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Welches Gericht für welche Straftat?

Gefragt von: Rico Konrad  |  Letzte Aktualisierung: 11. September 2022
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Die sachliche Zuständigkeit richtet sich nach der Straftat und der Höhe der zu erwartenden Strafe: Die große Strafkammer beim Landgericht ist zuständig für besonders schwere Straftaten (Katalog in § 74 GVG) und immer dann, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als 4 Jahren zu erwarten ist.

Welches Gericht ist bei Straftaten zuständig?

Strafsachen die in erster Instanz verhandelt werden, können unter die Zuständigkeit eines Amtsgerichts, eines Landgerichts oder eines Oberlandesgerichts fallen. Eine erstinstanzliche Zuständigkeit des Bundesgerichtshofs besteht hingegen nicht.

Welches Gericht ist für was zuständig?

Die allgemeinen Verwaltungsgerichte werden über öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten entscheiden, welche weder in die Finanzgerichtsbarkeit noch in Sozialgerichtsbarkeit fallen. Die ordentlichen Gerichte sind zuständig für die bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten sowie die Strafsachen.

Warum Landgericht und nicht Amtsgericht?

Für Verfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten (beispielsweise im Kauf- oder Erbrecht), ist bei einem Streitwert bis EUR 5.000 grundsätzlich das Amtsgericht, bei Streitwerten über EUR 5.000 das Landgericht zuständig. Mietrechtsstreitigkeiten über Wohnraum.

Welche Fälle kommen vor das Amtsgericht?

Amtsgericht - Allgemeines

Nach § 13 GVG [Gerichtsverfassungsgesetz] gehören sowohl die Zivilsachen (also bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, Familiensachen und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit) als auch die Strafsachen vor die ordentlichen Gerichte.

Der Unterschied zwischen Amtsgericht und Landgericht | Rechtsanwalt erklärt | André Miegel

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Wann geht eine Klage zum Landgericht?

Ab einem Streitwert von über 5.000 Euro ist das Landgericht zuständig. Hier herrscht gemäß § 78 ZPO (Zivilprozessordnung) ausnahmslos Anwaltszwang. Das heißt, ein Rechtsanwalt muss bereits die Klageeinreichung für Sie übernehmen.

Wie ermittle ich den Gerichtsstand?

Haben Sie den Gerichtsstand ermittelt, so können Sie unter www.jusline.de das jeweils zuständige Gericht und dessen Anschrift ermitteln.

Welches Gericht ist sachlich zuständig?

Die sachliche Zuständigkeit regelt im Allgemeinen, welches Gericht den Rechtsstreit zu entscheiden hat. Im Zivilprozess kann dies in erster Instanz sowohl das Amtsgericht als auch das Landgericht sein. Dies richtet sich in aller Regel nach dem Streitwert (vgl. § 23 GVG).

Welche Art von Gericht gibt es?

Gerichte in Deutschland – Fachgerichtsbarkeit
  • Ordentliche Gerichtsbarkeit.
  • Verwaltungsgerichtsbarkeit.
  • Sozialgerichtsbarkeit.
  • Finanzgerichtsbarkeit.
  • Arbeitsgerichtsbarkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Amtsgericht und Schöffengericht?

Ein Schöffengericht ist ein Spruchkörper des Amtsgerichts in Strafsachen, der in der Regel mit einem Richter und zwei Schöffen besetzt ist. Bei den Schöffen handelt es sich um ehrenamtliche "Laienrichter" und haben einen anderweitigen Beruf wie z.B. Lehrerin oder Bankkaufmann.

Für was ist das Oberlandesgericht zuständig?

Erklärungen zum OLG - Zuständigkeit

In Strafsachen entscheidet das OLG über Revisionen gegen Entscheidungen der jeweiligen Amtsgerichte, in Zivilsachen über Beschwerden und Berufungen gegen Entscheidungen der zuständigen Landgerichte.

Was kommt nach dem Landgericht?

Rechtsmittel gegen Urteile des Landgerichts sind die Berufung im Zivilrecht, wenn das Landgericht in 1. Instanz handelt und die Revision gegen Urteile des LG in 2. Instanz. Die nächsthöhere Instanz nach dem Landgericht ist das Oberlandesgericht, das sich aus Zivil- und Strafsenaten zusammensetzt.

Was sind die fünf Gerichtsbarkeiten?

  • Ordentliche Gerichtsbarkeit. ...
  • 1.1 Zivilgerichtsbarkeit. ...
  • 1.2 Die Strafgerichtsbarkeit. ...
  • 1.3 Amtsgerichte mit spezieller Zuständigkeit. ...
  • Besondere Gerichtsbarkeit. ...
  • 2.1 Die Arbeitsgerichtsbarkeit. ...
  • 2.2 Die Verwaltungsgerichtsbarkeit. ...
  • 2.3 Die Sozialgerichtsbarkeit.

Was ist sachliche und örtliche Zuständigkeit?

Wenn eine Klage bei Gericht eingereicht werden soll, muss man sich mit mehreren Fragen beschäftigen: – Welches Gericht ist sachlich zuständig (d.h. Amtsgericht oder Landgericht)? – Welches Gericht ist örtlich zuständig (d.h. an welchem Ort befindet sich das zu- ständige Gericht)?

Wann Strafrichter und schöffengericht?

Jura Individuell-Hinweis: Das Amtsgericht hat in Strafsachen nach § 24 II GVG grundsätzlich eine Strafgewalt von bis zu vier Jahren: Alles bis zu zwei Jahren Straferwartung gehört in den Zuständigkeitsbereich des Strafrichters, alles darüber hinausgehende bis zu einer Grenze von vier Jahren zu dem des Schöffengerichts.

Welchen Gerichtsstand wählen?

Maßgeblich ist in der Regel das Gericht am allgemeinen Gerichtsstand des Beklagten (§ 12 ZPO). Dies ist bei einer natürlichen Person ihr Wohnsitz (§ 13 ZPO) und bei einer juristischen Person ihr Verwaltungssitz (§ 17 ZPO).

Wo muss Gerichtsstand sein?

Im Zivilrecht gibt es den allgemeinen Gerichtsstand am Wohnsitz der beklagten natürlichen Person oder am Sitz der juristischen Person. Dieser gilt, wenn es keinen besonderen Gerichtsstand gibt.

Bei welchem Gericht reiche ich Klage ein?

Eine Klage beim Amtsgericht können Sie auf folgende Weise einreichen: Sie können einen Rechtsanwalt mit der Formulierung und Einreichung der Klageschrift beauftragen. Sie können die Klageschrift selbst formulieren und schriftlich beim Gericht einreichen (in mehrfacher Ausführung).

Welche Straftaten werden beim Landgericht verhandelt?

Die sachliche Zuständigkeit richtet sich nach der Straftat und der Höhe der zu erwartenden Strafe: Die große Strafkammer beim Landgericht ist zuständig für besonders schwere Straftaten (Katalog in § 74 GVG) und immer dann, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als 4 Jahren zu erwarten ist.

Was wird vor dem Oberlandesgericht verhandelt?

In Strafsachen ist das Oberlandesgericht hauptsächlich für die Revision gegen Urteile der Amtsgerichte sowie gegen Berufungsurteile der großen und kleinen Strafkammern der Landgerichte (§ 121 GVG) und für Beschwerden gegen Beschlüsse der Landgerichte zuständig.

Wann welche Gerichtsbarkeit?

Zur ordentlichen Gerichtsbarkeit gehören die Strafgerichte, die alle Arten von Strafprozessen verhandeln, und die Zivilgerichte, die über Streitigkeiten im Rahmen des Zivilrechts verhandeln, z.B. über die Klage gegen eine Versicherung, die nicht zahlen will, oder in einer Erbstreitigkeit.

Welches ist das höchste Gericht?

Der Bundesgerichtshof (BGH) ist das oberste Gericht der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Zivil- und Strafrechtspflege, der sogenannten ordentlichen Gerichtsbarkeit. Er wurde am 1. Oktober 1950 errichtet und hat seinen Sitz in Karlsruhe.

Wie viele verschiedene Gerichte gibt es?

In Deutschland gibt es 1086 Gerichte (ohne Dienst- und Berufsgerichtsbarkeit), wovon die große Mehrheit (638) Amtsgerichte sind.

Was ist höher Landgericht oder Oberlandesgericht?

An der Spitze der ordentlichen Gerichtsbarkeit steht der Bundesgerichtshof (BGH) als oberstes Bundesgericht. Dem untergeordnet sind die Oberlandesgerichte (OLG), die Landgerichte (LG) und die Amtsgerichte (AG). Das ergibt sich aus dem Gerichtsverfassungsgesetz (GVG).

Welche 3 Instanzen gibt es?

Instanz: Oberverwaltungsgericht (Berufungsinstanz) 3. Instanz: Bundesverwaltungsgericht (Revisionsinstanz)
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Die Instanzen und Gerichtsbarkeiten in Deutschland: Ein Überblick
  • Instanz: Amtsgericht (AG)
  • Instanz: Landgericht (LG)
  • Instanz: Oberlandesgericht (OLG)
  • Instanz: Bundesgerichtshof (BGH)