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Welche Behinderung gibt es am meisten?

Gefragt von: Daniela Schmidt-Merz  |  Letzte Aktualisierung: 30. März 2026
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Die häufigste Form der Behinderung, bezogen auf die schwerste Beeinträchtigung in Deutschland, sind körperliche Behinderungen, insbesondere solche, die die inneren Organe betreffen (fast ein Viertel), gefolgt von Einschränkungen der Gliedmaßen, der Wirbelsäule und des Rumpfes. Auch Sehbehinderungen und Sprach-/Sprechstörungen/Schwerhörigkeit sind sehr verbreitet und führen oft zu einer Schwerbehinderung.

Welche Art von Behinderung ist am häufigsten?

Mobilitätseinschränkungen (d. h. erhebliche Schwierigkeiten beim Gehen oder Treppensteigen) sind die häufigste Kategorie und betreffen fast jeden siebten Erwachsenen.

Wie viel Prozent Behinderung Tabelle?

Eine Tabelle für den Grad der Behinderung (GdB) gibt es nicht als feste Liste für jede Krankheit, sondern als Orientierung in den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen, die den GdB nach Auswirkungen festlegen; Beispiele sind GdB 30-40 bei leichteren Störungen (z.B. Hörschäden) bis zu GdB 80-100 bei schweren Fällen (z.B. Verlust von Gliedmaßen, schwere Persönlichkeitsstörungen). Die genauen Werte hängen stark von der Art und Schwere der Einschränkung ab, weshalb z.B. Hörverlust, Wirbelsäulenschäden oder chronische Schmerzen unterschiedliche GdB-Bereiche haben, die sich an den tatsächlichen Funktionseinschränkungen orientieren. 

Was ist die weltweit häufigste Behinderung?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der Anteil der Erwachsenen mit Behinderungen in den Vereinigten Staaten bei 26 %, wobei Mobilitätseinschränkungen die häufigste Behinderung darstellen.

Welche Behinderung wird am häufigsten versteckt?

Beispiele für unsichtbare Behinderungen sind Autismus, Lernschwierigkeiten, Angstzustände, Depressionen, chronische Müdigkeit, ADHS, Hörverlust sowie sensorische und Verarbeitungsstörungen . Es gibt eine lange Liste weiterer Behinderungen, die als unsichtbar gelten. Dies sind die bekanntesten.

Wann gilt eine chronische Erkrankung als Behinderung?- VdK gibt dir Recht! #40

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Welche ist die häufigste Ursache für eine Behinderung?

Bei 89,4 Prozent der 7,9 Millionen Schwerbehinderten wurde die Behinderung durch eine allgemeine Krankheit verursacht. Bei 3,3 Prozent war die Behinderung angeboren, bei 1,4 Prozent war sie auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

Ist ADHS eine Behinderung?

Ja, ADHS kann als Behinderung anerkannt werden, wenn es die Teilhabe am Alltag, Beruf oder sozialen Leben längerfristig erheblich einschränkt, was durch einen Grad der Behinderung (GdB) festgestellt wird, der je nach Schwere zwischen 20 und 80 liegen kann und Nachteilsausgleiche wie Steuererleichterungen, Nachteilsausgleiche in der Schule oder Hilfen ermöglicht. Die Anerkennung erfolgt durch das Versorgungsamt und hängt nicht nur von der Diagnose ab, sondern von der Schwere der Auswirkungen auf die Lebensführung, wobei auch begleitende Störungen (z.B. Legasthenie) berücksichtigt werden. 

Welche Krankheiten führen zu 50% Schwerbehinderung?

Ein GdB (Grad der Behinderung) von 50 wird oft bei chronischen Erkrankungen oder Verlustfunktionen vergeben, die die Teilhabe am Leben erheblich einschränken, wie schwer einstellbarer Diabetes, Schlafapnoe, massive Gesichtsveränderungen, schwere Migräne (mit wenigen Pausen), schwere Depressionen mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten, oder bestimmte Krebsverläufe (Heilungsbewährung), aber auch bei Amputationen wie dem Verlust einer Hand. Der genaue GdB hängt immer von der individuellen Auswirkung auf den Alltag ab. 

Was gibt 50 Behinderung?

Bei einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 haben Sie als schwerbehinderte Person Anspruch auf wichtige Nachteilsausgleiche wie Steuervorteile (1.140 € Pauschbetrag), Zusatzurlaub (5 Tage), Kündigungsschutz, Freistellung von Überstunden und Vorteile bei der Rente, wobei je nach Merkzeichen auch Ermäßigungen bei der Kfz-Steuer oder ÖPNV-Nutzung möglich sind. 

Welche Modelle von Behinderung gibt es?

4 Modelle von Behinderung

  • 4.1 Das individuelle oder medizinische Modell von Behinderung. ...
  • 4.2 Das soziale Modell von Behinderung. ...
  • 4.3 Das kulturelle Modell von Behinderung. ...
  • 4.4 Das menschenrechtliche Modell von Behinderung der UN-BRK.

Wo gibt es die meisten Menschen mit Behinderung?

Anteil der Menschen mit Behinderung nach Land

Lettland hat den höchsten Anteil an Menschen mit Behinderung (41,2 %), gefolgt von Finnland (34,9 %).

Auf welche Krankheiten bekommt man Prozente?

Prozente (Grad der Behinderung, GdB) gibt es für nahezu alle chronischen Krankheiten, psychischen Störungen und körperlichen Einschränkungen, von Herz-Kreislauf-Leiden über Krebs, Diabetes, Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheuma) bis hin zu neurologischen (z.B. Parkinson, Multiple Sklerose) und psychischen Erkrankungen (z.B. Depressionen, Zwangsstörungen) – entscheidend ist immer das Ausmaß der Einschränkung, nicht die Diagnose selbst, weshalb GdB-Werte von 10 bis 100 je nach Schweregrad vergeben werden können. 

Wie sagt man heute statt behindert?

Aktuelle Begriffe sind "Menschen mit Beeinträchtigungen" und "Menschen mit Unterstützungsbedarf", um das Person-vor-Behinderung-Prinzip zu betonen und veraltete, stigmatisierende Begriffe wie "Behinderte" zu vermeiden. Auch "Handicap" wird umgangssprachlich genutzt, obwohl es international diskutiert wird, während Begriffe wie "kognitiv beeinträchtigt" oder "körperlich eingeschränkt" spezifischer sind.
 

Welche sind die bekanntesten Behinderungen?

Informationen zu einer Auswahl der bekanntesten Syndrome mit geistiger Behinderung:

  • Aicardi-Goutières Syndrome.
  • Angelman-Syndrom.
  • Apert-Syndrom.
  • Autismus Spektrum Störung.
  • 5p-minus-Syndrom (Cri-du-Chat-Syndrom, Katzenschrei-Syndrom)
  • Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • Fetale Alkohol Spektrum Störung (FASD)
  • Pura-Syndrom.

Hat ADHS Einfluss auf Intelligenz?

Kinder mit einer ADHS haben keinen höheren IQ.

In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde eher das Gegenteil nachgewiesen. Im Vergleich zur Normalbevölkerung hatten Kinder mit ADHS eine etwas niedrigere durchschnittliche Intelligenz.

Ist ADHS eine geistige oder seelische Behinderung?

ADHS zählt als geistige Behinderung, da sie als psychische Störung eingestuft wird. In Kombination mit anderen Beeinträchtigungen (z. B. Depressionen) kann jedoch auch eine seelische Behinderung diagnostiziert werden.

Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei ADHS?

Bei ADHS kann der Grad der Behinderung (GdB) je nach Schwere der Beeinträchtigung zwischen 20 und 70 (oder mehr, selten bis 100) liegen, typischerweise oft zwischen 30 und 40 bei deutlichen Auswirkungen auf die Teilhabe, aber bei Erwachsenen meist nicht über 50, außer bei sehr schweren Fällen. Der GdB wird individuell festgelegt und hängt stark von den Einschränkungen im Alltag, in der Schule/Ausbildung und im Berufsleben ab, wobei Begleiterkrankungen den Wert erhöhen können. 

Wie hoch ist der GdB bei Depressionen?

Der Grad der Behinderung (GdB) bei Depressionen wird nach der Schwere der Einschränkungen im Alltag, Beruf und sozialen Leben festgelegt und reicht von 0 (leicht) bis 100 (schwer), wobei ab GdB 50 eine Schwerbehinderung und ein Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis besteht. Die Einstufung erfolgt nicht nach Diagnose, sondern nach den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen, wobei leichte Störungen 20-40, stärker beeinträchtigende 30-40 und schwere Störungen 50-100 GdB erhalten können, abhängig vom Ausmaß der sozialen Anpassungsschwierigkeiten. 

Was ist die meiste Behinderung?

Körperliche Behinderungen hatten 58 Prozent der Menschen mit Schwerbehinderung. Geistige oder seelische Behinderungen 15 Prozent, zerebrale Störungen 9 Prozent.

Bei welchen Krankheiten bekomme ich einen Behindertenausweis?

Für einen Behindertenausweis können grundsätzlich fast alle Arten von chronischen Krankheiten oder Einschränkungen anerkannt werden, solange sie die Lebensqualität und Funktion des Körpers erheblich beeinträchtigen, wie z.B. Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen (Depression, PTBS), neurologische Leiden (Parkinson, Multiple Sklerose), Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD), Seh- oder Hörbehinderungen, sowie chronische Schmerzen oder schwere Entstellungen. Entscheidend ist der Grad der Behinderung (GdB), der vom Versorgungsamt individuell festgelegt wird und sich nach der Schwere der Auswirkungen richtet, nicht nur nach der Diagnose selbst.
 

Wie hoch ist der Grad der Behinderung bei Bluthochdruck?

Bluthochdruck kann einen Grad der Behinderung (GdB) von 0 bis 100 verursachen, abhängig von Schwere und Organauswirkungen; bei schwer einstellbarer Hypertonie mit Organschäden (z.B. Herz, Niere, Augen) können GdB-Werte von 20 bis 100 erreicht werden, wobei ein GdB von 50 eine Schwerbehinderung darstellt, die zu steuerlichen Vorteilen und Arbeitnehmerschutz führt. Eine spezielle Form, die maligne Hypertonie, führt sogar immer zu einem GdB von 100.
 

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