Was tun bei Legionellen im Kaltwasser?
Gefragt von: Herr Prof. Dr. Wilfried Krug | Letzte Aktualisierung: 28. Juni 2026sternezahl: 4.3/5 (3 sternebewertungen)
Um Legionellen im Kaltwasser zu beseitigen, müssen Sie die Temperatur unter 25°C halten und Stagnation vermeiden, indem Sie das Wasser regelmäßig fließen lassen, besonders nach längerer Nichtbenutzung. Bei einem Befall sind oft eine thermische Desinfektion (Warmwasser auf 60-70°C) und der Einsatz von Legionellenfiltern an den Entnahmestellen notwendig, kombiniert mit einer professionellen Überprüfung und Sanierung der gesamten Trinkwasserinstallation durch einen Fachmann, um die Ursache (z.B. Überhitzung, Biofilm) zu beheben.
Sind Legionellen im kalten Wasser gefährlich?
Die richtige Temperatur schützt
Eine sogenannte „Legionellen-Schaltung“, die das Wasser kurzzeitig auf 70°C erhöht, aber danach unter 60°C absenkt, kann die Vermehrung von Legionellen nicht aufhalten.
Kann man sich durch kaltes Wasser mit Legionellen infizieren?
Die Legionärskrankheit ist eine potenziell tödliche Form der Lungenentzündung, die durch das Einatmen von in der Luft befindlichen Wassertröpfchen übertragen wird, welche lebensfähige Legionellen-Bakterien enthalten. Solche Tröpfchen können beispielsweise durch Warm- und Kaltwasserhähne entstehen .
Können Legionellen in der Kaltwasserleitung sein?
Bei einer Temperatur von 25 °C bis 45 °C vermehren sie sich (im Leitungssystem) ideal. Legionellen kommen nicht nur im Warmwasser, sondern auch im Kaltwasser vor. Allerdings vermehren sie sich bei Temperaturen unter 20 °C nicht nennenswert. Sie sind monopolar begeißelt und somit in flüssigen Lebensräumen beweglich.
Wie bekommt man Legionellen im Wasser weg?
Bei 70°C werden die Keime schon nach wenigen Sekunden abgetötet. Der Warmwasserspeicher sollte durch eine automatische Schaltung mindestens einmal wöchentlich auf 60°C erhitzt werden (Legionellenschaltung). Ab etwa 55°C vermehren sich die Bakterien nicht mehr und sterben mit steigenden Temperaturen zunehmend rasch ab.
Legionellen: So kannst du die Miete mindern
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Kann man mit Legionellen befallenes Wasser Trinken?
Ja, normalerweise ist legionellenbelastetes Leitungswasser trinkbar, da die Magensäure die Bakterien abtötet; die Gefahr besteht im Einatmen von Aerosolen (z.B. beim Duschen), die zu Lungenentzündungen führen können. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte man vernebeltes Wasser meiden (Duschen, Luftbefeuchter) und das kalte Wasser zunächst ablaufen lassen, da sich Legionellen in warmem Wasser vermehren.
Was tötet Legionellen ab?
Legionellen abtöten. Das Prinzip der thermischen Desinfektion ist einfach: Ab einer Temperatur von 55 °C können sich Legionellen nicht mehr vermehren. Darum wird jede Zapfstelle mit über 60 °C heißem Wasser gespült. Bei dieser Temperatur sterben die Keime ab.
Kann ich trotz Legionellen Duschen?
Trotz Legionellenbefall kann man sicher duschen, indem man spezielle Sterilfilter-Duschköpfe nutzt, die die Bakterien blockieren, oder das Wasser vor dem Duschen sehr heiß aufdreht, um die Keime abzutöten (aber dabei das Bad verlassen). Wichtig ist, dass die Temperatur im Boiler hoch genug (mind. 55 °C) eingestellt wird und das Kaltwasser kühl bleibt; bei hohen Befallwerten kann ein Duschverbot durch das Gesundheitsamt ausgesprochen werden, dann sind nur spezielle Maßnahmen wie Filter oder Vollbäder erlaubt.
Wie lange muss man Wasser aus der Leitung laufen lassen, um Legionellen abzutöten?
Stand das Wasser länger als drei Tage still, sollte man Kalt- und Warmwasser mindestens fünf Minuten laufenlassen. Wenn man mehrere Wochen weg war, sollte man Schlütter zufolge die Trinkwasserinstallation fachgerecht spülen und gegebenenfalls eine mikrobiologische Untersuchungen durchführen lassen.
Wie kann man Legionellen in Wasserleitungen reinigen?
Leitungen durchspülen gegen Legionellen
- Warmwasser dauerhaft auf mindestens 60 °C im Speicher halten.
- In allen Leitungen mindestens 55 °C sicherstellen.
- Bei Verdacht: „Thermische Desinfektion“ durch Spülen der Wasserleitungen mit heißem Wasser (>71 °C).
Bei welcher Wassertemperatur vermehren sich Legionellen?
Legionellen vermehren sich am besten bei 25 bis 45 °C, wobei das Wachstum ab 50 °C stark gehemmt wird und bei über 60 °C absterben. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte Warmwasser mindestens 55 °C (besser 60 °C im Speicher) haben, während Kaltwasser möglichst unter 20 °C bleiben muss, um ideale Wachstumszonen zu vermeiden.
Wie vermeide ich Legionellen im Wasser?
Wie kann ich Legionellen verhindern?
- Regelmäßige Nutzung der Wasserleitungen.
- Reglertemperatur des Trinkwassererwärmers bei 60 Grad Celsius.
- Wassertemperaturen im Leitungssystem nie unter 55 Grad Celsius.
- Vermeidung von Totensträngen im Leitungssystem.
- Entkalkung der Perlatoren (Mischbatterien)
Wie infektiös sind Legionellen?
Die Betroffenen sind bei keinem der Krankheitsbilder ansteckend. Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung, die bei korrekter Behandlung gut heilbar ist. Etwa 2 bis 10 Tage nach Kontakt mit dem Bakterium zeigen sich bei den Infizierten die ersten Beschwerden.
Wie viele Tote gab es durch Legionellen in Deutschland?
In Deutschland gibt es jährlich eine nicht genau bezifferbare, aber signifikante Zahl von Todesfällen durch Legionellen (Legionellose), die schwere Lungenentzündungen auslösen können; Schätzungen gehen von bis zu über 1000 Todesfällen pro Jahr aus, wobei die Sterblichkeitsrate je nach Infektionsart (z.B. krankenhausbedingt höher) variiert, mit bekannten Ausbrüchen, die mehrere Todesopfer forderten, wie 2010 in Ulm. Die Infektionen nehmen zu, teilweise durch bessere Erkennung, aber auch durch Klimaveränderungen begünstigt, mit regionalen Zunahmen und Todesfällen, z.B. in Baden-Württemberg und Thüringen.
Was tun bei Legionellenbefund?
Bei einem Legionellenbefund müssen unverzüglich das Gesundheitsamt informiert und Maßnahmen ergriffen werden, wie das Spülen der Leitungen, das Erhöhen der Wassertemperatur (auf 55-60°C), das Informieren der Nutzer, ggf. der Einsatz von Filtern und eine umfassende Sanierung bei hohem Befall, um Risiken zu minimieren und eine Legionellose-Erkrankung zu verhindern.
Wann vermehren sich Legionellen in der Wasserleitung?
Legionellen bilden sich vor allem bei Wassertemperaturen zwischen 25°C und 55°C, besonders ideal sind 30°C bis 45°C; in warmem Wasser durch zu niedrige Warmwasser-Temperaturen (unter 55°C) und in kaltem Wasser durch mangelnde Isolierung oder lange Stehzeiten (Totleitungen). Ab etwa 55°C wird ihr Wachstum gehemmt, bei 60°C und mehr sterben sie ab.
Wie lange soll man Wasser nach Abwesenheit laufen lassen?
Nach dem Urlaub sollten Sie alle Wasserhähne und Duschen für 2 bis 3 Minuten laufen lassen, bis das Wasser merklich kälter wird, um abgestandenes Wasser und mögliche Keime wie Legionellen auszuspülen, besonders in Küche und Bad. Für längere Reisen (über 4 Wochen) ist es ratsam, das Wasser mindestens 5 bis 10 Minuten durchspülen oder idealerweise jemanden zu bitten, alle 3 Tage das Wasser laufen zu lassen.
Wie merkt man, dass Legionellen im Wasser sind?
Legionellen sind mit bloßem Auge im Wasser nicht erkennbar, der zuverlässigste Weg zur Feststellung ist eine professionelle Laboranalyse von entnommenen Wasserproben (Warmwasser bevorzugt). Anzeichen können Symptome einer Infektion (Fieber, Husten, Lungenentzündung) sein, die aber unspezifisch sind, oder verdächtig heißes/kaltes Wasser. Vermieter sind oft zur regelmäßigen Prüfung verpflichtet, aber auch Hausbesitzer sollten bei Verdacht Wasserproben untersuchen lassen, da Legionellen durch Einatmen von Aerosolen (z.B. beim Duschen) krank machen können.
Werden Legionellen im Wasserkocher abgetötet?
Das Bundesumweltamt schätzt sogenannte „Legionellenschaltungen“ als unzureichend ein, da diese das Trinkwassersystem lediglich auf 60 ° Celsius erhitzen. Dies führe zwar zu einer erheblichen Einschränkung der Erregervermehrung, könne Legionellen aber nicht abtöten. Hierzu seien 70 ° Celsius erforderlich.
Sind Legionellen auch im kalten Wasser?
Ja, Legionellen können auch im kalten Wasser vorkommen und sich vermehren, besonders wenn das Wasser durch Umwelteinflüsse oder benachbarte Warmwasserleitungen erwärmt wird, ideal sind Temperaturen zwischen 25°C und 45°C; unter 20°C wachsen sie kaum, über 55°C sterben sie ab. Obwohl Kaltwasser in Leitungen meist unter 20°C hat, können Hitzeperioden und schlechte Installationen (z. B. warme Rohre neben kalten) dazu führen, dass sich das Kaltwasser erwärmt und Legionellen vermehren, insbesondere in stagnierendem Wasser oder selten genutzten Leitungen.
Wie oft muss man eine Dusche bei Legionellen laufen lassen?
Um den Legionellen im Trinkwasser vorzubeugen, sollte das Wasser mindestens einmal wöchentlich auf über 60 Grad erhitzt werden.
Wie bekommt man Legionellen weg?
Um Legionellen zu bekämpfen, muss man das Wasser erhitzen (über 60°C), die Leitungen regelmäßig durchspülen und Armaturen wie Duschköpfe und Perlatoren reinigen; bei einem Befall ist oft eine professionelle Desinfektion (thermisch oder chemisch) oder Ultrafiltration durch Fachleute nötig, um die Keime effektiv zu eliminieren, da die Maßnahmen die Vermehrung hemmen, aber nicht immer vollständig beseitigen.
Kann man Legionellen befallenes Wasser trinken?
Ja, normalerweise ist legionellenbelastetes Leitungswasser trinkbar, da die Magensäure die Bakterien abtötet; die Gefahr besteht im Einatmen von Aerosolen (z.B. beim Duschen), die zu Lungenentzündungen führen können. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte man vernebeltes Wasser meiden (Duschen, Luftbefeuchter) und das kalte Wasser zunächst ablaufen lassen, da sich Legionellen in warmem Wasser vermehren.
Wie stirbt man an Legionellen?
Bei einer starken Verminderung der weißen Blutkörperchen infolge Blutvergiftung (toxische Leukozytopenie) sind die Aussichten zu überleben ungünstig. Der Tod kann aufgrund von Schock und Atmungsstörungen sehr rasch innerhalb weniger Tage eintreten.
Wie kann ich die Wasserleitungen gegen Legionellen spülen?
Wichtig bei Armaturen und Duschen: Leitungen durchspülen
Alle 24 bis 72 Stunden sollten die Leitungen durchgespült werden, um die Vermehrung von Legionellen zu verhindern.
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