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Was anstatt Hartz 4?

Gefragt von: Franz-Josef Schott  |  Letzte Aktualisierung: 17. September 2026
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Statt Hartz IV gibt es in Deutschland das Bürgergeld, das im Januar 2023 die Grundsicherung für Arbeitsuchende (ALG II) abgelöst hat, um ein Existenzminimum zu sichern und Arbeitssuchende besser zu unterstützen. Es bietet höhere Regelsätze und mehr Schonvermögen, auch wenn es zuletzt Debatten und geplante Änderungen (z.B. neue Grundsicherung ab Mitte 2026) gab.

Was ersetzt das Bürgergeld?

Statt Bürgergeld kommt ab Juli 2026 die "Neue Grundsicherung für Arbeitsuchende", die den Namen „Bürgergeld“ vollständig ersetzt und strengere Regeln sowie Sanktionen bei mangelnder Kooperation mit dem Jobcenter vorsieht, wobei die Höhe der Leistungen gleich bleibt, aber der Fokus stärker auf Eigenverantwortung und schnellerer Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt liegt. 

Wer erhält 2025 Bürgergeld?

Für 2025 sind rund 5,2 bis 5,3 Millionen Menschen als Bürgergeld-Empfänger verzeichnet, wobei die Regelsätze gegenüber 2024 stabil blieben (Alleinstehende 563€), aber durch die Inflation real sanken; die größte Gruppe sind deutsche Staatsbürger (ca. 2,8 Mio.), gefolgt von Ukrainern und Syrern; ab April 2025 gelten neue Regeln für Geflüchtete nach dem 1. April 2025, die dann Asylbewerberleistungen erhalten. 

Wem steht Bürgergeld zu?

Bürgergeld steht erwerbsfähigen, hilfebedürftigen Menschen zwischen 15 und 67 Jahren zu, die in Deutschland leben, täglich mindestens 3 Stunden arbeiten können und deren Einkommen/Vermögen nicht für den Lebensunterhalt reicht, aber auch nicht-erwerbsfähige Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft (z.B. Kinder) sind. Es sichert das Existenzminimum bei Arbeitslosigkeit, Geringverdienertum oder wenn vorrangige Leistungen (wie ALG I) nicht ausreichen, einschließlich Unterkunft und Heizung.
 

Was ist der Unterschied zwischen Bürgergeld und Grundsicherung?

Der Hauptunterschied ist die Zielgruppe: Bürgergeld (seit 2023 Nachfolger von Hartz IV) ist für erwerbsfähige Menschen gedacht, die arbeiten können und Unterstützung bei der Jobsuche brauchen (SGB II), während die Grundsicherung (im Alter/bei Erwerbsminderung) für Menschen ist, die dauerhaft nicht arbeiten können, etwa wegen Alter oder voller Erwerbsminderung, und deren Existenzminimum gesichert werden muss (SGB XII). Das Bürgergeld zielt auf die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ab, während die Grundsicherung die reine Existenz sichert.
 

Bürgergeld: Mietobergrenze - Jobcenter jetzt ohne Nachweispflicht

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Wer bekommt Grundsicherung und wie viel?

Der monatliche Grundbedarf für alleinstehende Erwachsene liegt derzeit (Stand März 2025) bei 563 Euro monatlich. Für Paare verringert sich der Regelsatz pro Person auf 506 Euro. Zusätzlich werden unter anderem die tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen, wenn sie als angemessen gelten.

Ist die Grundsicherung geringer als das Bürgergeld?

Die neue Grundsicherung, die das Bürgergeld ab Mitte 2026 ersetzen soll, führt zu weniger Leistungen bei Sanktionen und Vermögen, obwohl die Regelsätze (aktuell 563 € für Alleinstehende) gleich bleiben sollen. Kritiker sehen darin eine Rückkehr zu Hartz-IV-ähnlichen Bedingungen mit schärferen Sanktionen (bis 30% bei Terminversäumnis) und weniger Schonvermögen, während Befürworter die Förderung der Arbeitsaufnahme betonen. 

Kann jeder Mensch Bürgergeld bekommen?

Bürgergeld erhält, wer erwerbsfähig ist und seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen decken kann. Zudem reichen andere vorrangige Leistungen wie Arbeitslosengeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag nicht aus. Wer zuvor Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld hatte, hat nun Anspruch auf Bürgergeld.

Wie hoch darf das Einkommen sein, um Bürgergeld zu bekommen?

Das verfügbare Einkommen beträgt laut DGB in diesem Fall 3.907 Euro (2.460 Euro Netto-Gehalt plus 500 Euro Kindergeld plus 498 Euro Kinderzuschlag plus 449 Euro Wohngeld), während die auf das Bürgergeld angewiesene Familie von 2.609 Euro leben müsste.

Wer bekommt keine Bürgergeld?

Sie haben keinen Anspruch auf Bürgergeld, wenn Sie

das Renteneintrittsalter erreicht haben. nicht dauerhaft in Deutschland wohnen. nicht wenigstens drei Stunden am Tag arbeiten können (zum Beispiel durch eine Krankheit) und hilfebedürftig sind oder das gesetzliche Rentenalter schon erreicht haben.

Was bekommt man beim Bürgergeld alles bezahlt?

Beim Bürgergeld werden der Bedarf für den Lebensunterhalt (Regelsatz für Ernährung, Kleidung, etc.), die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung (Miete & Heizung) sowie die Kosten für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt, ergänzt durch Sonderbedarfe (z.B. Schwangerschaft) und einmalige Leistungen (z.B. Erstausstattung Wohnung, Kleidung) sowie Leistungen für Bildung und Teilhabe. 

Was ist die neue Grundsicherung ab 2026?

Neue Grundsicherung 2026: Sanktionen bis über die Grenze des Verfassungsrechts. Ab 2026 ersetzt die neue Grundsicherung das Bürgergeld. Die Bundesregierung verkauft die Reform als „arbeitsmarktorientiert“, tatsächlich bedeutet sie mehr Sanktionen, weniger Schutz und schnellere Leistungseingriffe.

Wie lange bekommt man Bürgergeld?

Bürgergeld wird zu Monatsbeginn für den kommenden Monat an Sie ausgezahlt. Während das Arbeitslosengeld grundsätzlich nach einem Jahr endet (Ausnahmen gibt es für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer), erhalten Sie Bürgergeld so lange, wie Sie die finanzielle Unterstützung benötigen.

Was sind die Nachteile von Bürgergeld?

Nachteile des Bürgergelds sind vor allem die strikten Sanktionen bei Pflichtverletzungen (wie versäumte Termine), die mangelnde finanzielle Motivation bei Geringverdienern (da die Wohnung gezahlt wird, aber die Miete bei Jobverlust plötzlich selbst getragen werden muss) und die mögliche Benachteiligung gegenüber Rentnern bei bestimmten Regelungen. Auch der hohe bürokratische Aufwand für Empfänger und Jobcenter sowie die fehlende Altersvorsorge durch den Wegfall von Rentenbeiträgen bei Erwerbslosigkeit sind wesentliche Kritikpunkte. 

Wie viel Geld darf ich beim Bürgergeld auf dem Konto haben?

Beim Bürgergeld dürfen Sie im ersten Bezugsjahr (Karenzzeit) als Einzelperson bis zu 40.000 € Vermögen haben, danach und für jede weitere Person in der Bedarfsgemeinschaft liegt die Grenze bei 15.000 €. Zu diesem Vermögen zählen Bargeld, Sparguthaben, Aktien, aber auch ein Auto bis 7.500 € Wert und Schmuck. Ein selbstgenutztes Haus oder eine Wohnung zählt nicht dazu.
 

Was ändert sich 2026 bei der Rente?

2026 steigt der Steuergrundfreibetrag auf 12.348 Euro. Für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente ebenfalls: Menschen, die 2026 in Rente gehen, müssen diese zu einem Anteil von 84 Prozent versteuern. Die übrigen 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente sind steuerfrei.

Wann wird Bürgergeld abgelehnt?

Bürgergeld wird abgelehnt, wenn Einkommen oder Vermögen zu hoch sind, andere vorrangige Sozialleistungen (wie ALG I, Wohngeld, Kindergeld) nicht ausgeschöpft wurden, die Hilfebedürftigkeit nicht nachgewiesen werden kann, oder bei fehlender Mitwirkung (z. B. keine Unterlagen), wobei letzteres oft nur zu Leistungskürzungen führt, aber auch eine vollständige Versagung möglich ist. Auch wenn ein «zumutbarer» Job dauerhaft abgelehnt wird, kann es zu Sanktionen kommen.
 

Wie hoch ist mein Arbeitslosengeld, wenn ich 1600 € netto verdiene?

Bei 1600 € Netto-Einkommen erhalten Sie ungefähr 60 % davon als Arbeitslosengeld I (ALG I), also rund 960 € monatlich; mit mindestens einem Kind erhöht sich der Satz auf 67 %, was ca. 1072 € entspricht. Die Berechnung ist jedoch komplexer, da sie sich auf Ihr Brutto-Gehalt bezieht, wovon pauschal Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden, um ein „Leistungsentgelt“ zu ermitteln, von dem dann die 60/67 % berechnet werden.
 

Wer zahlt die Rentenversicherung bei Bürgergeld?

Nein, niemand zahlt Rentenversicherungsbeiträge, wenn Sie Bürgergeld beziehen, weder das Jobcenter noch Sie selbst, wodurch keine neuen Rentenpunkte gesammelt werden; die Zeit zählt aber als Anrechnungszeit, die wichtig für Wartezeiten und andere Rentenansprüche (z.B. Erwerbsminderungsrente) ist, da das Jobcenter diese Zeiten der Rentenversicherung meldet. 

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Bürgergeld zu bekommen?

Voraussetzungen für Bürgergeld

  • Sie sind mindestens 15 Jahre alt und Sie haben die Altersgrenze für Ihre Rente noch nicht erreicht.
  • Sie wohnen in Deutschland und haben hier Ihren Lebensmittelpunkt.
  • Sie können mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten.
  • Sie oder Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft sind hilfebedürftig.

Welche Sozialleistungen stehen mir zu?

Welche Sozialleistungen Ihnen zustehen, hängt stark von Ihrer persönlichen Situation ab (z.B. Arbeitslosigkeit, Alter, Familie, Behinderung), umfasst aber oft Leistungen wie Bürgergeld/Sozialhilfe (für Grundsicherung), Arbeitslosengeld, Wohngeld, Kindergeld/Kinderzuschlag, Elterngeld, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, sowie spezielle Hilfen bei Behinderung oder Pflegebedürftigkeit. Um das genau herauszufinden, müssen Sie Ihre spezifischen Umstände bei den zuständigen Stellen (Jobcenter, Sozialamt, Agentur für Arbeit) prüfen lassen, wobei es auch Online-Finder gibt.
 

Wie groß darf die Wohnung bei Bürgergeld sein?

Auch bei der Größe der Wohnung gibt es für die Bezieher von Bürgergeld, wie bei Mietkosten, ein paar Vorgaben. Auch hier spricht das Jobcenter von der sogenannten Angemessenheit. So hat eine einzelne Person üblicherweise einen Anspruch auf eine Wohnung mit einer Größe von circa 45 Quadratmetern.

Wie niedrig muss die Rente sein, um Grundsicherung zu bekommen?

Um Grundsicherung zu bekommen, muss Ihre Rente (zusammen mit Ihrem gesamten Einkommen und Vermögen) unter einem bestimmten Bedarfssatz liegen, wobei die Deutsche Rentenversicherung als Faustregel empfiehlt, bei Einkommen unter ca. 1.062 € (Stand 2024/2025) prüfen zu lassen, da dann oft eine Lücke zum Existenzminimum besteht. Es hängt von Ihrem Gesamtbedarf ab (Regelsatz + Kosten für Unterkunft), aber bei Renten deutlich unter diesem Wert (z.B. unter 823 € oder 924 € nach älteren Angaben) ist ein Anspruch wahrscheinlich, wenn Sie auch Ihr Vermögen bis auf Schonbeträge aufgebraucht haben.
 

Was ist der Unterschied zwischen Bürgergeld und Sozialhilfe?

Der Hauptunterschied zwischen Bürgergeld und Sozialhilfe liegt in der Erwerbsfähigkeit: Bürgergeld ist für erwerbsfähige Menschen, die Unterstützung benötigen, während die Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung) für nicht erwerbsfähige Personen zuständig ist, z. B. im Alter oder bei dauerhafter Erwerbsminderung. Beide sichern das Existenzminimum, wobei die Regelsätze seit der Einführung des Bürgergeldes (das früher Hartz IV ersetzte) gleich hoch sind, aber die Sozialhilfe auch spezielle Bedarfe für nicht erwerbsfähige Personen abdeckt. 

Wie kann ich mein Einkommen mit Bürgergeld aufstocken?

Wenn Ihr Einkommen nicht für Ihren Lebensunterhalt beziehungsweise den Ihrer Bedarfsgemeinschaft reicht, können Sie es mit Bürgergeld ergänzen (umgangssprachlich: aufstocken). Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie angestellt oder selbstständig sind. Sie können diese Leistung beim zuständigen Jobcenter beantragen.