Welche Beweise braucht man für Schwarzarbeit?
Gefragt von: Ilse Kessler B.Eng. | Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2026sternezahl: 4.9/5 (72 sternebewertungen)
Für eine erfolgreiche Meldung von Schwarzarbeit braucht man konkrete Beweise wie Ort, Zeit, Art der Arbeit, beteiligte Personen/Betriebe und Werbematerial, oft durch Zeugenaussagen, Fotos oder Beobachtungen, aber auch Indizien wie Barzahlung ohne Quittung, Unterschreitung des Mindestlohns, fehlende Sozialversicherungsnachweise oder fehlende Gewerbeanmeldung sind wichtig; der Zoll ist die zuständige Behörde, die auch anonymen Hinweisen nachgeht und Beweise durch eigene Ermittlungen sammeln kann.
Welche Beweise gibt es für Schwarzarbeit?
Wenn folgende Kriterien einer Tätigkeit erfüllt sind, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Schwarzarbeit:
- die Person arbeitet ohne Steuerkarte.
- die Person wird in bar ausgezahlt, Quittungen und schriftliche Nachweise über die Zahlung fehlen.
- die Bezahlung liegt unter dem branchenüblichen Niveau.
Wann ist Schwarzarbeit nicht strafbar?
Gemäß dem Gesetz über unerlaubte Arbeit (Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz – SchwarzArbG) gibt es Situationen, in denen eine Arbeit als legal betrachtet wird, wie zum Beispiel: Tätigkeiten, die Familienmitglieder im eigenen Haushalt verrichten. Hilfeleistungen innerhalb der Nachbarschaft. Tätigkeiten aus Selbsthilfe.
Was passiert bei Verdacht auf Schwarzarbeit?
Sollten Sie Hinweise auf Schwarzarbeit haben, können Sie dies der zuständigen Behörde melden. Mithilfe eines Kontakt-Wegweisers lässt sich die für Ihre Meldung zuständige Stelle ermitteln. Hinweise zu Verstößen gegen die Gewerbe- und Handwerksordnung können auch online eingereicht werden.
Kann ich private Schwarzarbeit anonym melden?
Grundsätzlich unterliegen Ihr Name und Ihre Angaben datenschutzrechtlichen Bestimmungen, sodass Ihre Daten nicht unbefugt weitergegeben werden dürfen. Ihre Hinweise können Sie selbstverständlich auch anonym abgeben.
Krankgeschrieben und dann schwarzarbeiten? Undercover gegen Betrug | stern TV
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Wer darf Schwarzarbeit kontrollieren?
Die internationale Amts- und Rechtshilfe ermöglicht der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls, Prüfungen und Ermittlungen auch bei grenzüberschreitender Schwarzarbeit durchzuführen.
Werden anonyme Anzeigen beim Finanzamt verfolgt?
Zur Info: Das Finanzamt geht allen Hinweisen nach
Die Behörden sind verpflichtet, jedem Hinweis nachzugehen. Dabei werden namentliche Meldungen etwas schneller verfolgt als anonyme Meldungen. Bei anonymen Meldungen dauert es etwas länger, bis das Finanzamt reagiert.
Wie weist man Schwarzarbeit nach?
Schwarzarbeit / unangemeldete Arbeit oder die Arbeit ohne Arbeitserlaubnis kann auf unterschiedliche Weise nachgewiesen werden: Man kann Arbeitgeber*innen zum Beispiel bei der Zollbehörde anzeigen. Das kann auch anonym gemacht werden.
Was passiert bei 1000 € Steuerhinterziehung?
Diese unterliegen zusätzlich den Hinterziehungszinsen in Höhe von 0,5 % pro Monat. 1.000 Euro unterschlagene Steuer wird mit etwa 10 Tagessätzen bestraft. 5.000 Euro Steuerverkürzung werden mit 20-60 Tagessätzen geahndet.
Was passiert, wenn ich Handwerker schwarz bezahle?
Kunden, die einen Handwerker schwarz bezahlen, machen sich damit nicht nur wegen Verstoßes gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz und andere Vorschriften erpressbar. Sie verlieren damit obendrein sämtliche Gewährleistungsrechte und können auch kein Geld zurückverlangen.
Wie hoch ist das Bußgeld für Schwarzarbeit?
Schwarzarbeit wird mit hohen Bußgeldern und empfindlichen Strafen geahndet, die von bis zu 500.000 Euro Bußgeld (Auftraggeber) bzw. 5.000 € (Arbeitnehmer) reichen können, bis hin zu Geld- und Freiheitsstrafen (bis zu 10 Jahren) bei Steuerhinterziehung oder Vorenthalten von Sozialabgaben; auch Nachzahlungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sowie Schadensersatzforderungen drohen.
Ist einem Freund helfen Schwarzarbeit?
Nein, Hilfe von Freunden ist meist keine Schwarzarbeit, solange sie unentgeltlich, aus Gefälligkeit oder gegen kleine Aufmerksamkeiten erfolgt; sobald die Tätigkeit gewerbsmäßig, regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht stattfindet (also Geld gezahlt wird, um Steuern und Abgaben zu umgehen), wird es illegal und kann strafbar sein, insbesondere bei größeren Projekten oder Bauarbeiten.
Was kostet eine Handwerkerstunde schwarz?
Ein Handwerker-Stundenlohn liegt oft zwischen 60 und 80 Euro, inklusive Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und Gewinn, plus 19 % USt., während der Mindestlohn je nach Branche variiert (z.B. 13,90 € allgemein ab 2026), doch Schwarzarbeit ist illegal und kann für Auftraggeber wie Handwerker hohe Bußgelder (bis 50.000 €) und strafrechtliche Folgen haben, da sie den gesetzlichen Mindestlohn und die Sozialabgaben umgeht.
Was zählt nicht als Schwarzarbeit?
Keine Schwarzarbeit stellen Dienst- oder Werkleistungen dar, die nicht nachhaltig auf Gewinn ausgerichtet sind. Dies ist etwa der Fall, wenn Angehörige oder Lebenspartner die Leistung erbringen, wenn Leistungen aus Gefälligkeit, als Nachbarschaftshilfe bzw. als Selbsthilfe erbracht werden.
Was darf der Zoll bei Schwarzarbeit kontrollieren?
Der Zoll darf im Rahmen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) umfassend prüfen, ob Arbeitgeber Mindestlöhne zahlen, Sozialabgaben abführen und Arbeitsbedingungen einhalten; er kontrolliert Sozialleistungsbetrug, illegale Ausländerbeschäftigung, Lohnsteuer- und Umsatzsteuerpflichten sowie die korrekte Anmeldung bei der Sozialversicherung, und kann dafür unangekündigt Betriebe betreten, Dokumente wie Lohnabrechnungen und Arbeitszeitnachweise einsehen und Personen befragen, auch rückwirkend und ohne konkreten Verdacht.
Welche Beispiele gibt es für Schwarzarbeit?
Grundsätzlich gilt: Wenn jemand arbeitet und keine Steuern oder Sozialabgaben zahlt, dann handelt es sich meist um Schwarzarbeit. Oft geht es auch um illegale Beschäftigung: Also zum Beispiel, wenn Unternehmen ihren Angestellten keinen Mindestlohn zahlen oder eine Arbeitserlaubnis fehlt.
Was ist eine leichte Steuerhinterziehung?
Einfache Steuerhinterziehung, § 370 Abs.
1 AO versteht man das vorsätzliche Verheimlichen von Einnahmen oder das unvollständige Angeben von Einnahmen in der Steuererklärung.
Wann fängt Steuerhinterziehung an?
Der Tatbestand der Steuerhinterziehung beginnt, sobald der Steuerpflichtige unrichtige Angaben macht oder steuerlich relevante Tatsachen verschweigt. Der Taterfolg, also die Verkürzung der Steuer, tritt ein, sobald das Finanzamt die unrichtige Steuer festsetzt.
Was passiert, wenn man Einkünfte nicht angibt?
Je nach Fall gibt es eine Geldstrafe oder bis zu 5 Jahre Haft, in besonders schweren Fällen sogar bis zu 10 Jahre. Schon ab 50.000 Euro hinterzogener Steuer gilt ein Fall als „besonders schwer“ (§ 370 Absatz 3 AO, Urteil BGH, 1 StR 373/15) und kann eine Bewährungsstrafe nach sich ziehen.
Was passiert, wenn ich jemanden wegen Schwarzarbeit anzeige?
Eine Anzeige wegen Schwarzarbeit führt zu Ermittlungen durch den Zoll und Steuerbehörden, wobei sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer mit hohen Bußgeldern (bis zu 500.000 €) und Geld- oder Freiheitsstrafen (bis 10 Jahre) rechnen müssen, zusätzlich zur Nachzahlung von Steuern und Sozialabgaben. Das Strafmaß hängt von Schwere und Umfang des Verstoßes ab und kann bei Steuerhinterziehung bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe betragen, während Arbeitnehmer auch arbeitsrechtliche Konsequenzen wie Kündigung riskieren.
Welches Amt kontrolliert Schwarzarbeit?
Bundesweit sind die Hauptzollämter für die Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung zuständig. Sie sind auch Ansprechpartner falls Sie Hinweise auf Schwarzarbeit oder Illegaler Beschäftigung mitteilen wollen oder wenn Sie Anfragen zu konkreten Vorgängen haben.
Kann ich Schwarzarbeit anonym melden?
Sie können Schwarzarbeit anonym beim Zoll (Hauptzollamt), Finanzamt oder über spezielle Portale wie bei SOKA-BAU melden, da diese Stellen anonyme Hinweise entgegennehmen, um illegale Beschäftigung zu bekämpfen, wobei konkrete Verdachtsmomente wichtig sind. Am einfachsten geht dies über das Kontaktformular der Zoll-Website, wo oft nur die PLZ und eine Beschreibung notwendig sind, oder telefonisch über die 115.
Wann prüft das Finanzamt Privatpersonen?
Bei Privatpersonen – also bei nicht gewerblich oder selbstständig tätigen Steuerpflichtigen – kann eine steuerliche Außenprüfung durchgeführt werden, wenn sie im Kalenderjahr Überschusseinkünfte von mehr als 500.000 Euro erzielen.
Kann ich herausfinden, wer mich anonym beim Finanzamt angezeigt hat?
Grundsätzlich ist es dann nicht möglich, direkt herauszufinden, wer die Betroffenen beim Finanzamt angezeigt hat. Bleibt der Anzeigeerstatter anonym gibt es keine Möglichkeiten die dahinterstehende Identität herauszufinden.
Was passiert, wenn das Finanzamt Fehler entdeckt?
Nachträgliche Korrektur: Fehler nach Erhalt des Steuerbescheids entdeckt. Ab dem Zeitpunkt, an dem der Steuerbescheid als zugestellt gilt, haben Sie eine Einspruchsfrist von einem Monat. Ist der Bescheid fehlerhaft, sollten Sie innerhalb dieser vier Wochen die Schritte zur Korrektur einleiten.
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