gesetzliche Grundlage besteht oder eine Einwilligung der betroffenen Person vorliegt.
Was darf man beim BEM-Gespräch nicht sagen?
Beim BEM-Gespräch sollte man keine Diagnosen, Krankheitsverläufe oder private Ursachen nennen und auch keine Forderungen stellen, ohne sie zu begründen; stattdessen sollte man sich auf arbeitsplatzbezogene Probleme wie Arbeitszeit, Belastung oder Ergonomie konzentrieren, da private Details dem Arbeitgeber Munition liefern können und Sie nicht verpflichtet sind, tiefe Einblicke in Ihre Gesundheit zu geben, sondern nur eine leidensgerechte Lösung finden wollen.
Wie viele BEM-Gespräche vor Kündigung?
Lehnt hingegen ein Arbeitnehmer eine Teilnahme an einem bEM ab, spricht dies dagegen, dass durch ein bEM mildere Mittel als die Kündigung hätten identifiziert werden können. Das bEM ist keine formale Voraussetzung einer Kündigung. Ohne vorausgegangenes bEM ist eine Kündigung nicht per se unwirksam.
Wie verhalte ich mich im BEM-Gespräch?
Im BEM-Gespräch sollten Sie vorbereitet, kooperativ und lösungsorientiert auftreten, aber keine Details zu Ihrer Krankheit preisgeben, es sei denn, Arbeitsbedingungen waren ursächlich. Bleiben Sie ruhig, hören Sie aktiv zu, zeigen Sie Engagement für die Wiedereingliederung und fokussieren Sie auf zukünftige Lösungen und die Verbesserung Ihrer Arbeitsfähigkeit, statt auf Probleme zurückzublicken. Ihre aktive Teilnahme ist wichtig, da alles Ihre Zustimmung erfordert, aber Sie müssen sich nicht zu Krankheitsdetails äußern.
Ist ein BEM positiv oder negativ?
Ein BEM kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben und die Entscheidung dafür sollte daher sorgfältig abgewogen werden. Einer der größten Vorteile des BEM für Arbeitnehmer*innen ist die Möglichkeit der Unterstützung bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz.
Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezählt wird?
Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezahlt wird? Dabei kommt es darauf an, ob Sie wegen derselben Krankheit oder wegen einer anderen Erkrankung arbeitsunfähig werden: Ist dieselbe Krankheit wie beim ersten Mal der Grund, müssen mind. 6 Monate dazwischen liegen.
Was darf der Arbeitgeber nicht vom Arbeitnehmer fordern?
Ihr Chef darf nicht von Ihnen fordern, private Dinge zu berichten, die Sie nicht von sich aus erzählen würden. Jeder Mitarbeiter hat ein Recht auf Privatsphäre und die ist außerdem auch durch das deutsche Rechtssystem geschützt.
Wie fängt man am besten Gespräche an?
Die 10 Erfolgsregeln für eine gute Gesprächsführung
- Seien Sie präsent. ...
- Seien Sie nicht arrogant. ...
- Stellen Sie offene Fragen. ...
- Bleiben Sie im Gesprächsfluss. ...
- Seien Sie nicht allwissend. ...
- Stellen Sie sich nicht mit Ihrem Gesprächspartner gleich. ...
- Wiederholen Sie sich nicht. ...
- Verlieren Sie sich nicht in Details.
Was sollte man beim Mitarbeitergespräch sagen?
Im Mitarbeitergespräch sollten Sie Ihre Leistungen und Erfolge mit konkreten Beispielen darstellen, Herausforderungen benennen, konstruktives Feedback geben und erhalten, sowie Ihre Entwicklungsziele und Wünsche (z.B. Weiterbildung, Gehalt) offen und sachlich ansprechen, um Ihre Karriere aktiv zu gestalten. Seien Sie lösungsorientiert, hören Sie aktiv zu, nutzen Sie die Ich-Form und dokumentieren Sie die Ergebnisse, um das Gespräch zu Ihrem Vorteil zu machen.
Was sind gute Fragen für ein Gespräch?
Gute Fragen für dein nächstes Gespräch
- Was ist das Interessanteste, das du in letzter Zeit gelesen hast?
- Was ist im Moment dein wichtigstes Ziel?
- Wer war dein*e Held*in, als du klein warst?
- Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
- Was ist das Letzte, das du gelernt hast?
Wann kommt die neue PS 6 raus?
Wie heißt Lena auf Russisch?