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Was passiert bei Scheinanmeldung?

Gefragt von: Teresa Kröger-Schlegel  |  Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2026
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Eine Scheinanmeldung, bei der jemand unter einer Adresse gemeldet wird, ohne dort tatsächlich zu wohnen, ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesmeldegesetz (BMG) und kann hohe Bußgelder für den Anmelder und den Wohnungsgeber (Vermieter) nach sich ziehen, die bis zu 50.000 Euro betragen können. Solche Anmeldungen werden oft für Vorteile wie Kindergartenzuteilungen oder steuerliche Zwecke vorgenommen, verstoßen aber gegen das Gesetz und verfälschen zudem faire Auswahlverfahren (z.B. für Schulen). Bei Aufdeckung drohen nicht nur Geldstrafen, sondern auch der Entzug von Vorteilen und rechtliche Konsequenzen für alle Beteiligten.

Ist eine Scheinanmeldung eine Straftat?

Eine Scheinanmeldung ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesmeldegesetz (BMG), die hohe Bußgelder nach sich zieht, da sie die Richtigkeit der Melderegister gefährdet, z. B. um Sozialleistungen, einen Kita-Platz oder Steuervorteile zu erschleichen, und kann Strafen von bis zu 50.000 € für den Meldepflichtigen und den Wohnungsgeber verursachen. Wer sich nicht fristgerecht meldet, riskiert „nur“ bis zu 1.000 € Bußgeld, aber eine vorsätzliche falsche Anmeldung wird deutlich strenger geahndet. Auch Vermieter, die eine falsche Wohnungsgeberbestätigung ausstellen, machen sich strafbar. 

Was passiert, wenn ich jemanden bei mir anmelde?

Gemäß den Bußgeldvorschriften §54 Abs 1&3 BMG kann dafür eine Geldbuße bis 50.000€ verhängt werden.

Was bedeutet "Scheinanmeldung"?

Eine Scheinanmeldung liegt vor, wenn jemandem unter einer Adresse die Anmeldung eines Wohnsitzes ermöglicht wird, ohne dass die betreffende Person dort wohnt.

Wer überprüft Scheinanmeldungen?

Scheinanmeldungen werden hauptsächlich durch das Einwohnermeldeamt kontrolliert, das alle Angaben prüft und bei Verdacht Nachforschungen anstellt, oft in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft bei schweren Fällen wie Scheinehen. Vermieter spielen eine wichtige Rolle durch die Wohnungsgeberbescheinigung, die sie ausstellen müssen und die bei falschen Angaben zu Sanktionen führt. Auch die Bundespolizei ermittelt bei Betrugsfällen, z.B. im Zusammenhang mit illegalen Aufenthalten oder Scheinehen. 

ZDF WISO: Scheinanmeldungen in Neukölln, Sendung vom 15.08.2011

24 verwandte Fragen gefunden

Was passiert, wenn jemand unangemeldet bei mir wohnt?

Für die Ummeldung ist Dein Freund verpflichtet, eine sogenannte Wohnungsgeberbescheinigung vorzulegen. Sollte Dein Freund dieser Pflicht nicht nachkommen, so kann gegen ihn ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1.000 EUR verhängt werden.

Wird der Hauptwohnsitz kontrolliert?

Wenn zwei Wohnsitze bestehen, werden Schreiben von Gerichten und Verwaltungen immer an den Hauptwohnsitz gesendet. Dort muss also regelmäßig die Post kontrolliert werden, auch wenn man häufig in der Zweitwohnung lebt.

Kann der Vermieter zwangsabmelden?

Haben Vermieter bei An- und Abmeldungen eine Mitwirkungspflicht? Ja, auch Vermieter sind verpflichtet, in gewissem Maße bei der An- und Abmeldung ihrer Mieter mitzuwirken. So muss der Vermieter (Wohnungsgeber) den Einzug (oder Auszug) innerhalb von zwei Wochen bestätigen.

Wird ein Zweitwohnsitz kontrolliert?

Die Problematik der Zweit- oder Nebenwohnsitze kann nur auf politischer Ebene gelöst werden. Ein Detektiv wird von den Kommunen engagiert, um als beauftragter Kontrolleur die notwendigen Recherchen durchzuführen. Diese werden dann bei einem Verfahren herangezogen, um eventuelle illegale Zweitwohnsitze nachzuweisen.

Ist es möglich, im Wohnmobil zu leben, ohne festen Wohnsitz zu haben?

Leben im Wohnmobil ohne festen Wohnsitz ist in Deutschland eine rechtliche Grauzone, da eine Meldeadresse für behördliche Erreichbarkeit erforderlich ist; Lösungen sind die Anmeldung als "ohne festen Wohnsitz" (ofW) bei der Gemeinde, die Nutzung einer Meldeadresse bei Freunden/Familie (mit deren Einverständnis) oder die Anmeldung an einem festen Stellplatz (z. B. Campingplatz), wobei das Wohnmobil dann kaum bewegt werden darf, um als Wohnung zu gelten (§ 20 Bundesmeldegesetz). Dauerhaft unterwegs zu sein erfordert eine Abmeldung in Deutschland und die Klärung der Meldeadresse, beispielsweise durch einen „Empfangsbevollmächtigten“ für Post und offizielle Schreiben.
 

Wie lange darf man ohne Anmeldung bei jemandem wohnen?

Jemand darf als Besucher bis zu drei Monate ohne Anmeldung bei Ihnen wohnen; danach muss eine Anmeldung erfolgen, falls der Aufenthalt über 90 Tage hinausgeht. Bleibt die Person länger als etwa sechs bis acht Wochen, wird es rechtlich relevanter und der Vermieter muss informiert werden, da es als Untermiete gelten könnte, was eine Genehmigung erfordert. Bei EU-Bürgern oder Personen mit längerfristigem Visum gelten andere Regeln, sie müssen sich meist nach zwei Wochen anmelden. 

Kann man ohne Wohnsitz leben?

Menschen ohne festen Wohnsitz, wie etwa Obdachlose, können sich beim Einwohnermeldeamt mit dem Vermerk „ofW“ (ohne festen Wohnsitz) registrieren lassen. Dies ermöglicht es, weiterhin am sozialen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen, auch wenn keine feste Wohnung vorhanden ist.

Kann mein Freund einfach bei mir einziehen?

Ja, dein Freund darf bei dir einziehen, aber du musst in der Regel die Erlaubnis deines Vermieters einholen, da er sonst abmahnen oder sogar kündigen könnte, es sei denn, ihr seid verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (dann genügt eine Benachrichtigung) oder der Vermieter hat gewichtige Gründe, die Zustimmung zu verweigern, wie Überbelegung oder massive Störung des Hausfriedens, was selten der Fall ist.
 

Wie lange darf man ohne Meldeadresse sein?

Sie müssen sich in Deutschland innerhalb von zwei Wochen nach Einzug anmelden, wenn Sie eine Wohnung beziehen, es sei denn, der Aufenthalt ist kürzer als drei Monate (z.B. bei Besuch ohne feste Absicht, länger zu bleiben) oder Sie wohnen bereits im Ausland und sind nur vorübergehend hier. Für Personen, die aus dem Ausland kommen, gilt eine Frist von drei Monaten, danach müssen sie sich anmelden, wenn der Aufenthalt dauerhaft ist. Die Anmeldung ist gesetzlich verpflichtend, da sonst ein Bußgeld droht. 

Wer kontrolliert die Meldeadresse?

Die Meldebehörde prüft alle Angaben.

Was passiert, wenn ich keine Abmeldung mache?

Wenn du dich nicht abmeldest, kann das unangenehme Folgen haben. Gemäß § 54 Abs. 2 BMG droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Außerdem können weitere Kosten auf dich zukommen: Zum Beispiel musst du weiterhin Rundfunkgebühren zahlen, solange dein Wohnsitz in Deutschland gemeldet ist.

Was passiert bei 1000 € Steuerhinterziehung?

Diese unterliegen zusätzlich den Hinterziehungszinsen in Höhe von 0,5 % pro Monat. 1.000 Euro unterschlagene Steuer wird mit etwa 10 Tagessätzen bestraft. 5.000 Euro Steuerverkürzung werden mit 20-60 Tagessätzen geahndet.

Wie lange darf man sich am Nebenwohnsitz aufhalten?

Ihren Zweitwohnsitz müssen Sie nicht anmelden, wenn Sie sich in der Wohnung für weniger als 6 Monate am Stück aufhalten. Sobald Sie diese Frist überschreiten, haben Sie für die Anmeldung 14 Tage Zeit.

Wann wird das Finanzamt misstrauisch?

Ein „Ausrutscher“ in einem Jahr ist also nicht dramatisch. Doch wenn du über einen Zeitraum von drei Jahren keine Gewinne machst oder fünf Jahre nach Start deiner selbstständigen Tätigkeit immer noch im Minus bist, wird das Finanzamt misstrauisch und könnte dein Unternehmen als sogenannte „Liebhaberei“ einstufen.

Ist ein Scheinwohnsitz strafbar?

Ja, ein Scheinwohnsitz ist in Deutschland strafbar und wird als Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesmeldegesetz (BMG) geahndet, mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro für die Hauptperson und den Wohnungsgeber, der die falsche Wohnungsgeberbescheinigung ausstellt. Strafbar wird es, wenn man sich ohne tatsächliche Absicht zu wohnen, eine Meldeadresse verschafft, um Vorteile zu erlangen (z.B. bei Schule, Sozialleistungen) oder um Pflichten zu umgehen. 

Wer kontrolliert Scheinanmeldungen in Deutschland?

Scheinanmeldungen werden hauptsächlich durch das Einwohnermeldeamt kontrolliert, das alle Angaben prüft und bei Verdacht Nachforschungen anstellt, oft in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft bei schweren Fällen wie Scheinehen. Vermieter spielen eine wichtige Rolle durch die Wohnungsgeberbescheinigung, die sie ausstellen müssen und die bei falschen Angaben zu Sanktionen führt. Auch die Bundespolizei ermittelt bei Betrugsfällen, z.B. im Zusammenhang mit illegalen Aufenthalten oder Scheinehen. 

Kann dein Vermieter dich einfach raus schmeißen?

Der Vermieter darf nur kündigen, wenn er auf einen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) genannten Kündigungsgrund zurückgreifen kann (vgl. § 573 BGB). Eine Kündigung ohne Angaben von Gründen ist demnach unwirksam. Ausgeschlossen ist auch eine Kündigung zum Zwecke der Mieterhöhung.

Warum Scheinanmeldung?

Bei einer sog. "Scheinanmeldung" oder einem "Scheinwohnsitz" geben Eltern gegenüber der Meldebehörde eine Wohnanschrift innerhalb des Einzugsbereichs der gewünschten Grundschule an, an der sie tatsächlich gar nicht wohnen. Die Eltern versprechen sich hiervon einen Vorteil bei der Vergabe der Schulplätze.

Kann ich im Ausland wohnen und einen Zweitwohnsitz in Deutschland haben?

Personen, die im Ausland leben und in Deutschland eine Wohnung nutzen, können in Deutschland keinen „Zweitwohnsitz“ anmelden. Das deutsche Meldegesetz (BMG) unterscheidet nicht zwischen Haupt- und Nebenwohnung, wenn der Lebensmittelpunkt im Ausland liegt.

Was ist der Hauptwohnsitz in Italien?

Der Wohnsitz ist dort, wo sich eine Person hauptsächlich aufhält (Art. 43 Italienisches Zivilgesetzbuch). Italien sieht also keinen Haupt- und Nebenwohnsitz vor, sondern nur einen Wohnsitz und ein Domizil. Schon damit ist klar: Zwei Wohnsitze zu haben ist nicht möglich.

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