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Wie funktioniert das Ersatzverfahren Sofern ein Patient seine eGK vergessen hat?

Gefragt von: Katharina Reiter  |  Letzte Aktualisierung: 22. Januar 2026
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Wenn ein Patient seine eGK vergisst, greift das Ersatzverfahren, bei dem die Praxis die wichtigsten Versichertendaten manuell erfasst und der Patient dies unterschriftlich auf dem Abrechnungsschein bestätigt (altes Verfahren). Seit Juli 2025 gibt es aber die verpflichtende Elektronische Ersatzbescheinigung (eEB): Der Patient fordert diese über die App seiner Krankenkasse an und sie wird digital direkt an die Praxis übermittelt, wodurch der manuelle Aufwand entfällt und die eEB den alten Papier-Nachweis ersetzt.

Was passiert, wenn man seine Gesundheitskarte vergessen hat?

Ja, Sie können einen Arzttermin wahrnehmen, wenn Sie die Gesundheitskarte vergessen oder Sie eine neue noch nicht bekommen haben. Alternativ zur Krankenkassenkarte können Sie auch eine Ersatzbescheinigung in der Arztpraxis vorlegen.

Wie verfahren Sie mit einem Patienten, der seine elektronische Gesundheitskarte nicht vorlegen kann?

Sollte im Einzelfall weder eine eGK noch eine eEB vorgelegt werden können, kann auch das bisher üblich Ersatzverfahren zur Anwendung kommen. Dann müssen die wesentlichen Versichertendaten manuell erhoben und auf dem Abrechnungsschein vom Patienten durch Unterschrift bestätigt werden.

Wann wird das Ersatzverfahren angewendet?

Das Ersatzverfahren darf angewendet werden, wenn die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nicht gelesen werden kann (z.B. defekt, Karte vergessen, Kartenterminal fehlt bei Hausbesuchen) oder wenn Kinder unter 18 Jahren, Säuglinge (< 3 Monate) oder Patienten mit temporärem Versicherungsnachweis eine eGK nicht vorlegen können. Es dient dazu, trotz technischer Hürden oder fehlender Karte eine rechtskonforme Behandlung und Abrechnung sicherzustellen, indem Patientendaten manuell erfasst und vom Patienten unterschrieben werden. 

Was ist eine eGK Ersatzbescheinigung?

Eine eGK-Ersatzbescheinigung (eEB) ist ein digitaler Versicherungsnachweis für gesetzlich Versicherte, den Sie über Ihre Krankenkassen-App anfordern können, wenn Sie Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) vergessen haben oder sie nicht funktioniert. Die eEB wird sicher an die Arztpraxis übermittelt und ersetzt die Karte für den Moment, bis eine gültige Karte vorgelegt wird, wobei Arztpraxen seit Juli 2025 verpflichtet sind, diese elektronisch anzunehmen.
 

Ersatzverfahren in Smarty anlegen

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Wie bekomme ich eine Ersatzbescheinigung?

Patienten, die eine elektronische Ersatzbescheinigung anfordern wollen, benötigen dafür die App ihrer Krankenkasse. Über die App stellen sie die Anfrage. Sie übermitteln dazu auch die KIM-Adresse der Praxis, an die die Krankenkasse die Bescheinigung senden soll.

Ist die eGK verpflichtend?

Ja, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist für gesetzlich Versicherte Pflicht als Nachweis für den Zugang zu medizinischen Leistungen, wobei Ärzte und Krankenhäuser sie zur Datenübertragung nutzen müssen. Seit Oktober 2025 sind Ärzte und Kliniken verpflichtet, die elektronische Patientenakte (ePA) zu nutzen und dort Befunde zu hinterlegen, was jedoch ein "Opt-out"-Verfahren für Versicherte ist, die widersprechen können. Die eGK ermöglicht auch Funktionen wie das E-Rezept, das seit Anfang 2024 Pflicht für Arztpraxen ist, wobei Patienten die Nutzung der ePA und App-Funktionen freiwillig aktivieren müssen. 

Was heißt Ersatzverfahren?

Das Ersatzverfahren ist ein alternativer Weg zur Ausstellung und Weitergabe der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), der zum Einsatz kommt, wenn die reguläre digitale Übermittlung technisch nicht möglich ist.

Kann ich mit einer Ersatzbescheinigung zum Arzt?

Ja, Sie können mit einer elektronischen Ersatzbescheinigung (eEB) oder auch einer Papierbescheinigung zum Arzt gehen, wenn Sie Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) vergessen haben, da Arztpraxen seit Juli 2025 verpflichtet sind, diese elektronisch anzunehmen, um eine sofortige Behandlung zu ermöglichen, ohne dass Sie die Karte nachträglich vorlegen müssen. 

Wann löscht die Krankenkasse Diagnosen?

Die Prüfungsausschüsse und ihre Geschäftsstellen sind nach dem Sozialgesetzbuch (§ 304 SGB V) erst nach vier Jahren verpflichtet, ihre gespeicherten Daten (z. B. Art der Behand- lung, Tag der Behandlung, abgerechnete Gebührenposi- tionen, Diagnosen) zu löschen.

Kann ich ohne eGK zum Arzt gehen?

Kann ich ohne AOK-Karte zum Arzt gehen? Ein Arztbesuch ist auch ohne elektronische Gesundheitskarte möglich, zum Beispiel wenn Sie diese verloren haben und Ihre neue Karte sich noch auf dem Postweg befindet. Fordern Sie für so einen Fall einfach eine Ersatzbescheinigung bei Ihrer Krankenkasse an.

Was ist eine provisorische Ersatzbescheinigung?

Wer seine EHIC zuhause vergessen hat, muss sich zügig an seine Krankenkasse in Deutschland wenden und dort eine "Provisorische Ersatzbescheinigung die Europäische Krankenversicherungskarte (PEB)" anfordern. Diese Ersatzbescheinigung kann auch kurzfristig per Fax oder E-Mail verschickt werden.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, wenn Ihr Patient seinen Behandlungsplan nicht einhält?

Compliance-Hindernisse identifizieren und beseitigen

Führen Sie einen kontinuierlichen Dialog mit dem Patienten, um mögliche Hindernisse für die Therapietreue so früh wie möglich zu erkennen. Bitten Sie den Patienten, alle Probleme zu erläutern, die ihn daran hindern, Ihren Empfehlungen zu folgen, und gehen Sie respektvoll auf alle Bedenken ein.

Kann ich meine Gesundheitskarte nachreichen?

Grundsätzlich können Sie die Versichertenkarte nachreichen.

Was kann ich tun, wenn ich beim Arztbesuch keine Gesundheitskarte habe?

Eine Ersatzbescheinigung können Sie sich direkt über die TK-App (Rubrik "Bescheinigungen") herunterladen oder gleich an Ihre ärztliche Praxis senden.

Kann man in die Notaufnahme ohne Krankenkassenkarte?

IST ES EIN NOTFALL? Lebensbedrohliche Krankheiten sind immer ein Notfall. Du solltest dann immer die nächste Notaufnahme aufsuchen oder, falls du dazu nicht in der Lage bist den Notruf unter der Nummer 112 anrufen. In diesem Fall wirst du auch ohne Gesundheitskarte behandelt.

In welchen Fällen darf das Ersatzverfahren angewendet werden?

Das Ersatzverfahren darf angewendet werden, wenn die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nicht gelesen werden kann (z.B. defekt, Karte vergessen, Kartenterminal fehlt bei Hausbesuchen) oder wenn Kinder unter 18 Jahren, Säuglinge (< 3 Monate) oder Patienten mit temporärem Versicherungsnachweis eine eGK nicht vorlegen können. Es dient dazu, trotz technischer Hürden oder fehlender Karte eine rechtskonforme Behandlung und Abrechnung sicherzustellen, indem Patientendaten manuell erfasst und vom Patienten unterschrieben werden. 

Was passiert, wenn man seine Krankenkassenkarte vergessen hat?

Wenn Sie Ihre Krankenkassenkarte vergessen, können Sie trotzdem zum Arzt gehen: Legen Sie eine Ersatzbescheinigung vor (oft per App oder online abrufbar) oder reichen Sie die Karte innerhalb von zehn Tagen nach. Ansonsten kann die Praxis die Kosten privat in Rechnung stellen, die Sie dann bei Ihrer Kasse zur Erstattung einreichen müssen. In Notfällen wird immer behandelt. 

Kann man ohne Versichertenkarte ein Rezept bekommen?

Wer noch keine NFC-fähige Gesundheitskarte hat oder die PIN nicht mehr weiß, kann beides bei seiner Krankenkasse anfordern.

Was sind Ersatzkassen einfach erklärt?

Die Ersatzkassen sind eine von sechs Kassenarten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zu den Ersatzkassen gehören die Techniker Krankenkasse (TK), die BARMER, DAK-Gesundheit, die KKH Kaufmännische Krankenkasse, die hkk - Handelskrankenkasse und die HEK - Hanseatische Krankenkasse.

Was macht eine Person, die kein Smartphone hat, wenn es das E-Rezept gibt?

Kann ich das E-Rezept trotzdem nutzen? Ja, über ihre Gesundheitskarte oder den Papierausdruck können Sie das E-Rezept in der Apotheke einlösen.

Was passiert, wenn die Versichertenkarte beim Arzt nicht eingelesen wird?

Kann die Karte nicht eingelesen werden, kann die Abrechnung im Rahmen des Ersatzverfahrens erfolgen. Die Ausstellung einer gesonderten Versicherungsbestätigung ist bei Vorlage einer gültigen Versichertenkarte nicht notwendig.

Wann muss die eGK vorgelegt werden?

Die eGK in der Praxis. Grundsätzlich ist jede und jeder Versicherte verpflichtet, vor Beginn der Behandlung die eGK vorzulegen. Fehlt die Karte oder ist sie ungültig, muss der Versichertennachweis innerhalb von zehn Tagen vorgelegt werden.

Wann fliegt man aus der gesetzlichen Krankenkasse?

Man fliegt aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV), wenn man die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze, JAEG) durch ein hohes Einkommen überschreitet (z. B. 77.400 € brutto für 2026) und sich entweder privat versichert oder freiwillig in der GKV bleibt, wobei für über 55-Jährige besondere Regeln gelten, die eine Rückkehr in die GKV erschweren können. Auch Selbstständige und bestimmte Berufsgruppen können freiwillig versichert oder versicherungsfrei sein. 

Was ist auf der eGK zu sehen?

Eine neue eGK erkennen Sie an der 6-stelligen Kartenzugangsnummer und dem Symbol für drahtlose Übertragung.