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Wie trete ich aus der evangelischen Kirche aus?

Gefragt von: Ludwig Marquardt B.Eng.  |  Letzte Aktualisierung: 25. Mai 2026
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Um aus der evangelischen Kirche auszutreten, müssen Sie persönlich beim zuständigen Standesamt oder Amtsgericht erscheinen, sich mit einem gültigen Ausweis (Personalausweis/Reisepass) identifizieren und eine mündliche oder schriftliche Austrittserklärung abgeben; die Gebühren liegen oft bei etwa 30 Euro, und danach entfällt die Kirchensteuerpflicht mit dem Ende des Monats des Austritts. Kinder ab 14 Jahren können selbst austreten, jüngere Kinder nur mit Zustimmung der Sorgeberechtigten, wobei aber ab 12 Jahren die Zustimmung des Kindes entscheidend ist.

Was ist der Nachteil, wenn man aus der Kirche austritt?

Nachteile eines Kirchenaustritts sind der Verlust sozialer Bindungen und Gemeinschaft, der Wegfall kirchlicher Leistungen (z.B. Patenschaften, kirchliche Trauungen, kirchliche Bestattungen), mögliche Kritik im sozialen Umfeld, sowie eingeschränkte Jobchancen bei kirchlichen Trägern, obwohl man in der Regel weiterhin Gottesdienste besuchen kann, aber keine Sakramente mehr empfängt. Die formalen Schritte sind mit einem Gang zum Amt und einer kleinen Gebühr verbunden.
 

Was kostet es, aus der evangelischen Kirche auszutreten?

Für den Kirchenaustritt werden je nach Bundesland Gebühren fällig. Diese belaufen sich in der Regel auf 30,00 Euro. Bei dem Betrag handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Geldleistung, die für die Bearbeitung des Kirchenaustritts in Form von Personaleinsatz sowie Material- und Sachkosten fällig wird.

Warum muss ich Kirchensteuer zahlen, obwohl ich ausgetreten bin?

Eine Kirchensteuer trotz Austritt kann also nicht anfallen; es sei denn, das Finanzamt hat den Austritt dem Arbeitgeber nicht rechtzeitig gemeldet. Bei Ehepaaren kann nach dem Austritt eines Partners bzw. einer Partnerin allerdings das Besondere Kirchgeld fällig sein, das eine besondere Form der Kirchensteuer ist.

Wann am besten aus der Kirche austreten?

Den besten Zeitpunkt für den Kirchenaustritt gibt es nicht pauschal, aber finanziell ist es optimal, am 1. eines Monats auszutreten, da die Kirchensteuerpflicht mit Ablauf dieses Monats endet und Sie so maximal einen Monat lang zahlen, statt bis zum Monatsende. Der Austritt ist sofort wirksam, aber die Kirchensteuerpflicht endet erst mit dem Monatsende, in dem der Austritt erklärt wurde. Kümmern Sie sich darum, wenn Sie sich persönlich von der Kirche losgelöst fühlen oder die Steuerersparnis Ihnen wichtig ist. 

Aus Kirche austreten - Diese 6 Punkte sollten Sie wissen!

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Welche Folgen hat ein Austritt aus der Kirche?

Ein Kirchenaustritt führt hauptsächlich zum Verlust der Kirchensteuerpflicht und damit verbundenen kirchlichen Rechten, wie dem Empfang von Sakramenten (Taufe, Abendmahl, Beichte), kirchlichen Trauungen und Beerdigungen, sowie der Möglichkeit, Taufpate zu werden; zivilrechtliche Folgen bestehen meist keine, aber bei kirchlichen Arbeitgebern kann die Mitgliedschaft eine Voraussetzung sein. 

Ist es eine Sünde, eine Kirche zu verlassen?

Der Austritt aus einer Kirche sollte nur mit angemessener Trauer und Reue erfolgen. Er sollte nicht mit einer sündhaften oder verbitterten Haltung geschehen , ungeachtet der eigenen Erfahrungen. Er sollte nicht lieblos vollzogen werden. Und er sollte nicht ohne große Bemühungen erfolgen, die Missstände zu beheben.

Wie viel Geld hat man mehr, wenn man aus der Kirche austritt?

Wenn Sie aus der Kirche austreten, entfällt die Kirchensteuer, aber auch der steuerliche Vorteil. Die tatsächliche Ersparnis ergibt sich aus der Differenz: Gezahlte Kirchensteuer: 600 Euro. Steuerliche Entlastung durch Abzug: 155 Euro.

Ist eine kirchliche Beerdigung trotz Kirchenaustritt möglich?

Eine kirchliche Beerdigung trotz Kirchenaustritt ist grundsätzlich nicht vorgesehen, da der Austritt den Verzicht auf kirchliche Dienste signalisiert, aber in begründeten Ausnahmefällen durch die jeweilige Kirchengemeinde oder den Pfarrer möglich ist, insbesondere aus seelsorgerischen Gründen, um den Willen der Angehörigen zu berücksichtigen oder wenn der Verstorbene sich nicht explizit dagegen ausgesprochen hat (insbesondere bei Katholiken). Die Entscheidung liegt letztendlich beim zuständigen Pfarrer oder der Gemeinde; Gespräche mit dem Pfarrer vor Ort sind der wichtigste Schritt, um die Möglichkeiten für eine Abschiednahme im kirchlichen Rahmen zu klären, auch wenn dies eine Spende erfordern kann. 

Wie lange dauert es, bis die Kirchensteuer nach dem Kirchenaustritt nicht mehr abgezogen wird?

Mit Ablauf des Monats, in dem der Austritt wirksam wird (dies kann 1-2 Monate dauern), endet die Kirchensteuerpflicht. Ab dem nachfolgenden Monat müssen Sie keine Kirchensteuer mehr zahlen.

Was muss man tun, um aus der evangelischen Kirche auszutreten?

Der Austritt aus der evangelischen Kirche im Amtsgericht erfolgt durch eine Erklärung, die schriftlich in öffentlich beglaubigter Form abgegeben wird. Erfolgt der Kirchenaustritt über einen Notar, wird dieser durch eine Niederschrift der Urkundsbeamtin bzw. des Urkundsbeamten festgehalten.

Wie hoch ist die Prognose für die Kirchenaustritte im Jahr 2024?

Die Prognose für Kirchenaustritte in Deutschland zeigt einen anhaltenden, wenn auch leicht rückläufigen Trend im Vergleich zu den Höchstständen 2022, mit weiterhin hohen Zahlen (rund 645.000 im Jahr 2024) und einem Gesamtmitgliederverlust von etwa 1,1 Millionen bis 2024, was den Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung auf unter 46 % drückt; langfristig wird ein starker Mitgliederschwund erwartet, da Umfragen zeigen, dass die Bereitschaft, Mitglied zu bleiben, sinkt und die Bedeutung sozialer Arbeit als Grund für die Mitgliedschaft wächst, was die Kirchen vor große Herausforderungen stellt. 

Was darf man nach einem Kirchenaustritt nicht mehr?

Nach einem Kirchenaustritt darf man nicht mehr kirchlich heiraten, Patenamt übernehmen, kirchlich beerdigt werden oder Sakramente empfangen, verliert den Anspruch auf kirchlichen Religionsunterricht und muss keine Kirchensteuer mehr zahlen; man bleibt aber Teil der Kirche durch die Taufe und kann weiterhin Gottesdienste besuchen (aber keine Sakramente empfangen), wobei es bei kirchlichen Arbeitgebern arbeitsrechtliche Konsequenzen geben kann. 

Warum sollte man in der Kirche bleiben?

Im christlichen Glauben bewahrt die Kirche eine Wahrheit, die Menschen sich nicht selber sagen können. Daraus ergeben sich Maßstäbe für ein verantwortungsbewusstes Leben. In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet. Die Kirche begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod.

Welche Nachteile hat eine Beerdigung nach dem Kirchenaustritt?

Der Hauptnachteil beim Kirchenaustritt bezüglich der Beerdigung ist der Verlust des automatischen Anspruchs auf eine kirchliche Trauerfeier; in der Regel werden Ausgetretene nicht im Rahmen eines Gottesdienstes beerdigt, was für gläubige Angehörige eine emotionale Belastung darstellen kann, da der Wunsch besteht, den Verstorbenen "in die Hand Gottes zu übergeben". Es können sich auch Schwierigkeiten ergeben, wenn der Verstorbene auf einem kirchlichen Friedhof begraben werden möchte, wo bereits Angehörige liegen, da hier ein Hindernis bestehen kann, obwohl kommunale Friedhöfe immer eine Alternative bieten.
 

Welche Nachteile habe ich, wenn ich aus der Kirche austrete?

Nachteile beim Kirchenaustritt sind der Verlust der Gemeinschaft, der Ausschluss von kirchlichen Amtshandlungen (wie kirchliche Trauung, Taufe, Beerdigung), der Verlust der Patenschaft, mögliche Probleme bei der Jobsuche bei kirchlichen Trägern und Kritik im sozialen Umfeld, während der größte Vorteil die Wegfall der Kirchensteuer ist, wobei man beachten muss, dass man dadurch auch den steuerlichen Vorteil der Sonderausgabenabzug verliert.
 

Was kostet eine Beerdigung, wenn man nicht in der Kirche ist?

Kosten einer anonymen Bestattung

Eine anonyme Feuerbestattung ist beispielsweise bereits ab etwa 2.000 Euro möglich. Grundsätzlich fallen bei einer anonymen Bestattung keine Kosten für ein Grabmal und die spätere Grabpflege an. Je nach Bestattungsart und Ort können die Kosten dennoch stark abweichen.

Kann ich trotz Kirchenaustritt Gottesdienste besuchen?

Ja, man darf auch nach einem Kirchenaustritt weiterhin Gottesdienste besuchen, denn diese sind öffentliche Veranstaltungen, zu denen jeder eingeladen ist, auch Nicht-Mitglieder oder Ausgetretene. Der Austritt beendet die Mitgliedschaft und die Kirchensteuerpflicht, aber nicht das Recht, die Kirche als Gebäude zu nutzen und an öffentlichen Gottesdiensten teilzunehmen, wobei der Empfang der Sakramente (wie Abendmahl oder Taufe) jedoch nicht mehr möglich ist. 

Warum muss ich Kirchensteuer nachzahlen, obwohl ich ausgetreten bin?

Kirchensteuer trotz Austritt: Kirchensteuer zurückfordern nach Austritt. Eine Rückzahlung der Kirchensteuer kann durch einen Kirchenaustritt möglich sein; denn die Kirchensteuerpflicht endet mit dem Kirchenaustritt. Somit entfällt auch die Verpflichtung zur Kirchensteuerzahlung ab dem Monat nach dem Kirchenaustritt.

Was muss ich bezahlen, wenn ich aus der Kirche austrete?

Was muss ich zahlen, wenn ich aus der Kirche austrete? Beim Kirchenaustritt fallen je nach Bundesland unterschiedliche Gebühren an, die meist zwischen 25 und 60 Euro liegen. Die genaue Höhe richtet sich nach der zuständigen Behörde – meist dem Standesamt oder Amtsgericht.

Wie heißt man, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist?

Jemand, der aus der Kirche ausgetreten ist, wird meistens als konfessionslos oder konfessionsfrei bezeichnet, da er keiner Religionsgemeinschaft mehr angehört, aber immer noch gläubig sein kann. Ein formellerer Begriff, der den Abfall von der Religion beschreibt, ist Apostat, und der Vorgang selbst wird Apostasie genannt, was aber eher eine religiöse oder philosophische Beschreibung ist. 

Warum verlassen immer mehr Menschen die Kirche?

Viele Menschen treten aus der Kirche aus, weil sie die Kirchensteuer sparen wollen, keine persönliche Relevanz mehr in der Institution sehen, durch Missbrauchsskandale das Vertrauen verloren haben oder sich durch die Kirche nicht mehr repräsentiert fühlen (z.B. durch konservative Haltungen). Oft ist es eine Kombination aus finanziellen Motiven und einer wachsenden Distanz zum Glauben oder der Institution, verstärkt durch die Individualisierung der Gesellschaft. 

Ist es eine Sünde, wenn man nicht jeden Sonntag in die Kirche geht?

Müssen oder dürfen? Mir ist bewusst, dass die Kirche von Sonntagspflicht spricht und lehrt, dass jemand eine Sünde begeht, wenn er bzw. sie ohne einen triftigen Grund sonntags nicht am Gottesdienst teilnimmt.

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