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Wie lange kann ich als Beamter krank sein?

Gefragt von: Vinzenz Walter  |  Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2026
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Ein Beamter kann grundsätzlich unbegrenzt krank sein und erhält weiterhin Gehalt, aber nach sechs Monaten Krankheit innerhalb von 12 Monaten (oft als "3 von 6 Monaten" Regel bekannt, wenn die Fehlzeiten zusammenhängend über mehr als 3 Monate in einem halben Jahr liegen) wird seine Dienstfähigkeit vom Dienstherrn geprüft, oft durch einen Amtsarzt, um eine vorzeitige Ruhesetzung wegen Dienstunfähigkeit einzuleiten, wenn keine Besserung zu erwarten ist.

Was passiert, wenn Beamte lange krank sind?

Bei dauerhafter Dienstunfähigkeit haben Beamte auf Lebenszeit bei vorzeitiger Entlassung in den Ruhestand einen Anspruch auf Ruhegehalt. Allerdings greift dieser erst, wenn die verbeamtete Person fünf Jahre ruhegehaltsfähige Dienstzeit geleistet hat.

Wie lange ist man krank bis zum Amtsarzt?

Ein Amtsarzt kommt bei längerer oder wiederkehrender Krankheit ins Spiel, besonders bei Beamten nach etwa drei Monaten ununterbrochener Krankschreibung oder bei <6 Monaten > 3 Monaten Fehlzeit, wobei der Dienstherr jederzeit Zweifel äußern kann, aber bei privaten Arbeitnehmern nur bei begründetem Verdacht. Arbeitgeber dürfen schon früher ein Attest verlangen (ab dem 1. Tag), aber der Amtsarzt prüft die Dienstfähigkeit, nicht nur die Krankschreibung. 

Wie lange bekommt ein Beamter sein Gehalt weiter bei Krankheit?

Beamte erhalten ihre vollen Bezüge bei Krankheit grundsätzlich ohne zeitliche Begrenzung, da ihr besonderes Treueverhältnis eine unbegrenzte Gehaltsfortzahlung vorsieht, im Gegensatz zu Angestellten, die nach sechs Wochen Krankengeld von der Kasse bekommen. Allerdings müssen Beamte auch im Krankheitsfall ihre Dienstpflichten erfüllen, einschließlich der Meldepflichten und der Teilnahme an amtsärztlichen Untersuchungen, um eine Dienstunfähigkeit festzustellen, die zu einer Versetzung in den Ruhestand führen kann, was ein wichtiger Unterschied zur Lohnfortzahlung der Angestellten ist. 

Wie viele Krankheitstage darf man als Beamter haben?

Wie viele Krankheitstage sind im öffentlichen Dienst möglich? Im öffentlichen Dienst haben Beschäftigte grundsätzlich Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Diese Regelung ist im TVöD/TV-L (§ 22) verankert und gilt für alle Tarifbeschäftigten.

Wieviele Krankheitstage sind maximal erlaubt?

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Kann ein Beamter wegen Krankheit entlassen werden?

Ja, ein Beamter kann wegen Krankheit entlassen werden, aber nur unter sehr strengen Voraussetzungen der Dienstunfähigkeit, nicht einfach wegen häufigen Fehlens wie bei Angestellten; es erfordert eine negative Zukunftsprognose (z.B. länger als 3 Monate krank und keine baldige Besserung absehbar) und muss die Interessen des Dienstherrn überwiegen, was oft zur Versetzung in den Ruhestand (mit Versorgungsabschlägen) oder zur Entlassung (bei Probebeamten) führt, wobei die Versorgungslage im Vordergrund steht.
 

Was passiert, wenn man länger als 12 Monate krank ist?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei längeren Arbeitsunfähigkeiten Krankengeld - und zwar wenn der Anspruch darauf besteht und dann maximal für die Dauer von 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit. Endet die Krankengeldzahlung nach 78 Wochen, bezeichnet man das als "Aussteuerung".

Wie lange volle Bezüge bei Krankheit?

In Deutschland zahlt der Arbeitgeber im Krankheitsfall für bis zu sechs Wochen (42 Kalendertage) das volle Gehalt (Entgeltfortzahlung); danach springt die Krankenkasse mit Krankengeld ein, das geringer ausfällt (ca. 70 % des Bruttogehalts). Für Beamte oder bei speziellen Tarifverträgen können abweichende Regelungen gelten, oft gibt es auch länger Lohnersatzleistungen.
 

Wie viel Geld bekommt ein Beamter bei Dienstunfähigkeit?

Bei Dienstunfähigkeit erhalten Beamte auf Lebenszeit ein Ruhegehalt, dessen Höhe sich nach ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen und Dienstjahren richtet, maximal bis 71,75 %; jüngere Beamte müssen oft erhebliche Versorgungslücken durch private BU-Versicherungen schließen, da die Mindestversorgung (z.B. 35 % der Bezüge oder 65 % der A4-Endstufe) niedrig ist und bis zu 10,8 % Abschläge bei vorzeitigem Ruhestand anfallen können, während Beamte auf Probe/Widerruf i.d.R. entlassen werden und in die gesetzliche Rentenversicherung fallen. 

Was passiert nach 6 Monaten Krankheitsurlaub?

Wenn Sie aufgrund von Krankheit längere Zeit nicht gearbeitet haben, kann eine Kündigung durch Ihren Arbeitgeber gerechtfertigt sein, da Sie Ihre Arbeit nicht mehr ausüben können . Sind Sie jedoch seit zwei Jahren oder länger bei Ihrem Arbeitgeber beschäftigt, muss dieser vor einer Kündigung das vorgeschriebene Disziplinarverfahren einhalten.

Wie lange kann ein Arzt einen Beamten am Stück krankschreiben?

(2) Wird der Dienst wegen Krankheit von Beamtinnen oder Beamten länger als drei Arbeitstage, von Tarifbeschäftigten länger als drei Kalendertage versäumt, so ist eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, aus der die voraussichtliche Dauer der Erkrankung ersichtlich ist (§ 62 Absatz 1 LBG, § 5 Absatz 1 EntgFG).

Was passiert, wenn man länger wie 6 Wochen krank ist?

Wenn du länger als 6 Wochen krank bist, wird diese Lohnfortzahlung durch das Krankengeld abgelöst. Genau ab dem 43. Krankheitstag übernimmt die Krankenkasse für gesetzlich Krankenversicherte die Zahlung des Krankengeldes. Das Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung und fällt geringer aus als die Lohnfortzahlung.

Wie lange darf eine Krankheit zu lange dauern?

Gesunde Menschen erholen sich in der Regel innerhalb von 7 bis 10 Tagen von einer Erkältung. Grippesymptome, einschließlich Fieber, sollten nach etwa 5 Tagen abklingen, Husten und Schwäche können aber noch einige Tage anhalten. Alle Symptome sollten innerhalb von 1 bis 2 Wochen verschwunden sein.

Wie lange dürfen Beamte krank sein, bevor der Amtsarzt kommt?

„Es gibt keine zeitliche Grenze, wie lange Beamte ohne besondere Prüfung krank sein dürfen“, erklärt Wieland. Solange der Beamte seine Dienstunfähigkeit infolge einer Erkrankung durch Arbeitsunfähigkeit nachweise, dürfe er dem Dienst fernbleiben.

Kann man als Beamter mit 63 in Pension gehen?

Ja, Beamte können auf eigenen Antrag mit 63 Jahren in Pension gehen, müssen dann aber mit Versorgungsabschlägen rechnen (0,3 % pro Monat, max. 14,4 %), da die Regelaltersgrenze angehoben wird. Für spezielle Berufsgruppen (Polizei, Feuerwehr) gelten oft niedrigere Altersgrenzen, teilweise abschlagsfrei oder mit anderen Abschlägen. Auch Schwerbehinderte können früher abschlagsfrei in Pension, abhängig vom Geburtsjahr. 

Welche Regeln gelten für Langzeitkranke?

Es gibt keine gesetzliche Höchstdauer für Langzeitkrankheit, aber jedes Unternehmen sollte einen "angemessenen" Zeitraum für die Genesung seiner Mitarbeiter festlegen – dies sollte in den Richtlinien für Langzeitkrankheit beschrieben werden.

Was passiert, wenn Beamte länger als 6 Wochen krank sind?

Wenn Beamte länger als 6 Wochen krank sind, erhalten sie weiterhin ihre volle Besoldung (anders als Angestellte, die dann Krankengeld bekommen), aber es greifen spezielle Regelungen: Der Dienstherr wird aktiv, es kann ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) angeboten werden, und bei dauerhafter Dienstunfähigkeit droht die zwangsweise Versetzung in den Ruhestand, was zu finanziellen Einbußen führen kann. 

Wie hoch ist die Mindestpension für Beamte nach 5 Dienstjahren?

Bundes-und Landesbeamte erhalten nach 5 Jahren Arbeit eine amtsunabhängige Mindestpension von 1.866€. Dies ist der Pensionswert für den Pensionsbeginn ab 2021. Wenn Beamte wegen Dienstunfall dienstunfähig werden, müssen sie nicht zwingend die 5 Jahre Dienstzeit nachweisen.

Darf ich trotz Dienstunfähigkeit in den Urlaub fahren?

auch wenn Sie krank geschrieben sind, können Sie in Urlaub fahren. Ihre Ärztin sollte Ihnen dann aber attestieren, dass der Urlaub Ihrer Genesung förderlich ist. Achten Sie aber bitte darauf, dass Sie dann keine "Gewaltmärsche" planen und auch von Fernreisen sollten Sie absehen.

Wie lange bekommen Beamte bei Krankheit ihr volles Gehalt?

Arbeitnehmende, die durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an ihrer Arbeitsleistung verhindert sind, erhalten nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) vom Arbeitgebenden das Arbeitsentgelt bis zur Dauer von sechs Wochen fortgezahlt, wenn sie an der Krankheit kein Verschulden trifft.

Wie lange erhalte ich 100% Lohn bei Krankheit?

Dienstjahr einen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung von maximal 3 Wochen. In diesem Fall erhält sie ihren Lohn während insgesamt 4 Wochen voll ausbezahlt (während 2 Wochen 100%-Arbeitsunfähigkeit und 2 Wochen 50%-Arbeitsunfähigkeit).

Wie lange kann ich maximal krankgeschrieben werden?

Sie können so lange krankgeschrieben werden, wie Ihr Arzt es für notwendig hält, es gibt keine gesetzliche Höchstgrenze pro Krankschreibung, aber nach 6 Wochen zahlt der Arbeitgeber nicht mehr, sondern die Krankenkasse zahlt Krankengeld für bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren, wobei die 6 Wochen Lohnfortzahlung angerechnet werden. Eine telefonische Krankschreibung ist meist auf 5 Tage begrenzt, danach ist ein persönlicher Arztbesuch nötig, um eine Verlängerung zu bekommen.
 

Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?

Die Hauptnachteile von Krankengeld sind die geringere Höhe (weniger als das Nettoeinkommen), die begrenzte Bezugsdauer (max. 78 Wochen), der Progressionsvorbehalt (erhöhte Steuern), mögliche Zuzahlungen (z.B. Pflege) und die Bindung an die Krankenkasse (3 Jahre). Zudem gibt es oft eine Wartezeit (bis das Krankengeld zahlt) und Lücken im Anspruch, wenn AU-Bescheinigungen fehlen.
 

Kann ein Amtsarzt eine Krankschreibung aufheben?

Ja, ein Amtsarzt kann eine Krankschreibung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) faktisch aufheben oder die Feststellung der Dienstunfähigkeit beeinflussen, besonders bei Beamten – sein Gutachten über die Dienstfähigkeit ist für den Dienstherrn oft maßgeblich, auch wenn der Hausarzt eine Krankschreibung ausstellt. Der Amtsarzt wird eingeschaltet, wenn Zweifel an der Arbeits- oder Dienstunfähigkeit bestehen, um die tatsächliche Fähigkeit zur Dienstleistung zu prüfen, und sein Urteil bindet den Beamten, die Arbeit wieder aufzunehmen, auch wenn der Privatarzt weiterhin AU schreibt.
 

Bei welchen Krankheiten steht mir eine Erwerbsminderungsrente zu?

Eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) steht nicht pauschal bei bestimmten Krankheiten zu, sondern wenn die Krankheit Ihre Erwerbsfähigkeit dauerhaft so einschränkt, dass Sie weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, unabhängig vom genauen Krankheitsbild. Häufige Auslöser sind psychische Erkrankungen (Depressionen), Herz-Kreislauf-Probleme (Koronare Herzkrankheit), Erkrankungen des Bewegungsapparates (Rheuma, Bandscheiben), Krebs und neurologische Leiden (MS, Parkinson). Entscheidend ist die individuelle, ärztlich nachgewiesene Einschränkung für den Arbeitsmarkt, nicht die Diagnose selbst. 

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