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Wie lange muss ich Ehegattenunterhalt zahlen?

Gefragt von: Daniela Hildebrandt-Eder  |  Letzte Aktualisierung: 24. Februar 2026
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Die Dauer des Ehegattenunterhalts hängt davon ab, ob es sich um Trennungsunterhalt (bis zur Scheidung) oder nachehelichen Unterhalt (nach der Scheidung) handelt; Trennungsunterhalt endet mit der rechtskräftigen Scheidung, während der nacheheliche Unterhalt individuell nach Bedarf und Gründen (z.B. Kinderbetreuung, Alter, Krankheit, ehebedingte Nachteile) festgelegt wird und befristet oder sogar unbefristet sein kann, wobei er mit Wiederheirat erlischt.

Wie lange muss der Ehemann Unterhalt an die Frau zahlen?

Die Dauer des Unterhalts für die Ex-Frau hängt stark vom Einzelfall ab, wobei der Trennungsunterhalt bis zur Scheidung gezahlt wird und danach der nacheheliche Unterhalt beginnt, der je nach Betreuung der Kinder, Ehedauer, Alter, Gesundheitszustand und Wiedereingliederung ins Berufsleben befristet oder auch unbefristet sein kann – oft wird der Unterhalt an die Kinderbetreuungszeit (mindestens bis zum 3. Geburtstag des Kindes) gekoppelt, aber auch ein lebenslanges Recht bei altersbedingter Erwerbsunfähigkeit ist möglich, wie die Aachener Kanzlei für Familienrecht und die Kanzlei Hasselbach betonen. 

Wie lange muss ein Ehegatte nach der Scheidung Unterhalt zahlen?

Nach der Scheidung gibt es Ehegattenunterhalt (nachehelicher Unterhalt) nur in Ausnahmefällen, wenn ein Partner seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann, z.B. wegen Kinderbetreuung, Krankheit oder Alter (Erwerbslosigkeit/Altersteilzeit). Der Anspruch basiert auf Gründen wie Kinderbetreuung (mindestens bis 3 Jahre nach Geburt), Betreuungsunterhalt, Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit oder Aufstockungsunterhalt bei Einkommensunterschieden, wobei die Höhe meist nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet wird (ca. 43-45% des bereinigten Nettoeinkommens des Zahlenden abzüglich Selbstbehalt) und zeitlich befristet sein kann, außer bei ehebedingten Nachteilen. 

Wie lange hat man Anspruch auf nachehelichen Unterhalt?

Die Dauer des nachehelichen Unterhalts ist nicht pauschal festgelegt, sondern hängt vom Einzelfall ab, orientiert sich aber oft an der Ehedauer (z.B. 1/3 bis 1/4 der Ehezeit) und zielt auf Ausgleich ehelicher Nachteile, kann aber durch Befristung oder Ausschluss (z.B. bei Wiederheirat, neuer Lebensgemeinschaft, Fehlverhalten) begrenzt werden. Hauptgründe für eine Befristung sind die Wiederherstellung der Eigenverantwortung des Bedürftigen, während unbefristeter Unterhalt bei Alter, Krankheit oder längerer Kinderbetreuung möglich ist.
 

Wann erlischt der Anspruch auf Ehegattenunterhalt?

Der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt erlischt mit der Wiederverheiratung, der Begründung einer Lebenspartnerschaftoder dem Tod des Berechtigten. Beim Versterben des Unterhaltspflichtigen erlischt der Unterhaltsanspruch hingegen nicht. Die Verpflichtung geht vielmehr auf dessen Erben über.

Die Berechnung von Trennungsunterhalt, Ehegattenunterhalt und der Geldtopf

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Wann muss man keinen nachehelichen Unterhalt mehr bezahlen?

In § 1579 BGB finden Sie Kriterien, die den nachehelichen Unterhalt ausschließen oder mindern können: Die Ehe hielt weniger als 2 Jahre. Der unterhalsberechtigte Partner hat ein schweres Verbrechen begangen. Der Unterhaltsberechtigte lebt in einer sogenannten verfestigten Lebensgemeinschaft.

Wann fällt Unterhalt für Frauen weg?

Man muss als Ehemann keinen Unterhalt für die Frau zahlen, wenn die Ehefrau selbst genug Einkommen hat, um ihren Lebensbedarf zu decken (Bedürftigkeit entfällt), wenn sie in einer neuen, verfestigten Partnerschaft lebt oder wenn der Unterhaltspflichtige nicht genug eigenes Einkommen hat (Selbstbehalt unterschritten wird). Auch bei bestimmten Gründen, die keine ehebedingten Nachteile darstellen (z.B. kurze Ehe), kann nachehelicher Unterhalt entfallen oder befristet werden.
 

Wann muss man keinen Unterhalt zahlen für die Frau, neuer Partner?

Verwirkung Trennungsunterhalt bei Zusammenziehen mit neuem Partner. Nach einer aktuellen Entscheidung des OLG Oldenburg kann der Anspruch auf Trennungsunterhalt bereits dann entfallen, wenn der bedürftige Ehepartner seit mehr als einem Jahr in einer verfestigten Lebensgemeinschaft mit einem neuen Partner lebt.

Kann nachehelicher Unterhalt verjähren?

Der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt verjährt in drei Jahren (§§ 195, 196 i.A. § 197 Abs. 2 BGB). Diese Frist gilt auch für Ansprüche, die rechtskräftig tituliert sind, aber erst nach Rechtskraft des Titels fällig werden.

Wann ist nachehelicher Unterhalt unbillig?

Der nacheheliche Unterhalt kann insbesondere in folgenden Fällen unbillig (§§ 1578b, 1579) sein: Kurze Dauer der Ehe (2-3 Jahre), insbesondere bei der Altersehe. Schwere Verfehlung des Unterhaltsberechtigten gegenüber dem Unterhaltsverpflichteten, z.B. Körperverletzung.

Wie viel Unterhalt steht einer Frau nach der Scheidung zu?

Erzielt einer der Eheleute kein eigenes Einkommen, beläuft sich der Trennungsunterhalt auf 45 Prozent des vollständigen bereinigten Nettoeinkommens des Partners mit Verdienst. Berufstätigen, die Trennungsunterhalt zahlen müssen, steht dabei ab 2024 ein Selbstbehalt in Höhe von 1.600 Euro zu.

Wann endet die Unterhaltspflicht?

Die Unterhaltspflicht endet nicht mit der Volljährigkeit, sondern solange, bis das Kind seine erste berufliche Ausbildung abgeschlossen hat und selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, was oft erst nach dem 18. Geburtstag der Fall ist (Schule, Studium). Ausnahmen bilden Kinder mit Behinderung (unbegrenzt) oder wenn das Kind die Ausbildung abbricht oder eine «Zweitausbildung» beginnt, die nicht notwendig ist. Auch eine Heirat beendet die Pflicht, da dann der Partner verantwortlich ist. 

Wie hoch ist der Trennungsunterhalt, wenn beide Ehepartner berufstätig sind?

Wenn beide Partner berufstätig sind, besteht Trennungsunterhalt, wenn ein erheblicher Einkommensunterschied besteht; der schlechter verdienende Partner erhält 45 % der Differenz der bereinigten Nettoeinkommen. Arbeitet der unterhaltsberechtigte Partner ebenfalls, wird sein Einkommen bei der Berechnung berücksichtigt, aber es bleibt ein Anspruch, um den ehelichen Lebensstandard zu sichern. Bei fast gleichen Einkommen kann der Anspruch entfallen, aber besondere Umstände (z.B. Kinderbetreuung) können dies ändern. 

Wann muss der Mann keinen Unterhalt für die Frau zahlen?

Man muss als Ehemann keinen Unterhalt für die Frau zahlen, wenn die Ehefrau selbst genug Einkommen hat, um ihren Lebensbedarf zu decken (Bedürftigkeit entfällt), wenn sie in einer neuen, verfestigten Partnerschaft lebt oder wenn der Unterhaltspflichtige nicht genug eigenes Einkommen hat (Selbstbehalt unterschritten wird). Auch bei bestimmten Gründen, die keine ehebedingten Nachteile darstellen (z.B. kurze Ehe), kann nachehelicher Unterhalt entfallen oder befristet werden.
 

Wann muss Frau wieder vollzeit arbeiten?

Nach Ablauf des Trennungsjahres ist jeder Ehepartner grundsätzlich verpflichtet, Vollzeit zu arbeiten, es sei denn, er ist daran aufgrund von der Betreuung der Kinder, Krankheit oder Alter gehindert.

Wie lange muss der Ehegatte nach der Scheidung Unterhalt zahlen?

Nach der Scheidung kann ein Ehepartner nachehelichen Unterhalt fordern, wenn er sich nicht selbst versorgen kann (z.B. wegen Kinderbetreuung, Krankheit, Arbeitslosigkeit), wobei die Höhe oft 43-45 % des bereinigten Nettoeinkommens des besserverdienenden Ex-Partners beträgt, abzgl. Selbstbehalt (ca. 1.600 €). Der Anspruch besteht nur, wenn ein besonderer Grund (z.B. ehebedingte Nachteile) vorliegt und ist zeitlich begrenzt, abhängig von der Ehedauer und dem Unterhaltsgrund.
 

Wann erlischt der nacheheliche Unterhalt?

Nachehelicher Unterhalt muss heutzutage nicht mehr “bis in alle Ewigkeit” geleistet werden. In den meisten Fällen kann der Unterhalt vielmehr über kurz oder lang nach der Scheidung eingestellt werden.

Wie lange habe ich Anspruch auf nachehelichen Unterhalt?

Wie lange nachehelicher Unterhalt gezahlt werden muss, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Maßgeblich sind zum einen die Unterhaltsgründe und zum anderen die Bedürftigkeit der Person, die den Unterhalt empfängt. In der Praxis wird der nacheheliche Unterhalt häufig auf eine Zeit von 1/3 bis ¼ der Ehedauer begrenzt.

Wann muss nachehelicher Unterhalt nicht gezahlt werden?

Der Unterhaltspflichtige kann von der Pflicht, Unterhalt zu zahlen, befreit werden, wenn der (ehemalige) Partner nicht bereit ist, einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Wie lange muss ein Ehemann für eine Ehefrau Unterhalt zahlen?

Fehlt es an ehebedingten Nachteilen, wird in der Praxis der nacheheliche Unterhalt üblicherweise auf eine Zeit von 1/3 bis 1/4 der Ehedauer begrenzt. Dauerte die Ehe zum Beispiel von der (standesamtlichen) Heirat bis zur Zustellung des Scheidungsantrags 12 Jahre, ist der Unterhalt für 3-4 Jahre zu bezahlen.

Wie kann ich nachehelichen Unterhalt vermeiden?

Man kann den nachehelichen Unterhalt durch einen Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung ausschließen, was notariell beurkundet werden muss und bei ungleicher Einkommenssituation rechtliche Beratung erfordert. Der Verzicht ist nur bei Zustimmung beider Partner möglich und darf nicht zur Sozialhilfebedürftigkeit führen. Wichtig: Auf Trennungsunterhalt kann man nicht wirksam verzichten, nur den Betrag begrenzen.
 

Bin ich als Stiefmutter unterhaltspflichtig?

Als Stiefmutter oder Stiefvater müssen Sie rechtlich nicht für den Unterhalt Ihres Stiefkindes aufkommen.

Wann verjährt der Anspruch auf Ehegattenunterhalt?

Bei Unterhaltstiteln verjährt der rückständige Unterhalt in 30 Jahren, der künftige Unterhalt jedoch in drei Jahren. Verjähren Ansprüche aus einem Unterhaltstitel gegenüber dem Pflichtigen, muss der Berechtigte den Titel an ihn herausgeben.

Was passiert, wenn der Unterhaltspflichtige neu heiratet?

Wenn der unterhaltspflichtige Ex-Partner heiratet, hat das meist keine direkten Auswirkungen auf den laufenden Kindesunterhalt oder den Ehegattenunterhalt, den er zahlt, da das Einkommen des neuen Partners nicht angerechnet wird; aber wenn der unterhaltsberechtigte Ex-Partner heiratet, erlischt sein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt (Geschiedenenunterhalt) automatisch mit der Eheschließung, da der neue Ehepartner nun für seinen Unterhalt aufkommt, so Smart Unterhalt, SCHEIDUNG.de, Familienrecht Siegen und RA Haschka. 

Ist eine Scheidung möglich, wenn der Ehepartner psychisch krank ist?

Eine Scheidung vom kranken Partner ist möglich, erfordert aber oft das Trennungsjahr und kann bei psychischen Erkrankungen durch die Härteklausel (§ 1565 Abs. 2 BGB) verzögert werden, wenn die Ehe fortgesetzt werden muss, um eine Suizidgefahr zu vermeiden, aber Gerichte sehen die Scheidung oft als legitim an, wenn die Ehe gescheitert ist, auch bei Krankheit, wobei der Unterhalt für den kranken Ex-Partner bestehen bleibt. 

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