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Wie geht es den Christen in der Ukraine?

Gefragt von: Frau Pamela Lindemann B.Eng.  |  Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2026
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Christen in der Ukraine erleben im Krieg eine gemischte Realität: Während Kirchen humanitär stark gefordert sind und Hoffnung spenden, besonders in umkämpften Gebieten, sehen sich protestantische Kirchen in russisch besetzten Zonen Verfolgung und Schließungen ausgesetzt, während die orthodoxen Kirchen, gespalten, sich neu organisieren, um die nationale Einheit zu stärken, und generell der Krieg eine tiefe Herausforderung darstellt.

Sind die Ukrainer Christen?

Ja, die Mehrheit der Ukrainer sind Christen, hauptsächlich orthodoxen Glaubens, wobei es eine starke Präsenz der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (OKU) und auch der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche gibt, die mit Rom verbunden ist. Die religiöse Landschaft ist vielfältig, aber das Christentum ist die dominierende Religion, mit starker regionaler Verteilung, insbesondere in der Westukraine.
 

Was sagt die Kirche zum Ukraine-Krieg?

„Krieg ist gegen Gottes Willen“

„Krieg ist gegen Gottes Willen. Und Krieg darf nicht zu einem Mittel der Politik werden. Konflikte müssen friedlich gelöst werden und wir dürfen auch im Angesicht dieses Krieges das Leitbild eines gerechten Friedens nicht aus den Augen verlieren.”

Ist Russisch in der Ukraine verboten?

In der Ukraine gibt es kein generelles Verbot der russischen Sprache, aber seit der Annexion der Krim 2014 und insbesondere seit der Invasion 2022 wurden Gesetze erlassen, die ihre Verwendung im öffentlichen Raum und in der Verwaltung stark einschränken, um die ukrainische Sprache als Staatssprache zu stärken; dies umfasst die Priorisierung Ukrainisch im Dienstleistungssektor, im Bildungswesen und in der Medienlandschaft sowie regionale Verbote kultureller Veranstaltungen auf Russisch. Diese Maßnahmen zielen auf die "Derussifizierung" ab und sind eine Reaktion auf Russlands Aggression, obwohl sie auch Kritik hervorrufen, die Diskriminierung der russischsprachigen Bevölkerung sehen, so. 

Kann ein Russe Ukrainisch verstehen?

Ja, ein Russe kann Ukrainisch bis zu einem gewissen Grad verstehen, da beide Sprachen slawisch sind und viele Gemeinsamkeiten im Wortschatz haben, aber es gibt deutliche Unterschiede in Grammatik und Lautung, sodass ein tieferes Verständnis oder flüssiges Sprechen eine aktive Lernanstrengung erfordert; viele Ukrainer sprechen Russisch, was die Kommunikation oft erleichtert, aber umgekehrt ist es für Russen schwieriger, Ukrainisch ohne Vorkenntnisse vollständig zu erfassen. 

Ukraine :: Wie Christen dort den Krieg erleben :: und was das für uns bedeutet :: von Andreas Beyer

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Warum leben so viele Russen in der Ukraine?

Im Allgemeinen nahm die Bevölkerung der ethnischen Russen in der Ukraine aufgrund von Assimilation und Zuwanderung zwischen 1897 und 1939 trotz Hungersnot, Krieg und Revolution zu.

Wie hieß die Ukraine früher?

Früher hieß die Ukraine je nach Epoche unterschiedlich: Im Mittelalter war sie Teil der Kiewer Rus, später zerfiel das Gebiet in Teile des Russischen Zarenreichs und Österreich-Ungarns; nach dem Ersten Weltkrieg gab es die Ukrainische Volksrepublik, bis sie 1922 als Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) Teil der Sowjetunion wurde, bis sie 1991 unabhängig wurde. 

Wird in der Ukraine Weihnachten gefeiert?

Ja, in der Ukraine wird Weihnachten gefeiert, allerdings mit einer jüngeren Verschiebung des Hauptfestes vom 7. Januar auf den 25. Dezember, um sich von russischen Traditionen zu lösen, obwohl viele Orthodoxe weiterhin am traditionellen Datum festhalten. Die katholische Kirche feiert schon lange am 25. Dezember, während die Mehrheit der orthodoxen Gläubigen früher nach dem julianischen Kalender am 7. Januar feierte, aber seit 2023 das Hauptfest offziell auf den 25. Dezember verlegt wurde.
 

Was unterscheidet orthodox und katholisch?

Der Hauptunterschied liegt in der Kirchenführung und einigen Glaubenslehren: Katholiken folgen dem Papst als Oberhaupt und anerkennen seine Unfehlbarkeit, während die Orthodoxie dezentral durch Patriarchen organisiert ist und Konzile höher bewertet, wobei die Unfehlbarkeit des Papstes abgelehnt wird; zudem gibt es Unterschiede bei der Heiligenverehrung (Ikonen vs. Statuen) und der Dogmatik (z.B. Mariä Empfängnis/Himmelfahrt) sowie bei der Feier von Festen (Julianischer vs. Gregorianischer Kalender).
 

Was sagt die Bibel über Krieg?

Die Bibel zeigt ein komplexes Bild von Krieg: Sie beschreibt Kriege im Alten Testament oft als Teil der Geschichte Israels unter Gottes Führung, betont aber im Neuen Testament die Feindesliebe, Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit der Nachfolger Jesu, die sich nicht in weltliche Kriege einmischen sollen, während sie auch Prophezeiungen über das Ende aller Kriege durch Gottes Reich und den „Harmagedon“-Konflikt enthält, der alle Kriege beendet. 

Ist Krieg im Christentum erlaubt?

Aber Jesus ruft an so vielen Stellen der Bibel zum Gewaltverzicht auf, dass für Christen und Christinnen Gewalt selbst zum Schutz der Angegriffenen nicht infrage kommen kann. In der Bergpredigt betont Jesus das 5. Gebot "Du sollst nicht töten".

Was ist orthodox für eine Religion?

Orthodox ist eine Bezeichnung für eine Strömung innerhalb verschiedener Religionen (Christentum, Judentum, Islam), die "rechtgläubig" oder "strenggläubig" bedeutet und eine traditionelle, wörtliche Auslegung der heiligen Schriften und Lehren betont, mit besonderem Fokus auf die Orthodoxe Kirche, die drittgrößte christliche Gemeinschaft nach Katholiken und Protestanten, die sich durch Ikonenverehrung, den julianischen Kalender (Ostern im Januar/Februar) und eine eigenständige Theologie auszeichnet.
 

Wie hoch ist der Anteil der Katholiken in der Ukraine?

Mit 8 % der Bevölkerung gehört der Großteil der Katholiken der ukrainisch-katholischen Kirche an, etwa 2 % der Bevölkerung gehören zur lateinischen Kirche und 0,8 % zur ruthenischen Kirche. Apostolischer Nuntius ist seit Juni 2021 Erzbischof Visvaldas Kulbokas.

Haben Ukrainer Kommunion?

Dabei ist zu berücksichtigen, dass in der Orthodoxen Kirche - wie auch in der Ukrainischen (Griechisch-)Katholischen Kirche - Kindern die drei Initiationssakramente Taufe, Erstkommunion und Firmung in derselben Feier gespendet werden.

Welche Kirche hat die Ukraine?

Die Orthodoxe Kirche der Ukraine ist seit 1. Januar 2021 in 52 Eparchien mit 6196 Gemeinden organisiert.

Was haben die Ukrainer für einen Glauben?

In der Ukraine dominiert das Christentum, insbesondere die orthodoxe Kirche, mit verschiedenen Strömungen, hauptsächlich der eigenständigen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) und der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK), die dem Moskauer Patriarchat untersteht, wobei die OKU und die UOK in Konkurrenz zueinander stehen und sich nicht gegenseitig anerkennen. Neben den Orthodoxen gibt es eine bedeutende griechisch-katholische Kirche (vor allem im Westen), sowie kleinere protestantische und andere christliche Gruppen. Auch andere Religionen wie Islam und Judentum sind vertreten, und ein Teil der Bevölkerung ist konfessionslos.
 

Was isst man Weihnachten in der Ukraine?

Das ukrainische Weihnachtsessen, traditionell am 7. Januar gefeiert, beginnt mit Kutja, einem süßen Getreidebrei aus gekochtem Weizen, Mohn, Nüssen, Rosinen und Honig, der als erstes der zwölf Fastenspeisen aufgetischt wird, gefolgt von anderen Gerichten wie Pilzsuppe (Grybna Yuska), gefüllten Kohlrouladen (Golubtsi) und Wareniki (gefüllte Teigtaschen), wobei am eigentlichen Weihnachtstag auch nicht-vegane Speisen wie Würste und Schinken erlaubt sind.
 

Wann wird Silvester in der Ukraine gefeiert?

Das Neujahrsfest wird - wie im übrigen Europa - nach dem Julianischen Kalender gefeiert: also in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Am Silvestertag schmückt man den Tannenbaum und bereitet viele traditionelle Gerichte wie zum Beispiel Salate, gebratenes Fleisch und Kuchen zu.

Ist die Krim historisch russisch oder ukrainisch?

Unter Grigori Potjomkin kam der Staat der Krimtataren durch Annexion endgültig unter russische Herrschaft: Am 8. April 1783 wurde die Krim formell von Katharina II. „von nun an und für alle Zeiten“ als russisch deklariert.

Woher stammen Ukrainer ab?

Ukrainer sind ein ostslawisches Volk mit tiefen historischen Wurzeln, die auf die Kiewer Rus (eine frühe ostslawische Staatlichkeit, die auch die Vorläufer von Russen und Weißrussen prägte) zurückgehen, sich aber auch durch die Kosaken-Tradition (Freiheit, Selbstverwaltung) und die Einflüsse verschiedener Kulturen und Reiche wie das Großfürstentum Litauen und das Königreich Polen formten. Ihre Identität ist eine Mischung aus antiken Völkern ( Skythen, Sarmaten, Slawen), mittelalterlichen Strukturen und modernen Bestrebungen nach Eigenständigkeit, die sich in der ukrainischen Nation manifestieren, einem Staatswesen, das seine Souveränität 1991 wiedererlangte. 

Wann war die Ukraine noch russisch?

Die Ukraine gehörte bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991 zu Russland als Teil der UdSSR, wurde aber schon im August 1991 unabhängig erklärt und die Unabhängigkeit im Dezember durch ein Referendum mit 90,3 % der Stimmen bestätigt, was die vollständige Trennung besiegelte. Zuvor war die Ukraine 1922 als Sozialistische Sowjetrepublik ein Gründungsmitglied der UdSSR geworden. 

War Kiew mal Russisch?

Kiew, die "Mutter aller russischen Städte" war im Mittelalter das Machtzentrum des ersten russischen Reichs, der Kiewer Rus, dem Vorläuferstaat des späteren Russland. Seit 1991 ist Kiew Hauptstadt der unabhängigen Ukraine.

Wer ist der größte Grundbesitzer in der Ukraine?

Nur etwa ein Viertel des Ackerlandes der Ukraine befindet sich im Eigentum des Staats, der Kommunen oder privatwirtschaftlicher Unternehmen. Die verbleibenden 75 % verteilen sich auf Kleinäcker mit Größen zwischen 4 und 10 Hektar, die sich im Eigentum von Privatpersonen befinden.

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