Zum Inhalt springen

Welche Schlafmittel bei Demenz?

Gefragt von: Fridolin Böhm  |  Letzte Aktualisierung: 9. Februar 2026
sternezahl: 4.8/5 (2 sternebewertungen)

Schlafmittel bei Demenz sind eine Option, aber nur nach ärztlicher Absprache, da viele Medikamente (wie Benzodiazepine) Risiken bergen und die kognitive Leistung verschlechtern können. Häufig eingesetzte Mittel sind niedrig dosiertes Trazodon (antidepressiv) oder niedrigpotente Antipsychotika wie Pipamperon und Melperon, aber auch pflanzliche Mittel wie Melatonin werden genutzt, wobei eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und eine regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit entscheidend sind.

Welche Medikamente helfen Demenzpatienten beim Einschlafen?

Wenn es doch nicht anders geht, können Schlafmittel verabreicht werden. Dabei können Schlafmittel wie Zopiclon, Zolpidem, Doxepin oder Oxazepam eingesetzt werden. Wichtig ist, dass diese genau nach Anweisung des verordnenden Arztes und unbedingt vor Mitternacht verabreicht werden.

Was tun, wenn Demenzkranke nachts nicht schlafen?

Wenn Demenzkranke nachts nicht schlafen, helfen oft eine gute Tagesstruktur mit viel Licht und Bewegung, feste Abendrituale wie ein warmes Bad oder beruhigende Musik, eine angepasste Umgebung (gedämpftes Licht, richtige Temperatur) sowie das Vermeiden von Koffein und schweren Mahlzeiten am Abend, ergänzt durch gegebenenfalls vom Arzt verordnete Medikamente, aber immer mit Fokus auf nicht-pharmakologische Maßnahmen. 

Welche Medikamente helfen Demenzpatienten beim Schlafen in der Nacht?

Zu den Medikamenten, die zur Behandlung von Schlafstörungen bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden, gehören atypische Antipsychotika, Benzodiazepine, andere GABAerge Medikamente (wie Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon), Melatonin, sedierende Antidepressiva und Antihistaminika .

Ist Mirtazapin ein Schlafmittel bei Demenz?

Mirtazapin wird bei Demenz oft aufgrund seiner sedierenden Wirkung zur Verbesserung des Schlafs und zur Reduzierung von Unruhe (Agitation) eingesetzt, obwohl aktuelle Studien die Wirksamkeit gegen Agitation infrage stellen und es bei Depressionen im Zusammenhang mit Demenz gemischte Ergebnisse gibt, was eine individuelle ärztliche Entscheidung erfordert, da es auch Tagesmüdigkeit verursachen kann. 

Tag- und Nachtrhythmus bei Demenz

26 verwandte Fragen gefunden

Ist es möglich, Menschen mit Demenz Schlaftabletten zu geben?

Da die Ursache der Schlafprobleme möglicherweise in den durch die Demenz verursachten Veränderungen im Gehirn liegt, ist nicht klar, ob normale Schlaftabletten bei Menschen mit Demenz wirksam sind. Außerdem besteht die Sorge, dass diese Medikamente erhebliche Nebenwirkungen (schädliche Wirkungen) verursachen könnten.

Wie lange dauert es bis Mirtazapin zum Schlafen wirkt?

Gleichwohl kann auch Mirtazapin aufgrund der Sedierung das Sturzrisiko erhöhen. Mirtazapin abends einnehmen und während der Therapie auf Alkohol verzichten. Geduld ist nötig: Es dauert zwei bis vier Wochen, bis ein Effekt spürbar wird.

Welches Beruhigungsmittel bei Demenzkranken?

Wenn da etwas steht wie "bei Unruhe" oder "bei Schlafstörungen", ist das schon mal ein Hinweis. Die häufigsten verordneten Antipsychotika bei Demenz sind Risperidon, Pipamperon, Melperon und Quetiapin.

Welche Tabletten für Demenzkranke?

Demenzmedikamente zielen auf Symptomlinderung oder ursächliche Behandlung ab; etablierte Mittel wie {Donepezil}, {Rivastigmin}, {Galantamin} (Cholesterinhemmer) und {Memantin} (NMDA-Rezeptor-Antagonist) verbessern kognitive Symptome, während neuere Antikörper-Medikamente wie {Lecanemab} (Leqembi) und {Donanemab} (Kisunla) die Amyloid-Ablagerungen bei frühem Alzheimer reduzieren, um das Fortschreiten zu verlangsamen, aber nicht zu heilen; zudem gibt es Mittel gegen Begleitsymptome wie Depressionen (Antidepressiva) oder psychische Auffälligkeiten (Neuroleptika).
 

Ist Melatonin ein nächtlicher Schutz vor Alzheimer?

Alzheimer und Schlaf hängen eng zusammen. Melatonin kann den gestörten zirkadianen Rhythmus von Alzheimerkranken verbessern, gleichzeitig auch den Schlaf und die kognitive Leistung. Zudem gibt es Hinweise, dass das Schlafhormon bei der Alzheimerprävention hilft.

Wie macht sich Demenz in der Nacht bemerkbar?

Die Veränderung des Tagesrhythmus hin zu nächtlichen Aktivitäten kommt bei etwa 40 % der Demenzerkrankten vor. Besonders im mittleren Stadium der Erkrankung treten Schlafstörungen auf, die sich manifestieren können und in einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus enden.

Wie beruhigt man Demenzkranke?

Um Demenzerkrankte zu beruhigen, helfen eine ruhige, klare Kommunikation mit einfachen Sätzen, viel körperlicher Kontakt (Hand halten, Umarmung), bekannte Aktivitäten wie Musik oder Spaziergänge an der frischen Luft, Routinen sowie das Schaffen einer sicheren, reizarmen Umgebung mit sanften Hilfsmitteln wie Wärmekissen oder "Gewichtsdecken", da oft nonverbale Signale und das Gefühl von Sicherheit wichtiger sind als Worte. Medikamente sollten nur als letzte Option und nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden, da nicht-medikamentöse Ansätze bevorzugt werden.
 

Wie äußert sich Demenz im Endstadium?

Im Endstadium der Demenz kommt es zu schwersten kognitiven, sprachlichen und körperlichen Abbauerscheinungen: Betroffene verlieren die Sprache fast vollständig, erkennen selbst nächste Angehörige nicht mehr, sind völlig desorientiert, inkontinent und benötigen Hilfe bei allen Aktivitäten, oft bis hin zur Bettlägerigkeit, und leiden häufig unter Schluckstörungen, was Infektionen (wie Lungenentzündung) begünstigt und das Lebensende einleitet. 

Was hilft bei Demenz zum Schlafen?

Was hilft, um den Schlaf bei Demenz zu verbessern?

  1. Den Tag gut strukturieren. ...
  2. Eine Umgebung schaffen, die den Schlaf fördert. ...
  3. Die Abendstunden ruhig ausklingen lassen. ...
  4. Unterstützung organisieren, wenn es allein nicht mehr geht.

Welches Schlafmittel bei alten Menschen?

Für ältere Menschen gibt es spezielle Schlafmittel wie Melperon und Pipamperon, pflanzliche Optionen wie Baldrian, Hopfen und Lavendel, sowie Melatonin (ab 55 Jahren) für den Schlafrhythmus, aber auch verschreibungspflichtige Mittel wie Orexin-Rezeptorantagonisten oder niedrig dosierte Antidepressiva, wobei ältere Menschen empfindlicher auf Medikamente reagieren, weshalb eine sorgfältige ärztliche Abklärung unerlässlich ist, um Nebenwirkungen (Hangover, Abhängigkeit) zu vermeiden. 

Kann man Tavor bei Demenz geben?

Es muss regelmäßig erwogen werden, ob die Medikation wieder ausgeschlichen werden kann. Manchmal werden zur Beruhigung auch Benzodiazepine wie Diazepam (Valium®) oder Lorazepam (Tavor®) einge- setzt.

Welche Medikamente helfen bei nächtlicher Unruhe bei Demenz?

Bei nächtlicher Unruhe durch Demenz werden oft Antidepressiva (Mirtazapin, Trazodon), Antipsychotika (Risperidon, Olanzapin, Quetiapin) oder kurzzeitig Schlafmittel (Zolpidem, Zopiclon) eingesetzt, um den Schlaf zu fördern und Verhaltensstörungen zu mildern, wobei nichtmedikamentöse Ansätze wie Lichttherapie und Tagesstrukturierung immer vorrangig sein sollten. Melatonin kann den Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen, aber Schlafmittel und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) bergen Risiken wie Abhängigkeit und Sturzgefahr und sollten nur nach ärztlicher Absprache und vorsichtig verwendet werden. 

Was ist das Beste für Demenzkranke?

Eine klare Tagesstruktur kann helfen, Orientierung zu geben: Tageslicht, frische Luft und feste Abläufe am Tag, Ruhe und gedimmtes Licht am Abend. Auch ein regelmäßiges Zubettgehen mit vertrauten Ritualen ist wichtig. Mehr zum Thema Schlaf und nächtliche Unruhe bei Demenz. Die Dunkelheit ist ein wichtiger Zeitgeber.

Wie heißt das neue Medikament gegen Demenz?

Das Medikament mit dem Wirkstoff Lecanemab ist seit 1. September in Deutschland verfügbar und zur Behandlung leichter kognitiver Beeinträchtigungen oder beginnender Alzheimer-Demenz zugelassen.

Soll man Demenzkranke schlafen lassen?

Ja, demenzkranke Menschen sollten schlafen, aber es geht darum, einen guten Tag-Nacht-Rhythmus zu fördern, indem man ausreichend Schlaf fördern, aber Tageschlaf begrenzen (z.B. max. 30-60 Min. Mittagsschlaf) und tagsüber Aktivitäten sowie Tageslicht einplant, um die Nachtruhe zu verbessern und die kognitive Funktion zu unterstützen, da Schlaf für die Gehirnreinigung und Stabilisierung wichtig ist. 

Welche Sedierung bei Demenz?

Beruhigungsmittel – Benzodiazepine – sind häufig angewandte Sedativa bei Menschen mit Demenz, die aufgrund von Schlafstörungen nachts herumwandern und auch zur Aggressivität neigen.

Was tun, wenn alte Menschen nachts nicht schlafen?

Wenn ältere Menschen nachts nicht schlafen können, helfen oft eine feste Schlafroutine, gute Schlafhygiene (dunkles, kühles Zimmer, keine Bildschirme), tagsüber Bewegung und Tageslicht sowie Entspannung am Abend (warmes Bad, Tee). Wichtig ist, bei anhaltenden Problemen (über einen Monat) einen Arzt aufzusuchen, um Ursachen wie Demenz oder andere Erkrankungen auszuschließen, der dann ggf. auch Medikamente wie Melperon oder Melatonin verschreiben kann. 

Kann man Mirtazapin als Schlafmittel nehmen?

Mirtazapin ist indiziert zur Behandlung von depressiven Episoden und wird off-label häufig auch zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt.

Ist Mirtazapin für Senioren geeignet?

Mirtazapin kann bei älteren Menschen wirksam und gut verträglich sein, besonders wegen seiner geringen anticholinergen Nebenwirkungen und der guten Formulierbarkeit (z.B. als Lösung) bei Schluckstörungen, aber es erfordert sorgfältige ärztliche Überwachung, da es das Sturzrisiko durch Sedierung erhöhen kann und Dosisanpassungen bei Nierenfunktionsstörungen nötig sind. Die Dosierung beginnt oft wie bei Erwachsenen, wird aber engmaschig kontrolliert, da der Abbau im Alter langsamer sein kann, und das Sturzrisiko ist ein wichtiger Aspekt.
 

Ist 7,5 mg Mirtazapin besser zum Schlafen als 15 mg Mirtazapin?

In einer Studie wurde festgestellt, dass niedrig dosiertes Mirtazapin (7,5 mg bis 15 mg pro Tag) eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verringerung des Schweregrads der Schlaflosigkeit nach 6 Wochen im Vergleich zu Placebo bewirkte, jedoch nicht zu späteren Zeitpunkten, während die Verringerung bei ...