Zum Inhalt springen

Was passiert wenn die Person ihr Wunschgewicht erreicht hat?

Gefragt von: Frau Prof. Birgit Voß  |  Letzte Aktualisierung: 30. April 2026
sternezahl: 4.6/5 (53 sternebewertungen)

Verlauf. Häufig beginnt die Magersucht während der Pubertät mit einer Fastenkur. Aber selbst wenn das Wunschgewicht erreicht ist, hungern die Erkrankten weiter. Ihre Körperwahrnehmung ist gestört, sie fühlen sich weiterhin zu dick – auch wenn sie bereits hochgradig abgemagert sind.

Welche Folgen hat Untergewicht?

Untergewicht führt zu Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Konzentrationsstörungen, Haarausfall, trockener Haut, Muskelschwund und bei Frauen zu Menstruationsausfall (Unfruchtbarkeit), während es bei Kindern das Wachstum hemmt und generell das Risiko für Osteoporose und Herzprobleme erhöht; im Extremfall kann es lebensbedrohlich sein, da Organe versagen können. Es schwächt das Immunsystem und verlangsamt den Stoffwechsel, oft durch Mangelernährung verursacht, kann aber auch psychische Folgen wie Niedergeschlagenheit haben. 

Welches Gewicht ist lebensbedrohlich?

Lebensbedrohliches Gewicht wird hauptsächlich durch extremen Untergewicht definiert, oft mit einem BMI unter 15 kg/m², was das Sterberisiko stark erhöht, während auch sehr hohes Übergewicht (Adipositas) mit einem BMI über 30 zu schweren, aber meist chronischen Krankheiten führt. Bei Essstörungen wie Magersucht gilt ein BMI von 17,5 kg/m² oder weniger als Kriterium, wobei Werte unter 14,5 kritisch sind, da sie Stoffwechselstörungen im Gehirn verursachen können. 

Welche Auswirkungen hat Magersucht?

Bei einer Magersucht wird der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Es kommt zu Mangelerscheinungen. Die Betroffenen sind oft müde und frieren. Sie haben einen zu langsamen Herzschlag, gegebenenfalls Herzrhythmusstörungen, Kreislaufbeschwerden und Konzentrationsprobleme.

Welche Spätfolgen hat Magersucht?

Knochenschwund (Osteoporose) Herz- und Skelettmuskelschwund, Schwäche, Krämpfe. Verstopfung, Blähungen, saures Aufstossen, Völlegefühl. Blutarmut, Gerinnungs-Störungen.

Ernaehrungspsychologie leicht gemacht #050 - Wunschgewicht erreicht, was nun?

28 verwandte Fragen gefunden

Welche Organe versagen bei Magersucht?

Ein starkes Untergewicht kann im schlimmsten Fall akute lebensbedrohliche Folgen haben, es kann zu einem Versagen der lebenswichtigen Organe wie Leber, Niere, Herz, kommen. Je rasanter die Gewichtsabnahme erfolgt ist, desto gravierender sind meist die körperlichen Komplikationen.

Was passiert mit dem Gehirn bei Anorexie?

Bei vielen von ihnen lässt sich beobachten, dass nicht nur die kognitive Leistungsfähigkeit sinkt, sondern auch das Gehirn schrumpft. Mediziner sprechen von einer Hirnatrophie. Betroffen ist davon vor allem die graue Substanz in der Hirnrinde. Im Gegenzug erweitern sich die mit Liquor gefüllten Bereiche des Gehirns.

Wie lange leben Magersüchtige?

Bis zu 30% der Menschen mit Anorexie leiden über viele Jahre an ihrer Krankheit; bis zu 20% sterben innerhalb von zwanzig Jahren nach Erkrankungsbeginn an den Folgen. Viele Betroffene werden durch die Krankheit unfruchtbar. Bei jungen Frauen zwischen 15 bis 24 Jahren ist Anorexie die häufigste Todesursache.

Wie viel wiegen Magersüchtige?

Bei der Anorexia nervosa (AN) kommt es aufgrund von strikt reduzierter Nahrungsaufnahme zu einer Gewichtsabnahme in den untergewichtigen Bereich. Es liegt ein BMI (Body Mass Index) von 17,5 kg/m2 oder darunter vor.

Bei welchem Gewicht muss man in die Klinik?

Eine stationäre Aufnahme in unsere Klinik erfolgt nur mit einem Körpergewicht ab einem BMI (Gewicht in kg/Körpergröße in m2) von mindestens 15.

Ist 40 Kilo Untergewicht?

Ab 25,0 bis 29,9 spricht man von Übergewicht. Ab einem BMI-Wert über 30 handelt es sich um Adipositas (Fettleibigkeit). Ein Wert unter 18,5 wird als Untergewicht eingestuft.

Was passiert bei kritischem Untergewicht?

Weitere Folgen von Mangelernährung können Antriebsarmut, Müdigkeit und Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, aber auch belastende Krankheiten sein. Es können auch Wundheilungsstörungen auftreten. Einige Menschen mit deutlichem Untergewicht erkranken an Muskelschwund oder Osteoporose.

Wie hoch ist die Sterberate bei Anorexie?

Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Todesrate - etwa 10 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen einer extremen Unterernährung oder nehmen sich das Leben.

Wann führt Untergewicht zum Tod?

Untergewicht wird ab einem BMI < 18,5 als riskant angesehen, aber lebensbedrohlich kann es bei extrem niedrigen Werten werden, oft ab einem BMI unter 16 kg/m² (starkes Untergewicht) oder unter 14 kg/m² (extremes Untergewicht), wobei Werte unter 12 oder 13 wirklich kritisch sind und sofortige medizinische Behandlung erfordern können, da Organversagen droht und das Sterberisiko stark steigt. Die Gefährlichkeit hängt auch von der Dauer und dem Ausmaß des Gewichtsverlusts ab, nicht nur vom BMI-Wert.
 

Welche Probleme birgt Untergewicht?

Welche Risiken birgt Untergewicht? Untergewicht kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen, darunter Mangelernährung, Osteoporose, Muskelschwund, Unterkühlung und ein geschwächtes Immunsystem . Zudem verkürzt Untergewicht bekanntermaßen die Lebenserwartung aufgrund vorzeitigen Todes.

Was macht Untergewicht mit dem Gehirn?

“ Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme: Wenn Magersüchtige hungern, hungert auch das Gehirn. Also arbeitet es langsamer und nicht mehr so gut. „Der Intelligenzquotient liegt Schätzungen zufolge bei Menschen mit einer akuten Magersucht etwa zehn Punkte niedriger als im gesunden normalgewichtigen Zustand.

Ist man mit 30 kg untergewichtig?

Ab wann Untergewicht besteht, verrät der Body-Mass-Index ( BMI ), der sich aus Körpergröße und -gewicht ergibt. Liegt er bei unter 18,5, gilt jemand als untergewichtig. Normalgewichtige haben einen BMI von 18,5 bis 24,9. Ein BMI über 25 deutet auf Übergewicht hin, ab 30 spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas).

Wie sehen sich Magersüchtige selbst?

Sie hungern sich auf ein deutliches Untergewicht herunter und obwohl sie bereits auffallend schwach und dünn sind, sehen sie sich selbst noch immer als dick und unförmig an. Viele magersüchtige Patientinnen und Patienten haben anfangs noch einen normalen, manchmal sogar großen Appetit.

Wie viel kg Untergewicht ist gefährlich?

Untergewicht beginnt ab einem BMI von unter 18,5, wird aber erst gefährlich, wenn es zu Mangelernährung, Gewichtsverlust und Symptomen wie Müdigkeit oder Infektanfälligkeit führt, wobei ein BMI < 14,5 oder < 14 sogar kritisch sein kann und organische Schäden drohen, die in Extremfällen (BMI < 12) lebensbedrohlich sind. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist Untergewicht im Wachstum gefährlich und wird bei Unterschreiten der 10. Altersperzentile bedenklich.
 

Was passiert bei dauerhaftem Untergewicht?

Untergewicht kann Müdigkeit, Antriebslosigkeit und bei starkem Nährstoffmangel Symptome wie Muskelschwund, Konzentrationsschwäche, Osteoporose, Infektanfälligkeit oder Fruchtbarkeitsprobleme verursachen. Bei einem BMI unter 13 besteht ein stark erhöhtes Risiko für lebensgefährliche Komplikationen.

Wie ticken Magersüchtige?

Folgendes Verhalten ist üblich bei Menschen mit Anorexia nervosa:

  • Sie klagen darüber, dick zu sein, obwohl sie sehr dünn sind.
  • Sie leugnen, dass sie dünn sind.
  • ständig ans Essen denken.
  • Sie wiegen ihre Nahrung.
  • Sie horten oder verstecken Essen oder werfen es weg.
  • Sie bereiten aufwendige Mahlzeiten für andere zu.

Kann Magersucht zu Herzstillstand führen?

Der Elektrolyt- und Wasserhaushalt des Körpers ist durch die mangelnde Nahrungsaufnahme und eventuell durch zusätzliches Erbrechen gestört. Das kann zu einem verlangsamten Herzschlag, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Nierenfunktion führen. Im schlimmsten Fall kann ein Herzstillstand die Folge sein.

Warum trinken Magersüchtige so viel Wasser?

Die Betroffenen trinken sehr viel Wasser, um das Hungergefühl zu betäuben, zusätzlich werden Abführmittel und Appetitzügler eingenommen. Oft wird exzessiv Sport getrieben, um noch mehr Kalorien verbrennen zu können und weiter abzunehmen.

Was macht Untergewicht mit der Psyche?

Magersucht, der medizinische Begriff dafür ist Anorexie, hat schwerwiegende Folgen. Betroffene werden sozial isoliert, leicht gereizt, leiden an Stimmungsschwankungen und können sich schlechter konzentrieren. Muskelmasse und gesundes Fettgewebe werden abgebaut, dies führt dazu, dass die Jugendlichen frieren.

Was passiert mit dem Gehirn, wenn man zu wenig isst?

Die hier entdeckten Nervenzellen, die Dlk1-Neuronen, werden durch übelkeitsauslösende Mittel, Bitteraromen und Verstimmungen des Magen-Darm-Trakts aktiviert. Ihre Signale blockieren wiederrum das Hungergefühl in unserem Körper, was zu Appetitlosigkeit führt. "Wir deuten es als eine Art Schutzmechanismus", sagt Prof.