Was reduziert das Elterngeld?
Gefragt von: Reinhild Kuhlmann MBA. | Letzte Aktualisierung: 17. September 2026sternezahl: 4.1/5 (17 sternebewertungen)
Beim Elterngeld gibt es keine direkten Abzüge wie Lohnsteuer oder Sozialabgaben, es wird netto ausgezahlt; allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt und zur Berechnung des Basis-Elterngeldes werden vom Bruttoeinkommen vor der Geburt pauschal 21 % für Sozialabgaben (ca. 9 % Kranken-, 10 % Renten-, 2 % Arbeitslosenversicherung) sowie Steuern abgezogen, um das relevante Nettoeinkommen zu ermitteln, wobei freiwillig oder privat Versicherte eigene Beiträge zahlen müssen. Wer neben dem Elterngeld arbeitet, muss beachten, dass bei Basiselterngeld der Zuverdienst zu Kürzungen führt, was ElterngeldPlus oft vorteilhafter macht.
Wann wird das Elterngeld gekürzt?
Elterngeld wird gekürzt, wenn das zu versteuernde Einkommen bestimmte Grenzen überschreitet (ab 2025: 175.000 € für Paare/Alleinstehende), wenn Einkommen während des Bezugs angerechnet wird (z.B. durch Teilzeit, über 32 Wochenstunden), oder bei zu früher Überschneidung der Bezugszeiten der Eltern (maximal 1 Monat gleichzeitig für Neugeborene ab April 2024). Auch geldwerte Vorteile, wie ein Firmenwagen, können zu Kürzungen führen, da sie als Einkommen zählen.
Was wird beim Elterngeld noch abgezogen?
Abzüge für Sozialabgaben
Von Ihrem durchschnittlichen Brutto-Monats-Einkommen werden außerdem Beträge für Sozialabgaben abgezogen: 9 % für die Kranken- und Pflegeversicherung, 10 % für die Renten-Versicherung und. 2 % für die Arbeitslosen-Versicherung.
Was ist der Elterngeld Trick?
"Elterngeld-Tricks" sind legale Strategien zur Optimierung der Elterngeldhöhe, die oft den Bemessungszeitraum verschieben (z.B. durch kurzfristige Selbstständigkeit oder Verteilung von Einmalzahlungen), um das zu versteuernde Einkommen zu erhöhen. Dazu gehören auch die Nutzung des Geschwisterbonus, die clevere Gestaltung von Teilzeit-Arbeit mit ElterngeldPlus oder die Ausnutzung von Partner-Monaten, um den Anspruch zu maximieren, besonders beim 2. Kind.
Was verringert Elterngeld?
Einkommensgrenze für Elterngeld-Anspruch sinkt
Für den Anspruch auf Elterngeld gibt es allerdings Einkommensgrenzen. Nur wenn Verheiratete oder Alleinstehende weniger als 200.000 Euro Jahreseinkommen haben, können sie einen Antrag stellen. Im kommenden Jahr wird diese Grenze noch weiter auf 175.000 Euro abgesenkt.
Elterngeld einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)
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Wie hole ich das meiste aus Elterngeld raus?
Um Elterngeld zu maximieren, nutzt man ElterngeldPlus für längere Bezugsdauer (doppelte Zeit, halber Betrag), kombiniert es mit Teilzeitarbeit für volles Einkommen, optimiert die Steuerklasse vor der Geburt (z.B. III/V), nimmt den Partnerschaftsbonus und den Geschwisterbonus mit, zahlt sich Überstunden aus statt sie abzufeiern und plant den Bezug mit dem Besserverdiener für höhere Grundbeträge (bis 1.800 €). Frühe Planung der Steuerklasse ist entscheidend.
Was wird nicht auf Elterngeld angerechnet?
Nicht berücksichtigt werden sonstige Bezüge. Dazu zählen Lohnbestandteile, die nicht fortlaufend gezahlt werden, zum Beispiel Abfindungen oder Leistungsprämien, Provisionen, 13. Monatsgehälter, Urlaubsgelder und Weihnachtsgelder.
Wie viel muss ich verdienen, um 1800 € Elterngeld zu bekommen?
Um 1800 € Basiselterngeld zu bekommen, müssen Sie vor der Geburt im maßgeblichen Bemessungszeitraum ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von mindestens ca. 2.770 € erzielt haben, da der Höchstbetrag gedeckelt ist. Einkommen über dieser Grenze führt zu keiner Erhöhung über die 1.800 € hinaus. Es gelten zudem Einkommensgrenzen für den Anspruch: Für Geburten ab dem 1. April 2025 liegt die Grenze bei 175.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen (für Paare und Alleinerziehende), sonst entfällt der Anspruch ganz.
Warum gibt es beim zweiten Kind weniger Elterngeld?
Der Grund für das geringere Elterngeld beim 2. Kind liegt im Bemessungszeitraum. Für die Berechnung des Elterngeldes werden die letzten 12 Monate vor dem Mutterschutz herangezogen.
Wie wirkt sich die Steuerklasse auf das Elterngeld aus?
Das Elterngeld richtet sich nach dem letzten Nettoeinkommen, das wiederum von der Steuerklasse abhängt. Deren Einfluss ist erheblich: Bei 3.500 Euro Bruttoeinkommen gibt's mit Steuerklasse III rund 1.620 Euro Elterngeld – mit Steuerklasse V dagegen nur rund 1.150 Euro.
Wie viel Elterngeld erhält man bei 2000 € netto?
Bei 2.000 € Nettoeinkommen vor der Geburt beträgt das Basiselterngeld in der Regel 1.300 € monatlich (65 % von 2.000 €), da dies über dem 1.200 €-Grenzwert liegt, wobei der Mindestbetrag von 300 € und der Höchstbetrag von 1.800 € nicht überschritten werden. Bei ElterngeldPlus gibt es die Hälfte, also 650 € monatlich, dafür aber doppelt so lange. Bei Teilzeitarbeit reduziert sich der Betrag entsprechend dem Einkommensunterschied, bei 1.200 € Einkommen nach Geburt wären es 520 € Basiselterngeld (65 % von 800 € Differenz).
Wann 2 Kinder für volles Elterngeld?
Für volles Elterngeld beim 2. Kind – also mehr als nur den Mindestbetrag – muss der Altersabstand zum ersten Kind idealerweise über 12 Monate liegen, sodass in den 12 Monaten vor der Geburt des 2. Kindes ein hohes Einkommen erzielt wurde, ohne gleichzeitig Elterngeld für das ältere Kind zu beziehen. Falls während des Bemessungszeitraums für das zweite Kind noch Elterngeld für das erste bezogen wird, zählt dies als Einkommenszeitraum, was das Elterngeld oft auf den Mindestsatz (300 €) reduziert, es sei denn, Sie haben Einkommen aus den Jahren davor, um den Zeitraum auszuklammern.
Welche Monate können beim Elterngeld ausgeklammert werden?
Beim Elterngeld können bestimmte Monate im Bemessungszeitraum (meist 12 Monate vor der Geburt) ausgeklammert werden, wenn Sie in dieser Zeit z.B. Elterngeld für ein älteres Kind (bis zu dessen 14. Lebensmonat), Mutterschaftsgeld bezogen haben, schwangerschaftsbedingt krank waren oder durch die Corona-Pandemie Einkommensausfälle hatten (bis 2022). Diese Ausklammerung verschiebt den Bemessungszeitraum auf früher zurückliegende Monate, um das Einkommen besser zu berücksichtigen und den Anspruch zu erhöhen, was besonders bei Einkommensrückgang vorteilhaft ist.
Welches Gehalt zählt für Elterngeld?
Für das Elterngeld zählt das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen der 12 Monate vor der Geburt, wobei steuerpflichtiges Einkommen aus nicht-selbstständiger Arbeit die Basis bildet und um Steuern sowie Sozialabgaben bereinigt wird, um das sogenannte "Elterngeld-Netto" zu ermitteln. Einkommen wie Einmalzahlungen (Urlaubsgeld, 13. Gehalt), steuerfreie Bezüge, Arbeitslosengeld I oder Krankengeld werden nicht berücksichtigt. Selbstständige müssen Einnahmen nachweisen, wobei das Einkommen des Vorjahres oder bei Einnahmen-Überschuss-Rechnung das Zuflussprinzip gilt.
Was ändert sich 2025 am Elterngeld?
Die Einkommensgrenze für das Elterngeld wurde 2025 erneut gesenkt – diesmal für alle Kinder, die am oder nach dem 1. April 2025 geboren wurden. Seither gilt für Paare und für Alleinerziehende eine jährliche Einkommensgrenze von 175.000 Euro.
Wird Elterngeld bei Nebenjobs gekürzt?
Ja, ein Nebenjob (auch Minijob) wird beim Elterngeld angerechnet, wenn Sie Basiselterngeld beziehen, aber der Mindestbetrag von 300 € bleibt unberührt; Elterngeld Plus bietet bessere Bedingungen für Zuverdienste, da hier die Einkünfte oft besser angerechnet werden und Sie bis zu 32 Stunden arbeiten dürfen, ohne das Elterngeld sofort zu kürzen. Jede Beschäftigung muss der Elterngeldstelle gemeldet werden, um eine Rückforderung zu vermeiden.
Wer bekommt ab April 2025 kein Elterngeld mehr?
April 2025 ist die Einkommensgrenze für Paare und Alleinerziehende gleichermaßen auf 175.000 Euro gesunken. Wenn die Grenze überschritten wird, besteht kein Anspruch mehr auf Elterngeld. Das zu versteuernde Einkommen ist nicht das Bruttoeinkommen.
Wie bekomme ich beim zweiten Kind genauso viel Elterngeld wie beim ersten Kind?
Wenn Sie weitere Kinder haben, die ebenfalls in Ihrem Haushalt leben, dann können Sie einen Zuschlag auf Ihr Elterngeld erhalten, den sogenannten "Geschwisterbonus". Ihr Elterngeld wird dann um 10 % erhöht, mindestens um 75 Euro pro Monat beim Basiselterngeld oder 37,50 Euro pro Monat beim ElterngeldPlus.
Ist es besser, das erste oder das zweite Kind zu sein?
Das erstgeborene Kind ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen : Es hat Mama und Papa ganz für sich allein, bevor Geschwister kommen – Statistiken legen nahe, dass älteste Kinder im Durchschnitt zwischen 4 und 13 Jahren etwa 3.000 Stunden mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen als ihre Geschwister.
Welche Tricks gibt es, um Elterngeld zu erhöhen?
Elterngeld-Tricks beinhalten legale Strategien zur Einkommensoptimierung vor der Geburt, wie Steuerklassenwechsel (III/V), die Verschiebung von Einmalzahlungen/Boni mit dem Arbeitgeber, Nutzung von ElterngeldPlus bei Teilzeit und Ausnutzen des Geschwisterbonus, um das zu versteuernde Einkommen zu senken und somit den Elterngeldanspruch zu erhöhen. Auch die Geltendmachung von Sonderausgaben wie Altersvorsorgeinvestitionen kann das Einkommen senken, um die Einkommensgrenze zu unterschreiten, wobei hier individuelle Beratung wichtig ist, um Steuernachteile zu vermeiden.
Ab welchem Gehalt hat man keinen Anspruch mehr auf Elterngeld?
Paare mit einem zu versteuernden Einkommen über 175.000 € haben ab dem 1. April 2025 keinen Anspruch mehr auf Elterngeld. Für Alleinerziehende bleibt die Einkommensgrenze bei 150.000 € (Familienportal, 2024). Eltern können das Basiselterngeld in den ersten zwölf Lebensmonaten des Kindes nur noch einen Monat gemeinsam beziehen.
Warum bekommt man nur 65% Elterngeld?
Das Elterngeld ersetzt zwischen 65 und 100 Prozent des Einkommens. Die genaue Prozentzahl wird durch die Ersatzrate festgelegt. Das Elterngeld soll das Einkommen, auf welches Sie zu Gunsten der Betreuung Ihres Kindes verzichten, zumindest zum Teil ersetzen, daher ist von einer "Ersatzrate" die Rede.
Wann muss ich Elterngeld zurückzahlen?
Man muss Elterngeld zurückzahlen, wenn man zu viel erhalten hat, weil Einkommensänderungen (z.B. durch Arbeit) oder höhere Einkommen im Bemessungszeitraum erst später bekannt werden oder wenn man Einkommensgrenzen überschritten hat, die Rückforderung ist auch noch nach vielen Jahren möglich. Vor allem bei vorläufiger Bewilligung, z.B. wegen fehlendem Steuerbescheid, wird nach der endgültigen Prüfung eine zu viel gezahlte Summe fällig.
Wann zweites Kind für volles Elterngeld?
Für das zweite Kind volles Elterngeld zu bekommen, ist möglich, wenn Sie die 12 Monate vor der Geburt des zweiten Kindes (Mutterschutzfrist) so gestalten, dass Sie kaum oder gar kein Einkommen hatten, indem Sie die Elterngeld-Bezugsmonate für das erste Kind geschickt "ausklammern" (bis zu 14 Monate) und so auf das höhere Einkommen vor dem ersten Kind zurückgreifen können – dies erfordert eine genaue Planung und oft einen zeitlichen Abstand von etwa 12-18 Monaten zwischen den Geburten, um die "Null-Monate" effektiv zu nutzen. Der sogenannte Geschwisterbonus erhöht zwar das Elterngeld, wenn das ältere Kind unter 3 ist, ist aber nicht dasselbe wie das volle Elterngeld, das auf dem Vor-Einkommen basiert.
Wie viel darf man während Elterngeld dazuverdienen?
Man darf zum Elterngeld dazuverdienen, aber es gibt eine wichtige Einkommensgrenze: Für Geburten ab dem 1. April 2025 liegt die Grenze für das zu versteuernde Jahreseinkommen bei 175.000 € (für Paare und Alleinerziehende), darunter gibt es Anspruch. Beim ElterngeldPlus kann man in etwa die Hälfte des vorherigen Nettoeinkommens anrechnungsfrei dazuverdienen, aber der Gesamtverdienst wird individuell berechnet; generell sollte man nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten, um das Elterngeld nicht zu verlieren, und die Elterngeldstelle muss informiert werden.
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