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Wie stellt ein Arzt Burnout fest?

Gefragt von: Bettina Braun  |  Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2026
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Ein Arzt stellt Burnout durch eine Kombination aus ausführlichen Gesprächen über Symptome (Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentration), die Erfassung der Lebenssituation, den Einsatz standardisierter Fragebögen (wie dem MBI) und körperlichen Untersuchungen fest, um organische Ursachen (z. B. Schilddrüsenprobleme) auszuschließen. Da es keine einzelne Diagnosemethode gibt, wird oft an Fachärzte (Psychiater, Psychotherapeuten) überwiesen, um eine genaue Diagnose zu erhalten, da Burnout oft mit Depressionen und Angststörungen einhergeht.

Wie bekommt man eine Burnout-Diagnose?

Eine Burnout-Diagnose erfolgt durch einen Arzt oder Psychotherapeuten anhand von Symptomen wie emotionaler Erschöpfung, Zynismus/Distanz zur Arbeit und verminderter Leistungsfähigkeit, oft mittels standardisierter Fragebögen, wobei körperliche Ursachen und Depressionen ausgeschlossen werden müssen, da Burnout im ICD-11 als arbeitsbezogenes Syndrom definiert ist, aber keine eigenständige Krankheit darstellt, aber zu einer Depression führen kann.
 

Wie diagnostizieren Ärzte Burnout?

Der Zustand ist nicht medizinisch diagnostizierbar . Burnout kann jedoch die körperliche und seelische Gesundheit beeinträchtigen, wenn er nicht erkannt oder behandelt wird. Er hindert die Produktivität und führt zu Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, des Zynismus und der Verbitterung.

Kann der Hausarzt Burnout feststellen?

Ja, ein Hausarzt kann einen Burnout diagnostizieren, ist oft der erste Ansprechpartner und kann eine erste Krankschreibung ausstellen, schließt aber meist körperliche Ursachen aus und überweist dann an Spezialisten wie Psychotherapeuten oder Psychiater, da Burnout oft als Zusatzdiagnose neben anderen psychischen Störungen wie Depressionen auftritt. Der Arzt erhebt die Krankengeschichte, führt körperliche Untersuchungen durch und nutzt Fragebögen, um andere Erkrankungen auszuschließen und den Schweregrad zu beurteilen.
 

Wie stellen Ärzte Burnout fest?

Symptome von Burnout bei Ärzt:innen

med. Clemens Boehle. Erste Symptome der physischen und psychischen Erschöpfung sind häufig Schlafstörungen, ein zunehmend kreisendes Gedankenkarussell, Konzentrationsstörungen oder auch häufigere Infekte.

Burnout erkennen: 3 Alarmzeichen, auf die wir Alle achten sollten! (wichtige Tipps vom Arzt)

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Wie sage ich dem Arzt, dass ich eine Auszeit brauche?

Um dem Arzt zu sagen, dass Sie eine Auszeit brauchen, beschreiben Sie ehrlich Ihre Erschöpfung und Symptome (z.B. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Überforderung), nutzen Sie Formulierungen wie "Ich fühle mich ausgebrannt und brauche eine Auszeit" oder "Ich schaffe es nicht mehr, mich zu erholen", und bitten Sie um eine gründliche Untersuchung, um körperliche Ursachen auszuschließen, was dem Arzt hilft, eine Krankschreibung auszustellen.
 

Wie lange darf ein Hausarzt bei Burnout krankschreiben?

Ihr Hausarzt schreibt Sie bei Burnout zunächst oft für 2 bis 4 Wochen krank, kann aber je nach Schwere der Symptome auch längerfristig krankschreiben, wobei die Dauer individuell festgelegt wird und oft eine Überweisung zum Facharzt erfolgt, der die Therapie begleitet und die Krankschreibung verlängern kann. Die Gesamtdauer kann Wochen bis Monate betragen, da Burnout eine ernsthafte Erkrankung ist und eine ausreichende Heilung wichtig ist, um Rückfälle zu vermeiden.
 

Kann man Burnout im Blut nachweisen?

Nein, einen spezifischen "Burnout-Marker" gibt es im Blut nicht, aber eine Blutuntersuchung kann Indikatoren für chronischen Stress und die Folgen aufzeigen, wie z.B. veränderte Cortisol-Werte (Stresshormon), Entzündungsparameter (CRP), Eisenmangel, Vitaminmangel (z.B. Vitamin D, B12) oder Schilddrüsenfunktionsstörungen (z.B. TSH), die ähnliche Erschöpfungssymptome verursachen können. Ein Arzt kombiniert diese Laborergebnisse mit psychologischen Fragebögen und klinischen Symptomen für eine ganzheitliche Diagnose. 

Was besagt die 42%-Regel für Burnout?

42 % – so viel Zeit brauchen Ihr Körper und Ihr Gehirn im Ruhezustand. Das sind etwa 10 Stunden von 24 Stunden . Indem wir dem Ruhen Priorität einräumen, können wir unsere Stressbewältigung verbessern, das Burnout-Risiko senken und unser allgemeines Wohlbefinden steigern.

Wie lange dauert die Auszeit bei Burnout?

Eine Burnout-Auszeit dauert individuell sehr unterschiedlich, oft mehrere Wochen bis Monate (durchschnittlich 1–3 Monate Krankschreibung), kann bei schweren Fällen aber auch bis zu einem Jahr oder länger dauern, inklusive längerer Reha-Aufenthalte (ca. 3–6 Wochen) und langsamer Wiedereingliederung, die oft 4–8 Wochen umfasst, bis vollständige Genesung erreicht ist.
 

Was passiert nach einer Burnout-Diagnose?

Nach einer Burnout-Diagnose geht es darum, die Ursachen zu behandeln und neue Bewältigungsstrategien zu lernen; der erste Schritt ist der Gang zum Hausarzt für eine Überweisung, gefolgt von Therapie (Psychotherapie, Coaching) und Lebensstiländerungen wie Stressreduktion, Grenzen setzen, gesunde Ernährung und mehr Bewegung, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. 

Was sind die Diagnosekriterien für Burnout?

Definition von Burnout

Laut DGPPN basiert die in Forschung und Praxis am häufigsten verwendete Definition auf der Symptomtrias (1) emotionale Erschöpfung, (2) Depersonalisation und (3) verminderte Arbeitsleistung .

Welche innere Leere ist ein Symptom von Burnout?

Viele Burn-out-Patienten empfinden kaum noch Freude und verspüren eine innere Leere. Sie haben häufig das Gefühl, dass alles sinnlos ist. Die Symptome können einer Depression sehr ähnlich sind. Daher ist eine sorgfältige Diagnostik nötig, um ein Burn-out von einer Depression zu unterscheiden.

Wie verhält sich ein Mensch mit Burnout?

Betroffene sehen sich häufig in einem Zustand totaler Erschöpfung. Meist leiden sie unter Schlafstörungen, andauernder Müdigkeit und Energiemangel. Weiterhin werden oft Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Entscheidungsunfähigkeit und verringerte Initiative und Phantasie beschrieben.

Woher weiß ich, ob ich Burnout habe?

Um Burnout zu erkennen, achten Sie auf Anzeichen wie chronische Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Zynismus, Rückzug von sozialen Kontakten und verminderte Leistungsfähigkeit, oft gepaart mit körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Problemen. Es beginnt schleichend mit Überforderung, gefolgt von Desillusionierung, Frustration bis hin zu innerer Leere und dem Gefühl, das Leben nicht mehr steuern zu können, was eine Abgrenzung zu Depressionen erschweren kann, aber oft an berufliche oder private Belastungen geknüpft ist.
 

Warum ist mir alles zu viel?

Wenn dir alles zu viel wird, liegt es oft an einer Kombination aus Überlastung durch zu viele Aufgaben und mentale Belastungen (Mental Load), Perfektionismus, mangelndem Setzen von Grenzen (Nein-Sagen), Schlafmangel, Leistungsdruck und fehlenden Pausen, was zu Gedankenchaos, Stress und Erschöpfung führt und sich körperlich wie psychisch äußern kann. Auch körperliche Mangelerscheinungen (z.B. Eisen-, Vitaminmangel) oder äußere Faktoren wie Nachrichten können eine Rolle spielen. 

Wie lange ist man frei bei Burnout?

Eine Burnout-Auszeit dauert individuell sehr unterschiedlich, oft mehrere Wochen bis Monate (durchschnittlich 1–3 Monate Krankschreibung), kann bei schweren Fällen aber auch bis zu einem Jahr oder länger dauern, inklusive längerer Reha-Aufenthalte (ca. 3–6 Wochen) und langsamer Wiedereingliederung, die oft 4–8 Wochen umfasst, bis vollständige Genesung erreicht ist.
 

Wie viele Burnout Stufen gibt es?

In der Fachliteratur wurde der Begriff "Burnout" das erste Mal im Jahr 1974 von Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger eingeführt. Er beschrieb dabei 12 Phasen. Mittlerweile existieren unterschiedliche Burnout-Phasenmodelle, von denen bislang noch keines wissenschaftlich bestätigt wurde.

Was ist erlaubt bei Burnout?

Burnout-Krankschreibung: Was ist erlaubt? Auch bei Burnout-Erkrankungen und einer deshalb erfolgten Krankschreibung gilt: Erlaubt ist alles, was der Gesundheit und der Genesung zuträglich ist. Dazu können durchaus gesellige Dinge, lange Spaziergänge oder Sport gehören.

Wie erkläre ich meinem Arzt, dass ich Burnout habe?

Um Ihrem Arzt Burnout zu erklären, beschreiben Sie ehrlich Ihre körperlichen und seelischen Symptome, wie ständige Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit und emotionale Leere, die oft mit der Arbeit zusammenhängen, und äußern Sie klar den Wunsch nach Entlastung und einer Auszeit, um körperliche Ursachen auszuschließen. Bereiten Sie sich vor, indem Sie Ihre Beschwerden notieren, und bitten Sie um eine umfassende Untersuchung, um sicherzustellen, dass es sich nicht um etwas anderes handelt, da der Hausarzt ein guter erster Ansprechpartner ist und Überweisungen zu Spezialisten ausstellen kann. 

Welche Blutwerte zeigen Erschöpfung an?

Bei Erschöpfungssyndromen (Fatigue) werden oft Blutwerte wie Eisen (Ferritin, Transferrin), Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4), Vitamine (B12, D, Folsäure), Cortisol, Entzündungsparameter (CRP) und ein großes Blutbild untersucht, um Mängel, Anämie, Schilddrüsen- oder Nebennierenprobleme und Entzündungen als Ursachen auszuschließen oder zu finden, da es keinen einzelnen spezifischen Bluttest für chronische Erschöpfung gibt. 

Wie diagnostiziert ein Hausarzt Burnout?

Ja, ein Hausarzt kann einen Burnout diagnostizieren, ist oft der erste Ansprechpartner und kann eine erste Krankschreibung ausstellen, schließt aber meist körperliche Ursachen aus und überweist dann an Spezialisten wie Psychotherapeuten oder Psychiater, da Burnout oft als Zusatzdiagnose neben anderen psychischen Störungen wie Depressionen auftritt. Der Arzt erhebt die Krankengeschichte, führt körperliche Untersuchungen durch und nutzt Fragebögen, um andere Erkrankungen auszuschließen und den Schweregrad zu beurteilen.
 

Ist es möglich, wegen Burnout früher in Rente zu gehen?

Eine Rente wegen Burnout (Frührente) ist möglich, wenn die Erkrankung die Erwerbsfähigkeit erheblich einschränkt, aber allein der Begriff "Burnout" reicht oft nicht aus; es braucht konkrete medizinische Nachweise für eine Einschränkung von unter 3 Stunden täglich für die gesetzliche Rente oder unter 50 % für die private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), wobei der Nachweis bei psychischen Leiden schwierig ist und umfassende Dokumentation sowie oft spezialisierte Rechtsberatung erfordern kann. 

Wie lange dauert die Auszeit bei Erschöpfung?

„Je intensiver ein Burn-out ausgeprägt ist, desto länger dauert die Regeneration", erklärt Dr. Hagemann. Bei leichteren Symptomen genügt es manchmal schon, ein paar Tage zu pausieren. Sind die Beschwerden intensiv, so kann es Monate oder sogar bis zu ein, zwei Jahre dauern.

Soll man mit Burnout arbeiten?

Nein, bei einem Burnout sollte man grundsätzlich nicht weiterarbeiten, da die Betroffenen meist nicht mehr voll arbeitsfähig sind und die Symptome sich verschlimmern würden; eine Pause zur Erholung, professionelle Hilfe (Therapie) und eine langsame, stufenweise Wiedereingliederung mit angepasstem Pensum sind entscheidend, um Rückfälle zu vermeiden und die Belastbarkeit wiederherzustellen.