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Was tun wenn Mandant sich nicht meldet?

Gefragt von: Frau Dr. Elena Eder  |  Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2026
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Wenn ein Mandant sich nicht meldet, muss der Anwalt proaktiv nachhaken, Fristen sichern (z. B. durch fristwahrende Schriftsätze oder Berufung), den Mandanten schriftlich zur Reaktion auffordern und über mögliche Konsequenzen aufklären, da sonst der Mandant Schaden erleiden könnte (z. B. durch Versäumnisurteil) oder das Mandat gefährdet wird. Bleibt die Reaktion aus, ist ein Anwaltswechsel oder eine Mandatsniederlegung in Betracht zu ziehen, wobei der Anwalt die Handakte herausgeben muss.

Was passiert, wenn der Beklagter nicht reagiert?

§ 331 der Zivilprozessordnung (ZPO) regelt das Versäumnisurteil gegen den Beklagten. Dies ist ein wichtiges Instrument im deutschen Zivilrecht, das zur Anwendung kommt, wenn ein Beklagter nicht auf eine Klage reagiert oder nicht zu einem Gerichtstermin erscheint.

Warum legt ein Rechtsanwalt das Mandant nieder?

Ein Anwalt kann sein Mandat oft ohne Grund niederlegen, da es ein Vertrauensverhältnis ist, aber er darf dies nicht "zur Unzeit" tun (z.B. kurz vor einem Gerichtstermin), um dem Mandanten keinen Schaden zuzufügen, wobei typische Gründe für eine legitime Niederlegung ein gestörtes Vertrauensverhältnis, Interessenkonflikte, nicht durchsetzbare Ziele des Mandanten oder unzureichende Kooperation sind. Nach einer Kündigung muss der Anwalt noch zumutbare Handlungen vornehmen, um Rechtsverluste zu verhindern, und die Handakte herausgeben.
 

Wie lange muss man warten, bis ein Anwalt sich meldet?

Weitere 40 Prozent finden einen Tag als Zeitrahmen angemessen. 9 Prozent erwarten, bereits binnen weniger Stunden vom Anwalt zu hören. Bis zu eine Woche würden sich 7 Prozent der Ratsuchenden gedulden; länger allerdings nur noch 1 Prozent.

Was tun, wenn die Behörde nicht reagiert?

Konkret: Hat eine Behörde ohne ausreichenden Grund mehr als drei Monate keine Reaktion gezeigt, dürfen Sie beim Verwaltungsgericht eine Untätigkeitsklage erheben. Das Gericht kann die Behörde damit zwingen, endlich zu entscheiden.

Mandantenbeschwerden 4 - Mein Anwalt reagiert nicht auf meine Nachrichten!

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Wie lange darf sich eine Behörde Zeit lassen?

Wenn einer Behörde alle notwendigen Unterlagen vorliegen, so hat sie eine maximale Bearbeitungszeit von sechs Monaten für Ihren Antrag – auch für den Überprüfungsantrag.

Wie viel kostet eine Untätigkeitsklage?

Die Kosten einer Untätigkeitsklage hängen vom Gericht ab: Im Sozialrecht (z.B. Jobcenter) sind sie oft kostenlos, da die Behörde meist die Kosten trägt. Im Verwaltungsrecht (z.B. Ausländerbehörde) fallen je nach Fall Gerichtskosten (z.B. ca. 798 € bei Einbürgerung) und Anwaltskosten an, wobei auch hier die Behörde die Kosten bei Erfolg übernimmt. Wichtig: Im Erfolgsfall trägt die Behörde meist die Kosten, ansonsten tragen Sie als Kläger diese. 

Warum meldet sich mein Anwalt nicht?

Wenn Ihr Anwalt sich nicht meldet, sollten Sie zuerst die Kanzlei kontaktieren, um nach dem Grund zu fragen (Überlastung, Krankheit) und eine Frist für eine Rückmeldung setzen; wenn keine Besserung eintritt, erwägen Sie einen Anwaltswechsel, da der Anwalt zur Kommunikation verpflichtet ist, oder erheben Sie eine Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer, insbesondere bei nachgewiesener Untätigkeit, die dem Fall schadet. 

Was kostet es, einen Brief vom Anwalt schreiben zu lassen?

Die Kosten für einen Anwaltsbrief variieren stark je nach Schwierigkeit und Streitwert, können aber für ein einfaches Schreiben (z. B. eine Mahnung) bei rund 80 bis 150 € brutto liegen, inklusive Gebühren (oft 0,3-facher Satz), Auslagenpauschale (20 €) und 19 % Mehrwertsteuer. Bei komplexeren Fällen steigt der Gebührenfaktor (bis 2,5-fach), und bei höherem Streitwert werden die Kosten entsprechend höher. Eine Honorarvereinbarung nach Zeit (ca. 100-200 €/Std.) ist ebenfalls möglich.
 

Warum brauchen Anwälte so lange, um zu antworten?

Anwaltsbedingte Verzögerungen entstehen oft durch Kommunikationsprobleme und unzureichende Arbeitsbelastung . Manche Anwälte für Immobilienrecht betreuen mehrere Mandanten gleichzeitig, was sich auf ihre Reaktionszeit auf Ihre Anfragen auswirkt. Wenn der Anwalt einen Vertragsabschluss nicht erreicht oder andere Faktoren nicht zeitnah bearbeitet, kann dies den gesamten Ablauf verzögern.

Welche Pflichten hat ein Anwalt gegenüber seinem Mandanten?

Ein Anwalt hat gegenüber seinem Mandanten umfassende Pflichten, primär die bestmögliche Vertretung der Mandanteninteressen, die umfassende Aufklärung und Beratung (auch über Risiken und Alternativen), die unverzügliche Unterrichtung über wesentliche Vorgänge (insbesondere Schriftverkehr) sowie die Strikte Verschwiegenheit und die Pflicht zur Wahrung der Unabhängigkeit, ohne widerstreitende Interessen zu vertreten. Dies schließt auch die sorgfältige Bearbeitung und die zeitnahe Beantwortung von Anfragen ein, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen und Schäden zu vermeiden. 

Wann gilt ein Rechtsanwalt als befangen?

Rechtliche Grundlagen der Befangenheit

In § 45 BRAO heißt es beispielsweise, dass ein Rechtsanwalt ein entgegenstehendes Interesse nicht vertreten darf. Hierzu zählen sowohl eigene Interessen des Anwalts als auch solche, die im Widerspruch zu den Interessen seiner anderen Mandanten stehen.

Was kann ich tun, wenn mein Anwalt mein Mandat niederlegt?

Wenn Ihr Anwalt das Mandat niederlegt, müssen Sie zunächst die Gründe verstehen, einen neuen Anwalt suchen, die Akten anfordern und sicherstellen, dass wichtige Fristen gewahrt werden, da eine Mandatsniederlegung zur Unzeit (z.B. vor wichtigen Terminen) pflichtwidrig ist und zu Schadenersatzansprüchen führen kann; Kontaktieren Sie bei Problemen die Anwaltskammer. 

Was tun bei Untätigkeit des Anwalts?

Wenn Ihr Anwalt untätig ist, sollten Sie zuerst schriftlich eine letzte Frist setzen, dann das Mandat unter Angabe der Pflichtverletzung fristlos kündigen, Ihre Handakte anfordern und einen neuen, spezialisierten Anwalt konsultieren, der auch die Möglichkeit einer Anwaltshaftung prüft, eventuell mit einer Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer. 

Wie lange darf sich ein Anwalt Zeit lassen?

Ein Anwalt muss sein Mandat in angemessener Zeit bearbeiten und Mandantenfragen unverzüglich beantworten; es gibt keine feste Zeitspanne, aber er darf nicht ohne Grund schleppen und muss wichtige Fristen beachten, sonst drohen Haftung oder Kündigung, wobei Fristenverlängerungen die Bearbeitungszeit strecken können. Die Geschwindigkeit hängt vom Einzelfall ab (Dringlichkeit), doch Überlastung ist keine generelle Entschuldigung, und Sie können dem Anwalt Fristen setzen oder bei Pflichtverletzung den Anwalt wechseln. 

Was geschieht, wenn der Angeklagte nicht antwortet?

Wenn Sie einen bestimmten Betrag geltend gemacht haben, müssen Sie zunächst die Frist abwarten, bis zu der der Beklagte auf die Klage antworten muss. Nach Ablauf dieser Frist können Sie beim Gericht beantragen, den Beklagten zur Zahlung des von Ihnen geforderten Betrags zu verurteilen . Dies nennt man einen Antrag auf Versäumnisurteil.

Wie schnell muss ein Anwalt antworten?

Ein Anwalt muss Mandantenanfragen unverzüglich beantworten, was „ohne schuldhaftes Zögern“ bedeutet und oft innerhalb von ein bis drei Werktagen erwartet wird, insbesondere wenn es um Fristen geht; bei Eilbedürftigkeit kann dies sogar am selben Tag sein. Es gibt keine starre Frist, aber der Anwalt muss über alle wesentlichen Vorgänge informieren, auch mündliche oder telefonische Anfragen sind zeitnah zu beantworten.
 

Wie teuer ist ein Anwalt ohne Rechtsschutz?

Ein Anwalt ohne Rechtsschutz kostet je nach Fall und Aufwand, wobei die Erstberatung maximal 190 € netto (226,10 € brutto) kostet und für weitere Leistungen Stundensätze (oft 180-300 €/Std.) oder nach Streitwert gestaffelte Gebühren nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) anfallen. Bei geringem Einkommen gibt es Alternativen wie Beratungshilfe (15 € Gebühr) oder Prozesskostenhilfe.
 

Wie viel kostet ein Gespräch beim Rechtsanwalt?

Ein durchschnittlicher Stundensatz liegt bei ca. 250,00 EUR zzgl. Mehrwertsteuer. Gleichwohl gibt es hier individuell erhebliche Unterschiede je nach Region, Rechtsgebiet, Erfahrung sowie Qualifikation (bspw.

Was passiert, wenn man auf einen Brief vom Anwalt nicht reagiert?

Wenn man auf das Anwaltsschreiben nicht reagiert, wird der Rechtsanwalt in der Regel weitere Schritte (Mahnbescheid oder Klage) in die Wege leiten, die die Sache noch teurer und unschöner machen.

Was passiert, wenn der Beklagter nicht reagiert?

Wenn die Gegenseite nicht rechtzeitig antwortet, kann das Gericht ein sogenanntes Versäumnisurteil fällen. Hinweis: Das Gericht kann diese Entscheidung nur treffen, wenn Sie zuvor einen Antrag auf Versäumnisurteil gestellt haben. Das können Sie auch schon beim Einreichen Ihrer Klage beantragen.

Sind Anwälte verpflichtet zu antworten?

In zivilrechtlichen Verfahren sind Sie in der Regel verpflichtet, Fragen von Anwälten und Gerichten zu beantworten und Beweismittel vorzulegen, es sei denn, Sie können sich nach § 384 ZPO auf ein Auskunftsverweigerungsrecht berufen.

Ist eine Untätigkeitsklage sinnvoll?

Eine Untätigkeitsklage kann sehr sinnvoll sein, wenn Sie alle Voraussetzungen für Ihren Antrag auf Einbürgerung oder Niederlassungserlaubnis erfüllt haben und die Behörde nach dem Ablauf von 3 Monaten noch nicht reagiert hat.

Welche Kosten entstehen durch Untätigkeit?

Die Kosten des Nichthandelns lassen sich im Allgemeinen in zwei Kategorien einteilen: Ökonomische Kosten: Direkte Verluste des BIP aufgrund klimabedingter Risiken und Auswirkungen; und soziale Kosten: Indirekte Kosten, die durch negative klimabedingte Auswirkungen auf Menschen und/oder ihre Umwelt entstehen.

Wer zahlt den Anwalt bei einer Untätigkeitsklage?

Kosten der Untätigkeitsklage

In der Regel muss die Behörde die Kosten des Klägers tragen, wenn nicht innerhalb der Fristen entschieden wird. Die Behörde übernimmt dann die gesamten Kosten der Untätigkeitsklage und natürlich auch die Kosten für den Anwalt des Klägers.

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