Zum Inhalt springen

Welche motorischen Entwicklungsstörungen gibt es?

Gefragt von: Birgit Fröhlich  |  Letzte Aktualisierung: 6. Juli 2026
sternezahl: 5/5 (43 sternebewertungen)

Motorische Entwicklungsstörungen umfassen vor allem die Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen (UEMF), auch Entwicklungsdyspraxie genannt, bei der Kinder Schwierigkeiten mit Grob- und Feinmotorik haben, sowie Störungen wie Koordinationsstörungen (Probleme mit Gleichgewicht, Haltung) und spezifische Symptome wie Tics, Tremor (Zittern) oder Dystonie (unwillkürliche Muskelkontraktionen). Es gibt auch allgemeine motorische Verzögerungen und Störungen der Koordination, die oft mit anderen Entwicklungsbereichen wie Sprache, Lernen oder sozialen Fähigkeiten zusammenhängen können (z.B. ADHS, Autismus).

Welche motorischen Störungen gibt es?

Motorische Störungen umfassen Probleme mit der Grob- (Laufen, Springen) und Feinmotorik (Schreiben, Basteln, Anziehen) sowie spezifische neurologische Bewegungsstörungen wie Zittern (Tremor), Muskelsteifheit (Spastik), unwillkürliche Bewegungen (Dystonien, Tics) und Koordinationsschwierigkeiten, die sich in Alltagshandlungen wie Werfen, Fangen oder dem Umgang mit Besteck zeigen. Beispiele sind der Schreibkrampf bei Erwachsenen oder eine allgemeine Ungeschicklichkeit bei Kindern. 

Welche Arten von Entwicklungsstörungen gibt es?

Entwicklungsstörungen sind vielfältig und umfassen Bereiche wie Sprache, Motorik, schulische Fertigkeiten (z.B. Legasthenie, Dyskalkulie) und tiefgreifende Störungen wie Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) oder das Rett-Syndrom, oft klassifiziert nach ICD-10/DSM-5, darunter ADHS, Lernbehinderungen sowie Störungen der sozialen Interaktion und Kommunikation, die den Alltag beeinträchtigen. 

Was sind die 5 motorischen Fähigkeiten?

Die 5 grundlegenden motorischen Fähigkeiten sind Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit, die zusammen alle Körperbewegungen bilden und sich gegenseitig beeinflussen, um unsere Leistungsfähigkeit im Alltag und Sport zu bestimmen. Sie werden oft in Konditions- (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer) und Koordinationsfähigkeiten (Koordination, Beweglichkeit) unterteilt, obwohl Beweglichkeit auch als eigenständige Hauptkomponente gilt. 

Welche motorischen Einschränkungen gibt es?

Motorische Einschränkung

  • Akute Einschränkungen der Schreibhand (z.B. durch Unfall, Sehnenscheidenentzündung, Bruch etc.)
  • Permanente Einschränkungen (z.B. Spasmen, Lähmungen, Fehlen von Gliedmaßen, Zittern, Muskelschwäche etc.)
  • Schubhaft verlaufende Einschränkungen (z.B. bei Rheuma, Gicht etc.)

Childhood motor skills - motor development in children (milestones) | EDUCATOR CHANNEL

31 verwandte Fragen gefunden

Welche Arten von Einschränkungen gibt es in der motorischen Entwicklung?

Newell (1986) identifizierte drei Kategorien von Einschränkungen, die er als organismische, umweltbedingte und aufgabenbezogene Einschränkungen bezeichnete. Diese interagieren und beeinflussen den Wahrnehmungs-Handlungs-Zyklus, was zu funktionalem Bewegungsverhalten führt (siehe Abbildung 2).

Was sind motorische Verhaltensauffälligkeiten?

Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten sind Verhaltensstörungen, die sich hauptsächlich durch motorische Probleme und Auffälligkeiten manifestieren. Diese Auffälligkeiten können sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie zum Beispiel die Fein- oder Grobmotorik, die Koordination oder die Körperhaltung.

Was sind die 7 Stadien der motorischen Entwicklung?

Die motorische Entwicklung verläuft im Laufe des Lebens in sieben Stadien: reflexive, rudimentäre, grundlegende, sportliche, Wachstums- und Verfeinerungsphase, Höchstleistungsphase und Regression . Die Entwicklung ist altersabhängig, aber nicht altersspezifisch.

Was gehört alles zur motorischen Entwicklung?

Lokomotorische Fähigkeiten: Robben, Krabbeln, Laufen lernen. Sportliche Motorik: Rennen, Treppensteigen, Klettern, Springen, Fangen, Werfen. Hand-Mund-Koordination: Greifen, Halten, Loslassen, Gegenstände zum Mund führen, Essen. Geschicklichkeit von Hand und Fingern: Pinzettengriff, Werkzeuggebrauch, Zeichnen und Malen.

Was sind diskrete motorische Fähigkeiten?

Diskrete Bewegungen sind zunächst jene Fertigkeiten und Handlungen, die einen beobachtbaren Anfang und ein beobachtbares Ende haben . Anders ausgedrückt: Man kann sie als Fertigkeiten identifizieren, bei denen man sehen kann, wann eine Person sie beginnt und beendet. Ein Beispiel dafür ist das Werfen eines Basketballs – eine diskrete Bewegung. Man steht da, zielt, wirft den Ball, und fertig!

Was sind neurologische Entwicklungsstörungen?

Neurologische Entwicklungsstörungen (NDDs = Neurodevelopmental Disorders) sind Erkrankungen, die das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen und in der Regel schon früh im Leben beginnen. Dazu gehören Autismus und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Was sind kindliche Entwicklungsstörungen?

Zu den psychischen und Entwicklungsstörungen im Kindesalter zählen neurologische, emotionale und Verhaltensstörungen, die weitreichende und schwerwiegende negative Auswirkungen auf das psychische und soziale Wohlbefinden haben .

Was sind umschriebene Entwicklungsstörungen der Motorik?

Eine umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen (UEMF) ist eine Beeinträchtigung der Koordination, die nicht durch Intelligenzminderung oder andere neurologische Störungen erklärbar ist und Kinder in alltäglichen und schulischen Aktivitäten stark behindert, was sich in Ungeschicklichkeit bei Grob- (Laufen, Springen) und/oder Feinmotorik (Schreiben, Schneiden) zeigt und oft mit psychosozialen Problemen und ADHS einhergeht. 

Was sind motorische Schwächen?

Mögliche Hinweise auf eine Störung im Bewegungsverhalten

Es ist unsicher, ungeschickt im Gehen, Rennen, Klettern, Hüpfen, Balancieren. Es stolpert oft, fällt häufig über Hindernisse. Solche Kinder werden „Kinder mit einer motorischen Ungeschicklichkeit“ genannt.

Was sind die 10 häufigsten neurologischen Erkrankungen?

Die zehn häufigsten neurologischen Erkrankungen

  • Kopfschmerzen und Migräne. ...
  • Chronische Rückenschmerzen. ...
  • Ischämischer Schlaganfall. ...
  • Epilepsie. ...
  • Demenzen. ...
  • Parkinson-Krankheit. ...
  • Schädel-Hirntrauma und Querschnittslähmungen. ...
  • Multiple Sklerose.

Was sind schwere Entwicklungsstörungen?

Der Begriff „tiefgreifende Entwicklungsstörungen“ umfasst Störungsbilder, die durch eine Beeinträchtigung der sozialen Interaktion, Kommunikation, Interessenbildung und durch stereotype Verhaltensmuster charakterisiert sind. Nahezu ausnahmslos bilden sich solche Syndrome in den ersten 5 Lebensjahren aus.

Welche 5 motorischen Fähigkeiten gibt es?

Die 5 grundlegenden motorischen Fähigkeiten sind Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit, die zusammen alle Körperbewegungen bilden und sich gegenseitig beeinflussen, um unsere Leistungsfähigkeit im Alltag und Sport zu bestimmen. Sie werden oft in Konditions- (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer) und Koordinationsfähigkeiten (Koordination, Beweglichkeit) unterteilt, obwohl Beweglichkeit auch als eigenständige Hauptkomponente gilt. 

Welche Entwicklungsverzögerungen gibt es bei Kindern?

Eine Entwicklungsverzögerung bei Kindern bedeutet, dass sie bestimmte Fähigkeiten (motorisch, sprachlich, geistig, sozial-emotional) langsamer entwickeln als Gleichaltrige, aber nicht unbedingt eine Störung vorliegt. Bei Auffälligkeiten sollte der Kinderarzt kontaktiert werden, der bei Bedarf an Spezialisten (SPZ, HNO-Arzt) überweist, um die Ursachen zu klären, die von Hörproblemen bis zu Lernstörungen reichen können. Frühzeitige gezielte Förderung durch Ergotherapie, Logopädie oder Frühförderung hat eine sehr gute Prognose, um Defizite auszugleichen und weitere Beeinträchtigungen zu verhindern. 

Was sind die 5 Prinzipien der motorischen Entwicklung?

Welche Prinzipien der motorischen Entwicklung gibt es? Die fünf Prinzipien sind: Entwicklungsrichtung (von oben nach unten), wechselseitige Vorherrschaft, funktionelle Asymmetrie, individuelle Reifung und selbstregulierende Fluktuation.

Welche motorischen Fertigkeiten gibt es?

Motorische Fähigkeiten sind die Grundlage für Bewegung und werden in fünf Hauptkategorien unterteilt: Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Beispiele sind Grobmotorik (Laufen, Springen, Klettern) für große Muskelgruppen und Feinmotorik (Schreiben, Greifen, Zeichnen) für präzise Handbewegungen, wobei alle Fähigkeiten ineinandergreifen, um Tätigkeiten wie Werfen (Kraft + Koordination) oder Gehen (Koordination + Ausdauer) zu ermöglichen. 

Welche Faktoren beeinflussen die motorische Entwicklung?

Im Alter von 6-12 Jahren verfeinern die Kinder diese motorischen Fertigkeiten und entwickeln eine neue Kombination von Fertigkeiten. Die motorische Entwicklung beruht auf dem Zusammenspiel von drei Faktoren: dem Individuum, der Umwelt und der Aufgabe.

Welche Arten von Motorik gibt es?

Die Motorik lässt sich in 2 Arten unterteilen:

  • Grobmotorik: Größere Bewegungsabläufe. Größere Bewegungsumfänge. Beispiele: Springen, Klettern, Gehen, Gleichgewicht halten.
  • Feinmotorik: Kleinere Bewegungsabl#ufe. Kleinere Bewegungsumfänge. Beispiele: Handmotorik, Mundbewegungen, Mimik.

Was sind motorische Entwicklungsstörungen?

Kinder mit einer Entwicklungsstörung der Motorik haben der KKH zufolge Schwierigkeiten in der Feinmotorik, beispielsweise beim Schreiben, Basteln und Benutzen von Besteck, oder in der Grobmotorik, also beim Laufen, Hüpfen oder Werfen. 2023 davon betroffen, darunter rund 4000 Jungen und rund 1600 Mädchen.

Was ist die häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter?

Als häufigstes Störungsbild werden hierbei Angststörungen genannt, gefolgt von aggressiv-dissozialen Störungen sowie – in gleicher Häufigkeit – depressive Störungen und hyperkinetische Störungen, wie beispielsweise ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).

Was ist entwicklungsbedingte Koordinationsstörung?

Motorische Dyspraxie, international bekannt als entwicklungsbedingte Koordinationsstörung (DCD) und umgangssprachlich als „Syndrom des ungeschickten Kindes“, stellt eine neurobiologische Entwicklungsstörung dar, die die Fähigkeit beeinträchtigt, eigene Bewegungen zu planen und präzise auszuführen.

Vorheriger Artikel
Ist der Nil ein Fluss?