Zum Inhalt springen

Wie hoch ist der Grad der Behinderung bei Rheuma?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Patricia Straub  |  Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2026
sternezahl: 4.6/5 (4 sternebewertungen)

Der Grad der Behinderung (GdB) bei Rheuma hängt stark von den individuellen Funktionseinschränkungen ab und kann von 10 (leichte Beschwerden) bis 100 (schwerste Einschränkungen) reichen, wobei bei anhaltenden, erheblichen Beeinträchtigungen oft GdB-Werte zwischen 50 und 70 erreicht werden können, was eine Schwerbehinderung begründet. Entscheidend sind nicht die Diagnose selbst, sondern die Folgen wie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Schwellungen und die Auswirkungen auf die Feinmotorik, wobei auch schwere Therapiefolgen berücksichtigt werden müssen, um einen angemessenen GdB zu erhalten.

Wie viel GdB bei rheumatischer Arthritis?

Der Grad der Behinderung (GdB) bei rheumatoider Arthritis variiert stark (10 bis 100), abhängig von der Schwere der Gelenkprobleme, Funktionseinschränkungen im Alltag/Beruf und Krankheitsaktivität; leichte Fälle können GdB 10-40 haben, während mittelgradige (50-70) bis schwere (80-100) Einschränkungen (z. B. irreversible Gelenkschäden, starke Therapie) höhere Werte rechtfertigen, wobei ab GdB 50 ein Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen beantragt werden kann.
 

Welche Krankheiten führen zu 50% Schwerbehinderung?

Ein GdB (Grad der Behinderung) von 50 wird oft bei chronischen Erkrankungen oder Verlustfunktionen vergeben, die die Teilhabe am Leben erheblich einschränken, wie schwer einstellbarer Diabetes, Schlafapnoe, massive Gesichtsveränderungen, schwere Migräne (mit wenigen Pausen), schwere Depressionen mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten, oder bestimmte Krebsverläufe (Heilungsbewährung), aber auch bei Amputationen wie dem Verlust einer Hand. Der genaue GdB hängt immer von der individuellen Auswirkung auf den Alltag ab. 

Kann man bei Rheuma einen Grad der Behinderung beantragen?

Um einen Schwerbehindertenausweis bei Rheuma zu beantragen, nutzen Sie die Formulare des zuständigen Versorgungsamtes (oft online verfügbar), füllen diese mit detaillierten Angaben zu Ihren Funktionsbeeinträchtigungen aus und reichen ärztliche Befunde (Krankenhaus-, Reha-Berichte) ein; eine Beratung bei der Rheuma-Liga oder dem Sozialamt ist ratsam, da es um die tatsächlichen Einschränkungen (nicht nur die Diagnose) geht und ab GdB 50 eine Schwerbehinderung festgestellt wird.
 

Was steht mir zu, wenn ich Rheuma habe?

Was die Einstufung des Behinderungsgrads bei Rheuma bringt

Dazu zählen steuerliche Erleichterungen in Form von pauschalen Freibeträgen, deren Höhe sich nach dem Grad der Behinderung richtet. So können bei einem GdB von 50 jährlich 1.140 Euro abgesetzt werden. Bei einem GdB von 70 sind es 1.780 Euro (Stand: 12/2021).

Das steht dir bei Rheuma zu! Grad der Behinderung (GdB) & Schwerbehinderung

16 verwandte Fragen gefunden

Wie wirkt sich 50% Schwerbehinderung auf die Rente aus?

Menschen mit einem anerkannten Behinderungsgrad von mindestens 50 können vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen. Voraussetzung sind mindestens 35 Beitragsjahre. Der Grad der Behinderung muss bei Rentenbeginn offiziell festgestellt sein.

Wie viel Prozent Behinderung Tabelle?

Eine Tabelle für den Grad der Behinderung (GdB) gibt es nicht als feste Liste für jede Krankheit, sondern als Orientierung in den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen, die den GdB nach Auswirkungen festlegen; Beispiele sind GdB 30-40 bei leichteren Störungen (z.B. Hörschäden) bis zu GdB 80-100 bei schweren Fällen (z.B. Verlust von Gliedmaßen, schwere Persönlichkeitsstörungen). Die genauen Werte hängen stark von der Art und Schwere der Einschränkung ab, weshalb z.B. Hörverlust, Wirbelsäulenschäden oder chronische Schmerzen unterschiedliche GdB-Bereiche haben, die sich an den tatsächlichen Funktionseinschränkungen orientieren. 

Welche Behinderungen entsprechen einem Grad der Behinderung von 50%?

Ein 50% Behinderung bedeutet, dass der Grad der Behinderung (GdB) bei mindestens 50 liegt, was zur Einstufung als schwerbehindert führt und Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis gibt, der zahlreiche Nachteilsausgleiche wie Zusatzurlaub, Steuervorteile, Kündigungsschutz und einen früheren Renteneintritt ermöglicht, wobei die Feststellung über das Versorgungsamt beantragt werden muss.
 

Welche Krankheiten gelten als chronisch krank?

Chronisch krank sind Menschen mit lang andauernden, oft schwer heilbaren Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck), psychischen Erkrankungen (Depressionen) und Lungenerkrankungen (COPD), die eine dauerhafte medizinische Betreuung erfordern, um die Lebensqualität zu erhalten und lebensbedrohliche Verschlimmerungen zu verhindern. Auch rheumatische Leiden, Krebserkrankungen, Osteoporose und Muskuloskelettale Erkrankungen zählen dazu. 

Welche finanzielle Unterstützung gibt es bei Rheuma?

Finanzielle Unterstützung bei Rheuma umfasst Leistungen der Krankenkasse (Medikamente, Reha), der Pflegekasse (bei Pflegegrad), der Rentenversicherung (Erwerbsminderungsrente) sowie Nachteilsausgleiche durch den Schwerbehindertenausweis (Steuervorteile, ÖPNV). Auch Sozialhilfe (Wohngeld, Grundsicherung) und Hilfen der Rheuma-Liga (Selbsthilfe, Beratung) können relevant sein, um Kosten zu decken und die Lebensqualität zu verbessern.
 

Welche Form von Rheuma ist die schwerste?

Es gibt nicht "das schlimmste" Rheuma, da die Schwere je nach Form variiert, aber die Rheumatoide Arthritis (RA) gilt oft als sehr schwerwiegend, weil sie Gelenke zerstört, zu chronischen Schmerzen, Steifheit und erheblichen Einschränkungen führt und lebenswichtige Organe betreffen kann; auch systemische Formen wie Lupus< /nav>> oder die Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) können sehr beeinträchtigend sein, da sie Organe (Nieren, Herz) oder die Wirbelsäule stark schädigen können. Die Schwere hängt stark vom Krankheitsverlauf, der frühen Diagnose und Behandlung ab. 

Ist rheumatoide Arthritis eine schwere Krankheit?

Ja, Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine ernstzunehmende, chronische Systemerkrankung, die unbehandelt zu schweren Gelenkschäden, Behinderung und verminderter Lebensqualität führen kann, da das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Obwohl sie mild verlaufen kann, ist sie dringend behandlungsbedürftig und kann auch innere Organe (Herz, Lunge, Augen) betreffen. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend, um den Verlauf positiv zu beeinflussen.
 

Wie hoch muss der Grad der Behinderung GdB mindestens sein, um einen Schwerbehindertenausweis zu erhalten?

Die Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) gibt Anhaltspunkte, mit deren Hilfe der GdB festgelegt werden kann. Dementsprechend gilt als Behinderung eine Funktionseinschränkung ab einem GdB von 20. Schwerbehindert sind nach § 2 Abs. 2 SGB IX Menschen, bei denen ein GdB von wenigstens 50 festgestellt wurde.

Kann man mit Rheuma in Frührente gehen?

Ja, mit Rheuma kann man unter bestimmten Voraussetzungen in Frührente gehen, hauptsächlich über die Erwerbsminderungsrente (wenn der Beruf nicht mehr auszuüben ist) oder die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (wenn ein GdB von mind. 50 vorliegt), wobei die Erwerbsminderungsrente bei Rheuma oft der Weg ist, da sie direkt bei Berufsunfähigkeit greift. Entscheidend ist, ob die Krankheit die Arbeitsfähigkeit einschränkt, wobei oft auch psychische Faktoren eine Rolle spielen, und ob die nötigen Beitragszeiten in der Rentenversicherung erfüllt sind.
 

Welche Krankheiten muss man haben, um 50% Behinderung zu bekommen?

Ein GdB (Grad der Behinderung) von 50 wird oft bei chronischen Erkrankungen oder Verlustfunktionen vergeben, die die Teilhabe am Leben erheblich einschränken, wie schwer einstellbarer Diabetes, Schlafapnoe, massive Gesichtsveränderungen, schwere Migräne (mit wenigen Pausen), schwere Depressionen mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten, oder bestimmte Krebsverläufe (Heilungsbewährung), aber auch bei Amputationen wie dem Verlust einer Hand. Der genaue GdB hängt immer von der individuellen Auswirkung auf den Alltag ab. 

Werden GdB zusammengezählt?

Nein, die Grade der Behinderung (GdB) einzelner Erkrankungen werden nicht einfach addiert, sondern in ihrer Gesamtheit bewertet, wobei die wechselseitigen Auswirkungen und Überschneidungen der Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. Das Versorgungsamt bildet einen Gesamt-GdB, der oft niedriger als die Summe der Einzelwerte ausfällt, weil sich Beeinträchtigungen gegenseitig verstärken oder überlagern können; Ausgangspunkt ist meist der höchste Einzel-GdB.
 

Wie viel Prozent Behinderung braucht man für einen Behindertenausweis?

Einen Schwerbehindertenausweis erhält man ab einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50; dieser Wert wird vom Versorgungsamt festgestellt und ist die Voraussetzung für den Status „schwerbehindert“. Ein GdB unter 20 gilt nicht als Behinderung, und ein GdB zwischen 20 und 49 führt zu Nachteilsausgleichen, aber nicht zum Schwerbehindertenausweis selbst. Die Vorteile und Leistungen hängen vom GdB und den zusätzlich festgestellten Merkzeichen ab (z.B. „aG“ für außergewöhnliche Gehbehinderung).
 

Welche Krankheiten werden für einen Schwerbehindertenausweis anerkannt?

Schwerbehinderung (GdB 50+) kann durch eine Vielzahl von Krankheiten verursacht werden, die das Leben stark einschränken, darunter chronische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose, Parkinson, Diabetes, schwere Depressionen, Krebs, Rheuma), neurologische Störungen (z. B. Epilepsie, Hirnschäden), psychische Leiden (z. B. Schizophrenie, PTBS) oder Sinnesbeeinträchtigungen (z. B. Seh- oder Hörverlust), wobei der Grad der Behinderung (GdB) je nach Schwere der Funktionsbeeinträchtigung in 10er-Schritten von 50 bis 100 festgelegt wird. Es sind nicht einzelne Diagnosen, sondern das Ausmaß der Einschränkungen entscheidend. 

Welche Vorteile hat man mit 50 Schwerbehinderung als Rentner?

Ein GdB von 50 ermöglicht Rentnern vor allem den früheren Renteneintritt (bis zu 2 Jahre früher ohne Abschläge), steuerliche Vorteile durch den Behinderten-Pauschbetrag (1.140 €), Vergünstigungen bei der Kfz-Steuer, Ermäßigungen im ÖPNV, Zuzahlungsbefreiungen im Gesundheitswesen und Sonderrechte wie den Merkzeichen G/aG für Fahrtkostenerleichterungen, falls zutreffend. 

Was ändert sich 2025 für Schwerbehinderte?

Für Menschen mit Schwerbehinderung brachte das Jahr 2025 vor allem finanzielle Verbesserungen wie höhere Pflegegelder, Wohngeld und Kindergeld, die Einführung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG), das private Anbieter zu Barrierefreiheit verpflichtet, sowie eine höhere Schwerbehindertenausgleichsabgabe für Arbeitgeber und steuerliche Erleichterungen durch erweiterte Pauschbeträge. Auch bei der Rente gibt es Änderungen, die einen früheren Rentenbeginn mit GdB 50 ermöglichen, jedoch mit zunehmenden Altersgrenzen für Jahrgänge ab 1964. 

Ist die Rente mit Schwerbehindertenausweis besser als die Rente nach 45 Jahren?

Ob mit Schwerbehindertenausweis oder 45 Versicherungsjahren in der Deutschen Rentenversicherung: Mit beiden Varianten kommen Sie zwei Jahre früher in die abschlagsfreie Rente. So viel zu den Gemeinsamkeiten. Wenn Sie noch früher Ihren Ruhestand antreten möchten, ist die Option mit Schwerbehinderung deutlich besser.