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Wie gehe ich mit Menschen mit Kontrollzwang um?

Gefragt von: Meinolf Hartwig-Lauer  |  Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2026
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Der Umgang mit Menschen mit Kontrollzwang erfordert Verständnis, klare Grenzen und die Förderung professioneller Hilfe, wobei Sie die Symptome ablehnen, aber die Person unterstützen, ohne die Zwänge zu verstärken. Setzen Sie klare Grenzen, vermeiden Sie Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Zwänge, ermutigen Sie zu Therapie (besonders Verhaltenstherapie) und loben Sie kleine Fortschritte, während Sie Rückfälle nicht überbewerten. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie beeinflussen können, und bleiben Sie geduldig und unterstützend.

Wie gehe ich mit Menschen um, die einen Kontrollzwang haben?

Versuchen Sie dem Betroffenen immer wieder deutlich zu machen, dass Sie seine Zwangssymptome – und nicht ihn oder sie als Person – zurückweisen. Zwänge entstehen nicht dadurch, dass jemand etwas falsch gemacht hat. Geben Sie deshalb möglichst weder sich – noch dem Betroffenen – die Schuld an der Störung.

Wie setzt man Grenzen gegenüber kontrollsüchtigen Menschen?

Sie können Grenzen setzen, die Ihre Freiheit und Ihre geistige Gesundheit bewahren. Wenn jemand versucht, Sie durch Kritik, Schweigen, Schuldgefühle oder andere Mittel unter Druck zu setzen, ist Ihr stärkstes Mittel ein einfaches „Nein“. Sie können einen kontrollsüchtigen Menschen in einen lediglich frustrierten verwandeln, indem Sie nicht nachgeben .

Wie Verhalten sich Menschen mit Kontrollzwang?

Menschen, die an einem Kontrollzwang leiden, haben ständig Angst, Katastrophen zu verschulden. Sie befürchten, durch Fahrlässigkeit einen Brand, eine Überschwemmung oder einen Einbruch verursacht zu haben. Andere haben den Gedanken, einen Menschen überfahren zu haben, ohne es zu merken.

Was sind das für Menschen, die andere ständig kontrollieren?

Wie funktioniert Gaslighting? Häufig manipulieren Menschen, die wenig Empathie besitzen und sich selbst über andere stellen. Soziopathische und narzisstische Persönlichkeiten neigen eher zum Gaslighten. Das Ziel der manipulierenden Person ist es, die Gedanken, Gefühle und Handlungen des Opfers zu kontrollieren.

Achtung! Wer sich SO verhält, will die Kontrolle über dich!

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Welche Psychologie steckt hinter Kontrollfreaks?

„Menschen mit Kontrollproblemen leiden oft unter Angstzuständen und versuchen, diese durch Kontrolle zu reduzieren“, erklärt sie. Obwohl „Kontrollfreak“ kein medizinisch anerkannter Begriff ist, können die zugrunde liegenden Verhaltensweisen manchmal auf tieferliegende psychische Probleme wie Angststörungen zurückzuführen sein.

Welches Bedürfnis steckt hinter der Kontrolle?

Das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung ist sogar eines unserer Grundbedürfnisse. Wir möchten eigene Entscheidungen treffen können, was vollkommen in Ordnung ist. Zum Problem wird unser Kontrollbedürfnis erst, wenn wir zu viel kontrollieren und uns dadurch nicht mehr entspannen können.

Was ist die Ursache für Kontrollzwang?

Kontrollzwang entsteht oft durch eine Kombination aus Ängsten und Unsicherheiten, genetischer Veranlagung und belastenden Kindheitserfahrungen, wobei Betroffene versuchen, durch wiederholte Kontrollen eine Katastrophe zu verhindern. Typische Ursachen sind perfektionistische Erziehung, hoher Leistungsdruck, traumatische Erlebnisse, eine geringe Toleranz gegenüber Ungewissheit und das Gefühl übertriebener persönlicher Verantwortung. Auch biologische Faktoren wie bestimmte Hirnstoffwechselstörungen spielen eine Rolle. 

Was ist die eigentliche Ursache für kontrollierendes Verhalten?

Es können mehrere Faktoren Ihr Kontrollverhalten beeinflussen. Meistens ist der Wunsch nach Kontrolle ein Bewältigungsmechanismus für Schmerz, Angst oder geringes Selbstwertgefühl . Unsere Erwartungen an andere Menschen und die Art und Weise, wie wir sie behandeln, werden oft von unseren vergangenen Erfahrungen geprägt.

Was ist eine zwangsgestörte Persönlichkeit?

Die anankastische bzw. zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Störung, bei der ein hohes Maß an Ordnung, Perfektion und Kontrollstreben auf Kosten von Flexibilität, Aufgeschlossenheit und Effizienz angestrebt werden.

Wie erkennt man kontrollsüchtige Menschen?

Symptome der Kontrollsucht sind ständiges, zwanghaftes Überprüfen (Herd, Türen), übertriebene Planung, Perfektionismus, Schwierigkeiten beim Delegieren, der Drang, alle Details zu kennen, und starke Angst vor Fehlern oder Kontrollverlust, was zu enormem Zeitaufwand, sozialer Isolation und Beeinträchtigung des Alltags führt, oft begleitet von einem Gefühl der Unvollständigkeit oder innerer Unruhe, wenn die Rituale nicht ausgeführt werden. 

Was kann man gegen Kontrollsucht tun?

Um Kontrollsucht in den Griff zu bekommen, helfen professionelle Therapien wie die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die direkt an den Ängsten ansetzt, sowie praktische Strategien wie Verantwortung abgeben, Stressmanagement (Meditation, Atemübungen), das Etablieren von Vertrauen durch positive Affirmationen und das Bewusstmachen eigener Ängste, um schrittweise die Kontrolle loszulassen. Wichtig ist, sich nicht selbst die Schuld zu geben und professionelle Hilfe zu suchen, da Zwangsstörungen oft schwer selbst zu überwinden sind. 

Was sind die Ursachen für Kontrollsucht?

Kontrollsucht entsteht oft durch eine Mischung aus tiefen Ängsten (Verlustangst, Angst vor Katastrophen), schlechten Erfahrungen (Kontrollverlust, strenge Erziehung) und Unsicherheit, die zu dem Versuch führt, das eigene Leben oder das anderer zu beherrschen, um Chaos zu vermeiden und ein Gefühl von Sicherheit zu erlangen. Biologische Faktoren können auch eine Rolle spielen.
 

Wie behandelt man Kontrollzwang?

Die Therapie bei Kontrollzwang setzt hauptsächlich auf die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), besonders mit Exposition und Reaktionsverhinderung, um Betroffene schrittweise mit ihren Ängsten zu konfrontieren, ohne die Zwangshandlungen auszuführen. Oft wird dies mit Medikamenten (SSRI-Antidepressiva) kombiniert, um angstlösende Effekte zu erzielen. Ziel ist es, die Ursachen zu verstehen, Vermeidungsstrategien zu durchbrechen und die Fähigkeit zu entwickeln, Ungewissheit auszuhalten, was zu mehr Lebensqualität führt.
 

Wie nennt man Menschen mit Kontrollzwang?

Menschen mit Kontrollzwang nennt man umgangssprachlich "Kontrollfreaks", fachlich kann es auf eine Zwangsstörung (OCD) oder eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung (ZPP) hinweisen, wobei letztere sich durch übermäßigen Perfektionismus, Ordnungssinn und Kontrollstreben äußert, das nicht unbedingt als störend empfunden wird, aber zu Problemen führt. Der Kontrollzwang kann auch ein Symptom von Zwangsgedanken und -handlungen sein, die Betroffene als belastend empfinden.
 

Wie nennt man Menschen, die Fehler immer bei anderen suchen?

Menschen, die immer Fehler bei anderen suchen, nennt man umgangssprachlich oft Schuldzuweiser oder Schwarzmaler, psychologisch gibt es Begriffe wie Blame-Shifter (Schuldverschieber), die auf fehlende Selbstreflexion hindeuten, und im extremen Fall kann es ein Merkmal einer paranoiaen Persönlichkeitsstörung oder dissozialen Persönlichkeitsstörung sein, da sie eigene Verantwortung ablehnen und oft misstrauisch sind. 

Wie nennt man kontrollierende Menschen?

Kontrollfreak ist die umgangssprachlich abwertende Bezeichnung für eine Person, die versucht, alles um sich herum zu kontrollieren.

Wie verhält sich ein kontrollierender Mensch?

Es äußert sich durch zwanghaftes Verhalten wie ständiges Überprüfen, Planen und Organisieren. Menschen mit Kontrollsucht fühlen sich unwohl und unsicher, wenn sie nicht die volle Kontrolle über ihre Umgebung und ihr Leben haben. Dies kann zu einer erheblichen Belastung für sie selbst und ihre Beziehungen werden.

Was ist eine bestimmende-kontrollierende Persönlichkeit?

Menschen mit einer bestimmenden-kontrollierenden Persönlichkeit sind als Kind oft mit strengen Regeln erzogen und diszipliniert worden. Sie haben gelernt, alle inneren Impulse streng unter Kontrolle zu behalten, um nicht bestraft zu werden.

Welche Persönlichkeitsstörung ist manipulativ?

Die Hauptstrategien von Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung sind Manipulation und Täuschung, mit dem Ziel, einen persönlichen Vorteil oder ein persönliches Vergnügen zu erlangen (z.B. Sex, Geld oder Macht). Außerdem neigen die betroffenen Personen zu aggressivem und reizbarem Verhalten.

Sind Kontrollzwänge heilbar?

Zwangsstörungen sind in der Regel nicht heilbar. Mithilfe therapeutischer Maßnahmen lassen sich die Zwänge jedoch gut unter Kontrolle bringen, sodass Betroffene besser mit ihnen leben können. Der erste Ansatz der Behandlung ist in der Regel eine kognitive Verhaltenstherapie, eine spezielle Form der Psychotherapie .

Sind Menschen mit Zwangsgedanken gefährlich?

Nein, Zwangsgedanken sind nicht gefährlich im Sinne von tatsächlicher Gefahr für andere oder die Umwelt; sie sind nur quälende Gedanken, die das Leiden der Betroffenen selbst verursachen, ihre Lebensqualität stark einschränken und oft mit Angst und Anspannung verbunden sind, aber sie sind behandelbar und führen in der Regel nicht zu gefährlichem Handeln. Die Angst, dass diese Gedanken umgesetzt werden könnten, ist ein zentraler Teil der Zwangsstörung, aber Studien zeigen, dass Betroffene ihre Zwänge nicht in die Tat umsetzen.
 

Was ist der größte Beziehungskiller?

1. Verleumdung. 78 Prozent der Befragten empfinden es als unverzeihlich, wenn Partner oder Partnerinnen Dinge über sie erzählen, die nicht stimmen. Frauen mit 85 Prozent etwas mehr als Männer (70 Prozent).

Was sind typische Sätze in einer toxischen Beziehung?

Hinter folgenden Sätzen kann nach Einschätzung der Experten toxisches Verhalten stecken:

  1. „Das war doch nur ein Scherz. Du bist zu empfindlich. ...
  2. „Niemand wird dich so lieben, wie ich. “ ...
  3. „Das habe ich nie gesagt.” ...
  4. „Ich mache das nur, weil ich dich liebe. ...
  5. „Wenn du mich liebst, würdest du ...”

Was ist das berühmteste Zitat über Angst?

Angst ist keine gute Ratgeberin bei Entscheidungen.

Ein Held, der keine Angst hat, braucht keinen Mut. Die Angst ist eine ständige Begleiterin. Ohne Angst lebt kein Grenzgänger lange. Die Angst ist die andere Hälfte von Mut.

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