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Was ist der Unterschied zwischen ADHS und Asperger?

Gefragt von: Yvonne Herrmann-Haase  |  Letzte Aktualisierung: 8. April 2026
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Der Hauptunterschied liegt in den Kernproblemen: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) dreht sich um Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität mit flüchtigen Interessen, während Autismus-Spektrum-Störung (ASS), zu der Asperger gehört, durch soziale Kommunikationsschwierigkeiten und stereotype Verhaltensweisen gekennzeichnet ist, oft verbunden mit tiefen, stabilen Spezialinteressen und detailorientierter Informationsverarbeitung. Während ADHS oft zu Unruhe und Ablenkung führt, kann bei ASS Reizüberflutung zu Stress führen, und motorische Unruhe dient dem Stressabbau.

Was ist der Unterschied zwischen Asperger und ADHS?

Während Menschen mit ADHS oft wechselnde Interessen haben, bleibt das Spezialinteresse von Autist*innen über Jahrzehnte stabil. Auch sind bei Autist*innen ohne ADHS nicht die schnellen Stimmungswechsel vorhanden. Diese gehören bei ADHS zur Impulsivität. Ebenso wie schnelles reden oder andere Menschen zu unterbrechen.

Ist ADHS dasselbe wie das Asperger-Syndrom?

Menschen mit Asperger-Syndrom haben oft Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, dem Verstehen sozialer Signale und dem Halten von Blickkontakt. Im Gegensatz dazu weisen Menschen mit ADHS im Allgemeinen weniger soziale Beeinträchtigungen auf, obwohl sie mit Impulsivität oder dem Unterbrechen anderer in Gesprächen zu kämpfen haben können .

Welche Symptome ähneln ADHS und Autismus?

Symptome bei ADHS und Autismus können sich überschneiden, wie Unaufmerksamkeit, Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, Impulsivität und Probleme mit der exekutiven Funktion (Organisation/Planung), aber die Ursachen sind unterschiedlich: Bei ADHS liegt oft eine Unter-/Übererregung vor, bei Autismus eine Reizüberflutung (sensorische Überempfindlichkeit). Typisch für Autismus sind starke Spezialinteressen, Wunsch nach Routine, spezifische Kommunikationsmuster (z.B. wörtliches Verstehen) und Reaktionen auf Reizüberflutung (z.B. Stimming), während bei ADHS der Bewegungsdrang und die schnelle Ablenkbarkeit stärker sind, oft mit spontanem Themenwechsel und weniger Fokus auf Details. 

Was ist typisch für Asperger?

Asperger-Symptome umfassen soziale Interaktionsschwierigkeiten (Blickkontakt meiden, Empathiemangel), Kommunikationsprobleme (verstehen Ironie/Humor nicht), stereotype Verhaltensweisen (Routinen, spezielle Interessen, wiederholende Bewegungen wie Handflattern), sensorische Überempfindlichkeiten (Geräusche, Gerüche), motorische Ungeschicklichkeit und oft eine sehr spezifische, pedantische Sprache sowie ein Bedürfnis nach Beständigkeit. Diese Merkmale treten oft bei normaler Intelligenz und Sprachfähigkeit auf, was es manchmal schwerer erkennbar macht.
 

Die WAHRHEIT hinter Autismus und ADHS | psychologeek

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Was machen Asperger gerne?

Manche Menschen mit Asperger-Syndrom führen gerne lange Reden, gerade über Themen, die ihnen besonders liegen und auch ihre Begabung widerspiegeln, ohne gleichzeitig zu erkennen, ob es die Zuhörenden nicht etwa überfordert oder auch nur interessiert.

Wie verhalten sich Leute mit Asperger?

Asperger-Verhalten ist durch Herausforderungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet, wie Schwierigkeiten beim Blickkontakt und dem Erkennen nonverbaler Signale, kombiniert mit starken Spezialinteressen, dem Bedürfnis nach Routinen und sensorischen Empfindlichkeiten, aber oft mit normaler bis hoher Intelligenz. Typische Merkmale sind monotone Sprache, Schwierigkeiten, sich in andere hineinzuversetzen, und stereotype Bewegungen, wobei der Leidensdruck oft durch soziale Missverständnisse entsteht.
 

Ist ADHS eine Vorstufe von Autismus?

Autismus und ADHS scheinen eine gemeinsame, neurologische Basis zu haben. Deswegen zeigen viele ADHS-Betroffene unspezifische Autismusmerkmale, wie beispielsweise eine hohe Empfindlichkeit für Reize. Je nach Studienlage leiden bis zu 43 % der autistischen Menschen zusätzlich an ADHS.

Wie merke ich, ob ich autistisch bin?

Um herauszufinden, ob Sie Autismus haben, beginnen Sie mit Selbstreflexion und Online-Tests (keine Diagnose!), um erste Hinweise zu sammeln, und wenden Sie sich dann an Fachärzte (Psychiater/Neurologe) oder spezialisierte Zentren, die eine offizielle Diagnose stellen können, die auf sozialen Schwierigkeiten, Kommunikationsproblemen und wiederkehrenden Verhaltensmustern basiert. 

Ist ADHS introvertiert?

Ja, es gibt einen introvertierten ADHS-Typ (ADS), der stiller und zurückgezogener ist, aber unter innerer Rastlosigkeit, Unkonzentriertheit und Überforderung durch Reize leidet, was oft zu sozialem Rückzug führt, aber auch zu tiefer Hingabe in bestimmten Interessen wie Handwerk, Technik oder helfenden Berufen. Dieser Typ wird oft übersehen, da die typische Hyperaktivität fehlt, stattdessen zeigen sich innere Unruhe, Perfektionismus, Angst vor Fehlern und eine Tendenz, sich in der eigenen Gedankenwelt zu verlieren. 

Wie nennt man es, wenn man ADHS und Autismus hat?

ADHS und Autismus zusammen werden umgangssprachlich oft als AuDHD (aus dem Englischen "Autistic + ADHD") bezeichnet, ein informeller Begriff für die häufige Komorbidität dieser beiden neurodiversen Zustände, die oft gemeinsam auftreten, aber auch gegensätzliche Bedürfnisse (Routine vs. Stimulation) in sich vereinen können. Es gibt keine separate offizielle medizinische Diagnose, aber es ist eine anerkannte Konstellation, die als Doppeldiagnose oder Komorbidität von ADHS und Autismus-Spektrum-Störung (ASS) verstanden wird. 

Was sind die 3 Hauptsymptome von Autismus?

Welche Beschwerden hat ein Kind mit Autismus?

  • hat Schwierigkeiten angemessen mit anderen Kindern und Jugendlichen Kontakt aufzunehmen.
  • nutzt in sozialen Situationen nur wenig Blickkontakt, Mimik und Gestik.
  • drückt sich manchmal altmodisch und steif aus.
  • nimmt Redewendungen wörtlich und kann Ironie nicht gut verstehen.

Welche 4 Arten von Asperger gibt es?

Oftmals treffen nicht alle der genannten Kriterien zu.

  • Frühkindlicher Autismus. Der frühkindliche Autismus ist durch die folgenden diagnostischen Kriterien beschrieben: ...
  • Asperger-Syndrom. Das Asperger-Syndrom manifestiert sich ab ca. ...
  • Atypischer Autismus. ...
  • Hochfunktionaler Autismus.

Welche Auswirkungen hat ADHS auf Smalltalk?

Smalltalk ist für Menschen mit ADHS oft eine große Herausforderung, da die Oberflächlichkeit als langweilig empfunden wird, während gleichzeitig Schwierigkeiten beim Zuhören, beim Einhalten des Themas und beim Verstehen nonverbaler Signale zu Missverständnissen führen können, was oft zu intensivem Reden, Abschweifen oder Überfordern der Gesprächspartner führt, die sich tiefere, authentische Gespräche wünschen. 

Wie fängt Autismus an?

Frühe Anzeichen von Autismus umfassen soziale Schwierigkeiten wie wenig Blickkontakt, fehlendes soziales Lächeln und Probleme mit der gemeinsamen Aufmerksamkeit, sowie sensorische Über- oder Unterempfindlichkeiten (Geräusche, Berührungen) und repetitive Verhaltensweisen (Händeflattern, Schaukeln), oft begleitet von intensiven Sonderinteressen und Abneigung gegen Veränderungen (Speisen, Routinen). Diese Anzeichen können bereits im Säuglings- und Kleinkindalter sichtbar werden, auch durch Probleme beim Stillen oder Schlafstörungen. 

Welche Emotionen sind typisch für Menschen mit Autismus?

Menschen mit Autismus erleben oft sehr starke Emotionen, die durch sensorische Überlastung oder Schwierigkeiten, Gefühle zu benennen und zu verarbeiten, zu intensivem Stress, Angst oder Wut führen können (Meltdowns/Shutdowns). Sie können auch eine Hyperempathie besitzen, die Gefühle anderer extrem intensiv wahrnehmen lässt, was die Trennung eigener und fremder Emotionen erschwert und zu Überforderung führen kann. Es geht oft nicht um mangelnde Empathie, sondern um die intensive Verarbeitung und das Verarbeiten dieser starken Reize und Gefühle. 

Warum ist die Lebenserwartung von Autisten verkürzt?

Autisten leben oft kürzer, nicht primär wegen des Autismus selbst, sondern durch begleitende gesundheitliche Probleme (Komorbiditäten) wie Herzerkrankungen, Epilepsie, Schlafstörungen und psychische Erkrankungen wie Depressionen (erhöhtes Suizidrisiko), sowie durch erhöhte Risiken für unbeabsichtigte Verletzungen, die oft durch Schwierigkeiten in der Selbstwahrnehmung oder Kommunikation entstehen können, wobei auch beschleunigte Alterungsprozesse eine Rolle spielen können. Auch wenn Autismus an sich die Lebenserwartung nicht unbedingt senkt, führen diese zusätzlichen Belastungen zu einer insgesamt verkürzten Lebensspanne. 

Kann man ADHS und Asperger zusammen haben?

Bei Vorliegen einer ASS tritt ADHS in 40-50% zusätzlich auf. Das bedeutet, dass jeder zweite ASS-Betroffner auch zusätzlich ADHS-. Symptome hat. Auch bei ADHS zeigt sich eine häufigere Vergesellschaftung mit ASS, aber nicht so häufig wie umgekehrt.

Was wird oft mit Autismus verwechselt?

Autismus und Hochsensibilität sind zwei Begriffe, die oft miteinander verwechselt werden. Sie stellen aber unterschiedliche Dinge dar und es gibt einen Unterschied zwischen den Menschen, die Autismus oder Hochsensibilität haben.

Was triggert Autismus?

Autisten werden durch sensorische Reizüberflutung (Licht, Lärm, Gerüche), unerwartete Veränderungen in Routinen und Abläufen (z. B. neuer Weg zur Arbeit, anderer Stuhl), Schwierigkeiten beim Verarbeiten sozialer Signale und intensive Spezialinteressen getriggert, was zu Stress, Angst, Overloads (Überlastung) oder auch Aggressionen führen kann, die oft versuchen, eine Reaktion auf die Überforderung zu kommunizieren. Typische Auslöser sind laute Geräusche, grelles Licht, unbekannte Gerüche, das Nichteinhalten von Ritualen oder auch das neue Parfum einer Bezugsperson. 

Was fällt Menschen mit Asperger schwer?

Grundsätzlich ist bekannt, dass Menschen mit Asperger-Syndrom oft Schwierigkeiten in den Bereichen „soziale Kommunikation“, „soziale Interaktion“ und „soziales Verständnis“ haben. Sie zeigen beispielsweise Reaktionen, die von Ihrer Umwelt als unüblich wahrgenommen werden.

Haben Asperger Wutausbrüche?

Wer kennt nicht den Ausdruck «the terrible two» oder «die Wackelzahnpubertät»? Ausmass, Dauer und Intensität der Wutanfälle sind bei vielen Asperger-Kindern aber deutlich stärker ausgeprägt als bei einem neurotypischen Kind und häufig nicht altersangemessen.

Wie äußert sich eine leichte Form von Asperger?

Menschen mit Asperger nehmen eher Details in den Blick als das Gesamtbild. Es fällt ihnen leicht, sich sehr auf Details zu fokussieren. Sie verfolgen oft Spezialinteressen und das mit großer Leidenschaft. Es fällt ihnen schwer, flexibel auf plötzliche Veränderungen zu reagieren.

Was tut Aspergern gut?

Stärken und Herausforderungen

Menschen mit Asperger-Syndrom können: Außergewöhnliche Fähigkeiten in Bereichen wie Mathematik, Wissenschaft oder Kunst entwickeln. Einen einzigartigen und wertvollen Blickwinkel auf die Welt haben. Herausforderungen bei der intuitiven Interpretation sozialer Signale erleben.

Welche Farben mögen Menschen mit Autismus?

Autisten bevorzugen oft sanfte, gedämpfte und neutrale Farben wie Beige, Hellgrau, Pastelltöne (z.B. helles Blau oder Rosa) und erdige Töne (Braun, gedämpftes Orange), da diese eine beruhigende Wirkung haben und sensorische Überstimulation reduzieren, während grelle oder starke Kontraste (wie leuchtendes Rot, Neonfarben) vermieden werden sollten, da sie Unbehagen auslösen können. Die Vorlieben sind jedoch individuell, daher sind persönliche Präferenzen entscheidend.