Wer trägt die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch?
Gefragt von: Burghard Stoll | Letzte Aktualisierung: 30. Juni 2026sternezahl: 4.6/5 (46 sternebewertungen)
Bei einem Schwangerschaftsabbruch zahlt die Krankenkasse nur bei medizinischer oder kriminologischer Indikation; ansonsten trägt die schwangere Person die Kosten selbst, kann aber bei geringem Einkommen eine Kostenübernahme durch das Bundesland beantragen, die oft von der Krankenkasse abgewickelt wird; die ärztliche Beratung vorab und die Nachsorge sind immer kostenlos.
Wie viel kostet Abtreiben in Deutschland?
In Deutschland kosten Abtreibungen ohne spezielle Indikation meist zwischen 300 und 700 Euro, abhängig von Methode (medikamentös günstiger) und Praxis, wobei gesetzliche Krankenkassen diese Kosten bei geringem Einkommen oder aus medizinischen/kriminologischen Gründen (z.B. Vergewaltigung) übernehmen können, wofür ein Antrag bei der Krankenkasse nötig ist.
Wer finanziert eine Abtreibung?
Leistungen bei Schwangerschaftsabbruch in Anspruch nehmen. Erfolgt der Schwangerschaftsabbruch aus kriminologischen oder medizinischen Gründen, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen und von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) abgerechnet.
Wie werden die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch abgerechnet?
Wird der Schwangerschaftsabbruch in einem Krankenhaus vorgenommen, werden die hierfür entstehenden Kosten im Rahmen der gesetzlichen Basiskrankenversicherung abgerechnet und als Teil der medizinischen Versorgung von dieser übernommen.
Wie lange dauert ein Antrag auf Kostenübernahme Schwangerschaftsabbruch?
Sie können den Antrag bei den meisten Krankenkassen auch direkt in der Geschäftsstelle stellen. In der Regel erfolgt die Bearbeitung hier unmittelbar. Die Krankenkasse prüft Ihren Antrag und stellt Ihnen bei Erfüllung der Voraussetzungen eine Kostenübernahmebescheinigung aus.
Abtreibung: Das kommt auf mich zu! (Teil 1) || PULS Reportage
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Was braucht man, wenn man den Schwangerschaftsabbruch selber bezahlen möchte?
Kostenübernahme Schwangerschaftsabbruch beantragen
Dort müssen Sie nachweisen, dass ihr persönliches Einkommen und Vermögen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Dazu brauchen Sie zum Beispiel Gehaltsabrechnungen, einen Bürgergeldbescheid oder Kontoauszüge.
Wer entscheidet über die Kostenübernahme der Krankenkasse?
Welche Kosten für Behandlungen und Medikamente die gesetzliche Krankenkasse übernimmt, entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Wer dort bestimmt und was nicht standardmäßig bezahlt wird.
In welchen Fällen wird eine Abtreibung von der Krankenkasse übernommen?
Ein Schwangerschaftsabbruch wird von der Krankenkasse übernommen, wenn eine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt. Für einen Schwangerschaftsabbruch auf eigenen Wunsch müssen die Kosten selbst getragen werden.
Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?
Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht.
Welche Strafe droht bei Abtreibung?
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, aber in der Praxis meist strafbar, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Beratung durch einen Arzt durchgeführt wird (Beratungsregelung, § 218a StGB) oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Wer den Abbruch durchführt (Arzt/Arzthelfer) wird härter bestraft, wenn die Schwangere nicht einwilligt oder die Regeln verletzt, während die Schwangere selbst bei der „Beratungsregelung“ nicht strafbar ist.
Ist die erste Abtreibung gratis?
Nein, eine erste Abtreibung ist in Deutschland grundsätzlich nicht automatisch kostenlos, aber die Kosten können für Frauen mit geringem Einkommen übernommen werden; die ärztliche Beratung und Nachsorge zahlt die Krankenkasse immer. Die Kosten für den Eingriff selbst (ca. 300–800 €) trägt man selbst, wenn das Einkommen über einer bestimmten Grenze liegt (oft < 1.500 € netto/Monat), aber man kann eine Übernahme beantragen, wenn man bedürftig ist, wobei dann das Bundesland oder die Krankenkasse zahlt.
Was muss ich tun, wenn ich abtreiben will?
Wenn Sie in Deutschland eine Abtreibung planen, müssen Sie zuerst eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung aufsuchen, um einen Beratungsschein zu erhalten, der den Abbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei macht; danach müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt finden, der den Abbruch durchführt, der entweder medikamentös oder operativ erfolgen kann, abhängig von der Schwangerschaftswoche. Es gibt zwei Hauptwege: medikamentös (bis ca. 7. SSW) oder operativ (bis ca. 12. SSW), und Sie benötigen dafür eine Bescheinigung der Beratung und müssen sich an eine Praxis oder Klinik wenden.
Wie schmerzhaft ist eine medikamentöse Abtreibung?
Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch verursacht Schmerzen, die oft mit starken Menstruationskrämpfen (Regelschmerzen) vergleichbar sind, ausgelöst durch die Kontraktionen der Gebärmutter, begleitet von starken Blutungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schüttelfrost, wobei Schmerzmittel zur Linderung bereitgestellt werden. Die Intensität variiert, aber Krämpfe und Blutungen können mehrere Stunden bis Tage andauern und sind ein normaler Teil des Prozesses.
Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?
Nach einem Schwangerschaftsabbruch sind die Gefühle sehr individuell und reichen von Erleichterung, Freude oder auch einem Gefühl der Stärke bis hin zu Trauer, Schuld, Angst, Niedergeschlagenheit, Wut und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Schmerzen und Blutungen einhergehen können, wobei die Verarbeitung stark von den persönlichen Umständen (z.B. Druck, Lebenssituation, moralische Einstellung) abhängt. Es gibt keine pauschale "normale" Reaktion, und professionelle Beratung bei Beratungsstellen wie pro familia oder donum vitae ist eine wichtige Anlaufstelle.
Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?
In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (nach der Befruchtung, also ca. 14. SSW) grundsätzlich straffrei, weil er als weniger gravierend angesehen wird, da der Fötus noch keine eigenständige Lebensfähigkeit entwickelt hat und die Risiken für die Schwangere geringer sind, zudem die Schwangere in dieser Phase das Recht auf Selbstbestimmung stärker wiegt, während ein Abbruch danach nur bei medizinischer oder kriminologischer Indikation möglich ist. Es gibt eine Beratungspflicht und eine Wartefrist, aber der Abbruch wird nicht bestraft, wenn diese eingehalten werden.
Kann man direkt beim Frauenarzt abtreiben?
Eine Schwangerschaft kann operativ oder mit Medikamenten abgebrochen werden („Abtreibung“). Der operative Schwangerschaftsabbruch (Absaugung) wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt.
Welche Frauen treiben am meisten ab?
Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen nach Altersgruppen in Deutschland (1996-2023) Am häufigsten werden Schwangerschaftsabbrüche bei 25- bis 29-jährigen Frauen vorgenommen, gefolgt von den 30- bis 34-jährigen Frauen.
Wie viele Beziehungen scheitern nach einer Abtreibung?
Statistiken zeigen, dass Partnerschaften nach einem Schwangerschaftsabbruch oft unter Druck geraten, wobei neuere Daten darauf hindeuten, dass Frauen, die abtreiben, häufig bereits in instabileren Beziehungen sind und eine höhere Trennungsrate haben als Frauen, die das Kind austragen – manche Studien sprechen von bis zu vier von fünf Partnerschaften, die scheitern, was jedoch stark von der Beziehungsqualität vor dem Abbruch abhängig ist. Während einige Paare durch die Erfahrung enger zusammenwachsen, erleben andere Distanz, insbesondere wenn die Gefühle unterschiedlich verarbeitet werden, was die Entscheidung komplex macht und die bestehende Beziehung belastet.
Sind Abtreibungen schmerzhaft?
Ja, eine Abtreibung kann Schmerzen verursachen, aber das Ausmaß ist je nach Methode (medikamentös oder operativ) und individuell verschieden; operative Abbrüche werden oft unter Vollnarkose durchgeführt, während medikamentöse Abbrüche starke Menstruationskrämpfe und Blutungen auslösen können, die aber gut mit Schmerzmitteln behandelt werden können.
Wie viel kostet das Medikament zum Abtreiben?
Allgemein gilt: Die Kosten für einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch (egal, ob mit Tabletten oder per Absaugung) liegen zwischen 350 und 600 Euro. Dabei kostet eine medikamentöse Abtreibung weniger als ein instrumenteller Abbruch.
Wie viele Jahre darf man abtreiben?
Eine Abtreibung ist ohne Einwilligung der Eltern möglich, wenn die Schwangere mindestens 14 Jahre alt ist und der*die Ärztin sie für einwilligungsfähig hält. Sie muss also die Tragweite ihrer Entscheidung überblicken können.
Ist ein Schwangerschaftsabbruch mit der Pille möglich?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich. Es werden dazu zwei Medikamente in Tablettenform eingesetzt: eines mit dem Wirkstoff Mifepriston und eines mit einem Prostaglandin.
Kann die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnen?
Wenn Krankenkassen Zuschussanträge oder die Übernahme von Leistungen ablehnen, haben Patientinnen und Patienten das Recht auf ein Widerspruchsverfahren. Nicht immer weisen Krankenkassen die Betroffenen auf dieses Recht hin. In Einzelfällen werden sie sogar wiederholt zur Rücknahme des Widerspruchs gedrängt.
Wie fragt man die Krankenkasse nach einer Kostenübernahme?
Grundsätzlich genügt ein formloser Antrag auf Kostenübernahme. Wichtig sind natürlich die Angabe der Versichertennummer und beigefügte Dokumentationen des Arztes, gegebenenfalls Rezepte, aus denen hervorgeht, weshalb die Behandlung aus medizinischer Sicht notwendig ist.
Kann die Krankenkasse die Zahlung verweigern?
Übersteigen beantragte Leistungen ein Maß des medizinisch Notwendigen, kann die Krankenkasse eine Kostenübernahme verweigern und z. B. die Reha ablehnen. Dann muss der Versicherte die Kosten selbst tragen.
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