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Was ist ein selektiver Fetozid?

Gefragt von: Franz Josef Klaus  |  Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2026
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Ein selektiver Fetozid ist das gezielte Abtöten eines einzelnen Fetus (Ungeborenes) innerhalb einer Mehrlingsschwangerschaft, um die Überlebenschancen der verbleibenden Feten und der Mutter zu verbessern, beispielsweise bei höhergradigen Mehrlingen oder wenn ein Fetus eine schwere Fehlbildung aufweist. Durch eine Injektion (z.B. mit Kaliumchlorid) in Herz, Nabelschnur oder Bauchhöhle wird der Fetus zum Absterben gebracht, um Komplikationen wie Frühgeburten zu vermeiden und eine bessere Entwicklung für die anderen Kinder zu ermöglichen.

Was ist selektiver Fetozid bei Zwillingen?

Selektiver Fetozid ist ein medizinischer Eingriff bei Zwillingsschwangerschaften, bei dem ein Fetus gezielt gestoppt wird, um das Überleben und die Gesundheit des anderen Zwillings zu sichern, oft bei schweren Erkrankungen oder Fehlbildungen des einen Kindes. Dabei werden Methoden wie Kaliumchlorid-Injektion ins Herz oder Nabelschnur-Koagulation (Laser/bipolar) eingesetzt. Dies reduziert das Risiko für das gesunde Kind, birgt aber Risiken wie Frühgeburt, ist ethisch komplex und wird nur bei bestimmten Indikationen angewendet, um ein Gesamtverlust der Schwangerschaft zu verhindern.
 

Was passiert bei einem Fetozid?

Ein Fetozid ist ein medizinischer Eingriff bei späten Schwangerschaftsabbrüchen (meist nach der 20. SSW bei schweren fetalen Anomalien oder Mehrlingsschwangerschaften), bei dem dem Fötus eine Substanz (z.B. Kaliumchlorid) direkt in Herz oder Nabelschnur gespritzt wird, um einen sofortigen Herzstillstand zu bewirken und eine lebensfähige Geburt zu verhindern. Der Ablauf beinhaltet die ultraschallgesteuerte Injektion, die zum Tod des Fötus führt, bevor Wehen einsetzen, gefolgt von der Einleitung der Geburt, wobei ethische und psychologische Aspekte eine große Rolle spielen und Kliniken oft Ethikkommissionen einbeziehen. 

Ist Fetozid in Deutschland erlaubt?

Ein Schwangerschaftsabbruch aus eugenischer Indikation ist in Deutschland seit 1995 nicht mehr ausdrücklich erlaubt.

Ist Fötizid schmerzhaft?

Bei Eingriffen, die eine direkte Fötizid beinhalten, beschränkt sich die Möglichkeit von Schmerzen beim Fötus auf den Zeitpunkt der Injektion . Die Injektion stellt einen nozizeptiven Reiz dar, der in früheren Studien mit einer Stressreaktion in Verbindung gebracht wurde.

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Wann ist es zu spät, um abzutreiben?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Wann ist eine Spättabtreibung erlaubt?

Ein Spätabbruch ist straffrei, wenn eine medizinische Indikation vorliegt – beispielsweise, wenn pränataldiagnostische Untersuchungen, die erst nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden können, Hinweise auf schwere Fehlbildungen des ungeborenen Kindes geben.

Wie schmerzhaft ist eine Abtreibung mit Pille?

Die Abtreibungspille kann für manche Frauen eine unangenehme Erfahrung sein. Die Abtreibungspille verursacht Unterleibsschmerzen, die mehrere Stunden andauern können. Etwa so, wie sehr starke Menstruationskrämpfe. Andere mögliche Nebenwirkungen der Abtreibungspille sind Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost und Durchfall.

Sind abgetriebene Kinder Sternenkinder?

Ja, der Begriff "Sternenkinder" wird zunehmend auch für Kinder verwendet, die durch einen Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) verloren gehen, um die emotionale Bindung und den Schmerz der Eltern zu würdigen, auch wenn medizinisch zwischen Fehlgeburt, Totgeburt und Abbruch unterschieden wird. Es ist eine liebevolle Bezeichnung für Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben, um den Verlust zu benennen und Trauer zuzulassen, oft im Gegensatz zu den rein medizinischen Begriffen wie Fehlgeburt oder Totgeburt.
 

Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht. 

Werden abgetriebene Kinder beerdigt?

Wie das Sozialministerium der BWKG aktuell bestätigt hat, sind Kliniken, die Schwangerschaftsab- brüche vornehmen, für alle abgetriebenen Leibesfrüchte bestattungspflichtig. Dies gilt auch in Fällen, in denen die Leibesfrucht bei Spätabtreibungen mit Lebenszeichen geboren wird.

In welcher Woche verliert man am häufigsten das Baby?

Die meisten Fehlgeburten ereignen sich in den ersten 12 Schwangerschaftswochen, insbesondere in den Wochen 7 bis 10, da dies eine kritische Phase der Organentwicklung ist und chromosomale Anomalien häufiger auftreten. Danach sinkt das Risiko mit jeder Woche erheblich; nach der 10. Woche liegt es nur noch bei etwa 0,5 %. 

Wird das Baby bei einer Schwangerschaftsvergiftung geholt?

Eine schwere Schwangerschaftsvergiftung erfordert in der Regel die zeitnahe oder sofortige Entbindung des Kindes. Weniger schwere Formen können sowohl medikamentös als auch alternativ behandelt werden.

In welchen Fällen ist Abtreibung erlaubt?

Ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ist unter bestimmten Voraussetzungen straffrei möglich: In der Regel bis zur 12. Schwangerschaftswoche (14. SSW ab letzter Regelblutung) mit Beratungsschein (nach 3 Tagen Bedenkzeit) und ärztlicher Durchführung, oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation (z. B. Vergewaltigung, Gefahr für die Gesundheit der Frau) auch später, wobei hier meist eine ärztliche Bescheinigung ausreicht und keine Beratungspflicht besteht, aber die Durchführung durch einen Arzt erfolgt.
 

Ist eine Abtreibung schmerzhaft für das Kind?

Sie kann in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Zur örtlichen Betäubung bekommen Sie eine Spritze rechts und links vom Muttermund, dies ist wenig oder gar nicht schmerzhaft. In einigen Praxen wird vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel gegeben, wodurch Sie ein wenig schläfrig werden.

Wie werden Totgeburten entsorgt?

Totgeburten (meist über 500g) müssen in Deutschland bestattet werden, oft durch Sammelbestattungen der Kliniken, aber Eltern haben ein individuelles Bestattungsrecht für eine würdige Beisetzung (individuell oder anonym), auch bei kleineren Fehlgeburten (< 500g), wo es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen gibt, die eine klinische Entsorgung vermeiden und eine Bestattung ermöglichen sollen, um den Eltern Trauerarbeit zu ermöglichen, aber manchmal auch als Sondermüll enden konnten, was heute aber meist vermieden wird.
 

Wann beginnt ein Embryo zu fühlen?

Ein Embryo beginnt schon sehr früh, Reize wahrzunehmen, oft schon ab der 8. Woche reagiert er auf sanfte Berührungen, aber das Nervensystem für Schmerzempfinden ist erst um die 26. Schwangerschaftswoche (SSW) voll ausgebildet, und die ersten bewussten Kindsbewegungen spürt man als Mutter meist zwischen der 18. und 20. SSW, wenn das Baby kräftiger wird.
 

Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?

Nach einem Schwangerschaftsabbruch sind die Gefühle sehr individuell und reichen von Erleichterung, Freude oder auch einem Gefühl der Stärke bis hin zu Trauer, Schuld, Angst, Niedergeschlagenheit, Wut und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Schmerzen und Blutungen einhergehen können, wobei die Verarbeitung stark von den persönlichen Umständen (z.B. Druck, Lebenssituation, moralische Einstellung) abhängt. Es gibt keine pauschale "normale" Reaktion, und professionelle Beratung bei Beratungsstellen wie pro familia oder donum vitae ist eine wichtige Anlaufstelle. 

Ist ein Schwangerschaftsabbruch schmerzhafter als eine Fehlgeburt?

Die Erfahrung einer Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs kann hinsichtlich der körperlichen Auswirkungen tatsächlich sehr ähnlich sein .

Wie viel kostet ein Abtreibungsabbruch mit einer Abtreibungspille?

Die Kosten für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung mit Pille) liegen in Deutschland meist zwischen 300 und 700 Euro, da er günstiger ist als eine OP, da keine Narkose nötig ist. Bei geringem Einkommen kann eine vollständige Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragt werden, was vorab geschehen muss. Bei medizinischer oder kriminologischer Indikation übernehmen die Krankenkassen die Kosten immer.
 

Wie nennt man Kinder, die abgetrieben wurden?

Umgangssprachlich wird oft auch der Begriff „Sternenkinder“ oder „Schmetterlingskinder“verwendet. Etwa jede dritte Frau ist in ihrem Leben einmal von einer Fehlgeburt betroffen. Fehlgeburten treten in der Frühschwangerschaft, das heißt bis zur 12. Schwangerschaftswoche am häufigsten auf (sogenannter Frühabort).

Wie lange abtreiben Trisomie 21?

Ein Schwangerschaftsabbruch wegen Trisomie 21 (Down-Syndrom) ist in Deutschland bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) ohne besondere Begründung möglich (Fristenlösung) und danach bis zur 22. SSW als medizinische Indikation, wenn eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter besteht, was durch eine Diagnose der Behinderung des Kindes erfüllt sein kann, wobei bei späten Abbrüchen eine Tötung des Fötus vor der Geburtseinleitung nötig ist. Die Entscheidung hängt von individuellen Faktoren ab und erfordert oft eine intensive Beratung.
 

Wie viel kostet eine Spättabtreibung?

Kosten nach der Beratungsregelung

Für einen Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.

Kann man im 4. Monat noch abtreiben?

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich.

Welche ist die späteste natürliche Schwangerschaft?

Statistisch gesehen ist eine Frau in Deutschland bei der Geburt ihres ersten Kindes 30,2 Jahre alt. Zehn Jahre zuvor lag das Durchschnittsalter noch bei 29,0 Jahren. Der EU-Durchschnitt liegt derzeit bei 29,5 Jahren für die erste Geburt – wobei Frauen in Italien und Spanien am spätesten Mutter werden (31,6 Jahre) .

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