Zum Inhalt springen

Was gilt als Todsünde?

Gefragt von: Traute Ehlers  |  Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2026
sternezahl: 4.6/5 (22 sternebewertungen)

Die sieben Todsünden sind ein moralischer Katalog aus dem Christentum, der die Hauptlaster beschreibt, aus denen andere Sünden entstehen können: Hochmut (Stolz), Habgier (Geiz), Wollust (Unkeuschheit), Zorn, Völlerei (Maßlosigkeit), Neid und Trägheit (Faulheit). Sie waren eine wichtige Orientierungshilfe für das menschliche Verhalten im Mittelalter und sind bis heute in Kunst und Kultur präsent.

Was zählt zu den Todsünden?

Über Hunderte von Jahren wurde ein Sündenkatalog entwickelt, erprobt und verfeinert und schließlich von ursprünglich acht auf sieben fixiert: Hochmut (superbia), Habgier (avaritia), Wollust (luxuria), Zorn (ira), Völlerei (gula), Neid (invidia) und Trägheit (acedia).

Wie lauten die 7 Todsünden?

Neid, Völlerei, Habgier, Wollust, Hochmut, Trägheit und Zorn – die sogenannten sieben Todsünden sind weitgehend bekannt und noch weiter verbreitet. Sie beschreiben sieben Motive und Verhaltensweisen, die viele Menschen im Alltag begleiten, aber zugleich als Vergehen moralisch gebrandmarkt sind.

Was ist die stärkste Todsünde?

Die schlimmste Todsünde ist nach klassischer katholischer Lehre der Hochmut (Superbia), da er die Wurzel vieler anderer Sünden ist, da er zur Selbstüberschätzung führt und Gott ablehnt; Psychologisch und auch in Umfragen sehen manche jedoch auch Zorn oder Trägheit als besonders verhängnisvoll an, während die Rangfolge variieren kann.
 

Ist Wollust eine Todsünde?

Wollust (lateinisch luxuria) ist eine der sieben Todsünden der katholischen Kirche, die ein übersteigertes, egoistisches Verlangen nach sexueller Befriedigung beschreibt, das die Liebe und den Menschen für die eigene Lust instrumentalisiert und zu rücksichtslosem Verhalten führen kann, aber nicht jede Sexualität an sich ist. Sie steht der Tugend der Keuschheit gegenüber und war historisch ein häufiger Vorwurf gegen Ketzer und Hexen. Moderne Interpretationen sehen sie oft als Warnung vor der Verzweckung des Menschen und der Trennung von echter Liebe, nicht als pauschale Verteufelung der Sinnlichkeit.
 

Die 7 Todsünden

24 verwandte Fragen gefunden

Welche Todsünde ist Wollust?

Zusammen mit der Völlerei („Gula“) gehört die Wollust („Luxuria“) zu den „fleischlichen Todsünden“, die den restlichen fünf geistigen gegenübergestellt werden.

Ist es eine Sünde, sich zu befriedigen?

Begierde (etwas oder jemanden zu wollen und zu begehren, der einem nicht gehört… das andere biblische Wort ist Begierde) wird von Jesus explizit als Sünde bezeichnet. Viele Christen finden es unmöglich, ohne Begierde zu masturbieren, daher glauben sie, dass es für niemanden möglich ist, lustfrei zu masturbieren.

Welche Sünde wird niemals vergeben?

Im Christentum gilt die Lästerung gegen den Heiligen Geist als die einzige Sünde, die nicht vergeben wird, da sie eine bewusste und endgültige Ablehnung von Gottes Gnade darstellt. Jesus sprach, dass jede andere Sünde und Gotteslästerung vergeben werden kann, aber nicht die, die sich gegen den Heiligen Geist richtet, der die Menschen zu Gott führt. Im Islam wird Schirk (Gott etwas oder jemanden gleichstellen) als die größte Sünde betrachtet, und auch ungerechtfertigter Mord kann oft nicht gesühnt werden. 

Ist Ehebruch eine Todsünde?

Ja, in der katholischen Lehre gilt Ehebruch als klassische schwere Sünde (Todsünde), da er gegen die Zehn Gebote verstößt und die Ehe verletzt, aber er wird nur dann zur Todsünde, wenn er mit vollem Bewusstsein und freiem Willen begangen wird und eine schwerwiegende Sache darstellt. Auch in anderen Religionen, wie dem Islam und Buddhismus, wird Ehebruch als schwere Verfehlung mit schwerwiegenden Konsequenzen angesehen.
 

Ist Völlerei eine der sieben Todsünden?

Die Völlerei (lateinisch Gula) ist eine der sieben Todsünden und beschreibt maßloses, unmäßiges Essen und Trinken, das über das Notwendige hinausgeht, oft verbunden mit Verschwendung, Genusssucht und Undankbarkeit gegenüber Gottes Gaben, und das Gegenteil der Tugend der Mäßigung darstellt. Sie umfasst verschiedene Formen wie Fresssucht, Trunksucht und exzessiven Genuss, der die Gesundheit oder die Bedürfnisse anderer vernachlässigt, und gilt als eine Hauptsünde, die zu weiteren Vergehen führen kann.
 

Was ist die schwerste Sünde?

Die "schwerste Sünde" liegt nach den Worten von Papst Franziskus darin, gegen die Liebe Gottes zu lästern.

Ist Stolz eine Todsünde?

Ja, im Christentum gilt Stolz (Hochmut, Übermut) als die schwerste der sieben Todsünden (Superbia), da er als Ablehnung Gottes und als Ursprung aller Sünden angesehen wird, indem er den Menschen dazu bringt, sich selbst über Gott zu stellen. Es ist wichtig, diesen negativen Stolz (Arroganz, Eitelkeit) vom positiven Selbstwertgefühl oder dem berechtigten Gefühl der Zufriedenheit über eine Leistung abzugrenzen, da Letzteres nicht als Sünde gilt.
 

Welche Dinge sind im Christentum verboten?

Im Christentum gibt es keine Nahrungsmittel, die grundsätzlich verboten sind. Lesen Sie, wie es mit dem Thema Speisegesetze im Christentum bestellt ist. Frieden in der Liebe und im Reich Gottes: Jesus' Kernbotschaft, sein Märtyrertod und die Auferstehung sind die Basis des Christentums.

Was ist eine schwere Sünde?

Die schwere Sünde (Todsünde) – als bewusste Abkehr von der Liebe Gottes – bewirkt den Verlust des Standes der Gnade vor Gott. Die Hinwendung zu Gott ist durch vollkommene Reue aber auch in diesem Fall noch möglich. Diese Reue führt zur Wiederherstellung der Taufgnade.

Ist Geiz eine Todsünde?

Ja, Geiz (lateinisch: Avaritia) wird in der klassischen christlichen Theologie als eine der sieben Todsünden (Hauptlaster) gezählt, die den Menschen von Gott, seinen Mitmenschen und sich selbst entfremden, da er die Liebe zu materiellem Besitz über die Nächstenliebe und das eigentliche Leben stellt. Er wird als Lebensverneinung gesehen, die aus Angst vor Mangel resultiert und das Teilen sowie die Freude am Leben blockiert, obwohl er heutzutage oft fälschlicherweise mit positiver Sparsamkeit verwechselt wird. 

Was passiert, wenn man eine Todsünde begeht?

Todsünden führen zur ewigen Verdammnis

Die Todsünde zerstört die Liebe im Herzen des Menschen durch einen schweren Verstoß gegen das Gesetz Gottes. Zu den besonders schweren Verfehlungen zählen etwa Mord, Ehebruch und Glaubensabfall.

Ist Fremdgehen eine Sünde?

Ja, in den meisten religiösen und ethischen Systemen gilt Fremdgehen (Ehebruch) als eine schwere Sünde, da es das Vertrauen des Partners bricht, den Ehebund verletzt und gegen grundlegende Gebote wie „Du sollst nicht ehebrechen“ verstößt. Ob es als Sünde empfunden wird, hängt von der individuellen Glaubensauslegung ab, aber allgemein wird es als Vertrauensbruch und emotionaler Schaden angesehen, der auch ohne Heirat als falsch gilt.
 

Ist ein Doppelleben strafbar?

Ein Doppelleben ist in Deutschland strafbar, wenn es sich um eine Doppelehe (Bigamie) nach § 172 StGB handelt, also wenn jemand trotz bestehender Ehe eine zweite eingeht; dies wird mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet. Ein normales Doppelleben mit heimlichen Affären ist an sich nicht strafbar, kann aber zivilrechtliche Folgen haben, z. B. beim Unterhalt, und bei Täuschung auch Betrug (z.B. Heiratsschwindel) darstellen. 

Ist Liebe eine Todsünde?

Nein, Liebe ist keine Sünde, niemals. Nur die Form, sie auszudrücken, die tut uns selber und anderen nicht immer gut.

Welche Sünde kann Gott nicht verzeihen?

Gott vergibt grundsätzlich fast alles, was ein Mensch bereut und bekenn, aber die Bibel nennt eine einzige Ausnahme: die Lästerung gegen den Heiligen Geist (Markus 3,29), die als eine bewusste, hartnäckige Ablehnung der göttlichen Gnade und Vergebung interpretiert wird, wodurch jemand sich selbst von Gottes Vergebung abschneidet. Daneben werden auch Herzen, die böse Pläne schmieden, falsche Zungen und Zeugen sowie jene, die Zwietracht säen als verabscheuungswürdig genannt, da sie sich bewusst gegen Gott stellen und das Böse wollen. 

Was ist die goldene Regel Matthäus?

Eine lautet: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg' auch keinem anderen zu“.

Welche Sünde hasst Gott am meisten?

Zweifel – die Sünde, die Gott am meisten hasst. Von allen Sünden, die wir begehen können, ist Zweifel die eine, die von Gott am meisten gehasst wird. Gemäß beiden Testamenten, dem Alten und Neuen, betrübt unser Zweifeln den Herrn, provoziert ihn, bereitet ihm viel Schmerz.

Wie oft sollte eine Frau pro Woche kommen?

Wie viel Sex ist ideal? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt keine klare Empfehlung für die Häufigkeit von Sex, zumal der Wunsch nach Intimität individuell unterschiedlich ist. Studien mit Paaren deuten darauf hin, dass einmal Sex pro Woche ideal für das mentale Wohlbefinden in der Beziehung sei.

Was passiert, wenn man nicht mehr wichst?

Wenn man aufhört, sich selbst zu befriedigen (masturbieren), können verschiedene Dinge passieren: Einerseits kann der Fokus auf andere Bereiche des Lebens lenken, das Selbstbewusstsein stärken (da man eine Herausforderung meistert), oder bei einigen Männern zu einem Gefühl von Druck oder sogar leichten Schmerzen führen, wenn sich Samen ansammeln. Andererseits verzichtet man auf die positiven Effekte der Ausschüttung von Wohlfühlhormonen (Dopamin, Oxytocin) und der Stressreduktion, die Masturbation oft mit sich bringt. Es gibt auch die Befürchtung eines leicht erhöhten Risikos für Prostatakrebs bei komplettem Verzicht, wobei dies umstritten ist. 

Ist Verhüten im Christentum erlaubt?

Ja, Christen dürfen verhüten, aber die Haltung unterscheidet sich stark zwischen den Konfessionen: Protestanten bejahen Verhütung als Ausdruck von Liebe und Verantwortung, während die katholische Kirche künstliche Methoden verbietet, aber natürliche Familienplanung erlaubt, da sie Sexualität nur auf Fortpflanzung beschränkt. Die Bibel selbst verurteilt Verhütung nicht explizit, aber die Lehre der katholischen Kirche basiert auf der Enzyklika "Humanae Vitae". 

Vorheriger Artikel
Wo befindet sich die IP?
Nächster Artikel
Wann ist Mama Tag 2022?