Wie kann ich eine Praxis eröffnen?
Gefragt von: Leo Riedl | Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2026sternezahl: 4.2/5 (22 sternebewertungen)
Eine Praxis zu eröffnen, erfordert Approbation & Facharztausbildung, die Wahl der Rechtsform (oft Freiberufler), einen geeigneten Standort mit passenden Räumlichkeiten und die korrekte Anmeldung bei Ärztekammer, KVen, Gesundheitsamt, Finanzamt etc., sowie die Sicherung der Finanzierung und den Abschluss wichtiger Versicherungen, bevor Sie mit Marketing starten und Personal einstellen können, um Kassen- und Privatpatienten zu versorgen.
Wie viel kostet es, eine Praxis zu eröffnen?
Etwa 55% aller Ärzte entscheiden sich dazu eine bereits bestehende Praxis zu übernehmen, statt selbst zu gründen. Für einen Humanmediziner liegen die Kosten einer Praxisübernahme bei schätzungsweise 150.000€ – 300.000€. Die Neugründung einer Praxis kostet einen Arzt etwa 130.000€.
Kann jeder eine Praxis eröffnen?
Sie dürfen in Deutschland eine Praxis gründen, wenn Sie die Approbation als Arzt/Ärztin oder Psychotherapeut:in besitzen. Erst damit ist es Ihnen möglich, sich mit einer Privatpraxis niederzulassen und dort Selbstzahler und Privatpatienten zu behandeln.
Was kostet eine Praxiseröffnung?
Wer eine eigene Arztpraxis eröffnen möchte, muss bei der ärztlichen Existenzgründung mit steigenden Kosten rechnen. 2018 und 2019 investierten Hausärzte für die Übernahme einer Einzelpraxis durchschnittlich 160.000 Euro. In den Jahren 2022 und 2023 stiegen die Kosten auf über 180.000 Euro.
Ist es möglich, ohne Facharzt eine Praxis zu eröffnen?
Eine abgeschlossene Ausbildung zum Facharzt ist hier nicht zwingend notwendig. Auch das Alter des Arztes spielt keine Rolle. Allerdings unterscheidet sich hier, ob es eine Privatpraxis oder eine Praxis mit Kassensitz ist. Eine Privatpraxis kann unmittelbar nach Anmeldung und Rücksprache mit der Ärztekammer erfolgen.
Wie Ärztinnen und Ärzte ihre eigene Praxis gründen und solide finanzieren
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Wie viel kostet ein Kassensitz beim Hausarzt?
Die Kosten – hier nur für den Kassensitz und den Patientenstamm – betragen im Falle der Praxisübernahme als Hausarzt zwischen 100.000 und 150.000 Euro. Im Schnitt sind es laut einer gemeinsamen Erhebung der apoBank und des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) 103.800 Euro.
Wie viel Umsatz macht eine Arztpraxis im Monat?
Aber das sind ja nicht alle Einnahmen. Im hausärztlichen Versorgungsbereich hat der durchschnittliche GKV-Honorarumsatz je Arzt gegenüber 2021 um 4.777 Euro bzw. 1,9 % auf 250.144 Euro zulegt. Im fachärztlichen Bereich sank er um 1.856 Euro auf 238.783 Euro.
Kann ich als Kassenpatient in eine Privatpraxis gehen?
Ja, als Kassenpatient können Sie eine Privatpraxis besuchen, müssen dann aber die Behandlungskosten selbst tragen, da die Abrechnung nicht über die gesetzliche Krankenkasse (GKV) läuft; Sie werden zum Selbstzahler oder können versuchen, eine Kostenübernahme bei der GKV zu beantragen, was aber eine Einzelfallentscheidung ist, oder eine private Zusatzversicherung nutzen. Das Recht, privat behandelt zu werden, ist gesetzlich verankert, jedoch zahlen Sie die Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und müssen sich vorab über die Kosten informieren.
Wie viel kostet eine Kassenzulassung?
130.000 € rechnen muss, fallen die Kosten für den Arzt bei Übernahme einer Praxis samt Kassenzulassung mit ca. 150.000 € deutlich höher aus. Denn bei der Praxisübernahme ist der ideelle Wert, der sich u. a. nach vorhandenem Patientenstamm oder Praxislage bestimmt, hinzuzurechnen.
Wie richte ich eine Praxis ein?
Voraussetzungen: Möchten Sie eine eigene Praxis eröffnen, müssen Sie Ihre Approbation vorlegen. Neben der Approbation erfordert eine Praxisgründung die Eintragung als Fachärztin bzw. Facharzt ins Arztregister und die vertragsärztliche Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung.
Wie viele Patienten pro Arztpraxis?
Gesundheitsversorgung1.200 Patienten im Schnitt pro Hausarzt. Die Hausärzte-Dichte in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert. Die Verteilung der Ärzte auf die einzelnen Bundesländer ist aber sehr unterschiedlich.
Wann darf ich mich Praxis nennen?
Der Begriff "Praxis" ist gesetzlich nicht geschützt und darf grundsätzlich von jedem Gewerbetreibenden frei genutzt werden. Allerdings darf durch die Verwendung des Begriffs keine Irreführung hinsichtlich der vorhandenen fachlichen Qualifikation entstehen.
Welche Praxis verdient am meisten?
Niedergelassene Ärzte erzielen vor allem in der Radiologie und Kardiologie Spitzeneinkommen. Im Klinikbetrieb sind Berufserfahrung, Position und Verantwortungsbereich entscheidende Einflussgrößen. So verdienen im Angestelltenverhältnis Chefärzte am meisten.
Wie gründe ich eine Privatpraxis?
Zusammenfassung: 11 Voraussetzungen, um Ihre ärztliche Privatpraxis zu eröffnen
- Begeisterung für die Selbstständigkeit.
- Anmeldung als Freiberufler.
- Approbation notwendig – aber kein Facharzt.
- Erlaubnis zur Nebentätigkeit.
- Betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
- Ein guter Praxisstandort.
- Privatpraxis bei der Ärztekammer anmelden.
Wie profitabel ist eine Hausarztpraxis?
Laut der Prosperity Health-Studie lag die durchschnittliche Bruttogewinnmarge der befragten Praxen bei 35,9 % . In absoluten Zahlen ausgedrückt betrug der durchschnittliche Bruttogewinn pro Hausarzt (unter Berücksichtigung von Praxisinhabern, Vertragsärzten und mitwirkenden Ärzten) rund 166.000 US-Dollar, wobei leistungsstärkere Praxen im Durchschnitt mehr als 250.000 US-Dollar pro Hausarzt erzielten.
Was kostet ein Hausarzt als Selbstzahler?
Die Kosten variieren je nach Aufwand und Behandlung. Ein einfacher Hausarztbesuch mit kurzer Beratung und körperlicher Untersuchung kann beispielsweise zwischen 25 und 45 Euro kosten, während spezialisierte Behandlungen deutlich teurer ausfallen können.
Was ist eine private Praxis?
Eine Privatpraxis ist eine Arzt- oder Therapeutenpraxis, die nicht an das System der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) angebunden ist und daher keine Kassenzulassung besitzt. Sie behandelt hauptsächlich Privatpatienten und Selbstzahler, rechnet nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab, was mehr individuelle Zeit und flexiblere, oft modernere Behandlungsmethoden ermöglicht, da Budgetvorgaben und Zeitdruck der Kassen fehlen.
Wie komme ich als Selbständiger zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?
Um als Selbstständiger zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu kommen, müssen Sie in der Regel entweder eine sozialversicherungspflichtige Anstellung finden (unter 55 Jahre) oder Ihre Selbstständigkeit aufgeben und arbeitslos werden, wobei Sie vor der Arbeitslosigkeit Anspruch auf ALG I haben müssen. Die einfachste Methode ist oft die Aufnahme einer Angestelltentätigkeit mit einem Einkommen zwischen Geringfügigkeitsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). Ein Wechsel ist unter 55 Jahren möglich, danach wird es deutlich schwieriger, so die Verbraucherzentrale und dieser YouTube-Kanal.
Wie viel Geld verdient ein Hausarzt mit eigener Praxis?
Das entspricht etwa 29.000 Euro als Monatsreinertrag, der potenziell als Gehalt von der Praxis ausgeschüttet werden kann. Nach Abzug aller Folgekosten wie etwa Krankenversicherungen, die Beiträge für das Versorgungswerk sowie Steuern kommen niedergelassene Ärzte auf ein Gehalt von etwa 15.000 Euro netto pro Monat.
Wie finanziert sich eine Arztpraxis?
Die Finanzierung einer Arztpraxis erfolgt über eine Kombination aus Eigenkapital, Bankkrediten (oft mit speziellen Förderungen durch KfW oder Landesförderbanken) und ggf. Leasing für Geräte, wobei ein soliden Praxiskonzept und gute Bonität entscheidend sind, um Kredite für Kauf, Gründung oder Investitionen (Einrichtung, Geräte, Software, Betriebsmittel) zu erhalten, oft mit flexiblen Laufzeiten und tilgungsfreien Anlaufjahren.
Erzielen Hausarztpraxen Gewinne?
Drogenprofite
Für jedes verabreichte Medikament wird eine Abgabegebühr erhoben. Der Gewinn aus diesen Medikamentenkäufen hängt daher maßgeblich von den Kosten der Medikamente ab. Eine typische Hausarztpraxis ohne eigene Medikamentenabgabe kann mit einem Gewinn von etwa 25–30 % rechnen, während Praxen mit eigener Medikamentenabgabe 30–35 % anstreben können .
Wer verdient 25.000 Euro im Monat?
Ein Chefarzt verdient das höchste Gehalt mit durchschnittlich 25.000 € brutto pro Monat.
Wie viel Gewinn macht eine Praxis?
Die durchschnittlichen Einnahmen je Arztpraxis einschließlich fachübergreifender BAG und MVZ lagen 2021 bei 756 000 Euro. Demgegenüber standen Aufwendungen von durchschnittlich 420 000 Euro. Aus der Differenz von Einnahmen und Aufwendungen ergibt sich ein durchschnittlicher Reinertrag von 336 000 Euro je Praxis.
Wie viel Geld bekommt ein Hausarzt pro Patient?
Ein Hausarzt bekommt pro Patient im Quartal eine Pauschale, die altersabhängig zwischen ca. 20 und 30 Euro liegt, plus zusätzliche Pauschalen (z.B. für Gespräche oder Chroniker) und Einzelleistungen, wobei der durchschnittliche Fallwert (Honorareinnahme pro Patient über alle Behandlungen) etwa 50 bis 70 Euro pro Quartal beträgt – wovon Praxis- und Personalkosten bezahlt werden müssen. Die Vergütung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).
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