Wer kann gegen ein Handeln einer Behörde vorgehen?
Gefragt von: Linda Engelhardt | Letzte Aktualisierung: 7. August 2026sternezahl: 4.9/5 (61 sternebewertungen)
Gegen behördliches Handeln können Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen mit Rechtsmitteln wie Widerspruch und Klage bei den Verwaltungsgerichten vorgehen, um Verwaltungsakte anzufechten. Bei Fehlverhalten von Mitarbeitern hilft eine Dienstaufsichtsbeschwerde, und wenn die Behörde untätig bleibt, kann eine Untätigkeitsklage erhoben werden. Der richtige Weg hängt von der Art des Handelns ab und sollte der Rechtsbehelfsbelehrung am Bescheid entnommen werden.
Wie kann man gegen eine Behörde vorgehen?
Sie können Ihren Widerspruch schriftlich, mit eigenhändig unterschriebenem Schreiben, einlegen oder ihn direkt bei der Ausgangsbehörde zur Niederschrift mündlich vortragen. Außerdem können Sie Ihren Widerspruch auch in elektronischer Form erheben.
Wer prüft Behörden?
Ein Verwaltungsgericht kontrolliert, ob das was die Behörden tun, richtig ist.
Was tun bei Ärger mit Behörden?
Mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde können Bürger*innen sich gegen das persönliche Fehlverhalten von Beschäftigten im öffentlichen Dienst wehren, das sind z.B. Mitarbeiter*innen des Jobcenters oder der Polizei. Dafür müssen keine besondere Form oder Frist eingehalten werden.
Wer ist Rechtsträger von Behörden?
Die Behörden sind unselbstständige Verwaltungseinheiten. Ihre Rechtsträger sind der Bund oder die Länder. Mittelbare Staatsverwaltung: Der Staat bedient sich für den Vollzug der Gesetze ausgegliederter Verwaltungsträger. Diese haben eigene Rechtspersönlichkeit.
Verwaltungsakt (§ 35 S. 1 VwVfG) - einfach erklärt
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Sind Behörden rechtsfähig?
Da Behörden Träger von Rechten und Pflichten sind, können sie im eigenen Namen sowohl klagen als auch verklagt werden. Sie besitzen, ohne dass es dazu einer gesetzlichen Regelung bedarf, auch die private Rechtsfähigkeit, dass bedeutet, dass sie Verträge abschließen können.
Wer ist Träger der Verwaltung?
Träger der öffentlichen Verwaltung sind in Deutschland primär Bund, Länder und Gemeinden (Gebietskörperschaften) sowie deren selbstständige Ausgliederungen wie Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts; sie stellen Personal und Sachmittel bereit, um öffentliche Aufgaben zu erfüllen, wobei zwischen unmittelbarer (eigene Behörden) und mittelbarer (z.B. Beliehene, Anstalten) Verwaltung unterschieden wird.
Kann ich eine Behörde verklagen?
Eine Untätigkeitsklage ist ein Rechtsinstrument, durch das ein Antragsteller eine Entscheidung einer Behörde einfordern kann. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Behörde innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist nicht auf einen Antrag oder Widerspruch reagiert hat.
Was mache ich, wenn sich eine Behörde nicht reagiert?
Wenn Sie bei einer Behörde bzw. Sozialversicherungsträger einen Antrag gestellt oder Widerspruch eingelegt haben, und die Behörde nicht reagiert, haben Sie die Möglichkeit eine Untätigkeitsklage einzureichen. Nach einem Antrag hat die Behörde 6 Monate Zeit, über Ihren Antrag zu entscheiden.
Kann ich eine Behörde anzeigen?
Beschwerde über die Polizei
Die Beschwerdestelle der Polizei Hamburg nimmt Ihre Anregung oder Ihre Kritik entgegen. Sie haben die Möglichkeit, entweder schriftlich (auch online und anonym), telefonisch oder persönlich in der Mönckebergstraße 5 mit der Beschwerdestelle der Polizei Hamburg in Kontakt zu treten.
Was ist der Unterschied zwischen Amt und Behörde?
Ein Amt ist oft eine spezifische Abteilung oder Funktion innerhalb einer größeren Behörde, wobei die Begriffe häufig synonym gebraucht werden; eine Behörde ist der Oberbegriff für jede öffentliche Stelle, die Verwaltungsaufgaben wahrnimmt (z.B. das Einwohnermeldeamt als Teil des Rathauses), während ein Amt auch die konkrete Position oder den Aufgabenbereich (z.B. das Amt des Bürgermeisters) bezeichnen kann, aber im Alltag oft für die Dienststelle steht, wie Finanzamt oder Sozialamt.
Wer ist die Rechtsaufsichtsbehörde?
Nach § 119 GemO BW ist die Rechtsaufsichtsbehörde von Gemeinden das Landratsamt als untere Verwaltungsbehörde, für Stadtkreise und große Kreisstädte das Regierungspräsidium, obere Rechtsaufsichtsbehörde ist für alle Gemeinden das Regierungspräsidium, oberste Rechtsaufsichtsbehörde ist das Innenministerium.
Was regelt das Verwaltungsgericht?
Die Verwaltungsgerichte sind für alle Streitigkeiten, für die der Verwaltungsrechtsweg offen steht, sachlich zuständig (§ 45 der Verwaltungsgerichtsordnung – VwGO). Darunter fällt z.B. das Ausländer- und Asylrecht, Baurecht, Beamtenrecht, Kommunalrecht, Sicherheits- und Versammlungsrecht.
Wann lohnt sich ein Klageverfahren?
Auch wenn eine Kündigung diskriminierend erscheint oder Sie keine klare Begründung erhalten haben, kann sich eine Klage lohnen. In vielen Fällen führt sie zu einem Vergleich oder einer Abfindung. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zögern zunächst, rechtliche Schritte zu unternehmen und eine Klage einzureichen.
Kann man Ämter verklagen?
Mit einer Verwaltungsklage lassen Sie die Entscheidung von einem unabhängigen Gericht überprüfen. Sie müssen die Klage innerhalb einer bestimmten Frist nach Erhalt des ablehnenden Widerspruchsbescheids einreichen (ebenfalls in der Regel ein Monat). Vor Gericht wird dann geprüft, ob der Behördenentscheid rechtmäßig war.
Wann ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde sinnvoll?
Eine Dienstaufsichtsbeschwerde ist dann angebracht, wenn sich ein Amtsträger persönlich falsch verhalten hat. Es geht um Verstöße gegen die Pflichten, die mit dem Amt verbunden sind, oder um ein generell unangemessenes Auftreten im Dienst.
Wie wehrt man sich gegen Behörden?
Widerspruch und Einspruch müssen Sie schriftlich einlegen, d. h. Sie müssen das Widerspruchsschreiben eigenhändig unterzeichnen. Dabei müssen Sie die korrekte Adresse der Behörde angeben sowie das Eingangsdatum und das Aktenzeichen des Bescheids, den Sie angreifen.
Wie lange darf sich eine Behörde Zeit lassen?
Wenn einer Behörde alle notwendigen Unterlagen vorliegen, so hat sie eine maximale Bearbeitungszeit von sechs Monaten für Ihren Antrag – auch für den Überprüfungsantrag.
Wie viel kostet eine Untätigkeitsklage?
Die Kosten einer Untätigkeitsklage hängen vom Gericht ab: Im Sozialrecht (z.B. Jobcenter) sind sie oft kostenlos, da die Behörde meist die Kosten trägt. Im Verwaltungsrecht (z.B. Ausländerbehörde) fallen je nach Fall Gerichtskosten (z.B. ca. 798 € bei Einbürgerung) und Anwaltskosten an, wobei auch hier die Behörde die Kosten bei Erfolg übernimmt. Wichtig: Im Erfolgsfall trägt die Behörde meist die Kosten, ansonsten tragen Sie als Kläger diese.
Was kann ich tun, wenn eine Behörde nicht reagiert?
Wenn die Behörde nicht auf Ihren Antrag reagiert, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Eine Untätigkeitsklage gemäß § 75 VwGO kann ein effektives Mittel sein, um die Bearbeitung Ihres Antrags zu beschleunigen. Kontaktieren Sie mich, um Ihre Möglichkeiten zu besprechen und das Verfahren gemeinsam in die Wege zu leiten.
Wie viel kostet eine Klage beim Verwaltungsgericht?
Die Kosten einer Klage vor dem Verwaltungsgericht hängen vom Streitwert ab und bestehen aus Gerichts- und Anwaltskosten; Gerichte erheben in erster Instanz in der Regel das Dreifache der Grundgebühr (3,0) des Gerichtskostengesetzes (GKG), wobei der Streitwert bei fehlenden Anhaltspunkten oft 5.000 € beträgt, was zu Gerichtskosten um 480 € (zzgl. Auslagen) führen kann. Sie müssen die Kosten vorstrecken, aber der Verlierer trägt sie am Ende; bei Teilerfolgen werden die Kosten aufgeteilt.
Wie kann man seine Gemeindeverwaltung verklagen?
Um erfolgreich gegen Ihre Gemeinde vorzugehen, benötigen Sie eine starke Beweislage, um deren Haftung nachzuweisen. Dazu gehören beispielsweise Fotos vom Unfallort und der Unfallursache, Zeugenaussagen und ein medizinischer Bericht eines unabhängigen Experten.
Wer ist der Rechtsträger einer Behörde?
Der Rechtsträger einer Behörde ist die juristische Person des öffentlichen Rechts (z.B. Bund, Land, Gemeinde, Körperschaft), der die Behörde angehört – sie ist Trägerin der Rechte und Pflichten, während die Behörde als Organ handelt, um diese wahrzunehmen, z.B. im Außenverhältnis gegenüber Bürgern und bei Klagen. Die Behörde selbst ist oft kein eigenständiger Rechtsträger, sondern vertritt ihren Rechtsträger in Rechtsgeschäften und Verfahren, wie z.B. bei verwaltungsgerichtlichen Klagen.
Welche Verantwortung trägt die Verwaltung?
Administratoren spielen eine entscheidende Rolle in Unternehmen, wobei ihre Verantwortlichkeiten je nach Branche variieren und Aufgaben wie die Verwaltung eines Büros, die Beantwortung von Anfragen, die Überwachung des Büroinventars, die Planung von Besprechungen und die Beaufsichtigung anderer administrativer Mitarbeiter umfassen.
Wer nimmt Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahr?
(4) Behörde im Sinne dieses Gesetzes ist jede Stelle, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnimmt.
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