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Welche Hormonersatztherapie in den Wechseljahren?

Gefragt von: Aloys Metzger-Müller  |  Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2026
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Die Hormonersatztherapie (HRT) in den Wechseljahren besteht meist aus einer Kombination von Östrogen und Gestagen, um Symptome wie Hitzewallungen zu lindern, wobei Östrogen die Hauptwirkung hat und Gestagen die Gebärmutterschleimhaut schützt. Es gibt verschiedene Darreichungsformen (Tabletten, Pflaster, Gele), Anwendungsschemata (zyklisch oder kontinuierlich) und auch hormonfreie Alternativen wie bestimmte Pflanzenextrakte oder neue Medikamente (z.B. NK3-Inhibitoren). Die Wahl hängt von Ihren Beschwerden, Ihrem Gesundheitszustand und der Gebärmutterentfernung ab und sollte individuell mit einem Arzt besprochen werden.

Welche Hormone sollte man in den Wechseljahren zu sich nehmen?

In den Wechseljahren werden oft Hormone wie Östrogen (meist Estradiol) und Gestagen (oder Progestogen) eingesetzt, um Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Scheidentrockenheit zu lindhren, entweder als Kombinationstherapie (Östrogen + Gestagen, wenn die Gebärmutter vorhanden ist) oder als Östrogen-Monotherapie (nur Östrogen bei Frauen nach Gebärmutterentfernung), wobei bioidentische Hormone eine Option sind und Präparate über Haut (Pflaster, Gel) oder oral eingenommen werden können.
 

Was passiert, wenn ich Progesteron einnehme in den Wechseljahren?

Die Hauptfunktion einer Progesteronbehandlung in den Wechseljahren besteht darin, der bis zur Menopause bestehenden Östrogendominanz entgegenzuwirken. Hierdurch wird ein zu hoher Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindert, eine komplette Abbruchblutung unterstützt und die Produktion von Östrogen gedrosselt.

Ist eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren sinnvoll?

Hormone in den Wechseljahren sind eine individuelle Entscheidung: Ja, wenn starke Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit die Lebensqualität massiv einschränken und andere Therapien nicht helfen, können Hormone (Hormonersatztherapie, HET) Linderung verschaffen und schützen auch vor Osteoporose; Nein, wenn die Beschwerden mild sind oder Risikofaktoren (wie bestimmte Vorerkrankungen, Rauchen) eine Therapie ausschließen. Eine ausführliche Beratung beim Frauenarzt ist unerlässlich, um Nutzen und Risiken abzuwägen und die beste Form (z.B. transdermal bei Östrogenen) zu finden.
 

Welche Nachteile haben bioidentische Hormone?

Bioidentische Hormone sind zwar oft besser verträglich, bergen aber dennoch Nachteile und Risiken, darunter anfängliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen, die oft nachlassen. Wichtige Risiken sind ein potenziell erhöhtes Risiko für Brustkrebs (besonders bei Kombination mit synthetischen Gestagenen), Schlaganfälle und Thrombosen, wobei transdermale Anwendungen (über die Haut) diese Risiken im Vergleich zu oralen Formen reduzieren können. Bei bestimmten Vorerkrankungen, insbesondere hormonsensitiven Tumoren, sind sie kontraindiziert und erfordern eine sorgfältige ärztliche Abwägung. 

Hormontherapie in den Wechseljahren: Nutzen und Risiken I ARD Gesund

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Wie lange darf man bioidentische Hormone nehmen?

Für bioidentische Hormone gibt es keine allgemeingültige maximale Einnahmedauer, da die Therapie individuell vom Arzt gesteuert wird und so lange andauert, wie die Beschwerden bestehen und die Vorteile die Risiken überwiegen – oft über mehrere Jahre, mit jährlichen Kontrollen, wobei die Dosis nach 2-3 Jahren oft reduziert und neu bewertet wird. Wichtig ist eine enge ärztliche Begleitung, da die Therapieziele und Risikoprofile variieren, aber auch eine regelmäßige Überprüfung nach einigen Jahren (z.B. 5 Jahre) auf Notwendigkeit und Sicherheit stattfindet, wie die WHI-Studie andeutet. 

Was ist die häufigste Nebenwirkung von Progesteron?

Entsprechende Hormonpräparate enthalten natürliches Progesteron („bioidentisches“ oder „naturidentisches“ Progesteron) und sind daher meist gut verträglich. Zu den gängigen Progesteron-Nebenwirkungen zählen Abgeschlagenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und depressive Verstimmung.

Was passiert, wenn man keine Hormone in den Wechseljahren nimmt?

Wenn man in den Wechseljahren keine Hormone nimmt, bleiben die natürlichen Symptome des Östrogenmangels bestehen oder verstärken sich, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Scheidentrockenheit, Stimmungsschwankungen und Gelenkschmerzen, sowie langfristig ein erhöhtes Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) und möglicherweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele dieser Beschwerden klingen zwar irgendwann von selbst ab, aber eine Hormontherapie kann sie lindern und die Lebensqualität verbessern, während ohne Behandlung die Symptome oft länger anhalten und die Knochenstruktur geschwächt wird. 

Wie hoch ist das Krebsrisiko bei einer Hormonersatztherapie?

Von Frauen, die ab dem Alter von 50 Jahren über 5 Jahre Östrogene kombiniert mit intermittierendem Gestagen einnahmen, erkrankten 7,7 auf 100 Anwenderinnen an Brustkrebs. Das entspricht einer zusätzlichen Krebserkrankung auf 70 Anwenderinnen.

Wie lange macht man eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren?

Eine Hormonersatztherapie (HET) in den Wechseljahren dauert so lange, wie Beschwerden bestehen, wird individuell vom Arzt angepasst, oft nach 2-3 Jahren reduziert und sollte nicht pauschal als Langzeittherapie über viele Jahre gesehen werden, da Risiken steigen können, aber der Nutzen für Knochen- und Herzgesundheit bei längerer Einnahme bestehen bleibt; Ziel ist, die Dosis so gering wie möglich zu halten und Nutzen-Risiko-Faktoren gemeinsam mit dem Arzt abzuwägen.
 

Wann sollte man kein Progesteron nehmen?

Progesteron darf unter folgenden Umständen nicht eingenommen werden: nicht abgeklärte Vaginalblutungen. Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. schwere Leberfunktionsstörung.

Welche Kritik gibt es an der Hormonersatztherapie?

Die Kritik an der Hormonersatztherapie (HRT) dreht sich hauptsächlich um potenzielle Risiken wie ein erhöhtes Brustkrebsrisiko (besonders bei Kombinationstherapien und langer Dauer) sowie ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle und Gallenblasenprobleme, was 2002 eine große Studie auslöste und viele Frauen verunsicherte. Heute relativiert man die Risiken, betont die Wichtigkeit einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung, die Art der Hormone (z.B. bioidentisch vs. synthetisch) und Darreichungsform (oral/transdermal) sowie die kurze Anwendungsdauer, da die Vorteile (Milderung von Wechseljahrsbeschwerden, Knochengesundheit) oft die Risiken bei korrekter Anwendung überwiegen. 

Wie wirkt Progesteron auf das Gewicht?

Progesteron trägt u. a. auch dazu bei, dass Ihr Gewicht stabil bleibt bzw. dass Sie abnehmen können. Denn Progesteron ist ein Gegenspieler des Dickmacher-Hormons Insulin. Der oft diagnostizierte Progesteronmangel verhindert so das Abnehmen.

Was spricht gegen Hormone in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren nehmen die Eierstöcke die Produktion der weiblichen Hormone, hauptsächlich Östrogen, zurück, weil die fruchtbare Phase endet und die Eizellen zur Neige gehen. Dieser natürliche hormonelle Abfall führt zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, da fast alle Körperzellen auf Hormone reagieren und das veränderte Hormongleichgewicht (plus Anstieg von FSH) das System beeinflusst.
 

Welche Nebenwirkungen hat natürliches Progesteron?

Natürliches Progesteron wird meist gut vertragen, doch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Brustspannen, Bauchschmerzen oder Stimmungsschwankungen können auftreten, besonders bei oraler Einnahme; bei lokaler Anwendung (Haut, Vaginal) sind sie seltener, können aber auch Zyklusstörungen (Zwischenblutungen) umfassen, wobei die Behandlung die Hormonbalance positiv beeinflussen kann.
 

Welche Hormone nimmt Sheila de Liz?

Dr. Sheila de Liz empfiehlt eine individuell angepasste Hormonersatztherapie (HET) mit bioidentischen Hormonen, hauptsächlich Östrogen und Progesteron, um die Beschwerden der Wechseljahre (wie Hitzewallungen, Schlafstörungen) zu lindmern, aber betont, dass die Dosis je nach Frau stark variiert und der Fokus auf der Korrektur des Mangels liegt – oft durch Transdermale Anwendung (z.B. Gynokadin, Progesteron) – sowie die Bedeutung von Lifestyle-Faktoren wie Ernährung und Bewegung. Sie plädiert für eine maßgeschneiderte Therapie, die auch Testosteron einschließen kann, und betont die Notwendigkeit, die richtige Balance zu finden, indem man die Dosierung angepasst.
 

Wer sollte keine Hormonersatztherapie machen?

Frauen mit bestimmten Erkrankungen, wie z. B. Brustkrebspatientinnen, sollten in der Regel keine HRT anwenden. Außerdem müssen Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und Übergewicht bei der Wahl der richtigen Therapieform berücksichtigt werden.

Welches Hormon begünstigt Brustkrebs?

Hormone als Risikofaktor für Brustkrebs

Die Hormone Östrogen und Progesteron können das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs beeinflussen. Das Erkrankungsrisiko wird beispielsweise durch eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung, Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt erhöht.

Ist eine Hormontherapie in den Wechseljahren gefährlich?

Überblick über die Wechseljahre

Mit der Behandlung steigt aber auch die Gefahr von Herzerkrankungen, Thrombosen und Schlaganfällen. Am höchsten ist das Risiko für die Frauen, wenn die Einnahme in Tablettenform erfolgt. Hormone, die über ein Pflaster auf der Haut aufgenommen werden, sind weniger riskant.

Was verschreibt der Frauenarzt bei Wechseljahren?

Die häufigste Variante der Hormontherapie ist die Einnahme von Präparaten mit Östrogen und Gestagen. Beide Hormone werden vor den Wechseljahren vor allem in den Eierstöcken hergestellt. Kleinere Mengen werden aber auch noch danach produziert, zum Beispiel vom Fettgewebe.

Wie merke ich, dass ich zu wenig Östrogen habe?

Östrogenmangel äußert sich durch typische Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, trockene Schleimhäute (Scheide, Augen), Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme und Zyklusstörungen; langfristig können Osteoporose, Herz-Kreislauf-Probleme und Hautalterung folgen. Weitere Anzeichen sind Herzrasen, Gewichtszunahme, trockene Haut, Haarausfall, Gelenkschmerzen und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen in Scheide und Harnwegen. 

Wie komme ich ohne Hormone durch die Wechseljahre?

Zu den bekanntesten und gängigsten nicht-hormonalen Behandlungsmöglichkeiten von klimakterischen Beschwerden gehören ...

  1. Bewegung/ Sport.
  2. gesunde, ausgewogener Ernährung.
  3. Reduktion von Kaffee, Alkohol, Nikotin und scharfen Gewürzen.

Wie fühlt man sich mit zu wenig Progesteron?

Symptome einer Progesteronschwäche sind vielfältig und umfassen Zyklusunregelmäßigkeiten (kürzerer Zyklus, Schmierblutungen), verstärktes PMS, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Hitzewallungen, Unfruchtbarkeit und eine Neigung zu Myomen oder Zysten. Progesteronmangel beeinflusst sowohl körperliche als auch geistige Gesundheit, oft durch ein Ungleichgewicht zu Östrogen. 

Welche Nachteile hat die Einnahme von Progesteron?

Nachteile der Progesteron-Einnahme können Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen (Depressionen, Reizbarkeit), Brustspannen, Verdauungsprobleme (Übelkeit, Verstopfung) und Zyklusveränderungen (Zwischenblutungen) sein, wobei Nebenwirkungen von der Anwendungsform (oral, vaginal) und der Dosis abhängen. Langfristige Einnahme kann Risiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wenn mit Östrogen kombiniert, und sollte daher mit einem Arzt besprochen werden, besonders bei bestehenden Risikofaktoren. 

Kann zu viel Progesteron schaden?

Progesteron – Schlafkomfort

Eine Störung des Progesteronspiegels kann zu affektiven Störungen führen. Währenddessen kann ein zu hoher Progesteronspiegel, der über einen längeren Zeitraum anhält, zu emotionaler Labilität und Reizbarkeit führen.