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Was passiert mit Windrädern nach 20 Jahren?

Gefragt von: Herr Dr. Josip Barth MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2026
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Nach etwa 20 Jahren Lebensdauer werden Windräder oft durch Repowering (Ersatz durch effizientere Anlagen), durch Rückbau und Recycling von Bauteilen (Stahl, Beton) oder durch Weiterbetrieb (meist mit geringerer Wirtschaftlichkeit nach Auslauf der EEG-Förderung) behandelt, wobei das Recycling der Rotorblätter wegen der Verbundwerkstoffe eine Herausforderung bleibt und kreativ wiederverwendet oder thermisch verwertet wird, bis bessere Recyclingmethoden verfügbar sind.

Wie wird ein Windrad entsorgt?

Die Entsorgung von Windrädern erreicht Recyclingquoten von bis zu 90 %, wobei Stahl und Kupfer leicht wiederverwertet werden, aber die Rotorblätter aus Faserverbundkunststoffen (GFK/CFK) die größte Herausforderung darstellen, da sie schwer zu recyceln sind und oft thermisch verwertet (verbrennt, z.B. in Zementwerken) oder deponiert (was in DE verboten ist) werden; neue Verfahren zur Materialrückgewinnung aus den Flügeln sind jedoch in Entwicklung und werden zunehmend eingesetzt, um die Nachhaltigkeit zu verbessern. 

Wer bezahlt den Rückbau von Windkraftanlagen?

Der Betreiber einer Windkraftanlage zahlt grundsätzlich für den Rückbau, da er gesetzlich zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands verpflichtet ist und dafür Rückstellungen bilden muss (oft durch Bürgschaften abgesichert). Falls der Betreiber insolvent ist, können aber auch Grundstückseigentümer und im schlimmsten Fall sogar die Kommunen (Steuerzahler) die Kosten tragen müssen, weshalb klare vertragliche Regelungen und ausreichende Bürgschaften entscheidend sind, betont SWR, FÖS e.V., Terraren.de, BI Gegenwind, BWE e.V..
 

Wie viele Jahre hält ein Windrad?

Ein Windrad hält in der Regel 20 bis 30 Jahre, wobei die durchschnittliche Lebensdauer oft mit dem Ende der Einspeisevergütung (EEG) von 20 Jahren zusammenfällt. Durch regelmäßige Wartung, Modernisierung und den Prozess des Repowering kann die Lebensdauer aber auch verlängert werden; ältere Anlagen können auch länger betrieben oder durch neue, leistungsstärkere Modelle ersetzt werden, um die Stromproduktion zu optimieren.
 

Wie lange braucht ein Windrad bis es sich rentiert?

Ein Windrad rentiert sich in der Regel nach 8 bis 12 Jahren, wobei die Amortisationszeit stark von Faktoren wie Standort (Windverhältnisse), Anschaffungs- und Betriebskosten, Strompreisen und staatlichen Förderungen abhängt; modernste Anlagen können sich dank technologischem Fortschritt oft schon nach weniger Monaten energetisch amortisieren, während die Gesamtlaufzeit einer Anlage 20-30 Jahre beträgt, oft gefolgt von einem Repowering.
 

What happens to old wind turbines?

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Warum muss ein Windrad nach 20 Jahren abgebaut werden?

Aber die Zahl kommt der Wirklichkeit nah. Ihr liegt die geschätzte Lebensdauer einer Windkraftanlage von 20 bis 30 Jahren zugrunde. Die Folge: Viele Windräder räumen jetzt ihren Platz für leistungsstärkere Modelle – auch, weil die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nach 20 Jahren endet.

Wie viel verdient ein Bauer für ein Windrad?

Ein Bauer bekommt für ein Windrad eine Pacht, die meist zwischen 20.000 und 70.000 Euro pro Jahr liegt, oft abhängig vom Stromertrag (z.B. 10 % des Umsatzes), kann aber je nach Standort und Anlage auch deutlich höher ausfallen, in Einzelfällen bis zu 100.000 € oder mehr pro Jahr. Diese Pacht setzt sich oft aus einer Grundpacht und einer variablen, umsatzabhängigen Komponente zusammen, wobei Windräder in windstarken Regionen höhere Erlöse erzielen. 

Was passiert mit alten Rotorblättern von Windkraftanlagen?

Rotorblätter bestehen aus schwer trennbaren Verbundwerkstoffen (GFK/CFK), deren Recycling aufwendig und teuer ist. Alte Rotorblätter werden kreativ weiterverwendet, z. B. als Möbel, Spielgeräte, Kunstobjekte oder Baumaterialien, bis vollständiges Recycling möglich ist.

Wie lange braucht ein Windrad, um sich zu amortisieren?

Ein Windrad amortisiert sich energetisch (erzeugt so viel Energie, wie für seine Herstellung nötig war) oft schon nach wenigen Monaten (ca. 3-11 Monate), dank technologischem Fortschritt. Die wirtschaftliche Amortisation (d.h., die Investition wird durch Stromverkauf wieder eingespielt) dauert länger, meist 10 bis 15 Jahre, abhängig von Standort, Kosten und Strompreisen, wobei moderne Anlagen eine Lebensdauer von 20-30 Jahren haben. 

Wie umweltfreundlich sind Windräder wirklich?

Windräder sind sehr umweltfreundlich in der Stromerzeugung, da sie nahezu emissionsfrei sind und fossile Energieträger ersetzen, aber bei Bau, Material (Rotorblätter) und Standortwahl gibt es Herausforderungen (CO2-Bilanz, Recycling, Naturschutz). Nach wenigen Monaten Betrieb kompensieren sie die CO2-Emissionen des Baus, produzieren aber bis heute oft schwer recycelbare Rotorblätter, wofür jedoch neue Recycling- und Materiallösungen entwickelt werden. 

Wie viel Geld bekommt man für ein Windrad auf seinem Grundstück?

Für ein Windrad auf dem eigenen Grundstück erhält man als Grundeigentümer meist eine lukrative Pacht, die sich oft aus einer Fixsumme und einer prozentualen Beteiligung am Stromertrag zusammensetzt und jährlich zwischen 20.000 und über 100.000 Euro pro Anlage liegen kann, wobei neuere Verträge (2023/24) oft höhere Beträge erzielen, manchmal bis zu 300.000 € pro Jahr, je nach Standortqualität und Anlagengröße. Diese Pacht ist ein Vielfaches dessen, was man für landwirtschaftliche Nutzung bekäme, und wird durch Ausschreibungen und steigende Nachfrage weiter getrieben.
 

Was passiert mit alten Fundamenten von Windkraftanlagen?

Stahl und Kupfer werden für den Rohmaterialpreis weiterverkauft und für andere Konstruktionen wiederverwertet. Beton und Fundamentteile werden zerstückelt und zum Beispiel für den Straßenbau als Aufschüttung verwendet.

Wie viel kostet es, ein Windrad abzubauen?

Wieviel kostet der Abriss und wieviel eine neue Anlage? Der Rückbau eines Windrades mittlerer Nennleistung kostet durchschnittlich rund 200.000 Euro. Davon können bis zu 65.000 Euro durch Erlöse aus der Verwertung der Materialien wieder hereinkommen.

Sind Windradflügel Sondermüll?

Wenn Windräder entsorgt werden müssen, sind die Rotorblätter Sondermüll – bisher ohne echte Perspektive auf Recycling.

Warum lassen sich Windräder nicht recyceln?

Warum sind die Rotorblätter so schwer zu recyceln? Windradflügel bestehen im Wesentlichen aus vier Komponenten. Das sind Balsaholz und Metalle – beide leicht zu entsorgen oder zu recyceln. Die beiden anderen Komponenten sind Kunststoffe, die mit Glasfasern oder mit Karbonfasern verstärkt werden.

Wie entsorgt man Windkraftanlagenflügel?

Die Entsorgung dieser Rotorblätter auf Deponien ist keine Option. Die europäische Windindustrie hat sich selbst zu einem Deponieverbot für Windkraftanlagenrotorblätter ab dem 1. Januar 2026 verpflichtet. In den letzten Jahren hat die Branche proaktiv neue Methoden zur Wiederverwendung, Umnutzung, zum Recycling und zur Rückgewinnung ausgemusterter Windkraftanlagenrotorblätter entwickelt.

Was ist besser, Windrad oder Photovoltaik?

Windkraftanlagen haben eine höhere Energieausbeute als PV-Anlagen und sind in der Regel günstiger zu betreiben. Sie eignen sich besonders gut für Gebiete mit hohen Windgeschwindigkeiten und können auf größeren Flächen installiert werden.

Wie viele Windräder bräuchte man, um ein Atomkraftwerk zu ersetzen?

Um ein Atomkraftwerk (AKW) zu ersetzen, benötigt man je nach Rechnungsart und Anlagentyp zwischen 200 und über 1000 Windräder, wobei moderne Anlagen eine höhere Leistung haben. Die Zahl variiert stark, da AKWs Grundlast liefern, während Windräder von Wetterbedingungen abhängen und Strom nicht konstant produzieren. Realistisch sind oft mehrere hundert bis über tausend Windräder, die aber auch große Flächen benötigen und durch Stromspeicher oder Backup- Kraftwerke ergänzt werden müssen.
 

Warum hat der Wind so zugenommen?

Die Windgeschwindigkeit nahe der Erdoberfläche hat seit 2010 weltweit zugenommen. Das ist gut, denn dadurch wird mehr erneuerbare Energie durch Windkraft gewonnen. Doch leider wird das nicht für immer so bleiben.

Wohin gelangen alte Windkraftanlagenflügel?

Heutzutage werden die meisten Windkraftanlagenflügel nach ihrer Stilllegung auf Deponien entsorgt, da, wie bereits erwähnt, die zur Herstellung von Windkraftanlagenflügeln verwendeten Materialien ein Recycling oder eine Wiederverwendung erschweren.

Werden Rotorblätter vergraben?

Werden Rotorblätter wirklich vergraben?! 🤯🧐 Dass Rotorblätter vergraben werden, ist ein Mythos, der sich super hartnäckig hält und immer wieder in unseren Kommentarspalten auftaucht.

Was passiert mit ausgedienten Windkrafträdern?

Rund 90 Prozent der Materialien eines Windrads können wiederverwertet werden. Für ältere Windenergieanlagen gibt es teilweise Zweitmärkte im Ausland, zum Beispiel in Osteuropa, in denen die Anlagen wieder aufgebaut werden und noch ein paar Jahre weiterbetrieben werden.

Was bringt ein Windrad an Pacht?

Die Pacht für ein Windrad variiert stark, liegt aber oft zwischen 15.000 und 40.000 Euro pro Jahr und Anlage, je nach Standortqualität (Windgeschwindigkeit), Anlagengröße und Vertragsmodell (fixe Pacht oder Umsatzbeteiligung). Sehr gute Standorte oder neue Großanlagen können auch höhere Pachten erzielen, die im Extremfall sogar über 100.000 € pro Jahr betragen können.
 

Was verdient eine Gemeinde an einem Windrad?

Neues Gesetz: Kommunen erhalten für Windräder Geld

Im Schnitt spült jedes Windrad pro Jahr rund 30.000 Euro in die Gemeindekasse, schätzt das Umweltministerium.

Was kostet ein 200 m hohes Windrad?

Der Bau des Windparks Verenafohren ist mit insgesamt 16,3 Millionen Euro veranschlagt.