Welche Gründe gibt es für eine nichtigkeitsbeschwerde?
Gefragt von: Darius Buck | Letzte Aktualisierung: 7. Januar 2026sternezahl: 4.8/5 (29 sternebewertungen)
Eine Nichtigkeitsbeschwerde wird bei gravierenden formellen Mängeln oder Verstößen gegen wesentliche Verfahrensvorschriften eingelegt, die das Urteil unhaltbar machen, wie etwa {!}fehlerhafte Besetzung des Gerichts, unzureichende Beweiswürdigung, Verletzung des rechtlichen Gehörs oder Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften, um eine Aufhebung oder Abänderung des Urteils zu erreichen.
Was ist eine Nichtigkeitsbeschwerde?
Mit der Nichtigkeitsbeschwerde werden formelle Fehler im Prozess bekämpft. Beispiele für Nichtigkeitsgründe sind unter anderem, wenn z.B. die Antworten der Geschworenen auf die gestellten Fragen in sich widersprüchlich waren.
Wann muss eine Beschwerde begründet werden?
Nicht zulässig ist die lediglich telefonische Einlegung der Beschwerde. Eine Begründung der Beschwerde ist nicht erforderlich, kann aber mit eingereicht werden. Eine Frist gilt für die einfache Beschwerde nicht (im Gegensatz zur sofortigen Beschwerde).
Was sind Gründe für eine Berufung?
Zivilprozessordnung. § 513 Berufungsgründe
(1) Die Berufung kann nur darauf gestützt werden, dass die Entscheidung auf einer Rechtsverletzung (§ 546) beruht oder nach § 529 zugrunde zu legende Tatsachen eine andere Entscheidung rechtfertigen.
Was ist ein Verschlechterungsverbot?
Strafprozeßordnung (StPO) § 331 Verbot der Verschlechterung
(1) Das Urteil darf in Art und Höhe der Rechtsfolgen der Tat nicht zum Nachteil des Angeklagten geändert werden, wenn lediglich der Angeklagte, zu seinen Gunsten die Staatsanwaltschaft oder sein gesetzlicher Vertreter Berufung eingelegt hat.
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Was bedeutet Verschlechterungsverbot?
Das Verschlechterungsverbot besagt, dass ein Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten geändert werden darf. Grundsätzlich kommt es bei Straftaten zur Anwendung, wenn Rechtsmittel eingelegt wurden.
Wann gilt das Verschlechterungsverbot nicht?
Einschränkung und Voraussetzung des Verbot der Schlechterstellung bei der Revision. Das Schlechterstellungsverbot gilt aber nicht uneingeschränkt. Denn nach § 358 StPO gilt es nur dann, wenn der angeklagte Mandant, zu seinen Gunsten die Staatsanwaltschaft oder ein gesetzlicher Vertreter Revision eingelegt hat.
Wie hoch sind die Chancen bei einer Berufung?
Die Erfolgsaussichten einer Berufung variieren je nach Rechtsgebiet, sind aber oft besser als bei einer Revision, da die Berufung eine neue Tatsacheninstanz darstellt, in der Fehler korrigiert und neue Aspekte berücksichtigt werden können. Im Strafrecht liegen die Chancen auf eine Abänderung des Urteils bei etwa 45 %, mit Chancen auf Freispruch oder mildere Strafe, während im Zivilrecht die Quoten je nach Gericht variieren. Entscheidend für den Erfolg sind eine starke Berufungsbegründung, die Fehler der ersten Instanz aufzeigt, und die strategische Nutzung der zweiten Chance, beispielsweise durch eine bessere Darstellung der eigenen Verhältnisse.
Hat die Berufung Aussicht auf Erfolg?
Die Erfolgsaussichten der Berufung sind idR deutlich größer als diejenigen der Revision. Berufung kommt gegen sämtliche Urteile des Amtsgerichts einschließlich des Schöffengerichts in Betracht, wenn die Aussicht besteht, in einer neuen Tatsacheninstanz ein besseres Ergebnis zu erzielen.
Wann ist es sinnvoll, Berufung einzulegen?
Sinnvoll ist eine Berufung, wenn es wahrscheinlich erscheint, dass das Gericht erster Instanz rechtliche Fragen unzutreffend bewertet oder gar rechtliche Fehler gemacht hat. Viele Rechtsfragen sind unter Juristen umstritten. Sie können daher von einem anderen Gericht womöglich ganz anders beurteilt werden.
Wann muss eine Nichtzulassungsbeschwerde begründet werden?
Grundsätzlich innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollständig abgefassten Urteils, spätestens aber sieben Monate nach dessen Verkündung muss sie die Nichtzulassungsbeschwerde begründen. Entsprechendes gilt gemäß § 522 Abs.
Wann ist eine Beschwerde nicht zulässig?
Eine Beschwerde ist nicht mehr zulässig, wenn Sie nach Zustellung bzw. mündlichen Verkündung des Bescheides ausdrücklich auf Ihr Recht, Beschwerde zu erheben, verzichtet haben. Der Bescheid wird rechtskräftig, wenn keine oder eine verspätete Beschwerde erhoben wird.
Was bewirkt eine Beschwerde bei Gericht?
Bild: Michael Bamberger Mit der sofortigen Beschwerde werden gerichtliche Entscheidungen überprüft, gegen die Berufung und Revision nicht erlaubt sind. Nicht nur ein Urteil als Ganzes, sondern auch einzelne Entscheidungen des Gerichts im Verfahren können angefochten werden.
Welche Nichtigkeitsgründe gibt es?
Relevante Nichtigkeitsgründe sind z.B. der Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot (§ 134 BGB) oder die guten Sitten (§ 138 BGB), der Mangel der gesetzlich vorgeschriebenen oder vereinbarten Form (§ 125 S. 1 BGB) oder eine wirksame Anfechtung (§ 142 Abs. 1 BGB).
Was ist eine Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes?
Die Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes (kurz: „Wahrungsbeschwer- de“) ist ein außerordentlicher Rechtsbehelf. Die Generalprokuratur kann sie ergrei- fen, um unrichtige Anwendungen oder Verletzungen der Gesetze durch Handlun- gen bzw Unterlassungen von Strafgerichten an den OGH heranzutragen.
Wann ist ein Entscheid nichtig?
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein Entscheid nichtig, d.h. absolut unwirksam, wenn der ihm anhaftende Mangel besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem durch die Annahme der Nichtigkeit die Rechtssicherheit nicht ernsthaft gefährdet wird.
Wie viele Berufungen haben Erfolg?
Ungefähr 3-4 % aller Revisionen sind vollständig erfolgreich, circa 15% aller Revisionen haben teilweise Erfolg. Wann macht eine Revision Sinn? Eine Revision ist sinnvoll, wenn das Gericht einen Rechtsfehler gemacht hat und das Urteil für den Angeklagten negativ ist.
Wie viel Einkommen darf man haben, um Prozesskostenhilfe zu bekommen?
Das Gericht prüft, ob Ihnen Prozesskostenhilfe zusteht
Es gibt keine festen Grenzwerte für Einkommen und Vermögen. Ihr monatliches Einkommen wird mit Ihren regelmäßigen Ausgaben wie Miete, Versicherungen, Ratenzahlungen usw. verrechnet.
Wann ist eine Klage aussichtslos?
Aussichtslos in diesem Sinne könne ein Rechtsstreit sein, wenn eine streitentscheidende Rechtsfrage höchstrichterlich abschließend geklärt ist, erklärt der BGH. Regelmäßig also dann, wenn eine einschlägige höchstrichterliche Entscheidung ergangen ist.
Was wird in der Berufung überprüft?
In der Berufung wird der Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht neu untersucht (zweite Tatsacheninstanz; es können neue Tatsachen und Beweismittel eingeführt werden).
Wie hoch sind die Kosten für eine Berufung?
Gemäß Nr. 4124 im Vergütungsverzeichnis des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (VV RVG) fällt bei Berufungsverfahren in Strafsachen eine Verfahrensgebühr zwischen 80 und 616 Euro an. Wurde der Rechtsanwalt gerichtlich bestellt oder beigeordnet, beträgt die Verfahrensgebühr bei der Berufung 282 Euro.
Wie viele Richter entscheiden beim OLG?
(1) Die Senate der Oberlandesgerichte entscheiden, soweit nicht nach den Vorschriften der Prozeßgesetze an Stelle des Senats der Einzelrichter zu entscheiden hat, in der Besetzung von drei Mitgliedern mit Einschluß des Vorsitzenden.
Was tun, wenn die Rechtsbeschwerde nicht zugelassen ist?
Wird die Rechtsbeschwerde vom Landesarbeitsgericht nicht zugelassen, kann diese Entscheidung mit einer Nichtzulassungsbeschwerde angefochten werden. Mit der Nichtzulassungsbeschwerde kann der Beschwerdeführer geltend machen, dass die Voraussetzungen für die Zulassung der Rechtsbeschwerde gegeben sind.
Welche relativen Revisionsgründe gibt es?
- 1 StPO: vorschriftswidrige Besetzung.
- 2 StPO: Mitwirkung eines ausgeschlossenen Richters.
- 3 StPO: Mitwirkung eines abgelehnten Richters.
- 4 StPO: Unzuständigkeit des Gerichts.
- 5 StPO: Vorschriftswidrige Abwesenheit von Verfahrensbeteiligten.
- 6 StPO: Ungesetzliche Beschränkung der Öffentlichkeit.
Wann dürfen Beweise nicht verwendet werden?
Gesetzlich verboten ist z. B. die Verwertung von Beweisen, diedurch verbotene Vernehmungsmethoden (Misshandlung, Ermüdung, körperlichen Eingriff, Verabreichung von Mitteln, Quälerei, Täuschung oder Hypnose, § 136a Abs. 3 i.
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