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Was kostet ein Ehevertrag?

Gefragt von: Heinz-Joachim Stumpf B.Sc.  |  Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2026
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Ein Ehevertrag kostet in der Regel zwischen 300 € und 2.000 €, abhängig vom Vermögen des Paares und der Komplexität der Regelungen, wobei Notarkosten die Hauptkomponente darstellen, ergänzt durch mögliche Anwaltskosten. Bei geringem Vermögen sind die Kosten niedriger (ab ca. 170 €), bei hohem Vermögen (z.B. 500.000 €) steigen sie deutlich an (z.B. ca. 2.200 € Notar + Anwalt).

Wie viel kostet ein Ehevertrag beim Notar?

Die Kosten für einen Ehevertrag beim Notar richten sich nach dem gemeinsamen Vermögen (Geschäftswert) und den Regelungsinhalten, wobei sie in einfachen Fällen bei wenigen hundert Euro (z.B. ca. 300-600 €) und bei komplexen Vermögen über 100.000 € deutlich über 1.000 € steigen können, inklusive Mehrwertsteuer und Auslagen. Als Faustregel gilt oft, dass die Notarkosten ungefähr 0,5 % bis 1 % des gesamten Vermögens betragen, aber spezielle Regelungen (wie Unterhaltsverzicht) den Wert erhöhen.
 

Wann lohnt sich ein Ehevertrag?

Ein Ehevertrag lohnt sich, wenn ungleiche Vermögensverhältnisse, Selbstständigkeit/Unternehmensbesitz, internationale Ehen, Patchworkfamilien oder die Absicherung eines Partners bei Berufsaufgabe bestehen, um die gesetzlichen Regelungen der Zugewinngemeinschaft, Unterhalt oder Versorgungsausgleich anzupassen und im Scheidungsfall Klarheit über Vermögensaufteilung, Firmenwerte und Erbe zu schaffen. Er schützt das Unternehmen und individuelle Vermögen vor dem Zugewinnausgleich und verhindert langwierige Streitigkeiten. 

Kann man einen Ehevertrag ohne Notar machen?

Nein, ein Ehevertrag ist ohne notarielle Beurkundung nach deutschem Recht nicht gültig (unwirksam) und bietet keinerlei rechtlichen Schutz, da die gesetzliche Formvorschrift (§ 1410 BGB) die Anwesenheit beider Ehepartner vor einem Notar zwingend vorschreibt. Der Notar stellt sicher, dass die Vereinbarungen rechtlich korrekt sind und beide Partner aufgeklärt werden, was spätere Streitigkeiten verhindern soll. Ein mündlicher Vertrag oder eine private Vereinbarung hat keine Gültigkeit.
 

Kann ich einen Ehevertrag selbst schreiben?

Einen Ehevertrag kann man selbst entwerfen, aber er ist nur mit notarieller Beurkundung gültig (§ 1410 BGB); ohne Notar ist er unwirksam, auch wenn er gut formuliert ist. Sie können Muster nutzen, sollten den Entwurf aber immer von einem Notar oder Anwalt prüfen lassen, um Sittenwidrigkeit zu vermeiden und die rechtlichen Konsequenzen (Güterstand, Unterhalt, Versorgungsausgleich) zu klären.
 

Was kostet ein Ehevertrag und für wen lohnt er sich? - Kanzlei Hasselbach

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Welche Alternativen gibt es zum Ehevertrag?

Die Hauptalternative zum Ehevertrag ist der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft, bei dem Vermögen getrennt bleibt, aber bei Scheidung ein Ausgleich des während der Ehe erzielten Mehrverdienstes (Zugewinn) stattfindet, was den "Normalfall" für unvertragte Ehen darstellt und die Partner finanziell absichert, falls ein Partner z.B. durch Kindererziehung weniger verdient. Daneben gibt es Absicherungen wie Testamente, Vorsorgevollmachten (Betreuungsverfügung) für den Fall der Entscheidungsunfähigkeit oder Miteigentumsgemeinschaften für gemeinsame Immobilien.
 

Wie kann man eine Ehefrau absichern?

Um die Ehefrau abzusichern, sind rechtliche und finanzielle Maßnahmen wie Ehegattentestament, Erbvertrag, Vorsorgevollmachten und der Abschluss von Versicherungen (Risikolebens-, Haftpflicht-, Hausrat-, BU) entscheidend, um ihren Schutz bei Tod, Krankheit, Berufsunfähigkeit oder im Scheidungsfall zu gewährleisten, wobei die gesetzlichen Regelungen zur Witwenrente und Familienversicherung in der GKV als Basis dienen. Es gilt, Rentenlücken zu erkennen und Vermögen so zu planen, dass der Partner finanziell stabil bleibt, oft durch die Einbeziehung von Spezialisten wie Notaren, Steuerberatern und Finanzplanern. 

Welche Nachteile hat ein Ehevertrag für die Frau?

Prinzipiell gibt es keine Nachteile beim Ehevertrag, jedoch kann eine vertragliche Splittung des Vermögens dazu führen, dass eine Frau finanziell leer ausgeht. Dies wäre gegeben, wenn sie sich um den Haushalt und die Kindererziehung kümmerte, ohne nebenbei einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Was ist besser, mit oder ohne Ehevertrag?

Ein Ehevertrag kann sinnvoll sein, wenn Ihr die Folgen Eurer Ehe individuell regeln möchtet, statt Euch auf die gesetzlichen Vorschriften zu verlassen. Das geht vor der Hochzeit, aber auch nachträglich. In vielen Fällen braucht Ihr keinen Ehevertrag.

Wann ist ein Ehevertrag nicht gültig?

Eheverträge erweisen sich als unwirksam, wenn die Interessen eines Ehepartners in unangemessener Art und Weise benachteiligt werden und für den Verzicht zur Regelung ehebedingter Nachteile kein Ausgleich vereinbart wird. Eheverträge unterliegen der Inhaltskontrolle und Ausübungskontrolle der Familiengerichte.

Was sollte unbedingt im Ehevertrag stehen?

Ein Ehevertrag regelt Güterstand (Zugewinn/Gütertrennung), Unterhalt und Versorgungsausgleich und muss notariell beurkundet werden, wobei beide Partner anwesend sein müssen. Wichtig ist eine faire Gestaltung, die idealerweise von Fachanwälten für Familienrecht (getrennt) und Steuerberatern geprüft wird, um spätere Anfechtungen wegen Sittenwidrigkeit oder Benachteiligung zu vermeiden. Er kann jederzeit vor oder während der Ehe geschlossen werden, idealerweise bei größeren Vermögensverschiebungen oder der Selbständigkeit, um die gesetzlichen Regelungen anzupassen. 

Was erbt die Ehefrau mit Ehevertrag?

Haben die Eheleute durch Abschluss eines Ehevertrags den Güterstand der Gütertrennung vereinbart, so erbt der überlebende Ehegatte neben Verwandten der ersten Ordnung (Kinder, Enkel, Urenkel) ein Viertel, neben Verwandten der zweiten Ordnung (insbesondere Eltern, Geschwister) oder neben Großeltern die Hälfte des ...

Wie hoch sind die Kosten für einen nachträglichen Ehevertrag?

Die Kosten für einen nachträglichen Ehevertrag liegen meist zwischen 500 und 5.000 Euro oder mehr, abhängig von eurem gemeinsamen Vermögen (dem sogenannten Geschäftswert), der Komplexität der Vereinbarung und ob Anwälte involviert sind. Sie setzen sich zusammen aus Notargebühren (gesetzlich geregelt, basierend auf dem Vermögen) und zusätzlichen Anwaltskosten für Beratung oder Entwurf. Bei sehr wenig Vermögen können die Kosten auch nur wenige hundert Euro betragen, während reiche Paare schnell Tausende Euro zahlen.
 

Sind Kosten für einen Ehevertrag steuerlich absetzbar?

Nein, die Kosten für einen Ehevertrag sind grundsätzlich nicht steuerlich absetzbar, da sie zu den privaten Lebenshaltungskosten zählen, laut den Suchergebnissen und laut Familienrechtsinfo.at. Ausnahmen sind sehr selten und betreffen nur rein betrieblich motivierte Inhalte, z.B. im Zusammenhang mit einem Unternehmen, wobei eine Beratung durch einen Steuerberater ratsam ist. 

Wie viel kostet eine Beratung für einen Ehevertrag?

Wenn Sie eine Rechtsberatung hinzuziehen, entstehen zusätzliche Anwaltskosten, die sich nach dem individuellen Aufwand und meist nach dem Gegenstandswert richten. In einfachen Fällen kann ein Ehevertrag insgesamt zwischen 500 und 1.500 Euro kosten – bei komplexen Vermögensverhältnissen deutlich mehr.

Wann macht ein Ehevertrag keinen Sinn?

Wollen beide Ehepartner heiraten und anschließend Kinder bekommen, ist ein Ehevertrag meist nicht nötig. Grund dafür ist, dass üblicherweise bei einer solchen Konstellation ein Ehepartner beruflich ohnehin im Sinne der Kindesbetreuung zurücktritt.

Was bekommt die Frau ohne Ehevertrag?

✅ Bei einer Scheidung ohne Ehevertrag gilt die gesetzliche Zugewinngemeinschaft, bei der das während der Ehe erworbene Vermögen hälftig geteilt wird, inklusive Unterhaltsansprüche und Versorgungsausgleich.

Was zählt nicht zum Zugewinn in der Ehe?

In den Zugewinnausgleich fallen nicht Erbschaften und Schenkungen (deren Wertsteigerung aber schon), Gegenstände des persönlichen Bedarfs (Kleidung etc.), Entschädigungen und Schmerzensgeld, sowie Vermögen, das durch einen Ehevertrag ausdrücklich ausgeklammert wurde; außerdem bleiben reine Wertsteigerungen durch Inflation unberücksichtigt. 

Wann rentiert sich ein Ehevertrag?

Eheverträge sind in der Regel für die Dauer der Ehe gültig. Der genaue Zeitpunkt, ab dem der Ehevertrag gilt, kann entweder der Zeitpunkt der Eheschließung sein oder (wenn der Vertrag erst im Nachhinein geschlossen wird) der Zeitpunkt, zu dem der Ehevertrag rechtswirksam wird.

Bin ich als Ehefrau für die Schulden meines Mannes haftbar?

Nein, grundsätzlich haftet jeder Ehepartner nur für seine eigenen Schulden; eine Mithaftung der Ehefrau entsteht nur bei bestimmten Ausnahmen, wie z.B. durch Verträge zur Deckung des „familiären Lebensbedarfs“ (§ 1357 BGB), Bürgschaften oder gemeinsame Konten, aber nicht automatisch für alle Schulden des Partners, vor allem nicht für vor der Ehe entstandene. 

Wie viel Prozent der Paare haben einen Ehevertrag?

Allerdings haben nur 8 Prozent der Ehepaare tatsächlich einen solchen Vertrag. Ein Ehevertrag kann große finanzielle Vorteile bieten, aber auch Nachteile haben. Wichtig zu wissen ist: Wenn keine schriftlich festgelegte Vereinbarung getroffen wird, leben die Ehepartner automatisch in einer Zugewinngemeinschaft.

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, stehen Ihnen als Ehefrau neben der Witwenrente (meist 55 % seiner Rente, in besonderen Fällen 60 %) auch ein gesetzlicher Erbteil zu, der sich nach der Anzahl der Kinder richtet (z.B. ein Viertel bei einem Kind, ein Drittel bei zwei Kindern, ein Viertel bei drei oder mehr Kindern). Hinzu kommt der „Zugewinnausgleich“, bei dem Sie neben dem Erbe auch die Hälfte des Zugewinns erhalten (oft pauschal ein weiteres Viertel), was Ihren Erbteil erhöht. Wichtig ist auch das „Sterbevierteljahr“, in dem Sie die volle Rente ohne Einkommensanrechnung bekommen. 

Warum sich heiraten im Alter noch lohnt?

Heiraten im Alter lohnt sich wegen emotionaler Sicherheit, gegenseitiger Fürsorge bei Krankheit und Pflege sowie erheblichen finanziellen Vorteilen wie Steuerersparnis durch Ehegattensplitting, höheren Freibeträgen bei der Erbschaftsteuer und dem Anspruch auf Hinterbliebenenrente, was die Absicherung für beide Partner im Alter deutlich erhöht, wie z.B. bei der Bayerischen und der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. erläutert wird. Die steigende Lebenserwartung schenkt zudem mehr gemeinsame Zeit zu zweit, was die Partnerschaft stärkt, so 7 Jahre länger. 

Wie kann ich meinen Partner absichern, ohne zu heiraten?

Um unverheiratete Partner abzusichern, sind Partnerschaftsvertrag, Testament/Erbvertrag, Vorsorgevollmacht und Risikolebensversicherung (am besten "über Kreuz") entscheidend, da es ohne Ehe keinen gesetzlichen Schutz gibt. Diese Maßnahmen regeln Finanzen, Erbschaft, Entscheidungsbefugnisse im Krankheitsfall und Vermögensverteilung bei Trennung, wodurch rechtliche Unsicherheiten vermieden werden.