Welche Vergünstigungen bei Krebserkrankung?
Gefragt von: Herr Holger Wolf | Letzte Aktualisierung: 24. Februar 2026sternezahl: 4.3/5 (23 sternebewertungen)
Bei einer Krebserkrankung gibt es zahlreiche Vergünstigungen, darunter steuerliche Vorteile (Pauschbeträge), einen erhöhten Kündigungsschutz und mehr Urlaubstage, Ermäßigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln, Museen, Rundfunkgebühren, sowie Ansprüche auf medizinische Leistungen, Hilfsmittel, Haushaltshilfe, Reha-Maßnahmen und finanzielle Unterstützung durch spezielle Härtefonds; ein Schwerbehindertenausweis (GdB 50+) bringt viele dieser Vorteile und sollte beantragt werden, um Nachteilsausgleiche zu erhalten.
Was steht mir als Krebspatient alles zu?
Als Krebspatient stehen Ihnen umfangreiche Leistungen zu, darunter medizinische Behandlungen (von der Krankenkasse bezahlt), Heil- und Hilfsmittel, finanzielle Absicherung (Krankengeld, evtl. Erwerbsminderungsrente, Steuererleichterungen), Reha-Maßnahmen zur Wiedereingliederung sowie unter Umständen Haushaltshilfe und häusliche Pflege. Auch ein Schwerbehindertenausweis mit Kündigungsschutz und Zusatzurlaub kann gewährt werden. Wichtig ist, dass Sie diese Leistungen proaktiv einfordern, da sie Ihnen zustehen, um Sie im Alltag zu unterstützen.
Sind Krebspatienten von der Zuzahlung befreit?
Krebspatienten können eine Zuzahlungsbefreiung bei ihrer Krankenkasse beantragen, wenn ihre Belastungsgrenze erreicht ist: Für chronisch Kranke liegt diese bei 1 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens (sonst 2 Prozent), wenn sie mindestens ein Jahr lang kontinuierlich ärztlich behandelt werden und weitere Kriterien erfüllen. Dafür muss ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt und ein Nachweis über alle gezahlten Zuzahlungen erbracht werden; die Befreiung wird nicht automatisch erteilt.
Welche finanzielle Unterstützung gibt es für krebskranke Menschen?
Der Härtefonds hilft Menschen mit einer Krebserkrankung und ihren Angehörigen schnell und unbürokratisch, wenn sie durch ihre Erkrankung unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind. Die finanzielle Unterstützung ist in der Höhe begrenzt und wird in der Regel nur einmal gewährt.
Welche Steuerbefreiung gibt es bei einer Krebserkrankung?
Bei Krebs können Sie durch einen Grad der Behinderung (GdB) einen steuerlichen Behinderten-Pauschbetrag geltend machen, der seit 2021 ab einem GdB von 20 ohne weitere Bedingungen gewährt wird und steuerfreies Einkommen ermöglicht (zwischen 384 € und 7.400 €). Bei Krebs wird oft mindestens ein GdB von 50 anerkannt, was zu höheren Pauschbeträgen führt und weitere Nachteilsausgleiche wie den Schwerbehindertenausweis ermöglicht, der auch die steuerliche Absetzbarkeit von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen erleichtert, sobald die „zumutbare Belastung“ überschritten wird.
Schwerbehinderung bei Krebs? Alles was du wissen musst!-GdB, Rente, Heilungsbewährung
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Was kann ich beantragen bei Krebserkrankung?
Bei einer Krebserkrankung können Sie Sozialleistungen wie Krankengeld, Reha-Maßnahmen, Pflegeleistungen (bei Bedarf), einen Schwerbehindertenausweis (GdB 50+) und finanzielle Hilfen (z.B. Steuererleichterungen, Härtefonds) beantragen, um finanzielle Einbußen, Pflegebedarf und berufliche Einschränkungen abzufedern. Wichtige Anträge sind der Schwerbehindertenausweis, der Pflegegrad bei Hilfebedarf sowie die Erwerbsminderungsrente bei Arbeitsunfähigkeit, meist zuständig sind Krankenkasse, Pflegekasse, Rentenversicherung und Versorgungsamt.
Wird der Behinderungsgrad dem Finanzamt gemeldet?
Bislang wurde der Grad der Behinderung beim Finanzamt durch Vorlage des Bescheids oder des Schwerbehindertenausweises nachgewiesen. Ab 2026 ändert sich das Verfahren grundlegend: Die Übermittlung erfolgt ausschließlich elektronisch, wofür die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) erforderlich ist.
Welche Hilfen gibt es für Angehörige von Krebskranken?
Neben Gesprächen vor Ort bei den Krebsberatungsstellen können Krebspatienten und ihre Angehörigen auch kostenfreie telefonische Beratung in Anspruch nehmen: Beim INFONETZ Krebs der Deutsche Krebshilfe unter 0800 /80 70 88 77 oder beim Krebsinformationsdienst unter 0800 / 420 30 40.
Welchen Pflegegrad bekommt man bei einer Krebserkrankung?
Ja, auch bei Krebs kann ein Pflegegrad beantragt werden, wenn eine Pflegebedürftigkeit für mindestens sechs Monate besteht und die Selbstständigkeit in wichtigen Lebensbereichen (Mobilität, Selbstversorgung etc.) eingeschränkt ist; Voraussetzung ist zudem eine mindestens zweijährige Pflegeversicherung-Einzahlung in den letzten zehn Jahren. Die Einstufung erfolgt nach dem Grad der Einschränkung, oft in höheren Graden (4 oder 5) bei fortgeschrittenem Krebs, aber auch bei frühen Stadien können Leistungen zustehen. Antragstellung erfolgt formlos bei der Pflegekasse, die an die Krankenkasse angegliedert ist, oft unterstützt durch Sozialdienste oder Pflegeberatungsstellen.
Wie hoch ist die einmalige Krebshilfe im Härtefonds?
Was wird gefördert: Der Härtefonds kann beispielsweise in Anspruch genommen werden, wenn ein berufstätiges Familienmitglied aufgrund einer Krebserkrankung zeitweise statt eines vollen Gehaltes nur Krankengeld erhält. Förderhöhe: Die Zuwendungen liegen je nach Bedürftigkeit zwischen 350€ und 800€.
Wie viel Prozent Schwerbehinderung gibt es bei einer Krebserkrankung?
Bei Krebs wird in der Regel ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 anerkannt, was einen Schwerbehindertenausweis ermöglicht, der steuerliche Vorteile und Nachteilsausgleiche bringt. Dieser wird oft für eine sogenannte Heilungsbewährungszeit von meist fünf Jahren befristet, danach erfolgt eine Neubewertung der Einschränkungen durch die Erkrankung oder deren Folgen, wobei auch bei Heilung oft ein GdB von unter 50 verbleibt und eine Gleichstellung möglich ist.
Was zahlt die Krankenkasse bei Krebspatienten?
Stationäre Krankenhausaufenthalte. Wenn Sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen, dann bezahlt Ihre Krankenkasse dies so lange, wie es die Behandlung erfordert. Sie müssen jedoch zehn Euro pro Tag zuzahlen, und zwar für längstens 28 Tage in einem Kalenderjahr.
Welche Unterstützung gibt es bei einer Krebsdiagnose?
Telefon: Das INFONETZ Krebs der Deutsche Krebshilfe bietet telefonische Hilfestellung unter 0800 /80 70 88 77, der Krebsinformationsdienst des DKFZ unter 0800 / 420 30 40.
Was frisst Krebszellen auf?
Krebszellen ernähren sich hauptsächlich von Glukose (Zucker), die sie in deutlich größeren Mengen als gesunde Zellen aufnehmen, um schnell zu wachsen. Aber auch Fette und Proteine dienen als wichtige Nährstoffe, wobei Krebszellen oft flexibel auf verschiedene Energiequellen umstellen können, auch wenn der Stoffwechsel von Glukose dominiert. Sie nutzen diese Nährstoffe, um unkontrolliert zu wachsen, sich zu teilen und in umliegendes Gewebe einzudringen.
Wie wirkt sich eine Krebserkrankung auf die Rente aus?
Das verbirgt sich hinter einer Erwerbsminderungsrente
Das soll die Erwerbsminderungsrente nach dem Krebs leisten. Gesetzlich Rentenversicherte haben einen Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente wegen einer Krebserkrankung – wenn sie es nicht mehr schaffen, drei Stunden oder mehr am Tag zu arbeiten.
Wie hoch ist die Spendensumme für die Deutsche Krebshilfe?
Der Quiz-Champion des Abends war Günther Jauch, der 100.000 Euro für die Deutsche Krebshilfe erspielte. Insgesamt kam eine Spendensumme von über 3,8 Millionen Euro zusammen.
Wie viele Stufen gibt es bei Krebserkrankung?
Es gibt in der Regel vier Hauptstadien (I bis IV) der Krebsausbreitung, die auf der TNM-Klassifikation basieren, ergänzt durch ein Stadium 0 (Carcinoma in situ) für Frühformen, wobei höhere Zahlen eine fortgeschrittenere Ausbreitung bedeuten, die von Tumorgröße, Lymphknotenbefall (N) und Fernmetastasen (M) abhängen. Es gibt auch eine weitere Einteilung nach Differenzierungsgrad (G1-G4), die die Aggressivität des Tumors beschreibt.
Übernehmen Krankenkassen die Fahrtkosten bei einer Krebserkrankung?
Gesetzlich Versicherte müssen einen Anteil der Fahrtkosten zuzahlen: Übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten zur Krebstherapie, beträgt die Zuzahlung pro Fahrt 10 Prozent des Fahrpreises – mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.
Wer zahlt Haushaltshilfe bei Krebserkrankung?
Im Krankheitsfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Haushaltshilfe, wenn eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann und im Haushalt ein Kind lebt, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.
Was mögen die Krebszellen nicht?
Krebszellen mögen vor allem keinen Nährstoffmangel (insbesondere Glukoseentzug), bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe (wie Lycopin in Tomaten, sekundäre Pflanzenstoffe), und eine Ernährung, die Arm an Zucker, stark verarbeiteten Lebensmitteln und reich an Vollkorn, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten ist, sowie einen gesunden Lebensstil mit weniger Alkohol und Rauchen, da diese das Wachstum hemmen und gesunde Zellen schützen können.
Was ist eine onkologische Betreuung?
Eine pflegerisch-onkologische Beratung unterstützt Betroffene und Angehörige bei der Bewältigung der Nebenwirkungen im Rahmen der ärztlichen Therapie. Ernährung, Hautpflege und Bewegung/Mobilisation im Bereich der Prävention sind wichtige Bestandteile der pflegerischen Beratung und Betreuung.
Welchen Pflegegrad bekommen Krebspatienten?
Ja, auch bei Krebs kann ein Pflegegrad beantragt werden, wenn eine Pflegebedürftigkeit für mindestens sechs Monate besteht und die Selbstständigkeit in wichtigen Lebensbereichen (Mobilität, Selbstversorgung etc.) eingeschränkt ist; Voraussetzung ist zudem eine mindestens zweijährige Pflegeversicherung-Einzahlung in den letzten zehn Jahren. Die Einstufung erfolgt nach dem Grad der Einschränkung, oft in höheren Graden (4 oder 5) bei fortgeschrittenem Krebs, aber auch bei frühen Stadien können Leistungen zustehen. Antragstellung erfolgt formlos bei der Pflegekasse, die an die Krankenkasse angegliedert ist, oft unterstützt durch Sozialdienste oder Pflegeberatungsstellen.
Wie viel Geld bekommen Behinderte im Monat?
Die Höhe des Budgets hängt von den Hilfsleistungen ab, die Sie benötigen. In den meisten Fällen liegt der Betrag zwischen 200 und 800 Euro im Monat. Den Antrag stellen Sie bei dem zuständigen Kostenträger.
Wem muss ich meinen GdB mitteilen?
Dafür stellen Sie einen schriftlichen Antrag auf Feststellung einer Behinderung bei Ihrem Versorgungsamt. Dort können Sie auch einen Schwerbehindertenausweis und die Merkzeichen beantragen. Das für Sie zuständige Versorgungsamt finden Sie im Familienratgeber-Text Versorgungsamt.
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