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Welche Fragen stellt der Insolvenzverwalter?

Gefragt von: Fabian Vollmer  |  Letzte Aktualisierung: 31. August 2026
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Der Insolvenzverwalter stellt viele Fragen, um die finanzielle Situation zu klären, Vermögen zu sichern und zu verteilen – typischerweise zu Einnahmen, Ausgaben, Vermögenswerten (Haus, Auto, Versicherungen), Gläubigern und dem Unternehmen selbst, um zu entscheiden, ob eine Sanierung möglich ist oder Liquidierung nötig ist, wobei er immer die Auskunftspflicht des Schuldners beachtet und nach dem richtigen Verfahren fragt (privat oder Unternehmen).

Was prüft der Insolvenzverwalter alles?

Der Insolvenzverwalter prüft umfassend das gesamte Vermögen des Schuldners, sichert es als Insolvenzmasse, ermittelt und bewertet alle Forderungen der Gläubiger, führt gegebenenfalls den Geschäftsbetrieb fort oder liquidiert ihn, prüft und macht rechtwidrige Vermögensverschiebungen (Insolvenzanfechtung) rückgängig und sorgt für eine bestmögliche Verteilung der Erlöse an die Gläubiger, während er auch die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften überwacht. 

Was muss ich dem Insolvenzverwalter alles mitteilen?

Sie müssen dem Insolvenzverwalter umfassend Auskunft über alle Ihre finanziellen Verhältnisse geben, alle Einkünfte (auch neue), Vermögenswerte (wie Erbschaften/Schenkungen), Gläubiger und Verbindlichkeiten mitteilen sowie jede Änderung (Wohnsitz, Arbeit) unverzüglich melden, da Sie zur Wahrheit verpflichtet sind und bei Verschweigen die Restschuldbefreiung gefährden können.
 

Welche Auskunftspflichten hat der Insolvenzverwalter?

Insolvenzrechtlichen Pflichten

§ 97 Abs. 1 S. 1 InsO lautet wie folgt: Der Schuldner ist verpflichtet, dem Insolvenzgericht, dem Insolvenzverwalter, dem Gläubigerausschuß und auf Anordnung des Gerichts der Gläubigerversammlung über alle das Verfahren betreffenden Verhältnisse Auskunft zu geben.

Was möchte der Insolvenzverwalter?

Ein Insolvenzverwalter wird vom zuständigen Insolvenzgericht bestellt und übernimmt eine Schlüsselposition im Insolvenzverfahren. Seine Hauptaufgabe besteht darin, das verbliebene Vermögen des Schuldners (also des insolventen Unternehmens) zu sichern, zu verwalten und im Interesse der Gläubiger zu verwerten.

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Kann ein Insolvenzverwalter machen, was er will?

Insolvenzverwalter*innen dürfen nicht schalten und walten, wie sie möchten. Ihr Handeln wird durch die Insolvenzordnung beschränkt. Zwar sind sie in erster Linie dafür verantwortlich, die Insolvenzmasse gerecht zu verteilen und die Interessen der Gläubiger*innen zu schützen.

Warum kommt der Insolvenzverwalter zu mir nach Hause?

Einige Treuhänder/Insolvenzverwalter kommen nach Insolvenzeröffnung auch ins Haus, um eventuell verwertbare Vermögensgegenstände zu sichten. Hier empfiehlt sich, diesen Besuch mit einem eigenen Rechtsanwalt durchzuführen, damit nicht unliebsame Folgen aus diesem Besuch entstehen.

Hat der Insolvenzverwalter Einsicht auf mein Konto?

Ja, der Insolvenzverwalter hat umfassenden Zugriff auf Ihre Konten, sobald das Verfahren eröffnet ist, da das Guthaben zur Insolvenzmasse gehört und er die Verfügungsbefugnis übernimmt, um Vermögenswerte zu sichern und zu prüfen. Er sichtet Kontoauszüge, um Zahlungseingänge, Ausgaben und anfechtbare Vorgänge zu prüfen; der Schuldner verliert die Verfügungsbefugnis, bis das Konto ggf. freigegeben wird (oft durch Umwandlung in ein P-Konto), was den Zugriff des Verwalters jedoch nicht aufhebt.
 

Was fällt unter die Auskunftspflicht?

Die Auskunftspflicht ist ein gesetzlich normierter Anspruch, Informationen von oder über eine bestimmte juristische oder natürliche Person zu erhalten. Die Verpflichtung eine Auskunft zu erteilen, kann sich auch auf Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt beziehen.

Wie weit schaut der Insolvenzverwalter zurück?

Die Anfechtungsfristen richten sich nach der Insolvenzordnung. Danach können Beträge für Leistungen bis zehn Jahren rückwirkend zurückgefordert werden. In der Praxis beobachten wir Rückforderungen der Insolvenzverwalter von bis zu vier Jahren.

Welche Kontoauszüge will der Insolvenzverwalter?

- Bankverbindung: Sämtliche Bankkonten (auch Auslandskonten) sind dem Insolvenzverwalter mitzutei- len und auf Verlangen die Kontoauszüge vorzulegen.

Wie oft meldet sich ein Insolvenzverwalter?

Der Insolvenzverwalter heißt nunmehr Treuhänder und wird Sie voraussichtlich lediglich einmal im Jahr, meist unter Übersendung eines Fragebogens, anschreiben, um den Jahresbericht für die Gläubiger zu erstellen.

Was darf man im Insolvenzverfahren nicht?

Bußgelder, Geldstrafen und ähnliche Forderungen

Verbindlichkeiten aus strafrechtlichen Verurteilungen, wie Geldstrafen oder Bußgelder, sind von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen. Sie müssen weiterhin beglichen werden, auch nach Abschluss des Insolvenzverfahrens.

Welche Unterlagen will der Insolvenzverwalter?

Der Insolvenzverwalter benötigt umfassende Unterlagen zu Vermögen, Schulden, Einkommen und Ausgaben, darunter Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide), Vermögensübersichten, Gläubiger- und Forderungsverzeichnisse, Kontoauszüge, Buchhaltungsunterlagen (bei Selbstständigen), Handelsbriefe, sowie Anträge auf Restschuldbefreiung und ggf. Verfahrenskostenstundung, um den Überblick zu bekommen und das Verfahren durchzuführen. 

Was macht der Insolvenzverwalter als erstes?

Der Insolvenzverwalter ermittelt in erster Linie die Insolvenzmasse und teilt diese unter den Gläubigern auf. Darüber hinaus erstellt der Insolvenzverwalter auch ein Verzeichnis mit allen Gläubigern.

Was passiert, wenn ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen wird?

Was passiert, wenn Insolvenz Mangels Masse abgelehnt wird? Wird ein Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen, kann das Unternehmen nicht weitergeführt werden. In diesem Fall erfolgt die Liquidation. Das verbleibende Vermögen der Gesellschaft wird somit in Geld umgewandelt.

Welche Auskunftspflichten bestehen bei einer Scheidung?

Ist ein Scheidungsantrag bei Gericht rechtshängig, müssen die Ehegatten auf Verlangen des Gerichts Auskunft über ihre Versorgungsanrechte erteilen. Auch dann, wenn sie das Vorliegen der Voraussetzungen für die Scheidung bestreiten. Es besteht eine Auskunftspflicht bei Scheidung.

Was besagt das Recht auf Auskunft?

Mit dem Auskunftsrecht garantiert Ihnen Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung ( DSGVO ) ein bedeutsames Betroffenenrecht. Danach können Sie als betroffene Person von dem für die Datenverarbeitung Verantwortlichen Auskunft darüber verlangen, welche Daten dort über Sie gespeichert sind bzw. verarbeitet werden.

Wie oft muss der Unterhaltspflichtige Auskunft über sein Einkommen erteilen?

Wie oft muss der Unterhaltspflichtige Auskunft über sein Vermögen erteilen? Gemäß § 1605 Abs. 2 BGB kann eine erneute Auskunft über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse nur alle zwei Jahre gefordert werden.

Was kontrolliert der Insolvenzverwalter?

Der Insolvenzverwalter kontrolliert und verwaltet das gesamte pfändbare Vermögen des Schuldners (die sogenannte Insolvenzmasse), sichert es, ermittelt alle Gläubiger, prüft deren Forderungen und sorgt für eine gerechte Verteilung, wobei er auch den Geschäftsbetrieb prüfen und entscheiden kann, ob er fortgeführt oder liquidiert wird, und untersteht dabei der Kontrolle des Gerichts und muss gesetzliche Vorgaben (z. B. Pfändungsschutz) beachten. 

Warum sperrt der Insolvenzverwalter das Konto?

Warum wurde mein Konto gesperrt, obwohl ich eine Freigabe vom Insolvenzverwalter habe? Dein Konto ist gesperrt, weil uns ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss für dein Konto zugestellt wurde.

Werden Kontobewegungen überwacht?

Viele Steuerzahlende fragen sich, ob das Finanzamt tatsächlich die Zahlen und Bewegungen auf ihrem Konto einsehen können – und dürfen. Seit 2005 ist es dem Finanzamt rechtlich erlaubt, Ihre Kontodaten abzurufen.

Kann der Insolvenzverwalter meine Wohnung kündigen?

Der Insolvenzverwalter kann für die Mieterseite kündigen

Von diesem Recht wird der Insolvenzverwalter immer dann Gebrauch machen, wenn der Geschäftsbetrieb nicht fortgesetzt wird. Die Ausübung des Kündigungsrechts seitens des Insolvenzverwalters ist auch an keine Frist gebunden. Die kurze Kündigungsfrist des § 109 Abs.

Wird bei Privatinsolvenz die Wohnung durchsucht?

Nein, eine routinemäßige Durchsuchung der Wohnung gibt es bei der Privatinsolvenz nicht, aber der Insolvenzverwalter kann Auskünfte verlangen und im Zweifelsfall – besonders bei Verdacht auf Vermögensverschleierung – eine richterliche Anordnung zur Durchsuchung der Wohnung erwirken, um pfändbare Gegenstände zu finden. Der Gerichtsvollzieher darf die Wohnung auch ohne richterlichen Beschluss durchsuchen, wenn der Schuldner einwilligt, aber bei Weigerung kann er mit Gerichtsbeschluss auch gewaltsam die Wohnung öffnen lassen, um Wertsachen zu pfänden.
 

Was darf ein Insolvenzverwalter und was nicht?

“ Unpfändbar sind danach insbesondere Sachen, die der Schuldner für eine bescheidene Lebensführung, für die Berufsausübung oder aus gesundheitlichen Gründen benötigt. Nach § 36 Abs. 3 InsO gehören auch Gegenstände ohne besonderen Wert nicht zur Insolvenzmasse. Der Insolvenzverwalter darf sie also nicht pfänden.

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