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Was kostet uns das Patriarchat?

Gefragt von: Petra Janßen B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 23. März 2026
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Das Patriarchat kostet Deutschland laut Berechnungen von Boris von Heesen jährlich mindestens 63 Milliarden Euro, hauptsächlich durch die Folgen toxischer Männlichkeit, die sich in höheren Kosten für Kriminalität (Haftkosten), Gesundheit (Süchte, Unfälle), Justiz und Verkehrsunfälle manifestieren, was die gesamte Gesellschaft belastet, auch Männer selbst. Diese Kosten entstehen, weil stereotype Rollenbilder Männer zu riskantem, gewalttätigem oder süchtigem Verhalten drängen, was zu volkswirtschaftlichen Schäden führt, die weit über die direkten Ausgaben hinausgehen.

Wie viel kostet uns das Patriarchat?

Zum Equal-Pay-Day und zum Internationalen Weltfrauentag stellt von Heesen im Gespräch mit Andrea Schwyzer mögliche Wege aus patriarchalen Denkmustern vor. Einen Auszug lesen Sie hier, das ganze Gespräch hören Sie in der ARD Audiothek. Herr von Heesen, das Patriarchat kostet uns jährlich 63 Milliarden Euro.

Was männer kosten Boris von Hessen?

Was Boris von Heesens “Was Männer kosten” nun zu etwas Besonderem macht, sind fundierte Zahlen in Euro, in denen er aufrechnet, was toxische männliche Verhaltensweisen an Kosten verursachen. Andere Bücher mit dieser Thematik arbeiten zwar auch mit Zahlen, die aber häufig zu abstrakt bleiben.

Warum ist das Patriarchat auch für Männer schlecht?

Das Patriarchat wertet nicht nur Frauen ab, sondern auch allgemeine Eigenschaften und Verhaltensweisen, die als weiblich angesehen werden. Deshalb werden Männer davon abgehalten, über ihre Gefühle zu sprechen und emotional verletzlich zu sein, besonders gegenüber anderen Männern.

Ist Deutschland noch ein Patriarchat?

Wir leben im Patriarchat, auch in Deutschland. Auch wenn es hierzulande vor dem Gesetz nur wenige Differenzen zwischen den Geschlechtern gibt, sind wir keine egalitäre Gesellschaft, so lange alle Sphären der Macht von Männern besetzt sind – Politik, Finanzen, Wirtschaft, Kunst, you name it.

Das Patriarchat kostet die Gesellschaft eine Menge | Die Anstalt

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Hat Deutschland einen Frauenüberschuss?

November mitteilt, kamen zum Jahresende 2022 hierzulande in der Gesamtbevölkerung im Schnitt 971 Männer auf 1 000 Frauen. Hauptgrund für das Geschlechterverhältnis ist der deutliche Frauenüberschuss in der Altersgruppe 65plus mit 786 Männern je 1 000 Frauen.

Welches Land ist am stärksten matriarchalisch geprägt?

Die Mosuo von China

Eingebettet in die Ausläufer des Himalaya zwischen den chinesischen Provinzen Yunnan und Sichuan lebt das Volk der Mosuo. Die abgelegene Gemeinschaft von etwa 40.000 Menschen ist als „Königreich der Frauen“ bekannt und zählt zu den am besten dokumentierten matriarchalischen Gesellschaften der Welt.

Welchen Nutzen haben Männer vom Patriarchat?

In einer patriarchalischen Gesellschaft genießen Männer automatisch gewisse Vorteile, darunter eine allgemeine Freiheit von der Angst vor Vergewaltigung und sexueller Belästigung sowie von Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund ihres Geschlechts .

Wo leiden Männer unter dem Patriarchat?

Das Patriarchat wirkt sich auf alle Menschen aus, auch Männer leiden darunter. Zum einen sind Männer zwar in vielen Dingen bevorteilt, insbesondere wirtschaftlich, weil sie zum Beispiel mehr Landbesitz und Kapital haben. Zum anderen haben Männer aber eine kürzere Lebenserwartung oder werden öfter kriminell.

Wie nennt man das Gegenteil von Patriarchat?

Das Gegenteil von Patriarchat (Männerherrschaft) ist formal das Matriarchat (Frauenherrschaft), wobei es sich um eine Gesellschaftsform handelt, in der Frauen die Macht in Staat, Familie und Gesellschaft innehaben, oft mit mütterlicher Abstammung und clanbasierten Strukturen. Eine weitere, seltenere Bezeichnung ist Gynaikokratie („Frauenherrschaft“). Viele Soziologen betonen jedoch, dass Matriarchate nicht einfach umgekehrte Patriarchate sind, sondern oft auf Kooperation und Gleichberechtigung basieren, nicht auf Unterdrückung. 

Wie viel kostet die Boris-Software?

Die kostenpflichtige Version von BORIS ist ab 3.000,00 £ erhältlich.

Wie viel kostet toxische Männlichkeit in Deutschland?

63,5 Milliarden Euro pro Jahr: Auf diese Summe beziffert das Buch „Was Männer kosten“ von Boris von Heesen die volkswirtschaftlichen Schäden patriarchalischer Verhaltensweisen.

Wie hoch waren die Schäden, die Sturm Boris verursacht hat?

PERILS schätzt die Hochwasserschäden durch Sturm Boris auf rund 1,9 Milliarden Euro und gibt eine geänderte Berechnungsmethode bekannt. Die Auswirkungen der schweren Überschwemmungen, die Teile Mitteleuropas im September 2024 heimsuchten, dürften laut dem Katastrophendatenaggregator PERILS zu einer Schadensschätzung der Versicherungswirtschaft von fast 1,9 Milliarden Euro geführt haben.

Welches Geschlecht ist häufiger auf der Welt?

Weltweit gibt es leicht mehr Männer als Frauen, wobei das Verhältnis bei der Geburt zugunsten der Jungen verschoben ist (ca. 105 Jungen auf 100 Mädchen), sich das Bild aber mit dem Alter ändert, da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben, was in älteren Bevölkerungsgruppen zu mehr Frauen führt. Aktuelle Schätzungen zeigen, dass Männer etwa 50,3 % und Frauen 49,7 % der Weltbevölkerung ausmachen (Stand 2022).
 

Ist Frauenfeindlichkeit immer noch ein Problem?

Frauenfeindlichkeit ist kein neues Problem . Sie gilt oft als das älteste Vorurteil der Welt, als die hartnäckigste und irrationalste aller Ideologien oder als eines der verheerendsten Beispiele für Gruppenhass.

Was ist das männliche Patriarchat?

Ein männliches Patriarchat beschreibt ein Gesellschaftssystem, in dem Männer die dominante Machtposition innehaben, soziale Normen prägen und Ressourcen kontrollieren, was zu Benachteiligungen von Frauen, trans* und inter* Personen führt; es basiert auf der Vorstellung der Überlegenheit des „Männlichen“ und wirkt sich auch negativ auf Männer aus, indem es starre Rollenbilder (z.B. „starker Mann“, keine Gefühle zeigen) festschreibt. Es ist ein historisch gewachsenes System, das durch Strukturen wie die „Vaterherrschaft“ (patriarchēs) definiert wird und weiterhin in Politik, Wirtschaft und Alltag spürbar ist, aber durch feministische und Geschlechterforschung kritisch hinterfragt wird.
 

In welchem Alter sind Männer in der Midlife-Crisis?

Eine Midlife-Crisis bei Männern tritt typischerweise zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr auf, oft beginnend um die 40, kann aber auch schon ab Ende 30 eintreten und ist eine Phase der Selbstreflexion, Sinnsuche und des Hinterfragens des bisherigen Lebens, ausgelöst durch das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit, unerfüllte Erwartungen oder das Gefühl der Stagnation. 

Warum gibt es Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau?

Frauen verdienen weniger als Männer, weil sie häufiger in schlechter bezahlten Branchen, in Teilzeit oder Minijobs arbeiten, oft längere Pausen für Kinderbetreuung oder Pflege einlegen und seltener Führungspositionen erreichen; zudem spielen Rollenstereotype und Diskriminierung bei der Bewertung von Arbeit eine Rolle, was zu einem sogenannten Gender Pay Gap führt. 

Welches Geschlecht ist am meisten von Gewalt betroffen?

54,2 Prozent der Opfer sind weiblich, 45,8 Prozent männlich. Am stärksten von Innerfamiliärer Gewalt betroffen sind Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Häufigstes Delikt ist auch bei der Innerfamiliären Gewalt die Körperverletzung.

Sind wir in einem Patriarchat?

Ja, das Patriarchat existiert weiterhin als dominierende gesellschaftliche Struktur, auch wenn es sich in modernen Gesellschaften oft subtiler zeigt; es beschreibt eine Machtverteilung, in der Männer historisch und systematisch eine bevorzugte Position in Politik, Wirtschaft und Familie einnehmen, was sich in Ungleichheiten wie dem Gender Pay Gap, ungleicher Care-Arbeit und Machtgefällen manifestiert, die weltweit in unterschiedlichen Ausprägungen bestehen.
 

Was ist Patriarchat in Beziehungen?

Das Patriarchat beschreibt laut verschiedener Gesellschaftstheorien ein (vaterrechtliches) System sozialer Beziehungen, Werte, Normen und Verhaltensmuster, die vorwiegend von Männern geprägt sind und eine bevorzugte Stellung von Männern begünstigen.

Wer leidet unter dem Patriarchat?

Die Täter sind Männer. Diese systematische Gewalt gegen Frauen bedeutet aber nicht, dass das patriarchale System keine verheerenden Auswirkungen für Männer hätte; sie ist vielleicht sogar Ausdruck davon. Kinder, Jugendliche, erwachsene Männer – auch sie sind Opfer des Systems.

Welches Land hat Frauenüberschuss?

Länder mit einem Frauenüberschuss sind oft solche mit höheren Lebenserwartungen und demografischen Verschiebungen; zu den Spitzenreitern gehören Lettland, Estland, Russland und die Ukraine, wo Frauen in der Gesamtbevölkerung die Mehrheit bilden, oft bedingt durch höhere Lebenserwartung und historische Faktoren, während Länder wie die Nördlichen Marianen oder Martinique extrem hohe Überschüsse aufweisen.
 

Wo gibt es heute noch matriarchale Gesellschaften?

Matriarchate gibt es heute noch, wenn auch selten und oft in Form von matrilinearen Gesellschaften, die sich auf mütterliche Linien konzentrieren; bekannte Beispiele sind die Mosuo in China, die Khasi in Indien (Meghalaya), die Minangkabau in Indonesien (Sumatra) und die Stadt Juchitán in Mexiko, wo Frauen in Handel und Finanzen dominieren. Auch in Teilen Afrikas (z.B. Ilha de Orango in Guinea-Bissau) und bei einigen indigenen Völkern gibt es starke matriarchale Züge, bei denen Frauen Besitz und Entscheidungsbefugnis haben.
 

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