Wer entscheidet über eine Abtreibung?
Gefragt von: Albin Schütz | Letzte Aktualisierung: 17. April 2026sternezahl: 4.4/5 (9 sternebewertungen)
Die Entscheidung, ob Sie Ihre Schwangerschaft abbrechen lassen, liegt allein bei Ihnen. Diese höchstpersönliche Entscheidung kann und darf niemand anderes für Sie treffen. Schwangerschaftsabbrüche werden in verschiedenen Kulturen und Religionen unterschiedlich wahrgenommen werden.
Wer muss bei einer Abtreibung zustimmen?
Eine Abtreibung ist ohne Einwilligung der Eltern möglich, wenn die Schwangere mindestens 14 Jahre alt ist und der*die Ärztin sie für einwilligungsfähig hält. Sie muss also die Tragweite ihrer Entscheidung überblicken können. Auch jugendliche Schwangere dürfen selbst über ihren Körper bestimmen.
Wer entscheidet über den Schwangerschaftsabbruch?
Die Beratungsregelung
Die Schwangere muss den Schwangerschaftsabbruch verlangen. Sie muss mindestens drei Tage vor dem Eingriff eine Schwangerschaftskonfliktberatung durch eine staatlich anerkannte Beratungsstelle wahrgenommen und von dort den für einen Abbruch vorgeschriebenen Beratungsschein erhalten haben.
Kann ein Frauenarzt eine Abtreibung ablehnen?
Das Gesetz stellt es Ärztinnen und Ärzten frei, ob sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen oder nicht. So steht es in Paragraf 12 Absatz 1 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes: "Niemand ist verpflichtet, an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken."
Was muss ich tun, wenn ich einen Schwangerschaftsabbruch möchte?
Wenn Sie abtreiben möchten (egal, ob medikamentös mit der Abtreibungspille oder operativ mittels Absaugen), müssen Sie sich zuerst an einer staatlich anerkannten Stelle beraten lassen, beispielsweise bei "Pro Familia". Kontaktinformationen zu anerkannten Beratungsstellen in Ihrer Nähe erhalten Sie hier.
Ungewollt schwanger: Ich entschied mich für eine Abtreibung | Y-Kollektiv
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Wie sage ich meinem Frauenarzt, dass ich abtreiben will?
Wenn die Ärztin oder der Arzt nicht selbst Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, kann sie oder er informieren, wo ein Abbruch möglich ist. Auch Beratungsstellen haben meist Listen von Praxen und Kliniken in der Region.
Wie beantrage ich einen Schwangerschaftsabbruch?
Um einen Termin zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an: Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin – falls dieser/diese Einwände gegen einen Schwangerschaftsabbruch hat, muss er/sie Sie an einen anderen Arzt/eine andere Ärztin überweisen. Eine örtliche Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit, auch Familienplanungs- oder GUM-Klinik (Klinik für Geschlechtskrankheiten) genannt. Direkt an einen Anbieter für Schwangerschaftsabbrüche wie BPAS, MSI oder NUPAS.
Wo melde ich mich, wenn ich abtreiben will?
Die Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO sind gesetzlich anerkannte Beratungsstellen nach § 219 Strafgesetzbuch (StGB) und § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Wenn Sie eine Schwangerschaft abbrechen lassen möchten, brauchen Sie einen Beratungsschein von einer solchen staatlich anerkannten Beratungsstelle.
Wie schnell ist der Abtreibungstermin?
Bei den meisten Frauen kommt es in den nächsten drei Stunden zum Abbruch, bei jeder vierten Frau aber erst nach mehr als 24 Stunden.
Kann ein Schwangerschaftsabbruch verweigert werden?
Im Zentrum muss stehen, dass niemand zum Austragen oder zum Abbruch einer Schwangerschaft gezwungen werden darf. Der Schwangerschaftsabbruch gegen den Willen oder ohne die Zustimmung der schwangeren Person muss weiterhin strafrechtlich sanktioniert sein.
Unter welchen Bedingungen darf man abtreiben?
Ein Schwangerschaftsabbruch, der von einem Arzt durchgeführt wurde, ist für die Schwangere auch dann nicht strafbar, wenn seit der Empfängnis nicht mehr als zweiundzwanzig Wochen verstrichen sind und zuvor eine Beratung ( § 219 StGB ) stattgefunden hat ( § 218a Absatz 4 Satz 1 StGB ).
Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?
Auch in der Realität scheinen nur wenige Frauen ihren Abbruch zu bereuen. So zeigt zumindest eine Studie aus den USA, dass fünf Jahre nach dem Eingriff mehr als 95 Prozent der Frauen sagen, es sei die richtige Entscheidung gewesen.
Welcher Arzt darf Abtreibungen durchführen?
Allerdings erfolgt dies überwiegend in theoretischer Form durch Vorlesungen und Seminare. Beratungsgespräche werden dabei eher weniger geübt. Für die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs ist grundsätzlich jede Ärztin und jeder Arzt berechtigt.
Muss man seinem Partner von einer Abtreibung erzählen?
Wenn sie sich sicher ist, dass sie das will und alle Konsequenzen versteht, kann sie selbst in einen Schwangerschaftsabbruch einwilligen. Sie muss niemandem davon erzählen – nicht einmal ihrem Hausarzt.
Wann ist die Spättabtreibung?
Schwangerschaftsabbrüche nach der 25. Woche werden oft als „Spätabtreibung“ bezeichnet, was eine Verkürzung von ‚Spättrimesterabtreibung' ist.
In welchen Fällen übernimmt die Krankenkasse eine Abtreibung?
Ist der Abbruch der Schwangerschaft aus ärztlicher Sicht notwendig, um eine Gefahr für Ihr Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung Ihres körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes abzuwenden, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch.
Wann ist es zu spät, um abzutreiben?
Sie hat der Ärztin oder dem Arzt, die oder der den Eingriff vornehmen soll, eine Beratungsbescheinigung über dieses Gespräch vorzulegen. Eine Ärztin oder ein Arzt muss den Schwangerschaftsabbruch innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis vornehmen.
Kann man in der 4. SSW schon abtreiben?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist bis zur 9. Schwangerschaftswoche (SSW) möglich.
Ist ein früher Schwangerschaftsabbruch möglich?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich. Es werden dazu zwei Medikamente in Tablettenform eingesetzt: eines mit dem Wirkstoff Mifepriston und eines mit einem Prostaglandin.
Welche Unterlagen sind für eine Abtreibung notwendig?
Für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung wird eine Beratungsbescheinigung benötigt. Sie belegt, dass die Schwangere in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle umfassend beraten wurde.
Ist ein Schwangerschaftsabbruch meldepflichtig?
Schwangerschaftsabbruch (Art. 119 Abs. 5 StGB): «Unter Wahrung des Berufsgeheimnisses und der Anonymität der Patientin ist jeder Schwangerschaftsabbruch zu statistischen Zwecken der Gesundheitsbehörde zu melden».
Ist die erste Abtreibung kostenlos?
Ein Schwangerschaftsabbruch wird von der Krankenkasse übernommen, wenn eine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt. Für einen Schwangerschaftsabbruch auf eigenen Wunsch müssen die Kosten selbst getragen werden.
Was braucht man, wenn man den Schwangerschaftsabbruch selber bezahlen möchte?
Kostenübernahme Schwangerschaftsabbruch beantragen
Dort müssen Sie nachweisen, dass ihr persönliches Einkommen und Vermögen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Dazu brauchen Sie zum Beispiel Gehaltsabrechnungen, einen Bürgergeldbescheid oder Kontoauszüge.
Welche Möglichkeiten zum Schwangerschaftsabbruch gibt es?
Es gibt zwei Methoden einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen:
- Operativer Abbruch mittels Absaugung oder.
- medikamentöser Abbruch.
Wer zahlt für einen Schwangerschaftsabbruch?
Bei einem Schwangerschaftsabbruch nach der sogenannten Beratungsregelung (nach § 218a Abs. 1 StGB) müssen die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch und die Nachsorge von der schwangeren Frau selbst getragen werden.
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