Wie lange kann ich mich krankschreiben lassen?
Gefragt von: Frau Dr. Sybille Braun | Letzte Aktualisierung: 5. Februar 2026sternezahl: 4.6/5 (70 sternebewertungen)
Man kann grundsätzlich unbegrenzt lange krankgeschrieben werden, da die Dauer von der Schwere der Erkrankung abhängt und der Arzt entscheidet; nach sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber zahlt die Krankenkasse Krankengeld für bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Die Krankschreibung wird durch regelmäßige Arztbesuche verlängert, wobei der Arbeitgeber nach längerer Krankheit unter bestimmten Umständen eine Kündigung aussprechen kann.
Wie lange darf man sich am Stück krankschreiben lassen?
Eine Krankschreibung gilt maximal zwei Wochen (14 Tage) am Stück, kann aber in Ausnahmefällen vom Arzt auf bis zu einen Monat verlängert werden. Die genaue Dauer hängt von der Krankheit ab, und bei längerer Krankheit wird die Bescheinigung regelmäßig erneuert; auch eine telefonische Krankschreibung ist für bis zu fünf Tage möglich.
Wie lange kann ein Hausarzt wegen Psyche krankschreiben?
Ein Hausarzt kann bei psychischen Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen grundsätzlich unbegrenzt krankschreiben, solange die Notwendigkeit besteht und die Genesung dies erfordert; oft werden anfangs kürzere Zeiträume (Tage bis Wochen) verordnet, die bei Bedarf verlängert werden, da die Dauer individuell vom Schweregrad abhängt, aber mittelfristig oft Überweisungen zu Psychotherapeuten erfolgen und die durchschnittliche Fehlzeit bei psychischen Leiden länger ist als bei körperlichen Ursachen.
Was passiert, wenn ich länger als 72 Wochen krank bin?
Wenn Sie länger als 72 Wochen (genauer: 78 Wochen) krank sind, endet der Anspruch auf Krankengeld durch die Krankenkasse (Aussteuerung). Danach müssen Sie aktiv werden und können in der Regel Arbeitslosengeld I (ALG I) nach der Nahtlosigkeitsregelung bei der Agentur für Arbeit beantragen, wenn Sie dem Arbeitsmarkt eingeschränkt zur Verfügung stehen, oder eine Reha bzw. Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) beantragen, da Sie sonst aus dem System fallen könnten. Die Nahtlosigkeitsregelung ermöglicht eine finanzielle Überbrückung, bis über eine EM-Rente entschieden ist, wobei die Krankenversicherung weiterläuft.
Wie lange kann man krank sein, ohne gekündigt zu werden?
Sie können nicht unbegrenzt krank sein, ohne gekündigt zu werden; in Deutschland müssen Arbeitgeber nach 6 Wochen Krankheit Lohnfortzahlung leisten, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld (max. 78 Wochen), und eine Kündigung wird ab ca. 6 Wochen Fehlzeit pro Jahr (30 Tage) oder bei anhaltender, schwerer Arbeitsunfähigkeit möglich, besonders wenn ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) nicht greift, wobei die Gerichte immer eine Interessenabwägung vornehmen.
Have you been with the same employer for a long time? Beware of this disadvantage! #employeerights
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Wie viele Krankheitstage sind vertretbar?
Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zahl, wie viele Krankheitstage man haben darf, aber als Faustregel gelten mehr als 30 Tage (ca. 6 Wochen) pro Jahr als problematisch für Arbeitgeber; wichtig sind auch die Art und Häufigkeit der Fehltage (viele kurze Episoden vs. wenige lange), wobei die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen pro neuer Erkrankung garantiert ist, bevor das Krankengeld der Krankenkasse einsetzt.
Wie lange darf eine Krankheit zu lange dauern?
Gesunde Menschen erholen sich in der Regel innerhalb von 7 bis 10 Tagen von einer Erkältung. Grippesymptome, einschließlich Fieber, sollten nach etwa 5 Tagen abklingen, Husten und Schwäche können aber noch einige Tage anhalten. Alle Symptome sollten innerhalb von 1 bis 2 Wochen verschwunden sein.
Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezählt wird?
Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezahlt wird? Dabei kommt es darauf an, ob Sie wegen derselben Krankheit oder wegen einer anderen Erkrankung arbeitsunfähig werden: Ist dieselbe Krankheit wie beim ersten Mal der Grund, müssen mind. 6 Monate dazwischen liegen.
Wie wirkt sich 1 Jahr Krankengeld auf die Rente aus?
Ein Jahr Krankengeld führt zu geringeren Rentenpunkten als ein Jahr reguläre Erwerbstätigkeit, da die Beiträge auf 80 % des Lohns berechnet werden, was die spätere Monatsrente mindert, aber die Wartezeiten für Rentenansprüche bleiben bestehen, da Krankengeldzeiten als Pflichtbeitragszeiten zählen, allerdings mit geringerer Wertigkeit. Die Minderung ist spürbar, aber nicht dramatisch, und hängt vom individuellen Einkommen ab.
Wird man nach 78 Wochen krank automatisch gekündigt?
Kündigt der Arbeitgeber automatisch nach Ende des Krankengeldes? Das Ende des Krankengeldes bedeutet nicht automatisch das Ende des Arbeitsverhältnisses. Ein Arbeitgeber ist nicht berechtigt, das Arbeitsverhältnis allein aufgrund des Auslaufens des Krankengeldanspruchs zu kündigen.
Wie sage ich dem Arzt, dass ich eine Auszeit brauche?
Um dem Arzt zu sagen, dass Sie eine Auszeit brauchen, beschreiben Sie ehrlich Ihre Erschöpfung und Symptome (z.B. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Überforderung), nutzen Sie Formulierungen wie "Ich fühle mich ausgebrannt und brauche eine Auszeit" oder "Ich schaffe es nicht mehr, mich zu erholen", und bitten Sie um eine gründliche Untersuchung, um körperliche Ursachen auszuschließen, was dem Arzt hilft, eine Krankschreibung auszustellen.
Wie lange kann man sich mit Burnout krankschreiben lassen?
Die Dauer einer Burnout-Krankschreibung variiert stark, beginnt oft mit 2-4 Wochen durch den Hausarzt, kann aber bei schwereren Fällen auf 1-3 Monate oder länger ansteigen, mit schrittweiser Rückkehr durch Wiedereingliederung, wobei der Weg zur vollständigen Genesung oft 6-18 Monate dauern kann und psychotherapeutische Unterstützung wichtig ist.
Was sind die 3 Stufen der Depression?
Auch wenn eine Depression für die Betroffenen immer eine sehr schwere Belastung darstellt, wird zwischen leichten, mittelgradigen und schweren Depressionen unterschieden.
Welche Diagnose ist für lange krankgeschrieben?
Lange Krankschreibungen werden oft durch psychische Erkrankungen (Depressionen, Burnout), Muskel-Skelett-Probleme (Rücken, Bandscheiben), chronische Atemwegserkrankungen, Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes) und Krebs verursacht, wobei psychische Probleme und Muskel-Skelett-Erkrankungen die Hauptgründe für lange Fehlzeiten sind. Die Dauer hängt stark von der Schwere ab, aber Burnout und Depressionen führen typischerweise zu langen Ausfallzeiten, da die Behandlung komplex ist und lange dauern kann.
Welche Krankheiten kann ein Arzt nicht kontrollieren?
Ärzte können Krankheiten, die sich hauptsächlich im Inneren abspielen oder subjektiv erlebt werden, wie viele psychische Erkrankungen (Depression, Burnout), chronische Schmerzen (Migräne, Rückenschmerzen), Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Ermüdungserscheinungen, nur schwer vollständig kontrollieren, da sie oft nicht eindeutig objektiv messbar sind und die Diagnose stark auf Patientenaussagen beruht, was manchmal auch zu Fehldiagnosen führen kann. Auch seltene, komplexe Syndrome oder plötzlich auftretende Infektionen stellen Herausforderungen dar, da die Ursachen schwer zu greifen sind.
Was passiert, wenn man länger als 28 Wochen krankheitsbedingt ausfällt?
Nach Ablauf Ihres Krankengeldes können Sie möglicherweise Arbeitslosengeld II oder Universal Credit beantragen. Wenn Sie länger als 28 Wochen arbeitsunfähig sind, kann Ihr Arbeitgeber das Formular SSP1 ausfüllen. Dadurch können Sie Arbeitslosengeld II beantragen, bevor Ihr Krankengeld endet .
Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?
Die Hauptnachteile von Krankengeld sind die geringere Höhe (weniger als das Nettoeinkommen), die begrenzte Bezugsdauer (max. 78 Wochen), der Progressionsvorbehalt (erhöhte Steuern), mögliche Zuzahlungen (z.B. Pflege) und die Bindung an die Krankenkasse (3 Jahre). Zudem gibt es oft eine Wartezeit (bis das Krankengeld zahlt) und Lücken im Anspruch, wenn AU-Bescheinigungen fehlen.
Bei welchen Krankheiten kann ich früher in Rente?
Man kann bei vielen chronischen Krankheiten früher in Rente gehen, wenn diese zu einer anerkannten Schwerbehinderung (GdB mindestens 50) führen, wie z.B. bei schweren Rückenleiden, Diabetes, Asthma, Rheuma, Multiple Sklerose (MS), Parkinson, Epilepsie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder psychischen Erkrankungen (z.B. schwere Depressionen). Der frühere Rentenbeginn ist meist als Altersrente für schwerbehinderte Menschen möglich (oft 2 Jahre früher, max. mit 62 Jahren mit Abschlägen) oder über die Erwerbsminderungsrente, wobei die Anerkennung der Behinderung durch den Grad der Behinderung (GdB) entscheidend ist.
Wie überbrücke ich 2 Jahre bis zur Rente?
Um 2 Jahre bis zur Rente zu überbrücken, können Sie finanzielle Polster nutzen (z.B. Altersteilzeit oder Arbeitszeitkonten), staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld (ALG I) kombinieren, oder durch Teilzeit- oder Minijobs und passives Einkommen (z.B. durch Online-Aktivitäten) Geld verdienen, wobei Sie je nach Rentenart und Alter mit oder ohne Abschläge in Rente gehen können und die Rentenversicherung frühzeitig kontaktieren sollten, um die beste Strategie zu finden.
Was besagt die 3-Monats-Regel bei einem Job?
Eine dreimonatige Probezeit ist ein üblicher Testzeitraum, in dem Arbeitgeber die Eignung eines neuen Mitarbeiters für eine Stelle beurteilen . Probezeiten können für Neueinstellungen, Beförderungen, unzureichende Leistungsbeurteilung und mögliche Kündigungen eingesetzt werden.
Ist Urlaub während einer Krankschreibung erlaubt?
Ja, Urlaub trotz Krankschreibung ist möglich, solange die Reise der Genesung dient und diese nicht gefährdet oder verzögert wird; entscheidend ist die Rücksprache mit dem Arzt, der die Reise als förderlich für die Erholung bestätigen kann, und bei Auslandsreisen auch die vorherige Genehmigung der Krankenkasse, insbesondere wenn Krankengeld gezahlt wird. Wichtig ist, sich so zu verhalten, dass man schnell wieder gesund wird, um arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Wann beginnt Langzeitkrank?
Man gilt in Deutschland als langzeitkrank, wenn man länger als sechs Wochen am Stück oder insgesamt mehr als sechs Wochen innerhalb eines Jahres wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig ist, da dann der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung einstellt und die gesetzliche Krankenkasse das Krankengeld übernimmt. Der Begriff ist nicht exakt definiert, aber die Sechs-Wochen-Grenze ist entscheidend, weil danach der Anspruch auf Krankengeld beginnt.
Was passiert, wenn man langzeit krank ist?
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei längeren Arbeitsunfähigkeiten Krankengeld - und zwar wenn der Anspruch darauf besteht und dann maximal für die Dauer von 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit. Endet die Krankengeldzahlung nach 78 Wochen, bezeichnet man das als "Aussteuerung".
Ist es möglich, nach langer Krankheit einfach wieder arbeiten zu gehen?
Kann man nach langer Krankheit wieder arbeiten ohne Wiedereingliederung? Es ist möglich, ohne ein formelles Wiedereingliederungsprogramm zurück in den Beruf zu gehen. Allerdings ist eine stufenweise Wiedereingliederung oft sinnvoll, um die Belastung anzupassen und einen erneuten Ausfall zu vermeiden.
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